Ein Tag an der Spree

Einladung

Neulich fragte mich mein Kumpel Christian, ob ich denn nicht Lust hätte, mit ihm und seiner frischen Liebe Varvara (aus dem Herzen Russlands) nach Berlin zu fahren um einige ihrer Freunde zu treffen, die über die halbe Bundesrepublik verstreut sind. Vor ein paar Jahren haben sie sich beim Sprachunterricht kennengelernt und halten seit dem den Kontakt miteinander. Warum nicht, dachte ich mir und entschied mit der Kamera im Gepäck, den Trip mitzumachen. Wir starteten am späten Morgen und fuhren in Richtung Hauptstadt. Ich packte nur meinen Allrounder ein, mein 24-70 mm Objektiv. Ich ließ mich auch dieses Mal überraschen und ließ alles auf mich zukommen. Ich schoss ein paar Bilder während der Fahrt und genoss den lauen Sommertag.

Ankommen in Berlin

Nach etwas über einer Stunde erreichten wir unser Ziel im Herzen Berlins und gingen in unser Hotel. Nach und nach trafen die Freunde Varvaras ein. Die Freude war groß und man unterhielt sich erst einmal auf russisch, von dem ich natürlich kein Wort verstand, aber Emotionen benötigen keinen Dolmetscher. Die Freude über das Wiedersehen konnten Christian und ich klar sehen. Nun stand die Frage im Raum, was tun? Wir wollten ins Museum gehen, aber leider war es geschlossen, also einigten wir uns auf eine Schiffsfahrt auf der Spree. Gesagt getan, liefen wir los. Unterwegs schoss ich unentwegt Bilder und versuchte die Augenblicke festzuhalten. In meinem Kopf stellte ich mir bereits vor, wie ich sie bearbeiten werde. Während ich die Momente festhielt und sie mich gar nicht bemerkten, fühlte ich, wie sehr ich das liebe, was ich tue. Die Fotografie gibt mir einen echten Sinn im Leben. Sie macht es wertvoll, denn ich erschaffe etwas, was es so nie wieder geben wird und eventuell auch die Nachwelt für einen kurzen Moment zum Inne halten bewegen kann. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich die Klänge von Oleg Byonic mit dem Lied „The Sting“, die meine Empfindungen noch unterstreicht. Schön, etwas zu tun, was man mit Leidenschaft macht.

Auf der Spree

Angekommen an der Spree, die Unkosten bezahlt, setzten wir uns in das Schiff und genossen die Brisen, die uns während der Fahrt entgegen kamen. Am majestätisch empor ragenden Berliner Dom startete unser einstündiger Trip. Vorbei am Bode Museum, dem Bundestag, dem Haus der Kulturen, endete die Hinfahrt schließlich in der Nähe der Siegessäule. Ich bedauerte, dass ich nicht mein Weitwinkelobjektiv mitnahm, denn das hätte ich jetzt wirklich gebrauchen können. Dennoch versuchte ich etwas rauszuholen.

Abschied

Es war ein wirklich schöner Ausflug. Nicht einmal der Regen, der später auf uns niederprasselte, konnte uns dies vermasseln. Wir gingen anschließend an der Promenade etwas Essen, lauschten der famosen Livemusik und ließen den Abend ausklingen, bevor es ins Hotel ging um an nächsten Morgen wieder heim zu fahren. Es war ein wirklich toller Tagestrip und habe mich gefreut, die Freunde Varvaras kennengelernt zu haben.

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Ein historischer Tag

Motivation

Dieses Mal zog es mich in unsere Hauptstadt Berlin. Es war mir ein wichtiges Anliegen, an diesem Tag persönlich vor Ort zu sein, um mir ein eigenes Bild der Menschen zu machen, die sich gegen die derzeitigen Maßnahmen der Politik aussprechen. Auch ich stehe der ganzen Entwicklung äußerst skeptisch gegenüber und war deswegen zusätzlich motiviert, diese Augenblicke für die Ewigkeit festzuhalten. Ich wollte Zeitzeuge sein und vielleicht würden am Ende sogar ein paar brauchbare Aufnahmen entstehen.

Auf nach Berlin

Am späten Morgen ging es los. Mein Kumpel Michael holte mich ab und wir düsten mit rasender Geschwindigkeit gen Norden, ohne zu wissen, was genau uns erwarten würde. Gegen halb zwölf erreichten wir unser Ziel und fanden sogar relativ nahe der Siegessäule einen Parkplatz, was sicher nicht selbstverständlich war. Das Parkticket bezahlt, stiefelten wir der Siegessäule entgegen, an der wir einen ersten Eindruck erhielten. Wir dachten uns, naja, die Veranstaltung fängt ja noch nicht an, es dauert wohl noch etwas, bis sich etwas tut. Doch dann blickten wir nach rechts zur Straße des 17. Juni und stellten fest, dass dort wohl mehr los sein müsste. Wir liefen um die Siegessäule herum und fanden uns direkt in einer Menschenmenge wieder, die unendlich in die Ferne ragte. Überrascht, von dieser riesigen Anzahl an Zweibeinern, zückte ich das erste Mal meine Kamera und versuchte das Ganze einzufangen. Wir gingen geradewegs dem Brandenburger Tor entgegen.

