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Ein historischer Tag

Motivation

Dieses Mal zog es mich in unsere Hauptstadt Berlin. Es war mir ein wichtiges Anliegen, an diesem Tag persönlich vor Ort zu sein, um mir ein eigenes Bild der Menschen zu machen, die sich gegen die derzeitigen Maßnahmen der Politik aussprechen. Auch ich stehe der ganzen Entwicklung äußerst skeptisch gegenüber und war deswegen zusätzlich motiviert, diese Augenblicke für die Ewigkeit festzuhalten. Ich wollte Zeitzeuge sein und vielleicht würden am Ende sogar ein paar brauchbare Aufnahmen entstehen.

Auf nach Berlin

Am späten Morgen ging es los. Mein Kumpel Michael holte mich ab und wir düsten mit rasender Geschwindigkeit gen Norden, ohne zu wissen, was genau uns erwarten würde. Gegen halb zwölf erreichten wir unser Ziel und fanden sogar relativ nahe der Siegessäule einen Parkplatz, was sicher nicht selbstverständlich war. Das Parkticket bezahlt, stiefelten wir der Siegessäule entgegen, an der wir einen ersten Eindruck erhielten. Wir dachten uns, naja, die Veranstaltung fängt ja noch nicht an, es dauert wohl noch etwas, bis sich etwas tut. Doch dann blickten wir nach rechts zur Straße des 17. Juni und stellten fest, dass dort wohl mehr los sein müsste. Wir liefen um die Siegessäule herum und fanden uns direkt in einer Menschenmenge wieder, die unendlich in die Ferne ragte. Überrascht, von dieser riesigen Anzahl an Zweibeinern, zückte ich das erste Mal meine Kamera und versuchte das Ganze einzufangen. Wir gingen geradewegs dem Brandenburger Tor entgegen.

Erste Eindrücke

Es war schlichtweg atemberaubend. Es waren so viele Menschen dort, dass ich mich vor Eindrücken kaum retten konnte. Ich entschloss mich dazu, die Leute einfach anzuhalten und nachzufragen, ob ich denn ein Bild von Ihnen machen könne. „Ich bin nur Hobbyfotograf und möchte die Menschen darstellen, die ich hier so treffe.“, sagte ich oft. Sie alle waren offen dafür und posierten bereitwillig für einen kurzen Augenblick vor meiner Linse.

Ankunft am Brandenburger Tor

Schließlich erreichten wir das Brandenburger Tor und gingen fest davon aus, wir hätten das Ende des Ganzen so langsam erreicht, doch weit gefehlt. Als wir es passierten, kam uns erneut eine riesige Menge Menschen entgegen. Ich hob meine Kamera empor und hoffte, dass ich es schaffen würde, die Dimension dessen einzufangen. Wir liefen entspannt bis zur Friedrichstraße, die einige Hundert Meter vom Pariser Platz entfernt ist. Hier nahmen wir nun definitiv an, dass dies das Ende der Fahnenstange sei, doch wir irrten uns schon wieder. Als wir in die Friedrichstraße abbogen, erblickten wir erneut eine schier unendliche Anzahl an Menschen. Sie trommelten, tanzten, schwangen Fahnen und hielten Plakate in die Höhe. Es waren Menschen unterschiedlichster Couleur. Ein beeindruckendes Bild.

Friedrichstraße

Wir liefen fast die gesamte Strecke ab. Wir dachten, dass zumindest an der Brücke über der Spree endgültig Schluss sei, aber noch immer sahen wir unendlich viele Menschen in der Ferne. Spätestens hier war uns klar, dass wir im sechs- oder siebenstelligen Bereich sein müssen, was die Anzahl der Leute angeht.

Der Weg zurück zur Siegessäule

Noch sichtlich beeindruckt von diesen Bildern, entschieden wir, wieder zurück zu laufen, um zur Hauptveranstaltung an der Siegessäule, die gegen 15.30 Uhr beginnen sollte, rechtzeitig da zu sein. Erneut realisierten wir die Dimensionen, was hier eigentlich los war. Des Öfteren hielt ich an, hörte hier mal zu und fing da mal einen Augenblick ein. Die positive Stimmung packte einen unweigerlich. Es verging Einiges an Zeit, bis wir wieder in der Nähe unseres Ausgangspunkts waren. Ordnungsteams des Veranstalters lotsten die Mengen in den Tiergarten, um die Verordnungen einhalten zu können und keine vorzeitige Auflösung zu riskieren. Alles war perfekt organisiert, selbst die Akustik war nirgends beeinträchtigt. Michael und ich setzten uns in die Natur und lauschten den Rednern auf der Hauptbühne. Allen voran sprach Robert F. Kennedy, der Neffe des berühmten John F. Kennedy, der die Menge zum Jubeln brachte. Beeindruckende Momente, die den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Es gab noch viele weitere Redner, doch entschlossen wir uns, gegen 18 Uhr wieder gen Heimat zu fahren. Ich hatte genug im Kasten und die Eindrücke waren so gewaltig, dass es für ein ganzes Buch reichen würde.

Fazit

Mir persönlich gab der Tag sehr viel Hoffnung. Menschen, die in normalen Zeiten wohl nie ein Bier miteinander trinken würden, schienen ihre Bedenken für ein größeres Ziel beiseite zu schieben. Es schien für einen Augenblick, als sei die Ära der gesellschaftlichen Spaltung vorbei. Anselm Lenz, einer der Ersten, die sich öffentlich entgegenstellten, formulierte es ziemlich treffend mit den Worten: „Wir können uns gern wieder demokratisch streiten, aber momentan haben wir alle das selbe Ziel.“ Der Initiator der „Querdenken“ Bewegung, Michael Ballweg, möchte genau das, einen Diskurs mit allen Menschen, denn nur so funktioniert eine demokratische Gesellschaft. Hier müssen auch Menschen angehört werden, deren Sicht auf die Welt man nicht teilt. Die oberste Priorität dieser Bewegung ist auch gar nicht Corona an sich, sondern das Fehlen einer öffentlich wissenschaftlichen Debatte ohne tendenziöse Beeinflussung in die eine oder andere Richtung. Es gibt zu diesem Thema mindestens zwei wissenschaftliche Ansichten und es ist nicht demokratisch, wenn man nur der einen Seite vertraut und gesellschaftlich einschneidende Verordnungen verabschiedet, ohne der anderen zugehört zu haben. Die Folgen, Bedenken und möglichen Zukunftsvisionen dieser ganzen Entwicklung sind durchaus ernst zu nehmen und öffentlich zu diskutieren, denn sie betreffen uns alle auf dieser Welt. Ich wünsche mir mehr Empathie und Verständnis für die Menschen, die sich aus freien Stücken in solch eine Situation begeben, wohl wissend, dass viele Menschen sie nicht verstehen können. Ich kann sie verstehen und hoffe, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, diesen wunderbaren Tag gelebter Demokratie in Ehren zu halten.

