Schweizzeit

Die Fahrt in die Schweiz

Mein bester Freund Danny ist vor vielen Jahren in die Schweiz gezogen um dort ein neues Leben zu beginnen. Es hat ihn ganz in die Nähe des Züricher Sees verschlagen, im deutschsprachigen Kanton Schwyz. Bei guten Fahrverhältnissen trennen uns ganze acht Stunden Autofahrt, somit ist ein häufiges Treffen natürlich nicht möglich, aber ein- bis zweimal im Jahr nimmt einer von uns beiden den weiten Weg auf sich und wir besuchen uns. Diesmal war ich an der Reihe. Mit Stativ und Kamera bewaffnet, freute ich mich, die vielen Kilometer auf mich zu nehmen, um in die wunderschöne Schweiz zu fahren.

Um überhaupt erst einmal in die Schweiz zu gelangen, musste ich durch vier Bundesländer fahren: Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. Natürlich hielt ich manchmal an und musste das eine oder andere Objekt festhalten, allerdings hätte es Tage gebraucht und ich wäre niemals angekommen, wenn ich all die interessanten Städte und Burgen besichtigt hätte, die sich allein auf dem Weg zum Zielland befanden.

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Die ersten Eindrücke der Schweiz

In Lindau angekommen, sah ich schon die ersten schweizer Nummernschilder, die sich die Waage hielten zwischen den Deutschen und den Österreichern. Um in das bergige Land zu gelangen, musste ich an der östlichen Seite des Bodensees vorbei und einen kurzen Abstecher nach Österreich machen um den Grenzübergang in die Schweiz zu passieren. Ich kaufte mir keine Vignette, die von Nöten ist, wenn man die Autobahnen des Landes nutzen möchte, sondern wählte bewusst den längeren aber sicher schöneren Landstraßenweg. Ich spürte sofort, dass ich in einem anderen Land zugegen war, die Landschaft beeindruckte mich bereits auf den ersten Metern. Vom Sonnenschein begleitet, durchquerte ich schon die ersten herrlichen Städte und Dörfer, die Namen besaßen, als seien sie aus einer Fantasywelt entsprungen: Teufen, Herisau, Wattwil, Ricken oder Uznach, um nur einige zu nennen.

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Ankommen in der Schweiz

Endlich war ich da. Natürlich war die Freude groß, dass wir uns nach so langer Zeit wieder sahen. Ich berichtete Danny von meinen ersten Eindrücken, die phänomenal aber auch seltsam für mich waren. Zum Einen war da diese umwerfende Landschaft und zum Anderen sah ich fast keine Menschen auf den Straßen. Es war Samstagnachmittag, ich sah Niemanden, der spazieren ging, keine Familien auf Balkonen, die zusammen Kaffee tranken, keine Kinder, die auf den Wiesen spielten oder Jugendliche, die grillten oder eine Fahrradtour machten. Mir fiel auf, dass es nur vereinzelt Balkone gab, an denen Blumenkästen zu sehen waren, allerdings bemerkte ich wiederum, dass die Menschen, wenn ich denn welche auf dem Weg zum Züricher See zu sehen bekam, ausnahmslos freundlich und rücksichtsvoll waren. Ich erinnere mich an eine Situation, in der sich ein junger Schüler äußerst freundlich in beide Richtungen bedankt hatte, als die Autofahrer auf allen Seiten anhielten, damit er die Straße überqueren konnte oder gemütlich gewartet wurde, als eine Herde Kühe quer über die Straße trabte.

Kreuz und Quer durch die Schweiz

Wir hatten viel zu besprechen, wir grillten, tranken und gingen abends noch in ein Livekonzert. Am nächsten Morgen fuhren wir mit seinem Auto quer durch das Land mit dem Ziel, Freunde zu besuchen, die ebenfalls mittlerweile in der Schweiz leben, im Kanton Aargau. Über sie verfasste ich bereits einen Artikel, einen meiner ersten. Es war ein herrlicher Weg. Vorbei am Züricher See und einigen Kantonen, erreichten wir das Ziel in etwas über einer Stunde. Zwischendurch nötigte ich Danny des Öfteren anzuhalten, damit ich ein paar Fotos machen konnte, schließlich war ich von all den Eindrücken sichtlich überwältigt. Es war ganz sicher nicht leicht für ihn, aber er ließ sich nichts anmerken. wofür ich ihm sehr dankbar bin.