Erste Eindrücke

Es war schlichtweg atemberaubend. Es waren so viele Menschen dort, dass ich mich vor Eindrücken kaum retten konnte. Ich entschloss mich dazu, die Leute einfach anzuhalten und nachzufragen, ob ich denn ein Bild von Ihnen machen könne. „Ich bin nur Hobbyfotograf und möchte die Menschen darstellen, die ich hier so treffe.“, sagte ich oft. Sie alle waren offen dafür und posierten bereitwillig für einen kurzen Augenblick vor meiner Linse.

Ankunft am Brandenburger Tor

Schließlich erreichten wir das Brandenburger Tor und gingen fest davon aus, wir hätten das Ende des Ganzen so langsam erreicht, doch weit gefehlt. Als wir es passierten, kam uns erneut eine riesige Menge Menschen entgegen. Ich hob meine Kamera empor und hoffte, dass ich es schaffen würde, die Dimension dessen einzufangen. Wir liefen entspannt bis zur Friedrichstraße, die einige Hundert Meter vom Pariser Platz entfernt ist. Hier nahmen wir nun definitiv an, dass dies das Ende der Fahnenstange sei, doch wir irrten uns schon wieder. Als wir in die Friedrichstraße abbogen, erblickten wir erneut eine schier unendliche Anzahl an Menschen. Sie trommelten, tanzten, schwangen Fahnen und hielten Plakate in die Höhe. Es waren Menschen unterschiedlichster Couleur. Ein beeindruckendes Bild.

Friedrichstraße

Wir liefen fast die gesamte Strecke ab. Wir dachten, dass zumindest an der Brücke über der Spree endgültig Schluss sei, aber noch immer sahen wir unendlich viele Menschen in der Ferne. Spätestens hier war uns klar, dass wir im sechs- oder siebenstelligen Bereich sein müssen, was die Anzahl der Leute angeht.

Der Weg zurück zur Siegessäule

Noch sichtlich beeindruckt von diesen Bildern, entschieden wir, wieder zurück zu laufen, um zur Hauptveranstaltung an der Siegessäule, die gegen 15.30 Uhr beginnen sollte, rechtzeitig da zu sein. Erneut realisierten wir die Dimensionen, was hier eigentlich los war. Des Öfteren hielt ich an, hörte hier mal zu und fing da mal einen Augenblick ein. Die positive Stimmung packte einen unweigerlich. Es verging Einiges an Zeit, bis wir wieder in der Nähe unseres Ausgangspunkts waren. Ordnungsteams des Veranstalters lotsten die Mengen in den Tiergarten, um die Verordnungen einhalten zu können und keine vorzeitige Auflösung zu riskieren. Alles war perfekt organisiert, selbst die Akustik war nirgends beeinträchtigt. Michael und ich setzten uns in die Natur und lauschten den Rednern auf der Hauptbühne. Allen voran sprach Robert F. Kennedy, der Neffe des berühmten John F. Kennedy, der die Menge zum Jubeln brachte. Beeindruckende Momente, die den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Es gab noch viele weitere Redner, doch entschlossen wir uns, gegen 18 Uhr wieder gen Heimat zu fahren. Ich hatte genug im Kasten und die Eindrücke waren so gewaltig, dass es für ein ganzes Buch reichen würde.

Fazit

Mir persönlich gab der Tag sehr viel Hoffnung. Menschen, die in normalen Zeiten wohl nie ein Bier miteinander trinken würden, schienen ihre Bedenken für ein größeres Ziel beiseite zu schieben. Es schien für einen Augenblick, als sei die Ära der gesellschaftlichen Spaltung vorbei. Anselm Lenz, einer der Ersten, die sich öffentlich entgegenstellten, formulierte es ziemlich treffend mit den Worten: „Wir können uns gern wieder demokratisch streiten, aber momentan haben wir alle das selbe Ziel.“ Der Initiator der „Querdenken“ Bewegung, Michael Ballweg, möchte genau das, einen Diskurs mit allen Menschen, denn nur so funktioniert eine demokratische Gesellschaft. Hier müssen auch Menschen angehört werden, deren Sicht auf die Welt man nicht teilt. Die oberste Priorität dieser Bewegung ist auch gar nicht Corona an sich, sondern das Fehlen einer öffentlich wissenschaftlichen Debatte ohne tendenziöse Beeinflussung in die eine oder andere Richtung. Es gibt zu diesem Thema mindestens zwei wissenschaftliche Ansichten und es ist nicht demokratisch, wenn man nur der einen Seite vertraut und gesellschaftlich einschneidende Verordnungen verabschiedet, ohne der anderen zugehört zu haben. Die Folgen, Bedenken und möglichen Zukunftsvisionen dieser ganzen Entwicklung sind durchaus ernst zu nehmen und öffentlich zu diskutieren, denn sie betreffen uns alle auf dieser Welt. Ich wünsche mir mehr Empathie und Verständnis für die Menschen, die sich aus freien Stücken in solch eine Situation begeben, wohl wissend, dass viele Menschen sie nicht verstehen können. Ich kann sie verstehen und hoffe, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, diesen wunderbaren Tag gelebter Demokratie in Ehren zu halten.