~ Ulli

Salzburger Land

Urlaubsplanung

Endlich Urlaub! Mein nächstes Reiseziel sollte Österreich sein. Bisher bin ich nur einmal kurz durchgefahren, als ich meinen Kumpel Danny in der Schweiz besuchte und als ich einen Roadtrip durch Frankreich und Italien vor Jahren machte. Ursprünglich hatte ich mir mal Wien vorgenommen und wollte einen Kollegen besuchen, der ebenfalls leidenschaftlicher Fotograf ist, doch am Ende ist es einfach Salzburg geworden. Woran es jetzt genau lag, kann ich gar nicht mit Gewissheit sagen, wahrscheinlich war es einfach näher dran an Wittenberg. Ich setzte es mir jedenfalls in den Kopf und zog es dann einfach durch. Über „Airbnb“ suchte ich mir eine Bleibe für den Trip nach Salzburg. Ich fand eine tolle Villa mit der famosen Gastgeberin Barbara.

Die Reise beginnt

Früh morgens klappte die Wagentür und ich startete meinen Trip in die knapp 700 Kilometer entfernte Mozartstadt Salzburg. Mit einer riesigen Playlist ausgestattet, verging die Fahrt wie im Flug. Mein Trip führte mich quer durch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Da ich sonntags fuhr, gab es keinerlei Stopps oder Staus, die mich an einer raschen Anreise hätten hindern können.

Endlich da

Nach ca. sieben Stunden erreichte ich mein langersehntes Ziel. Sofort zog mich Salzburg in seinen Bann. Ich erblickte phänomenale Architektur, die mein Herz augenblicklich höher schlagen ließ. Ich wusste, dies wird ein Eldorado für mich und meine Kamera. Schon bevor ich mein Domizil ansteuerte, hielt ich an, um erste Impressionen festzuhalten. Wie häufig ich den Warnblinker betätigte, kann ich gar nicht mehr sagen, es war jedenfalls ziemlich oft. Nach diesen ersten Eindrücken fuhr ich dann in meine Pension zu Barbara. Sie selbst war nicht zugegen, aber mich empfing ihr Sohn, der ebenfalls leidenschaftlicher Fan der Fotografie ist. Nach kurzer Einweisung und Beschlagnahmung meines Zimmers, erhielt ich ein paar Tipps, wohin ich gehen könne. Die Villa liegt nur drei Kilometer von der Altstadt Salzburgs entfernt und einen Parkplatz zu finden, soll sich als relativ schwierig erweisen, also befolgte ich den Ratschlag von Barbaras Sohn und ging zu Fuß in die Innenstadt.

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Mein Domizil

Salzburg

Die Vorfreude war so groß, dass ich zwischenzeitlich sogar die unaufhaltsam scheinende Sonne unbeachtet ließ, die mich auf meinen Reisen durch das Salzburger Land unglücklicherweise permanent begleiten sollte. Endlich erreichte ich den sagenumwobenen Kern dieser bezaubernden Stadt. Ich hielt an jeder Ecke an und schoss Aufnahmen, was das Zeug hält. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und vergaß die Zeit vollkommen. Aus sämtlichen Blickwinkeln nahm ich auf, was ich konnte. Es vergingen Stunden. Inmitten dieser famosen Architektur ragte die majestätisch über allen stehende Festung Hohensalzburg empor und zog meine Aufmerksamkeit unentwegt auf sich. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, dort einmal selbst zu stehen. Ich kaufte mir ein Seilbahnticket und war in wenigen Augenblicken oben angelangt. Diese Aussicht von dort oben ist einmalig. Auf der hinteren Seite hat man einen Blick in unendliche Weiten, die sich kaum beschreiben lassen. Das Titelbild dieses Artikels zeigt, was ich meine. Noch völlig fasziniert von diesem Ausblick, den man offensichtlich nicht mehr toppen kann, erreichte ich die andere Seite der Festung. Welch bezauberndes Panorama mich jedoch dann auf die Innenstadt Salzburgs erwarten sollte, konnte ich nicht ahnen. Man sah die Stadt in Gänze und in all ihrer Pracht. Wieviele Fotos ich allein hier machte, kann man sich denken.

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Ausklang

Ich verbrachte eine gefühlte Ewigkeit auf der Festung und genoss diese unbeschreibliche Weite. Für einen Arbeitskollegen kaufte ich noch eine Münze, die er sich wünschte und fuhr wieder hinunter. Noch völlig beeindruckt von den Eindrücken, suchte ich mir ein Restaurant, in dem ich ein echtes Wiener Schnitzel bestellte. Ich entschied mich für das „Sarastro“.  Eine vortreffliche Wahl. Vom freundlichen Kellner, dessen Ursprung in Uruguay liegt, wurde mir ein wundervolles Mahl präsentiert. Hier wurde ich das erste Mal mit der österreichischen Küche konfrontiert, denn hier isst man das Schnitzel mit Preiselbeeren. Seit dem dies meinen Gaumen vorgesetzt worden ist, will er nichts Anderes mehr. Es ist unbeschreiblich lecker. Dazu gab es ein köstliches einheimisches „Gösser“, welches meinen Abend perfekt abrundete.

