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Zeiten wie diese

Ein historischer Ort

Ich lebe in einem der historischsten Orte dieser Welt, einer kleinen Stadt, die vor circa 500 Jahren Weltgeschichte schrieb: Wittenberg. Hier fand eins der schicksalsvollsten Ereignisse statt, die die Menschheit je erlebte. Durch den Willen, die Überzeugung und die Leidenschaft eines einzigen Mannes, wurde Geschichte neu geschrieben, denn Martin Luther schlug hier seine Thesen an die Kirchentür und läutete somit ein neues Zeitalter ein. Immer wieder muss ich mir vor Augen führen, welch revolutionäre Tat dies war und wie viel ein Mensch bewirken kann, um den Lauf der Geschichte zu beeinflussen.

Ambivalenz

Häufig frage ich mich: In wie weit haben wir als Individuen tatsächlich die Macht, etwas zu bewirken oder zu verändern? Fühlen wir uns nicht oft machtlos, den Tatsachen ausgesetzt und nehmen Ereignisse stillschweigend hin, obwohl wir dabei ein inneres Unbehagen fühlen, ohne es detailliert beschreiben oder einordnen zu können? Wir können ja doch nichts tun, meinen wir und versinken in Lethargie.

Mir geht es nicht anders. Auch ich bin ein ambivalenter Mensch. Auch ich bin nicht immer mutig, obwohl ich es sein müsste, reagiere zeitweise unangemessen oder gehe negativen Aspekten in mir nach. Mittlerweile habe ich mich mit meinen Widersprüchen arrangiert, ich nehme sie an und versuche, mein Verhalten zu reflektieren. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass wohl jeder Mensch solche inneren Zerwürfnisse in sich trägt und häufig nicht weiß, wie er damit umgehen soll. Meine Erkenntnis ist, nicht dagegen anzukämpfen, sondern sie nüchtern zu betrachten und anzunehmen. Wir sind Menschen, wir sind nicht perfekt.

Teile und Herrsche

Schon immer gab es Kreise, die sich dessen bewusst waren und sich diese Ambivalenzen zu Nutze machten, um Visionen zu realisieren, die wir uns nicht im Entferntesten vorstellen können. Auch jetzt wird wieder bewusst und in ganz großem Stil Zwietracht gesät. Egal aus welcher Perspektive man es betrachtet, die Menschen werden in Angst und Panik versetzt und verharren in der Starre. Die einen sehen derzeit keine Gefahr und vertrauen im guten Glauben der Obrigkeit, die anderen lassen alle Einschränkungen widerspruchslos über sich ergehen und wieder andere möchten aktiv dagegen vorgehen, ohne genau zu wissen, was sie gegen diese Ohnmacht die sie beschleicht, tun sollen. Doch genau diese Zustände werden bewusst herbeigeführt, wie so oft in der Geschichte.

Heutzutage glauben wir, frei entscheiden zu können, fernab jeglicher Beeinflussung, doch tun wir das wirklich? Diese geistig indoktrinierten Barrieren sind es, die ich überwinden möchte, dieses seit Ewigkeiten bestehende, wie ein über uns schwebendes Konstrukt, das uns Menschen übergestülpt wird und uns zu den unfassbarsten Dingen verleitet. So viele spielen das perfide Spiel mit, separieren sich, lassen sich mental vergiften, hassen und verachten einander, lassen sich gegeneinander aufhetzen, bis ins Mark spalten und sogar in Kriege schicken. Werfen wir einen Blick auf unsere Gesprächskultur: Wir vertreten unsere oft unreflektierten Meinungen, Ansichten und Weltbilder mit rigider Vehemenz und stehen am Ende erneut vor einem geschichtlichen Scherbenhaufen. Die Profiteure dieser sich wiederholenden Ereignisse sind sich dessen wohl bewusst. Die Geschichte wiederholt sich somit immer und immer wieder. Warum lassen wir das zu? Warum reagieren wir meistens genauso, wie es von uns erwartet wird, ohne dass wir das überhaupt zu realisieren scheinen?

Plädoyer

Mein Plädoyer gilt der Empathie, der Aufrichtigkeit, der Sicht aus der Vogelperspektive, des wahrhaft gegenseitigen Zuhörens und des Verständnisses, so dass wir alle irgendwann gemeinsam diejenigen erkennen und vor ein gigantisches Scherbengericht stellen, die uns Menschen all das schon so lange antun. Wir sollten aufhören, auf ihrer Klaviatur zu spielen, uns die Unglaublichkeiten bewusst machen und realisieren, dass wir uns schon unser ganzes Leben lang auf ihrer Bühne befinden. Erst wenn wir uns das vor Augen führen, sind wir meines Erachtens in der Lage, neue Kraft zu schöpfen und wirklich etwas zu verändern.