~ Ulli

Poesie des Himmels

In Zeiten wie diesen

Wir alle sind momentan eingeschränkt. Die historisch einmalige Situation, die uns global umgibt, hindert uns daran, ein freies und unbeschwertes Leben zu führen. Zwischenzeitlich schien die Welt gänzlich still zu stehen, nichts regte sich mehr. Leere Straßen kennzeichneten das Stadtbild. Es herrschte absolute Ruhe. Jeder geht unterschiedlich damit um, bewertet die Lage anders, zieht eigene Schlussfolgerungen aus all dem. Die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt, doch habe ich das Glück, einer Leidenschaft zu frönen, der ich auch in diesen schwierigen Zeiten nachgehen kann. Es ist Frühling, eine wundervolle Jahreszeit, um sich auf das Fahrrad zu setzen und sich der Natur zu widmen.

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Auf der Suche nach der Freiheit

Ich fragte mich schon immer, wie ich das Gefühl der Freiheit am besten beschreiben und einfangen kann. Bei meinen Touren durch das Umland fiel mir der stets wolkenbehangene Himmel auf. Oft hielt ich an und starrte minutenlang auf die schwebenden Giganten der Lüfte und genoss die warme Brise, die mich in unberührter Natur umgab. Diese Momente weckten eine innere Freiheit in mir, eine Art Sehnsucht nach der Ewigkeit. Ich befand mich an einem anderen Ort mit gänzlich veränderter Gemütslage. Niemals hätten jegliche Empfindungen beim Anblick dieser Naturschauspiele in stickigen Geschäftsräumen oder während des alltäglichen Verrichtens der Arbeit entstehen können. Doch hier stand die Zeit still. Das fortwährende Unbehagen der Gegenwart und die unendliche Anzahl an permanent einhämmernden Informationen waren in diesem Augenblick gänzlich verflogen. Ich sah nur noch die Momentaufnahmen einzigartiger Erscheinungen, die nie mehr die selben sein würden und kein Mensch je wieder zu Gesicht bekommt. Das war Freiheit. Ich nahm mir vor, das Geschehene für immer festzuhalten und dachte mir, dass vielleicht auch andere Menschen etwas beim Anblick dieses Naturschauspiels empfinden würden.

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Interpretationsversuche

Worte vermögen es kaum zu beschreiben, fast schon poetisch ist die Auseinandersetzung mit dem Wolkenspiel. Über alles erhaben, gleiten sie über uns hinweg. Komplex, formlos und chaotisch sind sie, die weißen Riesen. Mal bedrohlich düster, mal leicht und frohmütig blicken sie auf uns herab. Man kann alles und nichts in ihnen erkennen. Eine ferne Erinnerung, getragen vom Ozean der Lüfte. Kleine Seelenlandschaften, die ein warmes Gefühl des Innehaltens in mir erzeugen. Vielleicht bewegen sie auch etwas in dir.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Berliner Westen und das Havelland

Vorgeschichte

Neulich dachte ich, dass ich mir irgendwann einmal unsere Hauptstadt vornehmen müsste. Berlin bietet doch soviel und besitzt unerschöpfliches Potential für einen Menschen, der das Fotografieren liebt. Natürlich ist es völlig unmöglich, diese Megacity an nur einem Tag würdig widerspiegeln zu können, es bräuchte Wochen, um einen einigermaßen handfesten Artikel samt Bildern verfassen zu können. Also entschloss ich mich dazu, etappenweise Besuche abzustatten und immer mal wieder einige Aufnahmen mitzunehmen, vielleicht gibt es irgendwann einmal genügend Material, für einen eigenen Beitrag.

Auf nach Berlin

Also schaute ich auf die Karte und entschied mich für den Westen Berlins. Hier findet man das sagenumwobene Schloss Charlottenburg. Seit Anbeginn meiner Leidenschaft, wollte ich es vor meine Kamera bringen, denn die perfekte Symmetrie dieses historischen Gebäudes würde ganz sicher dazu führen, dass am Ende ein tolles Bild dabei raus kommt. Gesagt, getan. Bei Zeiten ging es los. Ungefähr zwei Stunden musste ich für die Fahrt einplanen, denn der Verkehr eilt seinem Ruf voraus in dieser Gegend.