Hallstatt

Mein nächstes Reiseziel im schönen Salzburger Land, sollte Hallstatt sein, ein märchenhafter Ort, so sagt man, der südöstlich von Salzburg liegt. Hallstatt ist eine Marktgemeinde mit fast 800 Einwohnern im Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich und liegt am Hallstätter See. Zusammen mit dem Dachstein und dem Inneren Salzkammergut gehört es zur UNESCO-Welterbestätte. Am Abend vorher traf ich nämlich noch Husein Omeradzic, einen Bosnier, der schon viele Jahre in Österreich als Unternehmer tätig war und mir allerlei Reisetipps für die Gegend gab. Relativ zeitig setzte ich mich ins Auto und fuhr los. Während der Fahrt fiel mir das erste Mal auf, dass es in Österreich gefühlt in jedem noch so kleinen Ort irgendwo eine Lagerhalle gibt oder ein Unternehmen zu stehen scheint. Überall wird gearbeitet. Menschenleere und verlassene Orte, wie ich sie oft hier in Deutschland erlebe, scheint es hier nicht zu geben. Der Verkehr läuft auch flüssiger, denn man kann permanent 80 km/h fahren, selbst in den Gegenden, in denen ich dachte, ich befinde mich bereits in einer Ortschaft. Einzig die Fußgängerüberwege sind etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie blinken die ganze Zeit. Schließlich erreichte ich Hallstatt. Ein traumhafter Ort. Nicht ohne Grund haben die Chinesen den ganzen Ort kopiert und nachgebaut. Ich flanierte entspannt durch dieses beliebte Urlaubsziel und genoss den Ausblick. Man könnte annehmen, man sei in Indonesien, wenn man die Felsformationen über den See sieht. Es ist wirklich wunderschön hier.

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Idylle in Hallstatt

Zell am See

Noch am selben Tag entschied ich mich, an den nächsten bekannten Ort zu fahren, nämlich Zell am See. Dieses Fleckchen Erde liegt ungefähr zwei Stunden von Hallstatt entfernt. Auch hier entdeckte ich ein bezauberndes Städtchen mit atemberaubenden Ausblick. Wohnen, wo Andere Urlaub machen, dachte ich mir und drückte unentwegt auf den Auslöser. Ich verweilte ungefähr drei Stunden, bevor ich den Heimweg antrat. Ich entschloss mich diesmal einen kleinen Abstecher über den südlichsten Zipfel Bayerns zu nehmen. Als ich in Bad Reichenhall ankam überkam mich jedoch die Müdigkeit, denn mittlerweile war ich zwölf Stunden unterwegs. Ich sah nur noch mein Bett vor Augen. Ohne Aufnahmen fuhr ich geradewegs heim um dann sofort für ein paar Stunden zu schlafen. Es war erst gegen 17 Uhr, also stellte ich meinen Wecker, um dann wenigstens noch ein wenig Abendstimmung von Salzburg einzufangen. Gegen 21 Uhr fuhr ich erneut in die Stadt und machte noch ein paar Aufnahmen in der Abendsonne um abschließend in ein Restaurant nahe meines Domizils noch etwas Essen zu gehen. Ich bin wirklich sehr froh darüber, dort eingekehrt zu sein, denn es war das wundervollste Ambiente, was man sich vorstellen kann. Eine herrliche Bierstube mit hervorragendem Essen und einer Bedienung, die seinesgleichen sucht. Noch nie wurde ich so herzlich bewirtet wie hier. Wirklich jeder der Damen und Herren, die einen bedienten, waren ausnahmslos freundlich und zuvorkommend. Kellnerin Natasha ist eine Frohnatur und mit Leib und Seele dabei. Wenn ihr in Salzburg seid, kommt auf jeden Fall vorbei bei Bierheuriger.

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Salzburg am Abend

Auf Wiedersehen Österreich

Der Artikel ist diesmal wirklich sehr lang geworden. Um alle Details zu erwähnen, müsste ich noch unendlich ausholen. Ich fuhr noch an den Attersee, den Mondsee, nach Fuschl am See, nach Gmunden, nach Werfen mit einem sagenumwobenen Schloss und sogar noch an den Obersalzberg sowie Berchtesgarden. Soviele Eindrücke in so kurzer Zeit sind gar nicht zu vermitteln, ohne dass man die Lust am Lesen verliert. Es war jedenfalls unbeschreiblich schön und ich bin überglücklich darüber, dieses tolle Land mit all diesen freundlichen Menschen kennengelernt zu haben. Ich kann jedem nur ans Herz legen, einmal im Leben einen Abstecher hierher zu machen. Vielen Dank liebes Österreich!

~ Ulli

Meine Eltern

Ein besonderer Tag

Juli 2020, mein Vater schrieb mir, ob ich an seinem vierzigsten Hochzeitstag ein paar Bilder schießen könne von ihm und meiner Mutter. Völlig überrascht und nichtsahnend, dass es gerade so ein besonderer Tag ist, willigte ich natürlich sofort ein. Ich packte meine Kamera ein und stieg ins Auto. Meine Eltern wohnen nur ein paar Kilometer von mir entfernt. Während ich auf dem Weg zu ihnen war, dachte ich an Vieles. Ich sah meine Kindheit vor Augen, all die wundervolle Zeit und die guten Ratschläge, die sie mir für das Leben gaben, die Liebe, die sie mir stetig entgegenbrachten und wie sie in jeder Situation hinter mir standen. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit und wie sie immer nur das Beste für mich wollten und das auch in die Tat umsetzten. Trotzdem ich ein Einzelkind bin, haben Sie mich immer zur Offenheit, zur Hilfsbereitschaft und zur Freundlichkeit erzogen. Es begleitete mich ein Hauch Sentimentalität und musste auch zugeben, dass ich nicht immer der beste Sohn für sie gewesen sein muss, denn Flausen hatte auch ich damals im Kopf. Aber dieses Schicksal teile ich ganz sicher mit allen Kindern dieser Welt. Ich war jedenfalls immer sehr dankbar für solch liebevolle Eltern.