Mein Anspruch

Ich möchte diese festgefahrenen Weltbilder überwinden. Ein Weg, den ich gehen möchte, ist der Weg der Kunst, da ich durch sie ausdrücken, was ich nicht in Worte fassen kann. Sie ist ein Sprachrohr, ein Ausweg, die Kanalisierung einer Empfindung. Aus diesem Grunde machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt Wittenbergs und hielt die Leere fest, verzweifelte Hoffnungen, vereinzelten Widerstand und die unabdingbare Konformität. Ich versuchte, der ausgestorbenen Innenstadt eine Bühne zu bieten, sie einzufangen und damit zum Ausdruck zu bringen, welches Ausmaß dieser „Kult“ bereits angenommen hat.

Uns allen muss bewusst werden, dass nur wir es sind, die das Rad der Geschichte erneut drehen können und diesen Phantasten entgegentreten müssen, mit allem, was wir haben. Die Kunst ist ein wichtiges Element in meinen Augen und ich wäre glücklich, wenn ich einen Teil zur positiven Entwicklung beisteuern kann.

~ Ulli

Fünfzehn Kilometer

Persönlicher Antrieb

Es ist Januar 2021 und niemand hätte sich um dieselbe Zeit, ein Jahr davor, auch nur ansatzweise vorstellen können, was aus der Welt zwölf Monate später werden würde. Wie will man dies auch in Worte fassen? Wie kann man angemessen darauf reagieren, ohne die Contenance zu verlieren und selbst in den Strudel der Angst hineingezogen zu werden, der permanent in die Köpfe der Menschen injiziert wird? Wie soll man fassen, dass so viele Menschen allein durch diese politischen Entscheidungen alles verlieren? Entscheidungen, die nur einseitig wissenschaftlich gerechtfertigt, proklamiert und verabschiedet werden? Müsste man nicht eigentlich beruhigend auf die Bevölkerung einwirken, wenn sich eine Katastrophe anbahnt und sie nicht noch befeuern? Sicher, es gab bereits schlimmere Zeiten, doch wenn ich mir schon vor Kurzem nicht im Entferntesten ausmalen konnte, was mich ein Jahr später erwarten würde, was kann dann alles in fünf oder zehn Jahren möglich sein? Sollte es mir vielleicht egal sein? Nein, das ist es nicht, das ist es ganz und gar nicht!

Ich kann nicht erklären weshalb, aber es quält mich, es ist ein undefinierbares Empfinden, was mich dazu bewegt, diesem Zustand der Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Neben dem Glück, viele Freunde zu haben, die die Dinge ähnlich sehen und nicht damit einverstanden sind, dass die Gräben stetig vertieft werden und dem Gefühl der Dankbarkeit für all die wundervolle Zeit des bisherigen Lebens, sowie des Wunsches, diesen Zustand auch für zukünftige Generationen zu erhalten, bewahre ich mir die Fotografie, da sie mir hilft, das Ganze besser verarbeiten zu können.

Erneuerung des Systems

Tatsächlich habe ich gar nichts gegen einen Neustart des Systems, ich verbinde sogar positive Gedanken mit solch einem Vorhaben. Wir könnten so vieles verbessern, erneuern, Schadhaftes abschaffen und uns als Spezies Mensch positiv weiterentwickeln. Wir könnten in Harmonie mit den Tieren und Menschen dieser Erde leben und die mittlerweile hoch entwickelte Technik positiv nutzen. Wer sollte etwas gegen einen umweltfreundlichen Umgang mit der Natur haben? Wer ist schon gegen Frieden und Harmonie? Es wäre wundervoll, wenn wir die Ungerechtigkeit, den Hunger und das Elend dieser Welt dadurch beseitigen und die negativen Eigenschaften des Menschen, wie Neid, Gier und Frustration minimieren könnten.

Doch ist das nur Wunschdenken aus meiner Sicht, denn es sind genau die gleichen Kreise, die sich anmaßen, diesen Neustart für uns durchzusetzen, die bereits seit Jahrhunderten die Welt ins Chaos stürzen, die Völker gegeneinander aufbringen und globale Verwerfungen wohlwissend herbeiführen, da sie detaillierte Kenntnis darüber haben, wie die Gesellschaften samt ihrer Psyche funktionieren. All diese Denkstrukturen sind auch kein Geheimnis, sie sind öffentlich zugänglich. Es reicht für den Anfang, ein paar Bücher einiger einflussreicher Personen zu lesen, beispielsweise die des Sicherheitsberaters Zbigniew Brzeziński mit seinem Werk „Die einzige Weltmacht“ oder Gustav le Bons „Psychologie der Massen“ sowie Edward Bernays „Propaganda“. Für dieses Klientel scheint die Welt ein Schachbrett zu sein und ich wehre mich dagegen, so zu agieren, wie sie es gerne hätten.