Ankommen

Nach relativ guter Fahrt kam ich schlussendlich an, parkte meinen Wagen zu überteuerten Gebühren und lief meinem Traumziel hoffnungsvoll entgegen. Und in der Tat, es war imposant. Als ich davor stand musste ich es kurz auf mich wirken lassen, so sehr beeindruckte es mich. Ich ging zu Boden und fotografierte es auf meine übliche Art und Weise. Anschließend erkundete ich noch die Umgebung des Schlosses. Ich durchstreifte die Orangerie und lief ein wenig durch den Park des prunkvollen Anwesens. Gegenüber von Schloss Charlottenburg fiel mir noch ein wunderbares Denkmal von Prinz Albrecht von Preußen auf, welches ich aus jedem Winkel fotografierte.

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Denkmal Prinz Albrecht von Preußen

Ein neuer Plan

Mittlerweile waren fast zwei Stunden vergangen, aber der Tag hatte doch erst begonnen, also weshalb nicht noch mehr Eindrücke irgendwo sammeln? Direkt ins Herz Berlins fahren? Nein, diesem Stress wollte ich mich nicht aussetzen, also kam mir die Idee, einfach weiter in Richtung Westen zu fahren, in das Havelland. Vor einiger Zeit durchquerte ich es bereits und empfand es als recht idyllisch. Da ich nun bereits in der Nähe war, entschied ich mich kurzerhand ein neues Ziel in das Navi einzugeben: Brandenburg an der Havel.

Auf nach Brandenburg

Schon als ich die äußeren Grenzen Berlins verließ und in die beruhigend flache Landschaft samt strahlendem Sonnenschein eintauchte, machte sich ein wohlig entspannendes Gefühl in mir breit. Es war wie in diesen amerikanischen Roadmovies, in denen die Protagonisten in einem Ford Mustang dem endlosen Highway mitten im Nirgendwo der untergehenden Sonne entgegen fuhren. Auch ich fühlte mich gezwungen, die Scheiben herunterzulassen, die Sonnenbrille aufzusetzen und den angewinkelten Arm auf die Fahrertür gemütlich abzulegen, während aus dem Radio Tom Petty mit seinem Song „free falling“ lief.

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Weiten des Havellands

Quer durch das Havelland

Bereits der Weg nach Brandenburg war durchzogen von kleinen Örtchen, deren Architektur teilweise an vergangene Zeiten erinnerten. An jeder Ecke sah ich wunderschöne Häuschen, Vorgärten und versteckte Gutshäuser, die schon fast wie kleine Schlösschen aussahen. Oft hielt ich an, lief noch ein paar Meter und war fasziniert, was dort für kleine Kostbarkeiten zu entdecken waren, die außerhalb der Orte anscheinend kaum Bekanntheit erlangten.

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Gutshaus Roskow

Ankommen in Brandenburg an der Havel

Schließlich erreichte ich mein Ziel und war begeistert vom Flair dieser tollen Stadt. Bildschöne Fassaden, Brücken, Türme, Parks, Wasser, einfach alles, was das Herz begehrt, findet man in diesem Kleinod. Man kann wunderbar flanieren durch die sehr gut erhaltene Innenstadt, an der Havel oder den liebevoll hergerichteten Altbauwohnungen. Eine herrlicher Ort, die man unbedingt einmal besuchen sollte.

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Fassaden in Brandenburg

Weiter nach Werder

Mittlerweile gingen schon einige Stunden ins Land und ich beschloss so langsam aber sicher in Richtung Heimat zu fahren. Auf dem Rückweg könnte ich den Weg über Werder an der Havel und Potsdam nehmen, nicht die kürzeste Route, aber immerhin wäre dies wieder ein Ort mehr, den ich von meiner Liste streichen könne. Erneut durchstreifte ich unbekanntes Land und war fasziniert von der unendlichen Weite, die sich mir erschloss. Oft machte ich eine kleine Rast und genoss den Ausblick in die wunderschöne Natur. Plötzlich begegnete mir ein braunes Schild, auf dem stand „Götzer Berge“. Hier? Mitten im grünen Flachland, Berge? Ich konnte nicht anders, ich musste abbiegen und mir die Sache ansehen. Ich fuhr und fuhr, es wurde leicht hügelig, aber riesige Berge? Ich kam schließlich in einem kleinen Ort Götz an. Nun musste ich anhalten und einem verlassenen Pfad folgen, der mich zu einem Aussichtsturm führen sollte. Es verging fast eine halbe Stunde, doch der Weg hatte sich gelohnt. Als ich auf den Turm stieg bot sich mir eine herrliche Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen auf weite Teile des Havellands.

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Götzer Berg

Fasziniert von dieser Erfahrung trat ich nun den Weg Richtung Werder an der Havel an. Auch hier erwarteten mich tolle Eindrücke, kleine Gässchen, durch die es sich gemütlich flanieren lässt,  wunderbar erhaltene Häuschen und sogar eine Windmühle, die einsam und allein auf einem kleinen Hügel steht und sich prächtig in das Panorama der Stadt eingliedert. Ein hervorragender Abschluss einer tollen Fototour. Das Havelland hat mir wirklich sehr gefallen. Gern komme ich wieder.