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Ankommen

Noch in Gedanken versunken, erreichte ich mein altes Zuhause, mit dem ich soviel Schönes verband. Die Tür zugeklappt, den Rucksack in der Hand, wurde ich wie immer herzlich empfangen. Selbstverständlich wurde mir alles Mögliche angeboten, Saft, Bier, Sekt und Nahrung in jeglicher Form. Ich war noch nicht hungrig und entschied mich für ein kühles tschechisches Bier, mit dem ich auf der Veranda mit meinem Vater Rainer und meiner Mutter Andrea anstieß auf ihren besonderen Tag. Ganze vierzig Jahre verheiratet, Mensch, dachte ich mir, das ist eine verdammt lange Zeit. Wundervoll, dass sie bis heute ein tolles Team sind, für mich das Beste überhaupt. Meine Mutter ist seit einigen Jahren gesundheitlich schwer eingeschränkt und dennoch macht sie immer das Beste daraus und gibt sich niemals auf. Diese Kraft die sie aufbringt und diese liebevolle Selbstlosigkeit, die sie wirklich Jedem erweist, ist für mich einmalig. Ich bewundere Sie sehr dafür und wünsche mir, dass Sie noch viele viele Jahre diese Energie in sich trägt. Mein Vater ist immer an ihrer Seite gewesen, selbst in schwersten Zeiten, kämpfte er wie ein Löwe gegen alle Widrigkeiten an, die ihnen entgegengestellt wurden. Bis heute spürt man die tiefe Zuneigung füreinander. Was gibt es Schöneres? Eine Ehre für mich, die Beiden in so einem Moment festhalten zu dürfen.

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Momentaufnahmen

Wir gingen in ihren wundervollen grünbewachsenen Garten und versuchten ein paar Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Eine ziemliche Bürde, die ich mit mir rumtrug, denn gestellte Bilder sind ja nun nicht unbedingt mein Ding, aber ich versuchte den Spagat zwischen gestellten Aufnahmen und situativen Momenten. Ab und zu dirigierte ich sie mal an diese und an jene Stelle, in der Hoffnung, zum Schluss würden ein paar gute Eindrücke entstehen. Insgesamt drückte ich 320 Mal den Auslöser. Am Ende hat es sich gelohnt. Ich bin sehr glücklich, meine Eltern an ihrem Ehrentag festgehalten zu haben.

~ Ulli

Ein Junitag

Momentaufnahmen

Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich nicht einmal Zeit hätte, ein paar Momentaufnahmen ihrer Kinder zu machen, denn Sie findet Gefallen an der Art, wie ich Situationen festhalte. Klar, sagte ich, lass mich einfach vorbeikommen und sehen, was dabei entsteht. Ich plane nie etwas wenn es mit der Fotografie zu tun hat. Ich versuche den Augenblick einzufangen und weiß selbst nicht, ob am Ende etwas Besonderes dabei herauskommt.

Auftakt

Samstag Vormittag stieg ich ins Auto und fuhr los. Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien und das Thermometer zeigte unbarmherzige 32 Grad an. Als ich ankam, wurde ich sehr herzlich begrüßt. Fahima und ihre beiden Kinder empfingen mich in ihrem wunderschönen Domizil. Ihr Mann war leider nicht zugegen, denn er war geschäftlich unterwegs, doch hofften wir alle gemeinsam, dass er sich über die Aufnahmen freut, wenn er sie demnächst zu Gesicht bekommen wird. Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn es ist doch eine gewisse Herausforderung diese Art Bilder, wie ich sie mir grob vorstellte, entstehen zu lassen.

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Reportagestil

Nach einigem Smalltalk zückte ich mein Werkzeug und machte die Kleinen erst einmal damit vertraut. Fahima sagte mir, dass die Beiden der Kamera immer etwas schüchtern entgegentreten, also dachte ich mir, zeig sie ihnen erst einmal, vielleicht nimmt ihnen das etwas die Angst. Wir erzählten, die Kinder wuselten um ihre liebende Mutter und ich drückte immer mal wieder auf den Auslöser. Der Anfang spielte sich hauptsächlich in der Küche ab, denn Fahima bereitete ein köstliches Mahl vor. Den Kleinsten im Arm, versuchte ich währenddessen aus den unterschiedlichsten Perspektiven die Augenblicke festzuhalten. Oft kniete ich auf dem Boden, um den Beiden auf Augenhöhe zu begegnen. Das ist übrigens einer der besten Tipps, den ich geben kann, bei Aufnahmen mit kleineren Wesen, wie Kindern oder Tieren, immer auf Augenhöhe gehen, denn das bringt sie am Allerbesten zur Geltung. Relativ schnell entschied ich meine erste Idee zu realisieren und das Ganze in einer Art Reportage zu präsentieren, also alle Personen ohne gestellte Posen aufnehmen, ganz so, wie sie sich in dem jeweiligen Moment eben geben. Natürlich wurde auch das ein oder andere Bild arrangiert, aber es sollte nicht so rüberkommen. Wichtig war mir, dass es interessante Aufnahmen werden, solche, die auch Menschen berühren können, die keinen Bezug zu Fahima und Ihren Kleinen haben.

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Im Freien

Zwischenzeitlich spazierten wir im Garten entlang und hielten hier und da an, um ein paar Bilder zu machen. Es war mittags, eine Zeit, die für die Fotografie äußerst ungeeignet ist, denn die harten Schatten, bedingt durch die pralle Sonneneinstrahlung, wirken sehr oft negativ auf das Endergebnis. Ich versuchte also so oft es geht, mit dem Rücken zur Sonne zu stehen, damit ein einigermaßen brauchbares Ergebnis herauskommt. In meinem Kopf schwirrte schon der Bearbeitungsstil herum: eine Art amerikanischer Stil, der sehr oft gekörnt und eben nicht auf Perfektion ausgerichtet ist. Er unterstreicht meines Erachtens die Situation perfekt. Es gibt Aufnahmen, die technisch gesehen, nicht die Besten sind, doch ist das gar nicht nötig, denn ein Rauschen im Bild kann sich sogar vorteilhaft auf die Stimmung auswirken.

