Zurück ans Meer

Aufbruch ins Vertraute

Es ist ein schwüler Sonntagmorgen. Endlich geht es los: Mein dreiwöchiger Urlaub zusammen mit meinen Freunden Grit, Michael und deren Sohn Basti in meine zweite Heimat Kroatien beginnt. So lange hatte ich mich darauf gefreut und dem Datum entgegengefiebert – fast schon surreal, dass es jetzt soweit ist. Schon Tage vorher hatte ich mich seelisch und moralisch darauf vorbereitet, meine Sachen verstaut und das Geschenk für ein besonderes Ereignis verpackt. Die Fahrt sollte planmäßig verlaufen, denn LKWs waren an diesem Sonntag nicht zu erwarten.

Ankunft in Bayern

Da es über elf Stunden sind, um den Norden Kroatiens zu erreichen, und ich nicht alles in einem Ritt durchfahren wollte, buchte ich vorab ein Zimmer im Süden Deutschlands – in Inzell. Die Idee kam nicht von mir, sondern von Grit und Micha, die mir dieses Kleinod empfohlen hatten. Nach kurzer Recherche entschied ich mich, dasselbe Hotel zu nehmen wie sie. Eigentlich hätte ich mir die Mühe sparen können, denn ich kann ihnen in solchen Dingen blind vertrauen.

Die Fahrt dauerte. Staufrei kam ich durch, und das Wetter war durchgängig schön. Bevor ich Inzell erreichte, sah ich ein Schild: Landshut. Da dachte ich mir: Wenn ich schon einmal in der Nähe bin, schaue ich doch auch mal vorbei. Gesagt, getan – ich fuhr von der Autobahn ab und landete im idyllischen Landshut. „Tolle Stadt“, dachte ich mir. Ich suchte einen Parkplatz und fand tatsächlich einen mitten in der Innenstadt. Sonntags konnte man hier kostenfrei parken – perfekt.

Gerade stieg ich aus dem Wagen, da kam mir ein Mann entgegen, der kaum glauben konnte, dass ich aus Wittenberg komme. Er kannte das Nummernschild „WB“, das hier leicht als „Westberlin“ interpretiert wird. Wir kamen ins Gespräch. Er erzählte, dass er selbst Wittenberger sei, aber vor Jahren weggezogen ist. In zwei Wochen fährt er in meine Heimat und besucht das alljährliche Lutherfest. Unfassbar – da fährt man hunderte Kilometer, und dann trifft man einen Einheimischen. Wir plauderten noch eine Weile, bevor ich den Kern der Stadt erkundete. Dass Landshut vor München einmal Landeshauptstadt war, erstaunte mich sehr. Er gab mir noch einen Tipp, wo ich gut essen könne – nicht hier in der Stadt, sondern etwas außerhalb. „Fahr nach Geisenhausen! Da schmeckt’s!“ Wir verabschiedeten uns, und ich machte noch ein paar Bilder, bevor ich in besagten Ort weiterfuhr.

Unterwegs dachte ich mir: Bayern ist wirklich schön. Überall kleine Dörfchen mit charmanten Kirchen und einem Panorama, das seinesgleichen sucht. Es fühlte sich an, als wäre ich durch ein Märchenland gefahren. Die Gaststätte fand ich schnell und kehrte ein. Es gab Knödel und Schweinshaxe – lecker! Die Dame, die mich bediente, kam aus Leipzig, ebenfalls aus meiner Ecke. Unglaublich. Dann ging es weiter Richtung Süden. Erste Anzeichen der Berge wurden sichtbar: die Alpen. Ständig hielt ich die Kamera raus und drückte während der Fahrt auf den Auslöser.