Zu Guter Letzt noch ein paar Impressionen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

 

Frühlingsfahrt in den Spreewald

Auf in den Spreewald

Eines schönen Morgens stand ich erneut vor der Frage, welches Gebiet denn diesmal erobert werden könnte. Ich blickte auf die Karte und entschied mich dazu, in Richtung Osten zu fahren, da diese Gegend meinerseits bisher kaum erschlossen wurde. Alles was hinter Jessen liegt, war bisher ein blinder Fleck für mich, ein Grund mehr, einen Tagestrip zu machen. Zwar schien die Sonne, was natürlich weniger schön war um zu fotografieren, aber man muss eben immer das Beste draus machen.

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Blick ins Flachland

Zwischenstopp in Schönewalde & Dahme

Von meiner Heimatstadt Wittenberg sind es nur ein paar Kilometer, bis man das Bundesland Brandenburg erreicht. Der erste Halt meiner kleinen Reise fand im beschaulichen Schönewalde statt. Ein Örtchen mit sehr schönen Häuserfassaden und einer kleinen Kirche, die man relativ gut von der Straße aus fotografieren und ins rechte Licht setzen kann. Ich stieg aus dem Auto und lief etwas durch das kleine Örtchen um ein paar Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Eindrücke festhalten konnte, fuhr ich weiter Richtung Dahme/Mark, einen Ort, den ich bisher nie wahrgenommen habe, dessen Architektur aber durchaus beeindruckte.

Als ich in Dahme eintraf und Richtung historischer Altstadt fuhr, ragte ein wundervolles Gebäude in den Himmel empor von dem ich stark annahm, dass es das Rathaus der Stadt war. Natürlich musste ich mir sofort einen Parkplatz suchen und aus jeder nur möglichen Perspektive Fotos schießen. Ich blockierte die Straße, um einen optimalen Blick zu ergattern, glücklicherweise schienen die Menschen aber Verständnis für mein einnehmendes Wesen zu haben. Anschließend schlenderte ich noch ungefähr eine Stunde durch die Gassen und verewigte hier und da noch einige schöne Gebäude, bevor ich weiter zog in die Tiefen des Spreewalds.

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Rathaus von Dahme

Auf nach Lübbenau

Ich durchquerte noch einige kleine Örtchen, beispielsweise Luckau, welches einen äußerst gemütlichen Eindruck hinterließ. Schließlich erreichte ich das idyllische Lübbenau, was ganz klar ein touristischer Knotenpunkt zu sein scheint. Viele Kennzeichen aus allen Teilen der Bundesrepublik waren zu sehen. Hier gibt es alles, was das Erholungsherz begehrt: idyllische Wanderwege, entspannte Paddeltouren auf den schmalen Kanälen, die sich durch die Region ziehen, eine tolle Landschaft und das perfekte Maß an Besuchern aus meiner Sicht, denn es war relativ lebhaft aber nicht überlaufen. Wer sich also etwas Ruhe und Entschleunigung gönnen mag, ohne das Gefühl der völligen Abgeschiedenheit zu haben, würde sich hier sicher sehr wohl fühlen.

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Häuschen in Lübbenau

Ich verweilte fast zwei Stunden in Lübbenau und wäre auch noch gern geblieben, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich musste wieder den Heimweg antreten. Diese Region besitzt übrigens das KFZ Kennzeichen LDS für Landkreis Dahme Spreewald, von dem ich bisher immer aus unerfindlichen Gründen annahm, es sei Landshut, wenn ich es auf der Autobahn gesehen habe. Ab jetzt jedenfalls werde ich es mir ganz sicher merken. Reisen bildet eben.

Es war eine schöne Tour in den Spreewald und ich kann Allen nur empfehlen, dieses Fleckchen Erde einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Meine Heimat Wittenberg

Seit etwas über einem Jahr gehe ich nun schon meiner Leidenschaft nach und bereise so oft es nur geht die unterschiedlichsten Gegenden: von der Ostsee, über das schöne Sachsen, nach Hessen, Hamburg, Brandenburg, Thüringen, die Schweiz oder Polen und komme doch immer wieder gern nach Hause in meine Heimatstadt Wittenberg in Sachsen Anhalt. Die meisten meiner Freunde sind weggezogen und verstreut in aller Herren Länder, ich bin einer der Wenigen, die geblieben sind und muss sagen, dass ich es nicht bereue. Seit nunmehr 37 Jahren wohne ich in einer der wunderschönsten Kleinstädte Deutschlands und habe im Laufe der Zeit natürlich auch einige Aufnahmen machen können, die ich gern mit euch teilen möchte.