Divergenz der Weltbilder

Mir ist bewusst, dass viele Menschen die Dinge völlig anders sehen, das ist auch legitim. Nur sollte nicht jeder das Recht haben, seine individuelle Wahrheit frei zu äußern, ganz ohne Ausgrenzung oder Diffamierung? Es muss gewährleistet bleiben, dass wir ohne Angst über alles miteinander sprechen können! Ist das nicht das Wesen der Demokratie? Wo bewegen wir uns alle hin? Es macht mich fassungslos, dass eine gigantische Anzahl an Menschen die berechtigten Gefahren dieser Entwicklung völlig auszublenden scheint und nicht erkennen möchte, welch unheilvolles Potential in ihr schlummert. Sie verurteilen sogar diejenigen, die auf den offensichtlichen Wahnsinn hinweisen. Ja, ich kann mich auch irren, ich kann völlig falsch liegen, doch in dem Fall irre ich mich gern, ich möchte es sogar!

Schon immer beschäftigten mich die wirklich großen Fragen dieser Erde, mich interessierte stets die Welt aus der Vogelperspektive, daher bin ich sicher voreingenommen. Für mich gibt es so viele ungeklärte Fragen. Es ist eine schier unglaubliche Masse an Unaussprechlichem und Ungeklärtem, dass mir der Atem stockt, und dennoch bin ich gefangen in dieser Zeit, in diesem Augenblick. Es ist die kollektive Bewusstlosigkeit, gepaart mit einer immensen Gutgläubigkeit, die mich ohnmächtig zurück und dystopisch in die Zukunft blicken lässt. Wir alle haben nur das eine Leben und müssen das Beste daraus machen. Dies tue ich auf meine Art, der Fotografie. Sie ist für mich ein Ventil, um das Unverständnis zu verarbeiten und die Dinge in etwas Positives umzuwandeln.

Ein Silberstreif am Horizont

Fünfzehn Kilometer. Ganze fünfzehn Kilometer beträgt der Radius, in dem man sich noch frei bewegen kann. Wer legt solche Zahlen fest? Weshalb fünfzehn und nicht vierzehn oder nur einen? Was kommt als Nächstes? Lebensmittelmarken? Ausgang nur einmal pro Woche? Mittlerweile gibt es schon Internierungen für Quarantäneverweigerer. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Es ist schier alles möglich. Das, was ich noch vor einem Jahr für unmöglich hielt, ist ganz real und tatsächlich zur Option geworden. Um diesen Wahnsinn verarbeiten zu können, fasste ich den Entschluss, meinen Gefühlen Raum zu geben und beschloss, mir den äußersten Rand des verordneten Radius um meine Wohnung anzusehen und festzuhalten. Ich plante, genau fünfzehn Kilometer Luftlinie weit wegzufahren und aufzunehmen, was immer mir dort vor die Linse kommt. Ich bin froh, diese Idee realisiert zu haben, da sie mich an das Schöne in dieser Welt erinnerte.

Mein kleiner Trip, oft begleitet von faszinierender Tristesse, machte mir bewusst, dass es nicht viel braucht im Leben, um einen Augenblick des Glücks und der Hoffnung zu empfinden. Es waren die kleinen Dinge, die mir ein wohliges Gefühl übermittelten, eine verlassene Straße, mitten im Nirgendwo, ein goldener Sonnenstrahl, der hinter einem stolzen Ast hervortrat, einsame Baumreihen, die in der Ferne die karge Landschaft zierten oder der Moment mit einem liebenswerten Menschen. Es gab viele Augenblicke des Innehaltens und der Bewunderung. Ich möchte meine Empfindungen mit euch teilen, vielleicht gibt sie dem einen oder anderen ein kurzes Gefühl der Freude und der Hoffnung, das ist alles, was ich damit erreichen möchte.

~ Ulli

Retrospektive

Ein ereignisreiches Jahr

Auch diesmal möchte ich ein paar meiner Lieblingsaufnahmen verewigen und mit euch teilen. Ich brauche niemanden zu erzählen, dass es ein ganz besonderes Jahr war. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht und geht unterschiedlich damit um. Meine Position habe ich hinlänglich postuliert und ist in vergangenen Artikeln nachzulesen. Nur ein Wort, ich wünsche mir, dass wir in der Zukunft wieder näher zueinander finden.