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Schweizweit

Wir verweilten nur kurz. Wir zogen weiter Richtung Luzern, zum Vierwaldstättersee und vielen anderen wundervollen Orten, von denen mir Pfeffikon, auf Grund des wirklich wundervollen Namens, am meisten in Erinnerung blieb. Mir fiel auf, dass die Architektur und die Fülle an Menschen eine Andere war, als die, die ich anfangs beim Durchqueren des Landes empfand. Es war deutlich mehr los auf den Straßen, es waren verwunschene Orte und sagenhafte Landschaften. Hier befand sich nun auch der Anfang der Alpen. Für mich schon gigantisch, sagte mir Danny, dass dies erst der Anfang sei und die Berge Richtung Italien noch höher werden. Imposant muss ich sagen, wirklich imposant. Natürlich konnte ich nicht die ganze Schweiz durchqueren, doch dass, was ich während des Aufenthalts bei meinem besten Freund entdecken konnte, war schon wirklich atemberaubend. Einige kleine Dinge lernt man auch nebenbei, beispielsweise, dass die Schweiz 1291 aus drei Kantonen nahe der Stadt Brunnen gegründet worden ist und zwar aus den Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden. Es werden vier Sprachen gesprochen: deutsch, französisch, italienisch und rätoromanisch. Wobei letztere nur noch sehr wenig und im Osten Richtung Liechtenstein anzutreffen ist.

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Auf Wiedersehen

Insgesamt ist es ein sehr strebsames und arbeitswilliges Völkchen. Oft wird gesagt, man hat es nicht leicht als Neuling, doch ist es letztendlich wie überall: wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus. Ich habe durchweg positive Erfahrungen gemacht und fühlte mich sehr Willkommen. Nach einigen Tagen trat ich den Rückweg an, diesmal über die westliche Seite des Bodensees, durch Schaffhausen, was ebenfalls eine sehr geschichtsträchtige Stadt ist.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein wenig Fernweh habe. Ich lege wirklich jedem Menschen ans Herz, dieses bezaubernde Land einmal zu besuchen und näher kennen zu lernen. Einige Impressionen habe ich verewigt und möchte sie sehr gern teilen.

~ Ulli

 

26 Antworten auf „Schweizzeit

  1. Mega schön geschrieben! Also mit Worten kannst Du wirklich umgehen. Ich hätte echt gerne einen Kalender von Dir, der aus Text und wundervollen Aufnahmen besteht. Ich bin mir sicher, dass Du das echt richtig klasse machen würdest! Die Schweiz ist wirklich wundervoll, früher war ich da auch oft, von Süddeutschland aus ist es ja fast nur noch einen Katzensprung. Deine Fotos sind mal wieder der Oberknaller! Jedes würde sich vorzüglich in einer Galerie machen!

    Beste Grüße,
    http://www.ChristinaKey.com

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  2. Hallo Ulli,

    gerade hatte ich etwas Zeit und musste mir doch mal deinen neuen Beitrag durchlesen. Die Landschaften in der Schweiz wären natürlich genau mein Ding. Als Harzer habe ich eh eine starke Affinität zu Bergen 🙂 Aber auch die verschlafenen Örtchen hätten bei mir riesige Begeisterung ausgelöst.

    Mit einem oder gar mehreren guten Freunden in der Schweiz hast du natürlich einen großen Vorteil, der mit leider nicht vergönnt ist. Ich habe es in der Tat in meinem ganzen Leben noch nie in die Schweiz geschafft, was ich allerdings dringend mal nachholen müsste. Deine Fotos sind auf jeden Fall (mal wieder) der Hammer und lösen auch in mir sofort Fernweh aus.

    Viele liebe Grüße,
    Matthias (thewoundedstag)

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  3. Lieber Ulli,
    danke für diesen wunderbaren Bericht und die ansprechenden Bilder wieder einmal.
    Ich habe einige Verwandte und Freunde in der Schweiz und es trotzdem noch nie in dieses sehenswerte Land geschafft. Welch Schande. Ich hoffe ich kann es doch bald einmal nachholen.
    Die Bilder erinnern mich teils an Heidi und Peter Rossegers Waldheimat 😉
    Total hübsch und stimmig. Lieben Gruß, Martina von http://www.stielreich.at & http://www.stielreich.at/blog

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  4. Ich wollte schon immer mal in die Schweiz, insbesondere nach Luzern. Das soll ja wirklich wahnsinnig schön sein. Und obwohl die Schweiz noch eines der nähesten Länder ist, hat es bisher nicht geklappt. Letztlich wird es dann doch wieder der Süden 😉 Das sollte aber jetzt wirklich mal auf meine Bucket List.

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  5. Wirklich ein schöner Bericht, der sich wunderbar liest. Und was für beeindruckende Fotos! Wirklich großartig!
    Ich mag die Schweiz auch sehr und möchte unbedingt noch mehr davon sehen. Bisher war ich nur in Zürich und Basel unterwegs.
    Liebe Grüße aus Wien
    Julie von julie-en-voyage.com

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