Kirche in Geisenkirchen

Schließlich kam ich in Hotel Schwarzberg in Inzell an. Grit und Basti waren noch nicht da. Ein klasse Hotel. Nach dem Einchecken lief ich ein wenig umher und schoss ein paar Bilder von diesem verträumten Ort. Dann trafen sie ein. Wir begrüßten uns aufs Herzlichste und genossen den ausklingenden Abend mit einem Maß Bier. Morgens ging es weiter. Wegzehrung besorgte ich mir noch bei einem ortsansässigen Bäcker, der so einladend aussah, das man nicht daran vorbeifahren konnte. Seit einem Jahr gibt es ihn, sagte mir die freundliche Verkäuferin. Und ich muss sagen, es war wirklich sehr schmackhaft. Für alle, die in der Gegend sind, sollten einmal bei „Bäckerei Kreidl“ vorbeischauen.

Ich erreiche das Meer

Schließlich erreichte ich die Grenze. Nun gings ans Portemonnaie: Vignette für Österreich: 12,50 Euro. plus Maut 14,50 Euro. Dann Karawankentunnel, wieder 8,80 Euro. E-Vignette 32 Euro Monatsticket für Slowenien. Es vergehen 5 Stunden. Endlich komme ich an und werde erneut in den magischen Bann Istriens gezogen. Die Luft, das Meer, selbst die Sonne, so scheint es, leuchtet hier anders. Ein Lächeln entsteht einfach so, ohne, dass ich etwas dagegen hätte tun können. Dies ist mittlerweile mein 4.er Artikel über diese Gegend. Wen es interessiert, hier gehts zu den alten:

Im Land der Träume

Hrvatska

Blick aus der Ferne

Terra Incognita

Es sind noch zwanzig Minuten bis Lovran, der Stadt am Meer, in der Milena und ihr Bruder Marino leben und ihre wundervollen Behausungen vermieten. Grit und Michael kommen schon zum X-ten Mal hier her. Ich kann verstehen, weswegen sie es so sehr lieben. Die Beiden wohnen weit oben in den Bergen. Somit sind noch einige Terpentinen zu bewältigen, bevor ich bei ihnen ankomme, wo meine Weggefährten schon auf mich warteten. Schließlich komme ich an. Ein sehr steiler Hang führt hinab zu den Vermietern, so steil, dass ich es nicht wage, wieder selbst hochzufahren.

Die Begrüßung war herzlich und andauernd. Uns allen wurde je ein Parkplatz zugeteilt und konnten nun die Zimmer beziehen. Ich erhielt eine riesige Wohnung, Grit und Micha ein gefühltes Penthouse. Abends unterhielten wir uns bei selbstgebranntem Wein, kleinen Snacks und einem Ausblick, den man sich nicht schöner vorstellen kann.

Unser Ausblick auf die Adria
Die ersten Tage in Istrien

Warum wir diesmal nach Kroatien fuhren? Klar — erneut wegen Sonne, Meer und der guten Luft. Aber vor allem, weil Grit und Micha sich das Ja-Wort geben wollten. Micha hatte Grit vor ein paar Monaten den Antrag gemacht, und die beiden wünschten sich, dass ich diesen besonderen Tag für sie festhalte — mit Fotos und Videos. Da musste ich nicht lange überlegen.

Am ersten Tag nach unserer Ankunft machten wir das einzig Richtige: Wir warfen uns in die Badesachen und tauchten ab ins glasklare Wasser der Adria. Die Sonne stand hoch am Himmel, die Luft roch nach Salz und Pinien, und für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Wir ließen uns auf den warmen Steinen nieder, ließen die Seele baumeln und genossen dieses unvergleichliche Licht, das nur die Küste Istriens in dieser Art zu zaubern vermag.

Am Abend saßen wir wieder mit Milena und ihrem Bruder Marino zusammen, die Gastgeber, bei denen Grit und Micha seit Jahren unterkommen, und inzwischen mehr Freunde als bloße Vermieter geworden sind.

In den darauffolgenden Tagen trafen dann auch Judith und David ein, zwei enge Freunde von Grit und Micha, die aufgrund beruflicher Verpflichtungen etwas später anreisten. Wir kannten uns vorher noch nicht, ebenso wenig wie Basti, aber wir verstanden uns auf Anhieb. „Einmannfrei“ — ein bewusst falsch ausgesprochenes Wort, das Grit immer wieder zum Besten gab — wurde schnell zu unserem Running Gag, der uns noch oft an den Abenden zum Lachen brachte.