Abstecher in die Lausitz

Gleich zu Beginn des Jahres entschloss ich mich, in die Lausitz zu fahren, einen Landstrich in Sachsen und im Süden Brandenburgs, der an den Grenzen unserer Nachbarländer Polen und Tschechien liegt. Da ich ein großes Pensum vor mir hatte, suchte ich mir diesmal eine Übernachtungsmöglichkeit, um möglichst viele Eindrücke einfangen zu können. Meinen ausführlichen Beitrag dazu findest du hier.

Die Poesie des Himmels

Im Frühjahr diesen Jahres gab es für einen kurzen Zeitraum keine Möglichkeit in die Ferne zu reisen, also suchte ich mir Naheliegendes. Ich entschied, mich ein paar Tage durch meine unmittelbare Umgebung inspirieren zu lassen und fokussierte mich auf die Natur. So entstanden einige Momente dieses Naturschauspiels, was ich in meinem zweiten Artikel dieses Jahr veröffentlichte. Hier findest du meine Impressionen davon.

Abstecher in die Börde

Im Juni besuchte ich endlich einmal die Börde, einen Landstrich in meinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt. Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, mich einmal näher dieser Gegend zu widmen. Ich entdeckte eine Fülle an wunderschönen Bauten und Schlössern, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie ganz in der Nähe meines Wohnortes zu finden sind. Wer Näheres sehen möchte, findet das hier in diesem Artikel.

Ein Junitag

Schließlich machte ich ein Versprechen wahr und besuchte Fahima samt ihrer Familie, um ein paar situative Aufnahmen zu machen. Sie fragte mich schon lange danach und im Juni hat es dann endlich geklappt. Am Ende sind ein paar wirklich schöne Aufnahmen entstanden, die ich schließlich auch in einem Fotobuch verewigte. Hinzu wurde mir die Ehre zu Teil, dass ich in der Photosphäre veröffentlicht wurde. Die Photosphäre ist ein relativ bekanntes Medium, in dem viele kleine Künstler eine Plattform finden. Umso schöner, dass ich gleich als erster in dem Empfehlungsartikel stehe. Eindrücke dieses schönen Tages findest du hier.

Hochzeitstag meiner Eltern

Ein ganz besonderer Tag stand im Juli diesen Jahres an und zwar der Hochzeitstag meiner Eltern. Bewegende Augenblicke, die ich versucht habe, würdevoll festzuhalten. Ich finde, dass es mir gelungen ist, jedenfalls fanden Sie auch Gefallen daran und das ist das Wichtigste. Den Artikel dazu findest du hier.

Zu Besuch in Salzburg

Ein Höhepunkt des Jahres war die Reise in unser wunderschönes Nachbarland Österreich. Als kleiner Bengel war ich schonmal dort, aber erinnern konnte ich mich nicht mehr daran. Mein Ziel sollte Salzburg sein, die Heimat Mozarts. Spektakuläre Eindrücke erwarteten mich dort. Meinen ausführlichen Artikel dazu findest du hier.

Besuch auf mehreren Kundgebungen

So wie viele Menschen, mache ich mir Sorgen über die Entwicklungen auf diesem Planeten. Die einschneidenden Ereignisse weltweit bewogen mich dazu, diese Veranstaltungen zu besuchen. Ich wollte auch etwas Gutes dazu beitragen, in dem ich die Demonstrationen fotografisch begleitete. Wer mehr darüber lesen möchte, dem kann ich meine drei Artikel empfehlen. Die Demonstration in Berlin, der Schweigemarsch und die Kundgebung in Leipzig. Mir wurde des Weiteren die Ehre zu Teil, diese drei Artikel auch im Nachrichtenportal Rubikon zu veröffentlichen.

Was wird sie bringen, die Zukunft?

Noch immer fotografiere ich leidenschaftlich gern, doch ist es mir im Moment leider nicht möglich, in der Hinsicht viel zu erleben. Deswegen nehme ich mir auch ab und an ein paar ältere Aufnahmen vor und bearbeite sie nach Lust und Laune. Vielleicht widme ich mich demnächst etwas mehr der Natur, fotografiere die Leere oder Menschen. Wer weiß, was mir begegnet oder was sich findet. Meine Kamera und ich freuen sich auf alles Spannende. Ich kann nicht einschätzen, was die Zukunft bringen wird, es bleibt uns allen nichts anderes übrig, als das Beste draus zu machen. Ich bleibe zuversichtlich und werde so lange ich kann, meine Vorstellungen visualisieren und mich über jeden Einzelnen freuen, der in einem meiner Bilder etwas sieht und für einen kurzen Moment inne hält. Die Fotografie ist etwas Bleibendes, sie kann auch Menschen in weiter Zukunft bewegen, bilde ich mir ein. Ein Bild kann mehr sagen, als tausend Worte und mehr berühren, als jedes Video. Deswegen liebe ich die Fotografie. Sie gibt mir einen echten Sinn im Leben. Ich bin dankbar, diese Leidenschaft für mich entdeckt zu haben und freue mich auf viele neue Motive in der Zukunft.