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Der Marktplatz von Wittenberg

Von Wittenberg gelangt man an ganz viele wundervolle Reiseziele. Es sind nur ca. 80 Kilometer bis Leipzig und 100 bis Berlin. Man erreicht schnell Nachbarländer wie Polen oder die Tschechei und in knapp drei Stunden ist man schon an der Ostsee. Für einen Menschen wie mich, der die Fotografie liebt, also perfekt!

Wittenberg liegt direkt am Bundesland Brandenburg und bis zum Freistaat Sachsen sind es auch nur relativ wenige Fahrminuten. Hier liegt das Herz der Reformation, denn Martin Luther, der Begründer der evangelischen Glaubensrichtung hat hier seine Thesen 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und revolutionierte damit die Welt. Eine geschichtsträchtige Stadt, die von vielen Reisenden besucht wird. Doch Wittenberg hat noch viel mehr zu bieten: eine bezaubernde Innenstadt mit wundervoller Architektur, das mittelalterliche Lutherfest, dass jedes Jahr zehntausende Besucher anlockt und zu der bekannte Bands dieses gigantische Spektakel begleiten, die wunderschöne Elbe und die zauberhafte Landschaft, die Wittenberg umgibt. Auch namhafte Künstler, wie Hundertwasser oder Herakut haben hier ihre Spuren hinterlassen.

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Schlosskirche

Ich kann Jedem nur empfehlen, einmal Wittenberg in seine kommenden Reiseziele mit einzubeziehen um sich selbst davon zu überzeugen. Anbei ein paar Eindrücke aus meiner Heimat Wittenberg.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Ausflug nach Polen

Eins der Fotoreiseziele, die ich mir für 2019 vorgenommen hatte, war Polen. Ich war vor Ewigkeiten an der polnischen Ostsee zugegen, kann mich aber kaum mehr daran erinnern. Ein Grund mehr, einen aktuellen Eindruck über unser Nachbarland zu erhaschen. Ich recherchierte schon zwei Tage vorher, welche Stadt für mich in Betracht käme, die ich an einem Tag belagern könnte. Es sollte schon eine etwas größere Ortschaft sein, damit sich das Ganze auch lohnt. Ursprünglich schwebte mir Łódź vor, was ich auch eine ganze Zeit in Betracht zog, doch nach weiterer Recherche fokussierte ich mich auf Stettin, was auf Grund des näheren Anfahrtsweges eher meine Zustimmung fand. Also entschied ich mich kurz vor dem Start für diese Stadt im Norden an der Grenze zu Deutschland. Früh morgens sechs Uhr ging es los und ich fuhr 300 Kilometer in Richtung Nordosten. Es war ein grauer und trister Tag, genau richtig für dieses Vorhaben.

Meine Reise führte mich durch Brandenburg und am Speckgürtel Berlins vorbei. Bevor ich überhaupt die Grenze erreichte, hielt ich noch in Prenzlau an, einer kleinen Stadt, die ca. 50 Kilometer vor der polnischen Grenze liegt. Hier wollte ich noch einmal tanken, musste aber trotzdem anhalten, da ich einen riesigen Dom sah, den ich unbedingt festhalten musste. Überwältigt von diesem gigantischen Baukunstwerk und der Information, dass auch hier Martin Luther gewirkt hatte, entschloss ich mich noch einen kurzen Moment zu verweilen und schlenderte durch das kleine Städtchen. Mittlerweile war es schon nach neun Uhr und ich beschloss weiterzufahren um endlich an mein Ziel zu gelangen.

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Marienkirche in Prenzlau

Am Grenzgebiet angekommen, die mobilen Daten am Handy ausgeschaltet und ohne einen Heller polnischer Währung im Portemonnaie zu haben, durchquerte ich die offene Grenze und sofort bot sich mir ein neues Bild. Alles war anders, die Beschilderungen, die Tempolimits, die Ampeln und die Straßen. Die Zebrastreifen scheinen wirklich eine besondere Priorität zu genießen, denn es wird einfach immer für die Fußgänger angehalten, sie brauchen sich vorher nicht einmal nach links und rechts umzuschauen, die Autofahrer halten an. Dies hat mich umso mehr gewundert, da es in Polen eigentlich genau andersherum ist: der Autofahrer hat Priorität und der Fußgänger hat zu warten. Die Ampeln in Stettin haben mich ganz besonders beeindruckt, hier gibt es neben diesen noch eine weitere Ampel, auf der die Wartezeit angezeigt wird. Die Sekunden zählen rückwärts und man kann sich wunderbar darauf einstellen, wie lange die entsprechende Grün- oder Rotphase noch andauert.