Der Tag der Hochzeit

Dann war er da: Freitag, der 6. Juni 2025. Der große Tag für Grit und Micha. Bereits am Morgen lag eine besondere Stimmung in der Luft. Die Sonne spiegelte sich auf dem glatten Wasser der Kvarner Bucht, als wollte sie selbst ein wenig festlicher scheinen. Wir frühstückten gemeinsam auf der Terrasse und sprachen über alles Mögliche — und doch spürte man, dass es ein besonderer Tag war.

Vor der eigentlichen Trauung mussten Grit und Micha am Tag davor noch einige bürokratische Hürden nehmen. Wer schon einmal in Kroatien etwas Offizielles erledigen musste, weiß, dass es dabei oft zugeht wie im berühmten Passierschein-A38-Haus bei Asterix. Die Standesbeamtin forderte noch diverse Unterlagen, eine Dolmetscherin musste organisiert und bezahlt werden, und zwischendurch hieß es immer wieder: „Gehen Sie nochmal kurz rüber ins andere Gebäude, und holen Sie sich hier einen Stempel.“ Zum Glück war Milena dabei, die mit viel Geduld und Charme die Formalitäten für die beiden regelte.

Ein Kraftakt bei den kroatischen Behörden

Die Zeremonie selbst fand schließlich in einem kleinen, wunderschönen Park direkt in Opatija statt, unter einer alten Pagode mit Blick aufs Meer. Ein traumhafter Ort, der wie gemacht schien für diesen Anlass. Die Gäste versammelten sich und Schaulustige standen in der Gegend.

Dann war es soweit. Grit und Micha schritten Hand in Hand den schmalen Weg durch den Park entlang, dem Ort entgegen, an dem sie sich gleich das Ja-Wort geben würden. Meine Kamera begleitete jeden ihrer Schritte, hielt diesen besonderen Moment für die Ewigkeit fest. Sie sahen einfach umwerfend aus: Grit in einem eleganten Kleid von Teuta Matoshi, das mit seinen zarten Stickereien und dem schimmernden Stoff wie gemacht war für diesen Ort am Meer. Und Micha — in einem weinroten Anzug, der in Italien für ihn angefertigt worden war und in dem er wirkte, als wäre er einem alten Filmklassiker entsprungen. Gemeinsam verließen sie den schattigen Park, das Rauschen der Blätter über ihnen, und traten hinaus auf die offene Fläche zur Pagode, wo bereits alle Gäste warteten. Ein Bild für die Götter.

Grit und Micha bei der Trauung
Die Zeremonie beginnt

An der Pagode angekommen, wurden Grit und Micha von der Standesbeamtin begrüßt, die sichtlich bemüht war, in der sommerlichen Hitze Haltung zu bewahren. Ein paar letzte Formalitäten wurden geflüstert, die Dolmetscherin stand bereit und übersetzte mit feiner, fast feierlicher Stimme. Dann bat man die beiden vorzutreten.

Der kleine Halbkreis aus Gästen rückte etwas näher zusammen, und es wurde still. Nur das Rauschen der nahen Adria und das Rascheln der Blätter begleiteten den Moment, in dem die Zeremonie ihren Lauf nahm. Milena und Marino standen etwas abseits, ein Lächeln im Gesicht, sichtlich gerührt. Auch Basti, der sich bisher eher zurückgehalten hatte, wirkte plötzlich sehr ernst und stolz zugleich.

Die Trauung selbst war schlicht, aber gerade dadurch so anrührend. Die Worte der Standesbeamtin, die von der Dolmetscherin Satz für Satz ins Deutsche übersetzt wurden, drehten sich um Liebe, Vertrauen und das Versprechen, einander durch alle Zeiten beizustehen. Ich spürte beim Blick durch meine Kamera, wie in den Augen der beiden ein Glanz lag, der selbst das Licht der Adria in den Schatten stellte.