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Die Bilder waren im Kasten

Es vergingen einige Stunden. Man vergisst die Zeit regelrecht bei so einem Vorhaben. Doch ich spürte, dass ein Teil der Aufnahmen etwas werden könnten. Ich drückte Sage und Schreibe 518 mal auf den Auslöser. Natürlich ist am Ende nur ein klitzekleiner Teil für eine Bildpräsentation geeignet gewesen, doch ich war letztendlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

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Dann ging es wieder nach Hause

Ich hatte das Gefühl, dass alle recht glücklich waren mit meinem Besuch. Es war ein rundum gelungener Tag. Nach der köstlichen Bewirtung und einigen letzten Aufnahmen, schlug ich wieder den Heimweg an und startete noch am selben Abend mit der Bearbeitung dieser Masse an Bildern. Einen Teil davon darf ich hier präsentieren. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und vielleicht bewegen sie den Einen oder Anderen da draußen ja auch.

~ Ulli

 

 

Die Börde

Routenplanung

Ein neues Wochenende, ein neues Ziel. Ich plante, in der Gegend nördlich der Landeshauptstadt Magdeburg meine Kamera mit spannenden Motiven zu füttern. Diesmal sollte es die Börde sein. Schon lange liebäugelte ich mit dieser Region, da sie für mich bisher ein weißer Fleck war. Bevor ich meine genaue Route plante, musste ich erst einmal den Namen recherchieren. Börde, was bedeutet das? Es handelt sich um einen Landstrich, der für seinen äußerst fruchtbaren Boden bekannt ist. Zuckerrüben und Kartoffeln fanden schon seit frühester Zeit nährstoffreichen Grund und Boden. Der Name Börde scheint sich deshalb im Entferntesten auf „Gebähren“ zu beziehen, also ein äußerst ertragreiches Gebiet, was für die Landwirtschaft optimal zu sein scheint.

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Die Fahrt beginnt

Früh am Morgen ging es los. Meine Reise führte mich in die Weiten der Börde, welches westlich vom Land Brandenburg liegt. Unendliches Flachland, wohin man blickt. Oft hielt ich an und ließ die Eindrücke auf mich wirken. Eine Tristesse, die dennoch Faszination ausstrahlt. Viele Windräder, die gewaltig aus den Böden ragten, begleiteten mich dabei.

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Zauberhafte Burgen und Schlösser

Doch hat die Börde durchaus mehr zu bieten. Was mich wirklich sehr beeindruckte, war die Masse an wunderschönen Burgen und Schlössern, die man hier zu Gesicht bekommt. Das Wasserschloss Angern, Schloss Altenhausen, Schloss Hundisburg oder die Veltheimsburg Bebertal sind sicher nur Einige, die ich auf meinem Tagesausflug in die Börde vor meine Linse bekam. 

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Die Börde, ein tolles Reiseziel

Nahezu jeder Ort in diesen Gefilden endet auf „Leben“: Erxleben, Nordgermersleben, Morsleben, Eilsleben, Wanzleben oder Oschersleben, um nur einige Wenige zu nennen. Ich behaupte ja, dass dies mit dem fruchtbaren Boden zu tun hatte im Mittelalter, da er für das Leben der Menschen so ertragreich war. Ob das stimmt, weiß ich allerdings nicht. Auf jeden Fall ist es ein wundervoller Landstrich, dem ich bisher viel zu wenig Beachtung schenkte. Ich kann Jedem nur empfehlen, diese Gegend einmal zu besuchen und sich selbst ein Bild davon zu machen. Ein paar Eindrücke möchte ich gern mit Euch teilen.

~ Ulli

Poesie des Himmels

In Zeiten wie diesen

Wir alle sind momentan eingeschränkt. Die historisch einmalige Situation, die uns global umgibt, hindert uns daran, ein freies und unbeschwertes Leben zu führen. Zwischenzeitlich schien die Welt gänzlich still zu stehen, nichts regte sich mehr. Leere Straßen kennzeichneten das Stadtbild. Es herrschte absolute Ruhe. Jeder geht unterschiedlich damit um, bewertet die Lage anders, zieht eigene Schlussfolgerungen aus all dem. Die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt, doch habe ich das Glück, einer Leidenschaft zu frönen, der ich auch in diesen schwierigen Zeiten nachgehen kann. Es ist Frühling, eine wundervolle Jahreszeit, um sich auf das Fahrrad zu setzen und sich der Natur zu widmen.

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Auf der Suche nach der Freiheit

Ich fragte mich schon immer, wie ich das Gefühl der Freiheit am besten beschreiben und einfangen kann. Bei meinen Touren durch das Umland fiel mir der stets wolkenbehangene Himmel auf. Oft hielt ich an und starrte minutenlang auf die schwebenden Giganten der Lüfte und genoss die warme Brise, die mich in unberührter Natur umgab. Diese Momente weckten eine innere Freiheit in mir, eine Art Sehnsucht nach der Ewigkeit. Ich befand mich an einem anderen Ort mit gänzlich veränderter Gemütslage. Niemals hätten jegliche Empfindungen beim Anblick dieser Naturschauspiele in stickigen Geschäftsräumen oder während des alltäglichen Verrichtens der Arbeit entstehen können. Doch hier stand die Zeit still. Das fortwährende Unbehagen der Gegenwart und die unendliche Anzahl an permanent einhämmernden Informationen waren in diesem Augenblick gänzlich verflogen. Ich sah nur noch die Momentaufnahmen einzigartiger Erscheinungen, die nie mehr die selben sein würden und kein Mensch je wieder zu Gesicht bekommt. Das war Freiheit. Ich nahm mir vor, das Geschehene für immer festzuhalten und dachte mir, dass vielleicht auch andere Menschen etwas beim Anblick dieses Naturschauspiels empfinden würden.