~ Ulli

Leipzig im Herbst

Demonstration in Leipzig

Erneut luden die Initiatoren der Querdenkenbewegung zu einem friedlichen Protest ein. Unter dem Titel „Freiheit durch Einheit – die zweite friedliche Revolution“, sollte am 7.11.2020 in Leipzig ein deutliches Zeichen gegen die Maßnahmen der Regierung gesetzt werden, die ich fotografisch begleitete. Ich schätze, dass es an die vierzigtausend Menschen waren, die dem Aufruf des friedlichen Protests folgten.

Die bekanntesten Sprecher waren der Kabarettist Uwe Steimle, Ex-Fußballnationalspieler Thomas Berthold und der Chefredakteur der Zeitschrift „Demokratischer Widerstand“ Anselm Lenz. Menschen jeglicher Couleur und allen Alters waren zugegen. Sie alle lauschten friedlich den Reden, bis die Stadt gegen 15 Uhr die Demonstration offiziell beendete, da der Mindestabstand nicht immer eingehalten und gegen die Mund-Nasenschutzverordnung verstoßen wurde, gegen die die Teilnehmer vorrangig protestieren.

Die Masse der Demonstranten entschied sich jedoch, durch die Stadt zu ziehen und trotz allem ein Zeichen zu setzen. Die Polizei setzte dem friedlichen Marsch erfreulicherweise nichts entgegen und ließ die Menschen ziehen. Es gab vereinzelte Ausschreitungen, von denen jedoch nicht mit Gewissheit gesagt werden kann, ob sie von den Teilnehmern oder Provokateuren ausgingen. Die Medien suggerierten im Nachhinein, dass es zu schlimmen Ausschreitungen kam, ohne dabei zu erwähnen, dass ein Großteil dieser Szenen in einem ganz anderen Stadtteil stattfanden und auch nicht von den Teilnehmern der Querdenkendemonstration ausgingen.

Die genauen Vorfälle kann ich aber nicht belegen. Ich persönlich habe nur friedliche Menschen gesehen. In meinen Bildern versuche ich die Stimmung widerzugeben, die vorherrschte. Unterstrichen habe ich es mit einem Bildstil, der an die achtziger Jahre erinnern soll.

Persönliche Gedanken

Immer öfter erhält man erstaunte Reaktionen und wird mit der Frage konfrontiert, weshalb man zu Demonstrationen dieser unverantwortlichen und unsolidarischen Menschen geht. Neulich wurde ich gefragt, wo denn meine Freiheit eingeschränkt worden sei. Ich antwortete recht ausführlich und versuchte die Komplexität dieses Themas dennoch kurz und knapp zu beschreiben.

Ich erwähnte unter Anderem, dass es merkwürdig sei, dass die WHO die Standards zur Ausrufung einer Pandemie vor Kurzem gesenkt hatte und folglich nun in der Lage sei, in der Zukunft jede Krankheit als Pandemie auszurufen. Ich empfahl eine arte Reportage, mit dem Titel „Profiteure der Angst“, in der vor Jahren schon die gleichen Protagonisten Panik verbreiteten und Experten wie Dr. Wodarg Beachtung geschenkt worden ist, was heute nicht mehr der Fall ist.

Des Weiteren verwies ich darauf, dass noch am Anfang des Jahres die Personen, die nun in jeder Hinsicht Panik verbreiten, selbst öffentlich postulierten, dass es keine Evidenz dafür gäbe, dass eine Maske gegen Viren helfen würde. Auch wurde erklärt, dass man nicht unermesslich testen solle, da es durch die Fehlertoleranz des Tests, zu erhöhten Falsch-Positiven Ergebnissen führen würde. Lange Zeit wurde auch nicht unterschieden, ob man an oder mit der Krankheit gestorben ist, bzw. welche Vorerkrankungen und welches Alter vorlag. Auch wurde explizit darauf hingewiesen, die Verstorbenen nicht zu obduzieren.