Ein musikalisches Geschenk

Dann der vielleicht bewegendste Moment: Judith und David traten vor. Schon zuvor hatte ich von den beiden gehört, dass sie musikalisch seien, aber was nun folgte, übertraf alle Erwartungen. David Ameln, der ein renommierter Opernsänger ist, und seine Frau Judith stimmten ein Duett an — eine eigens für diesen Tag ausgewählte Arie.

Ihre Stimmen erfüllten den Park, getragen von der Stille ringsum. Es war, als hielte selbst das Meer für einen Augenblick den Atem an. Die glasklare Sopranstimme von Judith und Davids warme, kraftvolle Tenorstimme verschmolzen zu einem Klang, der nicht nur unter die Haut ging, sondern direkt ins Herz traf. Man sah es in den Gesichtern der Gäste — Tränen glänzten in den Augen, Grit war sichtlich gerührt, und selbst Micha, sonst der Fels in der Brandung, kämpfte mit der einen oder anderen Träne..

Judith und David singen ein Duett für das Hochzeitspaar

Ein Abend auf dem Meer

Nach der offiziellen Zeremonie kehrten wir in ein kleines Restaurant direkt an der Promenade ein. Es gab alles was das Herz begehrt, hausgemachte Pasta und istrischen Wein. Die Stimmung war entspannt, fröhlich und angenehm müde zugleich. Wir ließen den Nachmittag langsam ausklingen, bevor der zweite Höhepunkt des famosen Tages folgte.

Michael hatte eine Überraschung organisiert: eine private Bootstour entlang der Küste. Gegen Abend legten wir ab, das Boot glitt über das spiegelglatte Wasser, und der Sonnenuntergang malte den Himmel in Pastellfarben, die kitschig gewesen wären, wenn sie nicht so unverschämt echt gewesen wären.

Wir ankerten an einer kleinen, abgelegenen Bucht, fernab vom Trubel der Städte. Es war still. Nur das sanfte Plätschern der Wellen und unser ausgelassenes Lachen hallten über das Wasser. Mutige sprangen ins kühle Nass, andere blieben an Bord und genossen den Blick auf die langsam versinkende Sonne.

Besonders freute ich mich, als ich für einen Moment selbst ans Steuer durfte. Es sind diese kleinen Augenblicke, die einen Tag unvergesslich machen.

Blick auf die Küste von Medveja

Ein unvergesslicher Tag

Es war einer dieser Tage, die man am liebsten in eine Flasche füllen und für schlechtere Zeiten konservieren möchte. Voller Wärme, echter Freundschaft, Musik und diesem Wissen, dass es im Leben manchmal genau die einfachen Dinge sind, die alles bedeuten: das Meer, ein Lied, ein Glas Wein und Menschen, mit denen man lachen und weinen kann.

Weiterreise nach Gornji

Nach dem bewegenden Hochzeitstag brachen wir auf zu unserem nächsten Ziel: eine idyllische Bucht unweit von Trogir. Kurz vor der Weiterfahrt verabschiedeten sich Judith und David bereits, denn David stand mit seinem vollen Terminkalender bald wieder auf der Bühne.

Diese Region, die nicht nur durch ihre natürliche Schönheit besticht, sondern auch als Drehort der berühmten Serie Game of Thrones bekannt ist, schenkte uns eine willkommene Auszeit. Die ruhige Atmosphäre, der betörende Duft der Pinien und das kristallklare Wasser der Adria luden zum tiefen Durchatmen und Entspannen ein.

Ein besonderes Highlight war unser Besuch der historischen Altstadt von Trogir. Mit ihren verwinkelten Gassen, alten Steinhäusern und dem unvergleichlichen mediterranen Flair war sie der perfekte krönende Abschluss unserer Zeit an der dalmatinischen Küste. Eine Woche verbrachten wir hier.

Letzte Tage und Abschied

Bevor es heimwärts ging, verbrachte ich noch zwei Tage bei Vedrana in ihrem charmanten Haus direkt an der Bucht. Dort ließ ich den Blick über das Meer schweifen und sammelte die letzten Eindrücke dieser unvergesslichen Reise.