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Interpretationsversuche

Worte vermögen es kaum zu beschreiben, fast schon poetisch ist die Auseinandersetzung mit dem Wolkenspiel. Über alles erhaben, gleiten sie über uns hinweg. Komplex, formlos und chaotisch sind sie, die weißen Riesen. Mal bedrohlich düster, mal leicht und frohmütig blicken sie auf uns herab. Man kann alles und nichts in ihnen erkennen. Eine ferne Erinnerung, getragen vom Ozean der Lüfte. Kleine Seelenlandschaften, die ein warmes Gefühl des Innehaltens in mir erzeugen. Vielleicht bewegen sie auch etwas in dir.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Lausitzer Land

Der Plan

Eins der Reiseziele, die ich mir für das neue Jahr vorgenommen hatte, war ein Besuch im östlichsten Teil Sachsens, da dies für mich bisher noch ein weißer Fleck war. Ich recherchierte vorab ein wenig und fragte Kollegen und Freunde, ob sie mir ein paar Tipps verraten würden. So ergab es sich, dass meine Reiseroute in Bautzen beginnen sollte. Ich plante diesmal eine zweitägige Fototour ein, denn das Pensum war nicht an einem Tag zu schaffen. Ich schaute mich im Netz nach einer Übernachtungsmöglichkeit um und wurde schließlich bei airbnb fündig. Meine Wahl fiel auf ein abgelegenes und modern eingerichtetes Haus in einem ganz kleinen Dörfchen nahe Bautzen.

Die Reise geht los

Früh morgens ging es los. Mein Weg führte mich durch Orte, die mir wohl für immer im Gedächtnis bleiben werden. München ist beispielsweise so ein Örtchen. Als ich das las, musste ich anhalten und ein Foto machen, sonst würde mir das niemand glauben. Den ersten längeren Stopp legte ich in Elsterwerda, einer Kleinstadt im Süden Brandenburgs ein. Die Architektur und das Elsterschloss musste ich einfach festhalten. Zwischendurch hielt ich noch das Eine oder Andere mal an und machte ein paar Landschaftsaufnahmen, bevor ich in meinem eigenen kleinen Haus in Neschwitz ankam, welches ich gebucht hatte. Der freundliche Besitzer Wolfgang empfang mich und gab mir noch einige Tipps auf dem Weg, was ich in der Umgebung noch erkunden kann. Gleich nebenan gab es ein kleines Schlösschen und eine alte Windmühle. Da ich gegen Mittag bereits ankam, konnte ich noch losziehen, um die Lausitz zu erkunden.

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Historische Bockwindmühle

Erste Eindrücke der Lausitz

Nachdem ich das Schloss und die Windmühle erkundete, fuhr ich weiter Richtung Bautzen. Schon immer wollte ich mir diese Stadt anschauen, von der ich schon Einiges gehört hatte. Angekommen, zog sie mich sofort in Ihren Bann. Mich erwartete eine charmante Altstadt mit wundervoller Architektur. Vor allem die kleinen Gässchen hatten es mir angetan. Ich verblieb ungefähr zwei Stunden im sorbischen Bautzen, bis ich weiter in Richtung Zittau fuhr. Vorher wollte ich aber einige Tipps ansteuern, die ich mir notiert hatte. Beispielsweise Das Schloss Hainewalde oder der kleine Kurort Oybin. Ich hielt ziemlich oft an und verweilte etwas um die bezaubernde Umgebung zu genießen. Leider saß mir die Zeit im Nacken, denn die Sonne geht im Januar eben doch recht zeitig unter. So konnte ich Zittau nicht mehr im Hellen sehen und ging zum Abschluss wenigstens noch in ein örtliches Pub. Ein echter Geheimtipp, hier wird noch alles selbst gemacht und der Geschmack ist einfach einzigartig. Ich war schwer beeindruckt. Nach ein wenig Smalltalk mit der Cheffin fuhr ich anschließend wieder zurück in mein Domizil.

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Schloss Hainewalde

Der nächste Tag

Am nächsten Morgen stand ich früh auf um den zweiten Teil meiner Reise durch die Lausitz zu starten. Ich überlegte kurz, ob ich nochmal zurück nach Zittau fahren sollte, doch war mir das am Ende dann doch zu weit. Also entschied ich mich nach Görlitz aufzubrechen. Auf dem Weg dahin ließ ich es mir aber nicht nehmen, noch einen kleinen Abstecher ins Nachbarland Tschechien zu machen, um Schloss Frýdlant vor die Linse zu bekommen. Dieser kurze Besuch hat sich wirklich gelohnt, eine wahrlich tolle Szene, wie sie hoch oben auf dem Berg majestätisch in den Himmel hinaufragt.

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Schloss Frýdlant

Letzte Reiseziele

Zum Abschluss ließ ich es mir nicht nehmen, noch nach Görlitz zu fahren. Die östlichste Stadt Deutschlands soll eine tolle Stadt sein und in der Tat, ist es ein wunderschöner Ort, der mich des Öfteren an Prag erinnerte. Auch hier erwartete mich eine prächtige Innenstadt mit herausragender Fassadenarchitektur. Natürlich konnte ich lange nicht alles festhalten, doch der erste Eindruck war bereits phänomenal. Jeder sollte sich selbst ein Bild davon machen, wenn er mal in der Gegend sein sollte. Ich schlenderte einige Zeit umher bevor ich mich zu meiner letzten Station, Bad Muskau machte. Dieses herrliche Schloss ist in der Tat nur als Märchenschloss zu bezeichnen. Von allen Seiten nahm ich es auf, um die perfekte Aufnahme machen zu können. Zum Abschluss wollte ich mir noch die berühmte Rakotzbrücke ansehen, die nicht sehr weit weg von Bad Muskau liegt, doch leider wird diese gerade restauriert, somit stand sie nicht als Motiv zur Verfügung. Wahrscheinlich soll dies ein Anstoß sein, dass ich nocheinmal in die Gegend reise. Es war ein wirklich toller Trip und bin sehr froh darüber, diesen Landstrich endlich einmal erkundet zu haben. Eine Reise lohnt sich und ist absolut empfehlenswert.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

Ein Jahr neigt sich dem Ende

Kurz vor Ausklingen des Jahres, möchte ich eine kleine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsbilder präsentieren. Im Laufe der Zeit, habe ich gemerkt, dass ich neben der Landschafts- und Reisefotografie auch Momentaufnahmen mit Menschen liebe. Mir kam es noch nie auf gestellte Posen an, sondern auf das Einfangen eines besonderen Moments, einer, der nicht gestellt sondern situativ ist. Meines Erachtens erzeugt dies eine viel größere Spannung in den Bildern. Dabei muss es auch gar nicht perfekt aufgenommen sein, auch spielt die Belichtungszeit oder der ISO gar keine so große Rolle, sogar mit Rauschen im Bild, kann es eine faszinierende Wirkung erzielen meiner Meinung nach.