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Rotes Rathaus in Stettin

Die Größe und die Architektur erinnerte mich stark an Leipzig. Stettin ist eine wundervolle Stadt, mit wirklich vielen schönen Gebäuden und Fassaden, die teilweise mächtig mondän wirken. Ich verbrachte einige Stunden im Zentrum und versuchte soviel wie möglich vor meine Linse zu bekommen. Es gab nur ein Problem, es waren nirgends kostenlose Parkplätze zu finden, man musste schier an jeder Ecke bezahlen. Mir blieb also nichts weiter übrig, als anzuhalten, auszusteigen und sofort etwas aus der Situation zu machen, oft ließ ich den Motor einfach an und flitzte nach getaner Aufnahme wieder in mein Auto. Einzig am Hafen von Stettin fand sich eine Gelegenheit länger zu verweilen ohne Gefahr zu laufen, einen Strafzettel zu bekommen. Noch bevor die Dämmerung einsetzte, fuhr ich wieder in Richtung Heimat. Vorbei an Gartz, Angermünde und Eberswalde. Ebenfalls wundervolle Ortschaften, die ich sicher in Zukunft noch einmal genauer unter die Lupe nehme.

In der Zukunft werde ich mir auch noch die vielen anderen großen Städte in Polen ansehen, Stettin war ein toller Einstieg, den ich jedem Menschen ans Herz legen kann. Anbei einige Eindrücke von meiner Reise.

 

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende, Zeit, um ein erstes Resümee zu ziehen und auf das zu blicken, was war und was vor mir liegt. Seit einem Jahr befasse ich mich nun mit der Fotografie und habe damit die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. In dieser Zeit entstand diese Website, es wurden Aufnahmen in Zeitungen abgebildet, ich kam in Ausstellungen und Büchern vor, gestaltete Fotobücher & Kalender und man findet mich inzwischen auf Facebook, Pinterest, Instagram und sogar auf Youtube. All das hätte ich vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten.

Die Fotografie ist eine Leidenschaft, die schon immer in mir zu schlummern schien und nun erwacht ist. Mich fasziniert schier alles, egal ob es die unendlichen Weiten einer kargen Landschaft sind, es sich um ein epochales Bauwerk handelt oder ein völlig normaler Moment im Alltag eines Menschen ist, den ich versuche festzuhalten: ich hoffe darauf, dass am Schluss ein bewegendes Bild herauskommt. Ich kann es immer kaum erwarten zu Hause anzukommen, den Rechner hochzufahren um mir meine Beute anzusehen und auszuwählen, welches Bild es wert ist, sich der finalen digitalen Bearbeitung zu unterziehen. Ich bin immer extrem motiviert, wenn ich an so einer Bearbeitung sitze. Vor meinem geistigen Auge habe ich meistens eine grobe Vorstellung, welche Stimmung zu dem jeweiligen Bild passen würde. Zusätzliche Inspiration verleihen mir manchmal die Stile anderer Fotografen, Filme und Musik. Ich bin oft Feuer und Flamme, während ich meine Maus an den Reglern hin- und her schiebe. Ist es geschafft und es bewegt mich in irgendeiner Form, gebe ich es einen passenden Namen, implementiere mein Logo dezent und lade es in diversen Plattformen hoch, in der Hoffnung, dem Einen oder Anderen gefällt was er sieht oder noch besser, es berührt.

Ich denke oft darüber nach, wie es wäre, wenn man mit dieser Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten würde, doch wäre es dann noch dasselbe? Könnte man immer noch mit dieser Entspanntheit arbeiten, wenn einem ständig der Druck im Nacken sitzt?  Was, wenn die Leistung am Ende nicht gefällt? Es gibt erfahrene Fotografen, die raten davon ab, andere wiederum wirken motivierend oder sind sogar sehr erfolgreich. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Entscheidung getroffen und freue mich einfach auf die unbekannte Zukunft. Momentan möchte ich einfach machen, was ich liebe und das aus vollem Herzen. Es freut mich sehr, dass ich mittlerweile einige Menschen auf unterschiedlichsten Wegen getroffen habe, denen meine Bilder etwas bedeuten.

Zu guter Letzt präsentiere ich noch einige meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr.

Lass es Dir gut gehen!

~ Ulli

 

Abstecher nach Hamburg

Einladung nach Hamburg

Ende September diesen Jahres wurde ich nach Hamburg eingeladen. Grund hierfür war ein Fotowettbewerb, an dem ich vor vielen Monaten mit einigen meiner ersten Bilder, ins Rennen ging. Da es Samstag war, meine Freundin arbeiten musste und ich mir so eine Veranstaltung schon immer mal ansehen wollte, dachte ich mir, den Weg kann ich auf mich nehmen. Die nordwestliche Region ist mir bisher sowieso noch relativ unbekannt, einzig und allein Bad Segeberg und Oldenburg hatte ich vor längerer Zeit einmal besucht, also gab es genug Gründe für mich, die Fahrt anzutreten. Mit „Moon Taxi – too high“ in Dauerschleife, startete ich also und fuhr entspannt Richtung Hamburg.

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Oldenburg

Die Reise nach Hamburg

Fährt man mit dem Auto, ist man von Wittenberg in ca. drei bis vier Stunden in der Hansestadt. Natürlich war mir klar, dass ich deutlich länger brauchen würde, da bereits auf dem Weg dahin einige interessante Ziele liegen, die ich unbedingt aufnehmen musste. Neuruppin war beispielsweise solch ein Ort, den ich sehr gern einmal besichtigen wollte. Dies war auch mein erster Halt. Der Geburtsort Theodor Fontanes, zog mich sofort in seinen Bann, diese wundervolle Architektur gepaart mit viel Grün und einem anliegendem See, hatten mich zu einer viel längeren Verweildauer verleitet, als ursprünglich gedacht. Allein über diesen bezaubernden Ort, hätte ich einen Artikel verfassen können.

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Neuruppin

Weiter gehts

Mittlerweile verging doch schon etwas viel Zeit, so dass ich weiterfuhr. Nun sollte Wittstock an der Reihe sein, doch der Weg war dann doch etwas weit weg von meiner Route, so dass ich beschloss, nicht anzuhalten und weiter Autobahn fuhr. Ein paar Kilometer entfernt, sah ich ein Schild, auf dem Museumsschloss Meyenburg stand, ich konnte nicht anders, ich musste abfahren und es mir ansehen. Ich nahm die Ausfahrt, um ins ca. zehn Kilometer entfernte Meyenburg zu gelangen, doch schon auf halber Strecke zwang mich ein Stau dazu, leider wieder Kehrt zu machen. Nun entschied ich mich bis nach Hamburg durchzufahren.

Ankommen in Hamburg

Am frühen Abend erreichte ich dann mein Ankunftsziel, ging ins Hotel, machte mich frisch und traf pünktlich zur Veranstaltung ein. Über vierzig Fotografen nahmen teil und alle wurden in der gesamten Halle mit ihren Werken ausgestellt. Die besten Drei wurden prämiert. Das Schönste aber war, dass ein Buch produziert und an alle Teilnehmenden verschenkt wurde, in dem alle Fotografen samt Werken und Kontaktdaten hinterlegt worden sind. Auch wenn ich nicht unter den Erstplatzierten war, bin ich froh darüber, die Erfahrung gemacht zu haben.

Morgens in Hamburg

Nach der Veranstaltung ging ich früh heim ins Hotel, da ich am nächsten Morgen zeitig aufstehen wollte, um Hamburg am Morgen aufnehmen zu können. Sechs Uhr klingelte mein Wecker, ich frühstückte, checkte aus und fuhr quer durch Hamburg. Ich versuchte soviel wie möglich einzufangen, von der Innenstadt bis hin zu den Docks. Es war herrlich, die Sonne ging langsam auf und kaum ein Mensch war auf den Straßen dieser Metropole anzutreffen.

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Hamburger Bahnhof

Rückfahrt per Landstraße

Den Rückweg in die Heimat nahm ich diesmal nicht über die Autobahn. Auf der Fahrt würde ich soviele interessante Orte durchqueren, da wäre es sehr schade, wenn ich sie nicht besuche um sie festzuhalten, schließlich ist man nicht jeden Tag in der Gegend. Also ging es südlich Richtung Lüneburg. Schon auf dem Weg dahin musste ich in zwei Orten anhalten: Winsen (Luhe) und in Bardowick. Ich konnte an diesen Orten einfach nicht vorbeifahren, ohne ein Bild zu machen. In Lüneburg angekommen, einer Stadt, von der ich vorher gar nichts wusste, außer, dass sie in der Salzgewinnung eine große Rolle gespielt hat, zwang mich die überwältigende Anmut der Hansestadt dazu, einen Parkschein zu kaufen und länger zu verweilen. Diese Stadt ist einfach unbeschreiblich schön, es gibt nahezu keine Ecke, die den Betrachter nicht in Staunen versetzt. Ich kam aus dem Fotografieren gar nicht mehr heraus, für mich wirkte es wie Klein-Amsterdam. Weiter ging es über Uelzen in Richtung Sachsen-Anhalt.

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Lüneburg

Nach Hause über Sachsen-Anhalt

Schwer beeindruckt von Lüneburg, ging es weiter Richtung Heimat. Ich entschied über den Norden Sachsen-Anhalts zu fahren, dem ich ebenfalls bisher keine Aufmerksamkeit schenkte, was ein echter Fehler war, wie ich nun weiß. Mein Weg verlief über Uelzen, in dem der bekannte Hundertwasser-Bahnhof steht, das bezaubernde Bergen, das letzte Örtchen in Niedersachsen bevor man Sachsen-Anhalt erreicht, bis hin nach Salzwedel, Stendal und Tangermünde. Für all diese wirklich bezaubernden Orte müssten eigene Beiträge verfasst werden, um Sie ausreichend zu würdigen, doch das sprengt den Rahmen des ohnehin viel zu langen Artikels. Aus diesem Grund möchte ich nur noch die Bilder sprechen lassen und hoffe, dazu zu ermutigen, selbst einmal diese Gefilde zu besuchen.

~ Ulli