Die Heimreise rückte näher, und mit ihr das Gefühl, dass dieser Urlaub etwas ganz Besonderes war – nicht nur wegen der Landschaft oder des Wetters, sondern wegen der Menschen, der Freundschaften und der vielen gemeinsamen Momente, die ich in meinem Herzen mitnehme.

Dann ging es zurück in Richtung Heimat. Erneut elf Stunden Fahrt. Diesmal bin ich durchgefahren. Kaum angekommen, steuerte ich direkt zum Volleyballplatz, wo ich bis in die Abendstunden meinen Teamkameraden von all den Erlebnissen erzählen konnte. Die Erinnerungen an Sonne, Meer und das besondere Zusammensein ließen den Abend lebendig werden.

Doch nachts zu Hause erwartete mich ein unerwarteter Schock: Meine Wohnungstür war verschlossen. Zurück in meinen eigenen vier Wänden fühlte ich mich eigentlich angekommen und reich an Erfahrungen – doch nun stand ich vor einer unerwarteten Odyssee. Der Grund: Ein Wasserrohrbruch bei meinem Nachbarn über mir hatte den Vermieter dazu gezwungen, meine Tür aufzubrechen, um sich Zugang zu verschaffen.

Glücklicherweise erhielt ich sofort einen Ersatzschlüssel, und so konnte ich endlich wieder in mein Zuhause eintreten – erleichtert und dankbar, dass das Ganze glimpflich ausgegangen war.

Ein Video, das ich von unserem Urlaub gemacht habe, hält diese Zeit für mich lebendig und wird hoffentlich ein Schatz bleiben, den ich immer wieder gern anschaue. Wer mag, kann es sich hier ansehen:

Zum Abschluss noch einige Impressionen in Form von Bildern:

Im Land der Träume

Auf nach Kroatien

Viel wurde mir berichtet von einem Land, fern der Heimat, was so wunderschön sein soll, dass man gar nicht mehr weg möchte. Nun, man kann ja viel erzählen, erleben muss man es selbst. Offen wie ich bin, ließ ich mich auf die Verheißungen ein, ohne besonders hohe Erwartungen zu hegen. Ich hatte Urlaub und dachte mir, warum sich nicht auf zehn Stunden Fahrt einlassen und ein Land besuchen, von dem du rein gar nichts weißt. Später auf der Bahre wirst du es sicher bereuen, die Dinge nicht getan zu haben. Somit folgte ich dem Vorschlag meiner Freunde Grit und Michael, in Kroatien meinen Urlaub zu verbringen und fuhr mit den beiden getrennt voneinander ans Mittelmeer.

Ein weiter Weg

Ganze zwei Länder trennen mich vom vielversprechenden Ziel. Österreich und Slowenien. Ich war bereits in Salzburg, was nah an der deutschen Grenze liegt, aber die kroatische Halbinsel Istrien sollte noch einmal doppelt soweit weg liegen. Da ich Urlaub hatte und es keinen Anlass gab, mich irgendwelchem Stress auszusetzen, beschloss ich, auf halbem Weg Rast zu machen um am nächsten Tag ausgeruht meinen Weg fortzusetzen. Meine Entscheidung fiel dabei auf den Chiemgau bei der bezaubernden Eva, wovon ich bereits im vergangenen Artikel berichtete.

Slowenien
Endlich Ankommen

Vorbei an den bereits erwähnten Ländern, die ich aus meinem Wagen versucht habe, sporadisch festzuhalten, erreichte ich endlich Kroatien. Bereits kurz hinter der Grenze kam ich in den Genuss eines Panoramas, das seines Gleichen sucht. Ich war gezwungen, den Motor auszuschalten und den Ausblick auf die wundervolle Adria zu verewigen. Wer brauch schon Urlaub, wenn er hier in Istrien lebt? Sonne satt, eine unvorstellbare Landschaft und eine Architektur, die der in Frankreich oder Italien in nichts nachsteht. Istrien ist der nördlichste Teil des langgezogenen Landes, eine mit Steinen übersäte Halbinsel zu der mir auch gleich eine kurze Geschichte einfällt, die man sich hier erzählt:

Als Gott die Erde erschaffen hat, dachte er sich, ein Landstrich soll aussehen, wie das Paradies. So ist Istrien entstanden. Ein traumhafter Ort. Als der Teufel das gesehen hat, wurde er eifersüchtig. Rasend vor Wut zerriss er den Sack, in dem die Engel die Felsen transportierten, die noch zu verbauen waren. Und ganz Istrien wurde übersäht mit Felsbrocken.