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Rauschen im Bild kann dennoch Wirkung erzielen

Ich war viel unterwegs. Gleich am Anfang des Jahres zog es mich nach Polen, genauer gesagt, nach Stettin. Eine wirklich wundervolle Stadt, die ich von meiner Heimat Wittenberg aus, in ungefähr drei Stunden erreicht habe. Ich versuchte so viele schöne Eindrücke festzuhalten, wie es nur ging und war froh, dass es mir gelungen ist.  In den folgenden Monaten führte mich mein Drang nach tollen Aufnahmen in viele Regionen unseres Landes: In den Spreewald, in den nördlichen Harz, ins Havelland, sowie nach Dresden und nach Gera.  Doch eins meiner beeindruckendsten Reisen, war zweifelsfrei der Besuch bei meinem besten Freund Danny in der Schweiz. So wie fast jedes Jahr, besuchte ich ihn für ein paar Tage und genoss die wundervolle Zeit bei ihm und hielt fest, was ich nur konnte. Ich hoffe, ich komme noch viele Male in den Genuss, unser Nachbarland mit neuen Augen zu entdecken und mit Euch zu teilen.

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Wundervolle Schweiz

Unter Anderem hatte ich sogar das Glück, dieses Jahr einen Preis einzuheimsen bei einem kleinen lokalen Wettbewerb, den ich doch tatsächlich gewann. Ich entschied mich dazu, eins meiner Lieblingsbilder meiner Heimatstadt ins Rennen zu schicken und war glücklich, dass die Juroren meine Sicht auf die Dinge anerkannten. Ich hatte mich riesig gefreut und spornt mich natürlich weiter an, meine Leidenschaft fortzusetzen.

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Erster Platz beim Fotowettbewerb

Ein weiteres Highlight dieses Jahr war zweifelsfrei die Bildbesprechung bei den Fotoprofis Krolop & Gerst. Ich reichte zwei meiner Bilder ein. In der Hoffnung, sie würden in der Livesendung erscheinen, traute ich meinen Augen kaum, als dieser Traum wahrhaftig in Erfüllung ging. Meine Bilder auf Youtube, ich war wirklich total baff. Wer sich den Teil der Sendung einmal anschauen möchte, kann sich auf diesem Link, ab Minute 25.41 selbst ein Bild davon machen.

Insgesamt war es ein recht turbulentes, aber auch schönes Jahr und ich bin in freudiger Erwartung, was die Zukunft für mich bereit hält. Ich bin jedenfalls offen dafür und immer noch voller Leidenschaft. Ich danke den vielen Menschen, die mich unterstützt haben und mir immer wieder Mut machen. Ich wünsche Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Ein Tag am Meer

Auf in den hohen Norden

Was tut man, wenn eine gute Freundin mal dem Alltag entfliehen will? Man bucht kurzer Hand eine Ferienwohnung an der Ostsee für sie und ihre Tochter. Es dauerte nicht sehr lange, bis ich etwas Passendes gefunden hatte. Meine Wahl fiel auf ein kleines Häuschen in Born am Darß. Zwei Nächte und eine etwa dreistündige Fahrt kamen nun also auf uns zu. Die Begeisterung war groß, auch wenn das Wetter keine guten Bedingungen für zwei Drittel der kleinen Fahrgemeinschaft bereithalten sollte, nämlich Regen, Wolken und Wind. Natürlich bedauerte ich das selbst ganz und gar nicht, denn dies sind grandiose Voraussetzungen für mich und meine Kamera.

Ankommen in Born

Nach gemütlicher und staufreier Fahrt, vorbei an ganz kleinen wohlklingenden Ortsnamen, wie Klein Kussewitz, Ahrenshoop oder Häschendorf, erreichten wir unser Ziel in Born und waren sofort begeistert. Die Erwartungen wurden wirklich übertroffen. Wir erblickten eine wundervolle Inneneinrichtung, mit Liebe zum Detail eingerichtet, die sogar mit Fußbodenheizung und einem Raumteiler in Form eines Bootes aufwartete. Wir fühlten uns sofort heimisch. Für mich eine klare Empfehlung. Wer ebenfalls mal in den Genuss dieser tollen Ferienwohnungen kommen möchte, kann sich hier auf dieser Website selbst ein Bild davon machen.

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Raumteiler in der Ferienwohnung

Die Umgebung erkunden

Lange vor dem Erwachen meiner beiden Mitbewohnerinnen stand ich schon auf den Beinen um mir ein Bild von unserer neuen Heimat zu machen. Ich stieg ins Auto und fuhr durch die Gegend. Ab und an wurde man in den grauen Morgenstunden von fahrradfahrenden Einwohnern, die mit frischen Bäckerbrötchen beladen waren, mit einem freundlichen „Moin!“ begrüßt. Die Sonne versuchte sich vergeblich durch die graue Nebeldecke zu kämpfen und somit konnte ich die wunderbar bedrohliche Atmosphäre einfangen. Schon jetzt wusste ich, wie ich meine Bilder bearbeiten werde und welches Lied in Dauerschleife dabei laufen wird.