Eine Menge ungeklärter Fragen also, die nicht ausreichend in der Öffentlichkeit debattiert worden sind. Viele Menschen hätten sich eine wissenschaftliche Diskussion mit Befürwortern und Gegnern von Anfang an gewünscht, gerade in Hinsicht auf solch ein einschneidendes Ereignis. Hätte es sie gegeben, wäre mit Sicherheit kein Riss in der Art durch die Bevölkerungen gegangen. Dies ist auch der entscheidende Punkt. Denn ohne die wissenschaftliche Opposition auch nur anzuhören, wurde sie diskreditiert, zensiert, ausgeschlossen und eine Pandemie nationaler Tragweite ausgerufen.

Man fragt sich unweigerlich, wozu das Alles? Warum die weltweite Wirtschaft drosseln, die Menschen zum Tragen von Masken zwingen und sie dazu nötigen, die unterschiedlichsten und und zum Teil unverständlichsten Verordnungen umzusetzen, wenn all diese Fragen nicht ausführlich beantwortet wurden? Diese Diskrepanz ist es, die die Menschen auf die Straße treibt und den Unmut Vieler schürt. Für sie ist es ein schreiendes Unrecht, was auf dieser Welt geschieht, denn ihre Fragen werden nicht berücksichtigt, schlimmer noch, sie werden dafür gesellschaftlich geächtet.

Der große Wandel

Berücksichtigt man parallel dazu noch die Bestrebungen einiger einflussreicher Kreise, die sich dafür einsetzen, eine Art Neustart des weltweiten Systems voranzutreiben, kommt man schon ins Grübeln. Keine Frage, so wie wir in den letzten Jahrzehnten gelebt haben, wie die Natur und die Menschen ausgebeutet worden sind, kann es nicht weitergehen.

Doch was für Leute sind das, die einfach mit einem Fingerschnips entscheiden, wie dieser Wandel von statten gehen soll? Sind sie es nicht bisher gewesen, die die Welt ins Unglück stürzten, in dem sie die Bevölkerungen gegeneinander aufhetzten, mit ihrer Profitgier unermessliches Unheil anrichteten und die Welt genau dahin gebracht haben, wo sie jetzt ist? Wie können so viele Menschen nur glauben, dass genau diese Kreise uns nun wohlmeinend gegenüberstehen und uns retten wollen? Sollten diese Personen es tatsächlich gut meinen mit uns?

Ich habe da meine Zweifel. Also lasst uns aufhören über die Symptome zu sprechen und diskutieren wir über den offensichtlichen Kern des Ganzen. Es geht nicht um rechts oder links, schwarz oder weiß, Veganismus oder Fleischfresser, Mann oder Frau, alt oder jung, Religion oder Atheismus oder dick gegen dünn, es geht um alle Menschen dieses Planeten. Sie alle vereint eine einzige Sache und zwar, dass sie es nicht zulassen sollten, dass einige Wenige die Welt als ihren Spielball sehen und Gott spielen wollen.

Die Welt als Schachbrett

Aus diesen Gründen setze ich mich persönlich für eine offene Debatte ein und gehe auf Demonstrationen wie diese, um dieser Unglaublichkeit etwas entgegen zu setzen. Ich möchte nicht in dieser „schönen neuen Welt“ leben, in die wir nur noch als transhumanistische Zombies ohne freien Willen angesehen werden, in der alles vernetzt und transparent für Dritte ist, in der es keine unbeobachtete Transaktion mehr gibt und sämtliche Opposition final im Keim erstickt wird. Was soll das für ein Leben sein?

Ich kann verstehen, dass es viele Menschen gibt, die sich das nicht vorstellen können und einwerfen, dass ich das viel zu schwarz sehe, doch was, wenn nicht? Wann, wenn nicht jetzt gibt es die ideale Möglichkeit, all das, was den Globalisten im Weg steht, endlich über Bord zu werfen? Wann wenn nicht jetzt, kann man das Bargeld abschaffen, die Freiheiten global beschneiden und Techniken einführen, die wir uns noch nicht einmal vorstellen können? Die Welt ist ein Schachbrett für diese Menschen und wir nur ihre Figuren.

Hören wir auf, nach ihren Regeln zu spielen. Hören wir auf, uns weiter zu spalten und einander anzufeinden. Ignorieren wir diese Medien, die uns permanent in Angst und Schrecken halten. Hören wir den Lakaien dieser Konglomerate nicht mehr zu, sondern lasst uns als Spezies vereinen und gemeinsam nach oben sehen.

Meine Intension

Ich will nicht spalten. Im Gegenteil, ich versuche einen Teil dazu beizutragen, dass wir uns wieder zuhören, dass wir offen aussprechen, was uns bewegt und möchte dazu anregen, die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten. Auch mir gelingt das nicht immer, auch ich verliere das eine oder andere Mal die Contenance, was mir im Nachhinein oft leid tut. Alles was ich möchte, ist, dass wir Menschen im Frieden miteinander leben. Deswegen reiche ich jedem Andersdenkenden die Hand und hoffe, dass ich ein paar versöhnlichere Bilder liefern kann, als die meisten der Qualitätsmedien.

~ Ulli

Schweigemarsch

Stiller Protest

„Wir müssen reden“, lautete das Motto eines Schweigemarsches in Berlin am 10. Oktober 2020. Die Organisatoren luden dazu ein, um auf diesem Wege gegen die momentan herrschenden Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Natürlich ließ ich mich nicht lange bitten und notierte mir dieses Ereignis sofort in meinem Terminkalender. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, keinerlei Flaggen, Schilder oder Banner mitzuführen. Des Weiteren war das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes Voraussetzung für eine Teilnahme.

Mein persönlicher Ansatz

Früh morgens machte ich mich zusammen mit einem Mitstreiter auf den Weg in die Hauptstadt. Der Marsch sollte 11.59 Uhr auf dem Kurfürstendamm starten und an der Siegessäule enden. Da ich durch mein Aussehen bewusst überspitzen wollte, entschied ich mich schon Tage zuvor, mich elitär zu kleiden. Schwarz von oben bis unten, Stiefel, Sonnenbrille, Handschuhe und Mundschutz, sollten darauf hinweisen, wie die Zukunft aussehen könnte, wenn wir eine Zeit erreichen sollten, in der es zu immer mehr Zwängen und Kontrollen kommt. In einigen Ländern dieser Erde ist es bereits Realität, dass Menschen durch ihre Regierungen belehrt, sanktioniert oder abgeführt werden, wenn sie die bestehenden Coronaregeln anzweifeln oder nicht befolgen. Um dies zu verhindern und ein Zeichen zu setzen, hielt ich es für unabdingbar, vor Ort zu sein und dieses Ereignis erneut festzuhalten, wie bereits am 29. August 2020

Der Marsch beginnt

Wir kamen mit dem Auto sehr gut durch und fanden auch direkt einen Parkplatz. Wir schätzten, dass wir vielleicht zwei- bis dreitausend Menschen vorfinden würden, denn extrem viel Werbung für den Schweigemarsch hatte ich vorher nicht wahrgenommen. Wir erreichten den Kurfürstendamm gegen 11.45 Uhr und reihten uns in die Menge ein. Sofort kam ich ins Gespräch und tauschte mich über Themen aus, die alle Teilnehmer gleichermaßen bewegen. Ein angenehmes Gefühl, sich verstanden und aufgehoben zu fühlen. Aus allen Teilen Deutschlands waren die Menschen angereist. Ich zückte das erste Mal meine Kamera und hielt ein paar Augenblicke fest. Wir standen zu viert in einer Reihe, denn der Abstand war eine Vorgabe, die zwingend eingehalten werden musste, um keine Auflösung des Marsches zu riskieren. Mir fielen wirklich kreative Mundschutzvarianten auf, einige davon versuchte ich mit der Kamera zu verewigen. Wie beeindruckend wäre es, dachte ich mir, wenn sie jetzt alle so gekleidet wären wie ich und dadurch eine bedrohliche Atmosphäre entstünde. Ich stellte mir vor, wie imposant es doch wäre, wenn am Ende des Marsches eine riesige Bühne stünde, auf der niemand spräche, sondern nur eine düstere Melodie zu hören und unter Nebelschwaden begleitet, ein riesiges Banner mit einer Maske zu erkennen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies eine immense Wirkung erzielen würde.

Der Weg zur Siegessäule

Mit etwas Verzögerung setzten sich die Menschen in Bewegung. Ordner wiesen die Teilnehmer immer wieder darauf hin, sich an die Abstandsregeln zu halten und liefen stets beobachtend nebenher. Ich scherte des Öfteren aus, um die Menge aus verschiedenen Blickwinkeln festzuhalten. Es schien alles glatt zu laufen, soweit ich es mitbekam. Ich erkannte einige Persönlichkeiten während des Marsches, unter Anderem die Rechtsanwälte Markus Haintz und Ralf Ludwig. Immer wieder hielten vorbeilaufende Passanten an und suchten das Gespräch, mal friedlich, mal lautstark protestierend. Auch ich wurde zweimal in ein Gespräch verwickelt, das durchaus fruchtbar verlief. Andere wiederum blieben stehen und ließen den Marsch auf sich wirken. Genau das sollte auch das Ziel sein, dass Passanten zum Nachdenken angeregt werden.

Am Ziel angekommen

Wir liefen ungefähr zwei Stunden, bis wir die Siegessäule erreichten. Erst hier konnte ich mir ein Bild davon machen, wie viele Menschen teilgenommen hatten. Ich kann es sehr schlecht schätzen, doch denke ich schon, dass die angemeldete Teilnehmeranzahl von 20.000 Menschen erreicht wurde. Wir blieben noch einige Zeit vor Ort, bis die Veranstaltung aufgelöst wurde und wir zurück zum Auto liefen. Es war ein wichtiger Tag für uns beide und sicher ebenfalls für alle anderen Teilnehmer. Auch ich bin der Ansicht, dass wir alle miteinander reden müssen, wenn sich die Fronten nicht weiter verhärten sollen. Wer weiß, was am Ende aus all dem folgt. Vielleicht sehen wir die Zukunft auch zu dystopisch, doch halte ich es für essenziell, sich auch über die möglichen Verwerfungen dieser globalen Situation auszutauschen. Meine Haltung zu diesem Thema beruht aus Ereignissen der Vergangenheit, in der des Öfteren bewiesen wurde, dass die Regierungen dieser Welt die Bevölkerungen getäuscht haben. Ich möchte gern glauben, dass es diesmal anders ist, doch sprechen aus meiner Sicht die Tatsachen eine deutliche Sprache. Also lasst uns reden und zusammen eine Lösung finden. Versuchen wir, dem Gegenüber zuzuhören und nicht sofort das Gespräch abzuwürgen, nur weil der Gesprächspartner die aktuelle Situation anders sieht. Nur muss man für diesen Austausch offen sein, das ist alles. Letztlich sitzen wir alle auf diesem Globus im selben Boot und wir sollten uns vor Augen halten, wer es steuert.

~ Ulli

Ein Tag an der Spree

Einladung

Neulich fragte mich mein Kumpel Christian, ob ich denn nicht Lust hätte, mit ihm und seiner frischen Liebe Varvara (aus dem Herzen Russlands) nach Berlin zu fahren um einige ihrer Freunde zu treffen, die über die halbe Bundesrepublik verstreut sind. Vor ein paar Jahren haben sie sich beim Sprachunterricht kennengelernt und halten seit dem den Kontakt miteinander. Warum nicht, dachte ich mir und entschied mit der Kamera im Gepäck, den Trip mitzumachen. Wir starteten am späten Morgen und fuhren in Richtung Hauptstadt. Ich packte nur meinen Allrounder ein, mein 24-70 mm Objektiv. Ich ließ mich auch dieses Mal überraschen und ließ alles auf mich zukommen. Ich schoss ein paar Bilder während der Fahrt und genoss den lauen Sommertag.

Ankommen in Berlin

Nach etwas über einer Stunde erreichten wir unser Ziel im Herzen Berlins und gingen in unser Hotel. Nach und nach trafen die Freunde Varvaras ein. Die Freude war groß und man unterhielt sich erst einmal auf russisch, von dem ich natürlich kein Wort verstand, aber Emotionen benötigen keinen Dolmetscher. Die Freude über das Wiedersehen konnten Christian und ich klar sehen. Nun stand die Frage im Raum, was tun? Wir wollten ins Museum gehen, aber leider war es geschlossen, also einigten wir uns auf eine Schiffsfahrt auf der Spree. Gesagt getan, liefen wir los. Unterwegs schoss ich unentwegt Bilder und versuchte die Augenblicke festzuhalten. In meinem Kopf stellte ich mir bereits vor, wie ich sie bearbeiten werde. Während ich die Momente festhielt und sie mich gar nicht bemerkten, fühlte ich, wie sehr ich das liebe, was ich tue. Die Fotografie gibt mir einen echten Sinn im Leben. Sie macht es wertvoll, denn ich erschaffe etwas, was es so nie wieder geben wird und eventuell auch die Nachwelt für einen kurzen Moment zum Inne halten bewegen kann. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich die Klänge von Oleg Byonic mit dem Lied „The Sting“, die meine Empfindungen noch unterstreicht. Schön, etwas zu tun, was man mit Leidenschaft macht.

Auf der Spree

Angekommen an der Spree, die Unkosten bezahlt, setzten wir uns in das Schiff und genossen die Brisen, die uns während der Fahrt entgegen kamen. Am majestätisch empor ragenden Berliner Dom startete unser einstündiger Trip. Vorbei am Bode Museum, dem Bundestag, dem Haus der Kulturen, endete die Hinfahrt schließlich in der Nähe der Siegessäule. Ich bedauerte, dass ich nicht mein Weitwinkelobjektiv mitnahm, denn das hätte ich jetzt wirklich gebrauchen können. Dennoch versuchte ich etwas rauszuholen.