Das ist auch der einzige Wermutstropfen, den man finden könnte. Einen Sandstrand sucht man hier vergebens. Aber keine Sorge, man gewöhnt sich ganz schnell daran, versprochen!

Istrien
Lovran

Schließlich erreichte ich mein Domizil in dem hübschen Ort Lovran. Villa Maria heißt das überaus moderne und wunderschön eingerichtete Hotel, welches ganz in der Nähe des Meeres liegt. Ich wurde von der überaus freundlichen Gastgeberin Vedrana empfangen, die mir sogleich mein Zimmer zeigte. Ich war baff. Es war qualitativ einzigartig. Sofort fühlte ich mich zuhause. Nach dem Einchecken, gab sie mir noch ein paar Tipps, bevor ich in die Stadt fuhr um mich mit Grit und Michael zum Abendessen zu treffen.

Es war ein wundervolles Wiedersehen bei unbeschreiblichstem Ambiente. Hier vergisst man wahrlich die Zeit und beginnt zu leben. Während man in der Abendsonne den Blick auf das wunderschöne Meer genießt, kommen einem viele Gedanken in den Sinn, allen voran, wie es wohl wäre, hier zu leben. Schon kommt der Ober. Natürlich esse ich Fisch. Bezahlt wird in der Landeswährung Kuna. 100 Kuna sind in etwa 14 Euro. Beseelt von diesen phänomenalen Ersteindrücken, planten wir den nächsten Tag und schlenderten anschließend noch etwas durch den Ort, bevor wir in unsere Hotels fuhren.

Lovran
Aufbruch nach Krk

Der nächste Tag brach an. Ich schlief wunderbar und wir alle freuten uns auf unsere nächste Etappe, die Insel Krk (Kirk gesprochen). Sie liegt etwa eine Stunde entfernt und hat viel zu bieten. Allein für sie bräuchten wir Tage um sie in Gänze zu erkunden. Grit und Michael sehnten sich nach Meer und wollten endlich in die Adria springen, auch ich verlangte danach, doch wollte ich auch die Umgebung erkunden. Somit entließ ich sie nach Ankunft in Njivice, einem der ersten Ortschaften auf der Insel und fuhr allein weiter in die Stadt Krk um dort ein paar Aufnahmen zu machen. Ich verweilte etwa zwei Stunden hier, bevor ich anschließend zum Badestrand fuhr, wo die beiden das Meer und die Sonne in vollen Zügen genossen. So gesellte ich mich dazu und vergaß den tristen Alltag in der Heimat.

Die Stadt Krk
Rijeka

Viele Stunden später verließen wir die Insel Krk, um uns wieder auf den Heimweg zu machen. Auf halber Strecke durchquerten wir eine der größten Städte in der Region, Rijeka. Wir wollten hier unseren Abend verbringen, etwas Essen und uns den Ort ansehen. Wahrlich, es ist eine bezaubernde Stadt, in der man ewig verweilen kann. Die wunderschönen Gassen, die Architektur und die liebenswerten Menschen, hinterlassen zwangsläufig einen bleibenden Eindruck. Was soll man dazu noch sagen? Man muss es einfach erleben.

Rijeka
Erste Eindrücke

Schon die ersten beiden Tage brachten so viele wunderschöne Impressionen mit sich, dass es nicht ausreicht, das gesamte Ausmaß dieses wundervollen Fleckchens zu würdigen. Deswegen werde ich diesmal meine Erfahrungen in einem weiteren Artikel fortführen, den ich demnächst veröffentlichen werde. Für den Anfang, will ich euch erste Eindrücke präsentieren.

~ Ulli