Nachdem ich einige Aufnahmen im Kasten hatte, fuhr ich wieder in unser Kleinod um gemütlich zu frühstücken. Dann ging es auf Tour. Wir entschlossen uns für einen Besuch in Prerow. Angekommen, führte uns der Weg quer durch den Ort bis wir schließlich ein Schild entdeckten, auf dem „Seebrücke“ zu lesen war. Natürlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen und wanderten direkt drauf zu. Vorbei an wunderschönen Häusern und einem märchenhaften Wald, erblickten wir die Brücke, die direkt ins Meer führte. Uns bot sich ein atemberaubendes Panorama. Die unendliche Weite, gepaart mit dem düsteren Wetter war wie geschaffen für mich. Ich machte unzählige Aufnahmen, während der strenge Wind umherpeitschte. Ein Ort zum Davonschweben. Nachdem ich genug Eindrücke festgehalten hatte und wir noch etwas am Strand entlang liefen, gingen wir wieder zurück, hielten noch in einem Brauhaus an und aßen entspannt. Der Tag war noch nicht vorbei und somit entschieden wir, Warnemünde noch einen Besuch abzustatten.

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Seebrücke Prerow

Besuch in Warnemünde

Warnemünde liegt gleich neben Rostock und ist etwa eine Autostunde entfernt von Prerow. Glücklicherweise fand ich recht schnell einen Parkplatz direkt an der Promenade. Mittlerweile ragte auch ein wenig die Sonne heraus, die jedoch so schwach schien, dass sie meine Bilder nicht beeinträchtigen sollte. Warnemünde besitzt einen tollen Leuchtturm, den ich von Weitem aufnehmen konnte. Eine sehr schöne Stadt, die auch für den alten Strom bekannt ist, eine alte Schiffszufahrt, die heutzutage zum Flanieren einlädt. Viele Schiffe liegen hier vor Anker, die frische Fischbrötchen verkaufen. Die Möwen hier sind so sehr an den Menschen gewöhnt, dass sie keine Scheu haben, sich direkt über den frisch zubereiteten Gaumenschmaus herzumachen, man sollte also stets Acht geben. Selbst das Posieren vor der Kamera scheinen sie mittlerweile perfektioniert zu haben.

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posierende Möwe

Heimreise über Rostock

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg. Zum Anschluss hielten wir aber noch in der Hansestadt an um noch ein paar letzte Eindrücke festzuhalten. Insgesamt war es ein wunderbarer Kurztrip in den hohen Norden. Es lohnt sich zu jeder Jahreszeit diesem schönen Teil Deutschlands einen Besuch abzustatten. Sicher werde ich wiederkommen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Besuch in Tschechien

Unser schönes Nachbarland

Schon lange liebäugelte ich damit, Karlsbad einen Besuch abzustatten. Es liegt noch in meinem Einzugsgebiet, welches ich an einem Tag absolvieren kann. Etwas über 300 km trennen mich von Karlsbad, was sich im Nordwesten Tschechiens befindet.  Bereits zum zweiten Mal reiste ich dieses Jahr zu unseren Nachbarn. Damals ging es nach Prag, allerdings reichten die Aufnahmen leider nicht aus um einen Artikel darüber zu schreiben, so kann ich nur einige wenige der Aufnahmen präsentieren.

Die Reise beginnt

Früh morgens um sieben fuhr ich los. Vorbei an Leipzig, Chemnitz und Oberwiesenthal, kam ich nach über drei Stunden Autofahrt an mein langersehntes Ziel. Karlsbad befindet sich nur wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze. Die im Tal liegende Stadt verzaubert vom ersten Moment an. Nachdem einige Zeit ins Land ging, um endlich eine Parkmöglichkeit zu finden, stieß ich mich ins Getümmel. Angenehm aufgefallen ist mir, dass die Stadt zwar touristisch, aber nicht überlaufen war. Die Temperatur war mild und der Himmel bedeckt, perfekt für meine Ansprüche. Ohne zu wissen, wohin genau es mich verschlägt, stapfte ich los und ließ mich vom Charme dieser schönen Stadt inspirieren.

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Die Karlsbader Innenstadt

Ich war wirklich beeindruckt, denn die Architektur ist wahrhaft atemberaubend, ich erblickte wundervolle Fassaden und Villen in Hülle und Fülle. Von all den tragischen Vorkommnissen in der Vergangenheit war nichts zu sehen. Karlsbad stand schon mehrfach in Brand und wurde von vielen Überschwemmungen heimgesucht. Ganz offensichtlich wurde hier sehr viel Geld in den Wiederaufbau gesteckt.

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Wundervolle Eindrücke

In der relativ kurzen Zeitspanne, die mir blieb, bevor der Abend hereinbrach, versuchte ich so viel wie möglich vor die Linse zu bekommen. Oft kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und die vielen prunkvollen Eindrücke ließen mich kaum vorankommen. Ständig musste ich anhalten und aus den verschiedensten Blickwinkeln den Auslöser drücken. Neben all den tollen Villen rund um den Kern und der bezaubernden Innenstadt, begeisterte auch eine Russisch-Orthodoxe Kirche, von der man meinen könnte, ein russischer Zar persönlich war hier und hat sie aufgebaut.

Karlsbad ist ebenso die Heimat des Becherovkas, ein bekannter Schnaps, den man auch in unseren Gefilden erwerben kann. Dieser Schnaps war einer der Ersten, die ich in jungen Jahren probiert habe. Allerdings erinnere ich mich, dass er meinen Geschmack nicht getroffen hat. Sogar eine Statue von Karl Marx traf ich auf dem Weg, der offensichtlich ebenfalls diese Stadt geliebt haben muss.

Ahoj, Karlsbad!

Insgesamt verweilte ich ganze fünf Stunden in Karlsbad und trat dann meinen Heimweg an. Hoch oben am Rand des Tals schoss ich meine letzten Aufnahmen, um noch einen Gesamteindruck festzuhalten. Ich fand es wirklich überwältigend. Eine grandiose Stadt, für die es sich gelohnt hat, den Weg auf sich zu nehmen. Ich empfehle jedem, dieses Kleinod einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli