Vereint im Schmerz

Zugegeben, der Titel klingt etwas pathetisch, aber nachdem ich diesen bedeutsamen Tag noch einmal Revue passieren ließ und mir die Aufnahmen am Abend zu Gemüte führte, wollte ich ihn. Drückt er mit ein paar Buchstaben genau das Gefühl aus, was mich seit langer Zeit umgibt und von dem ich stetig versuchte, es in Worte zu fassen.

Es heißt nicht ohne Grund, geteiltes Leid ist halbes Leid. Erst jetzt, just in diesem Moment, verstehe ich die Bedeutsamkeit dieser allseits bekannten Redewendung tatsächlich. Denn was muss erst geschehen, dass Menschen unterschiedlichster Colour sich vom Sofa aufraffen, in die Ferne reisen und zusammen auf die Straße gehen? Was muss passieren, dass er sagt, ich weiß mir nicht mehr anders zu helfen? Wieviel kann ein Mensch ertragen? Wann ist seine individuelle rote Linie erreicht? Wie weit ist es gekommen, dass die Motivation, etwas zu tun, was nicht der Mehrheit entspricht, größer wiegt, als die Pein, die ihm zwangsläufig entgegenschlagen wird?

Wir leben in einer Zeit, in der selbst Worte, die seit Ewigkeiten legitim waren, bedeutungslos ja sogar abschreckend wirken mittlerweile. Fast schämt man sich sie auszusprechen. Worte wie Heimat, Deutschland, Recht, Freiheit, Nationalhymne oder Führerschein sind mittlerweile so kontaminiert, dass man sich zweimal überlegt, ob man sie benutzt. Es ist nicht nur der gesellschaftliche Umgang mit Corona, weswegen die Menschen auf die Straße gehen. Es scheint, als sei es das gesamte Lebensmodell, dass uns aufoktroyiert wird. Es ist Klima, es ist Gendersprache, es ist die Politik in Gänze. Das ganze Weltbild passt nicht mehr. Egal welches Thema man sich zu Gemüte führt, wir fühlen, dass es falsch ist und wir verstehen nicht, weshalb so viele Brüder und Schwestern das nicht erkennen wollen und uns sogar „bekämpfen“. Dabei sind wir die Letzten, die sich streiten möchten. Ganz im Gegenteil, wir möchten den Frieden, die Versöhnung und in Harmonie miteinander leben. Dafür greifen wir auf das vorletzte Mittel zurück was uns bleibt, die Straße.

Wir müssen alles versuchen, die Dinge zum Guten zu bewegen. Wenn uns das nicht gelingt, sind wir gezwungen unsere eigene Welt zu erschaffen, doch wer möchte das wirklich? Es würde zwangsläufig bedeuten, dass wir uns separieren müssen. Und diesen Zustand jemals wieder aufzulösen, würde Generationen andauern. Wer will das denn? Ich jedenfalls nicht und ich bin der festen Überzeugung, niemand anderes ebenso, der noch ein gewisses Maß an Empathie und Gefühl besitzt. Dafür gehen die Menschen an Tagen wie diesen weltweit auf die Straße, vereint im Schmerz.

Es ist alles gesagt, es ist alles bekannt. Mich erreicht der Schmerz in den unterschiedlichsten Lautstärken und Tonlagen. Es reicht. Er soll aufhören. Doch wird er es nicht von alleine. Mir bleibt nur das, was ich kann und zwar die Fotografie. Mit ihr versuche ich in den Dialog zu kommen, denn Bilder haben eine andere Ausdruckskraft als das geschriebene Wort oder ein Video. Ein Bild kann dazu anregen, für einen Augenblick die Realität zu vergessen. Im besten Fall entsteht ein Zweifel. Ein kurzer Gedanke, der zu weiteren führt und somit zu einem völlig neuen Blickwinkel. Ein naiver, aber schöner Gedanke. Mir gibt er Kraft.

Bildlich berichten möchte ich vom 28.08.2021. An diesem Tag vereinten sich Unzählige in Berlin und machten ihrem Schmerz freien Lauf. Sie gingen gemeinsam auf die Straße, wohlwissend, wie sie in den Gazetten beschrieben werden. Die Energie war atemberaubend, sie war spürbar und gab Halt. Eine schier endlose Anzahl an Menschen ließ sich von Verboten nicht aufhalten und folgte ihrem Herzen, getragen vom unbändigen Gefühl, das Richtige zu tun. Niemand konnte sie aufhalten. Die Liebe und der Wille nach Veränderung steckte an. Niemand warf einen bösen Blick auf die Armada des vergangenen Menschenverstands. Ganz im Gegenteil. Ich erlebte soviel Zuspruch von Passanten und Beobachtern, dass es mich darin bestätigte was ich tue und wofür so viele Menschen den weiten Weg auf sich nahmen. Sie blickten aus ihren Balkonen, schwanken Fahnen, begrüßten uns, streckten den Daumen in die Höhe, pfiffen aus ihren Autos, nahmen selbst alles auf und schenkten uns ein Lächeln. Es war unbeschreiblich. Dabei gerät es fast in den Hintergrund, dass uns die Polizei auf einer Brücke am Weitergehen hinderte.

Ich habe schon viele Demonstrationen fotografisch begleitet und ein paar Gedanken dazu niedergeschrieben, aber diesmal hat es mich besonders mitgerissen. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ich empfand, dass es ein ganz besonderer Tag war, der mir Hoffnung gab, denn diese Masse an reinen Herzen war nicht zu übersehen und regte ganz sicher den einen oder anderen zum Nachdenken an.

Genug der Worte, Bilder sprechen für sich. Ich hoffe, dass ich die Energie dieses wundervollen Tages einigermaßen vermitteln kann.

~ Ulli

Im Land der Träume

Auf nach Kroatien

Viel wurde mir berichtet von einem Land, fern der Heimat, was so wunderschön sein soll, dass man gar nicht mehr weg möchte. Nun, man kann ja viel erzählen, erleben muss man es selbst. Offen wie ich bin, ließ ich mich auf die Verheißungen ein, ohne besonders hohe Erwartungen zu hegen. Ich hatte Urlaub und dachte mir, warum sich nicht auf zehn Stunden Fahrt einlassen und ein Land besuchen, von dem du rein gar nichts weißt. Später auf der Bahre wirst du es sicher bereuen, die Dinge nicht getan zu haben. Somit folgte ich dem Vorschlag meiner Freunde Grit und Michael, in Kroatien meinen Urlaub zu verbringen und fuhr mit den beiden getrennt voneinander ans Mittelmeer.

Ein weiter Weg

Ganze zwei Länder trennen mich vom vielversprechenden Ziel. Österreich und Slowenien. Ich war bereits in Salzburg, was nah an der deutschen Grenze liegt, aber die kroatische Halbinsel Istrien sollte noch einmal doppelt soweit weg liegen. Da ich Urlaub hatte und es keinen Anlass gab, mich irgendwelchem Stress auszusetzen, beschloss ich, auf halbem Weg Rast zu machen um am nächsten Tag ausgeruht meinen Weg fortzusetzen. Meine Entscheidung fiel dabei auf den Chiemgau bei der bezaubernden Eva, wovon ich bereits im vergangenen Artikel berichtete.

Slowenien
Endlich Ankommen

Vorbei an den bereits erwähnten Ländern, die ich aus meinem Wagen versucht habe, sporadisch festzuhalten, erreichte ich endlich Kroatien. Bereits kurz hinter der Grenze kam ich in den Genuss eines Panoramas, das seines Gleichen sucht. Ich war gezwungen, den Motor auszuschalten und den Ausblick auf die wundervolle Adria zu verewigen. Wer brauch schon Urlaub, wenn er hier in Istrien lebt? Sonne satt, eine unvorstellbare Landschaft und eine Architektur, die der in Frankreich oder Italien in nichts nachsteht. Istrien ist der nördlichste Teil des langgezogenen Landes, eine mit Steinen übersäte Halbinsel zu der mir auch gleich eine kurze Geschichte einfällt, die man sich hier erzählt:

Als Gott die Erde erschaffen hat, dachte er sich, ein Landstrich soll aussehen, wie das Paradies. So ist Istrien entstanden. Ein traumhafter Ort. Als der Teufel das gesehen hat, wurde er eifersüchtig. Rasend vor Wut zerriss er den Sack, in dem die Engel die Felsen transportierten, die noch zu verbauen waren. Und ganz Istrien wurde übersäht mit Felsbrocken.

Das ist auch der einzige Wermutstropfen, den man finden könnte. Einen Sandstrand sucht man hier vergebens. Aber keine Sorge, man gewöhnt sich ganz schnell daran, versprochen!

Istrien
Lovran

Schließlich erreichte ich mein Domizil in dem hübschen Ort Lovran. Villa Maria heißt das überaus moderne und wunderschön eingerichtete Hotel, welches ganz in der Nähe des Meeres liegt. Ich wurde von der überaus freundlichen Gastgeberin Vedrana empfangen, die mir sogleich mein Zimmer zeigte. Ich war baff. Es war qualitativ einzigartig. Sofort fühlte ich mich zuhause. Nach dem Einchecken, gab sie mir noch ein paar Tipps, bevor ich in die Stadt fuhr um mich mit Grit und Michael zum Abendessen zu treffen.

Es war ein wundervolles Wiedersehen bei unbeschreiblichstem Ambiente. Hier vergisst man wahrlich die Zeit und beginnt zu leben. Während man in der Abendsonne den Blick auf das wunderschöne Meer genießt, kommen einem viele Gedanken in den Sinn, allen voran, wie es wohl wäre, hier zu leben. Schon kommt der Ober. Natürlich esse ich Fisch. Bezahlt wird in der Landeswährung Kuna. 100 Kuna sind in etwa 14 Euro. Beseelt von diesen phänomenalen Ersteindrücken, planten wir den nächsten Tag und schlenderten anschließend noch etwas durch den Ort, bevor wir in unsere Hotels fuhren.

Lovran
Aufbruch nach Krk

Der nächste Tag brach an. Ich schlief wunderbar und wir alle freuten uns auf unsere nächste Etappe, die Insel Krk (Kirk gesprochen). Sie liegt etwa eine Stunde entfernt und hat viel zu bieten. Allein für sie bräuchten wir Tage um sie in Gänze zu erkunden. Grit und Michael sehnten sich nach Meer und wollten endlich in die Adria springen, auch ich verlangte danach, doch wollte ich auch die Umgebung erkunden. Somit entließ ich sie nach Ankunft in Njivice, einem der ersten Ortschaften auf der Insel und fuhr allein weiter in die Stadt Krk um dort ein paar Aufnahmen zu machen. Ich verweilte etwa zwei Stunden hier, bevor ich anschließend zum Badestrand fuhr, wo die beiden das Meer und die Sonne in vollen Zügen genossen. So gesellte ich mich dazu und vergaß den tristen Alltag in der Heimat.

Die Stadt Krk
Rijeka

Viele Stunden später verließen wir die Insel Krk, um uns wieder auf den Heimweg zu machen. Auf halber Strecke durchquerten wir eine der größten Städte in der Region, Rijeka. Wir wollten hier unseren Abend verbringen, etwas Essen und uns den Ort ansehen. Wahrlich, es ist eine bezaubernde Stadt, in der man ewig verweilen kann. Die wunderschönen Gassen, die Architektur und die liebenswerten Menschen, hinterlassen zwangsläufig einen bleibenden Eindruck. Was soll man dazu noch sagen? Man muss es einfach erleben.

Rijeka
Erste Eindrücke

Schon die ersten beiden Tage brachten so viele wunderschöne Impressionen mit sich, dass es nicht ausreicht, das gesamte Ausmaß dieses wundervollen Fleckchens zu würdigen. Deswegen werde ich diesmal meine Erfahrungen in einem weiteren Artikel fortführen, den ich demnächst veröffentlichen werde. Für den Anfang, will ich euch erste Eindrücke präsentieren.

~ Ulli

Der Klang der Kunst

Vom Anfang einer Begegnung

Zeitgleich zum Eurovision Songcontest fand das Pendant in der alternativen Szene statt: der Nuovision Songcontest. In einer vorherigen „HomeOffice“ Folge wurde dafür geworben, dass sich Zuschauer der Sendung mit ihrem Musikclip für die Teilnahme bewerben können. Die Resonanz auf diesen Aufruf fiel deutlich höher aus, als gedacht. Persönlich fand ich das eine wundervolle Idee und genoss dieses Event bei Popcorn und Bier. Ganze fünf Stunden lang wurde dem geneigten Zuschauer hochkarätige Musik präsentiert. Dieses digitale Ereignis war ein voller Erfolg.

Unter Anderem reichte auch ein Berliner Rapper mit Namen „Paart MC“ einen Song ein. Erste Notiz nahm ich von ihm, als er in der Jubiläumssendung Wochen vorher musikalisch überraschte. Obwohl ich gänzlich anderen Klängen lausche, war ich irgendwie angetan. Die Melodie, der Text und die spürbare Professionalität, bewogen mich zu einem leichten Mitnicken.

Inspiriert von diesem tollen Abend, den die Freischaffenden da auf die Beine gestellt hatten, dachte ich mir, ich schreibe dem Paart einfach mal eine Email und biete ihm meine fotografischen Dienste an. Ich sagte frei heraus, dass ich noch keine Erfahrungen damit gemacht hätte, einen mir bis dato unbekannten Menschen aufzunehmen und dass HipHop nun wirklich nicht meine Musik ist, aber dennoch erkenne, was er Künstlerisches erschafft. Meine Anfrage weckte offensichtlich sein Interesse. Er freute sich, dass ich Kontakt aufnahm und stand für ein Treffen gern zur Verfügung. „In zwei Wochen hier bei mir in der Nähe Berlins, okay? Hier gibt es einen Museumspark mit alten Fabriken.“ Die Location klang super. Natürlich willigte ich ein.

Der Tag der Wahrheit

Endlich war es soweit und es konnte losgehen. Nur zwei Stunden Autofahrt trennten uns voneinander, so dass es kein Problem war, das Ziel pünktlich zu erreichen. Etliche Autobahnbaustellen später, wartete der Paart, der mit bürgerlichen Namen Manuel heißt, bereits auf mich. Wir begrüßten uns, als würden wir uns schon ewig kennen. Es war sofort klar, dass wir miteinander können.

Wir betraten die ersten Meter des Museumsparks bei prallstem Sonnenschein, suchten uns eine Bank und tauschten uns erst einmal eine Weile aus. Solange er denken kann, ist er diesem Genre verfallen. Samy Deluxe ist eine echte Inspiration für ihn, denn er sei einer der wenigen authentischen Künstler. Er erzählte mir, wie er zu Nuoviso kam, wie er an diesen gemütlichen Wohnort gelangte und was ihn antreibt. Auch bei ihm begann es mit einem Gefühl, einer Ahnung, dass mit dem öffentlich vermittelten Narrativ etwas nicht stimmen kann. Die Verhältnismäßigkeit war einfach nie gegeben, auch der von Beginn an fehlende wissenschaftliche Diskurs in dieser Sache, trug zu einem mulmigen Gefühl bei. Wir beide erinnerten uns in diesem Augenblick an den überaus erfolgreichen Artikel des Journalisten Milosz Matuschek, der unsere Gedanken bereits vergangenes Jahr hervorragend zusammenfasste. All diesen damit einhergehenden Schmerz und innerlichen Widerspruch verarbeitet er in seinen Texten. Sie sind inhaltlich extrem ausdrucksstark und vermitteln Authentizität. Ich erhielt eine persönliche Kostprobe seines Könnens, in dem er mir seinen neuesten und bisher unveröffentlichten Song präsentierte.

Die ersten Aufnahmen

Wir liefen weiter durch den Park. Ich zückte das erste Mal meine Kamera und sagte, „Lauf einfach drauf los. Ich bin genauso gespannt wie du, ob am Ende ein paar brauchbare Aufnahmen herauskommen werden.“ Das gesamte Areal war gespickt mit Optionen. Wir beide haben uns ungezwungen treiben lassen und einfach probiert. Ich fragte mich, welche Art Bilder würden ihm wohl gefallen? Ich versuchte den Spagat zwischen Natürlichkeit und gestellten Posen.

Es ging auf hohe Gerüste und düstere Kellergewölbe. Das Ambiente war wirklich gut geeignet. Unterwegs trafen wir einen Hausmeister, der uns ein bisschen was über die tierischen Zeitgenossen erzählte, die hier in der Gegend zuhause sind. Sofort nutzte ich die Gelegenheit, um ein paar Aufnahmen zu machen. Insgesamt verbrachten wir ungefähr drei Stunden und der Auslöser wurde meinerseits ganze 700 mal betätigt. Mittlerweile schwebte mir schon ein grober Bearbeitungsstil vor, der passen könnte.

Ein inspirierender Tag geht zu Ende

Am frühen Abend setzten wir uns nach getaner Arbeit bei einem Glas Cola in den Park, philosophierten noch ein wenig über diese unglaubliche Zeit und genossen die untergehende Sonne. Für uns beide ist die Kunst der Weg, den wir gehen, um diese Zeit sinnvoll zu bewältigen. Wir wollen nicht indoktrinieren oder überzeugen, wir möchten etwas anbieten, von dem man sich nehmen kann, was man möchte. Denn wenn wir ehrlich sind, lassen sich Menschen nicht bekehren, auch wenn man es sich noch so sehr wünscht. Jedes Individuum glaubt an etwas, an sein fast unumstößliches Weltbild. Ich denke, man kann nur versuchen zu inspirieren und alternative Perspektiven präsentieren, zugreifen muss jeder selber.

Mit diesen Gedanken verabschiedeten wir uns brüderlich. Uns beiden war es ein Fest und mir eine Ehre, den Paart aufnehmen zu dürfen.

~ Ulli

Link zu Paart MC´s Youtubechannel

Salzburger Land

Urlaubsplanung

Endlich Urlaub! Mein nächstes Reiseziel sollte Österreich sein. Bisher bin ich nur einmal kurz durchgefahren, als ich meinen Kumpel Danny in der Schweiz besuchte und als ich einen Roadtrip durch Frankreich und Italien vor Jahren machte. Ursprünglich hatte ich mir mal Wien vorgenommen und wollte einen Kollegen besuchen, der ebenfalls leidenschaftlicher Fotograf ist, doch am Ende ist es einfach Salzburg geworden. Woran es jetzt genau lag, kann ich gar nicht mit Gewissheit sagen, wahrscheinlich war es einfach näher dran an Wittenberg. Ich setzte es mir jedenfalls in den Kopf und zog es dann einfach durch. Über „Airbnb“ suchte ich mir eine Bleibe für den Trip nach Salzburg. Ich fand eine tolle Villa mit der famosen Gastgeberin Barbara.

Die Reise beginnt

Früh morgens klappte die Wagentür und ich startete meinen Trip in die knapp 700 Kilometer entfernte Mozartstadt Salzburg. Mit einer riesigen Playlist ausgestattet, verging die Fahrt wie im Flug. Mein Trip führte mich quer durch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Da ich sonntags fuhr, gab es keinerlei Stopps oder Staus, die mich an einer raschen Anreise hätten hindern können.

Endlich da

Nach ca. sieben Stunden erreichte ich mein langersehntes Ziel. Sofort zog mich Salzburg in seinen Bann. Ich erblickte phänomenale Architektur, die mein Herz augenblicklich höher schlagen ließ. Ich wusste, dies wird ein Eldorado für mich und meine Kamera. Schon bevor ich mein Domizil ansteuerte, hielt ich an, um erste Impressionen festzuhalten. Wie häufig ich den Warnblinker betätigte, kann ich gar nicht mehr sagen, es war jedenfalls ziemlich oft. Nach diesen ersten Eindrücken fuhr ich dann in meine Pension zu Barbara. Sie selbst war nicht zugegen, aber mich empfing ihr Sohn, der ebenfalls leidenschaftlicher Fan der Fotografie ist. Nach kurzer Einweisung und Beschlagnahmung meines Zimmers, erhielt ich ein paar Tipps, wohin ich gehen könne. Die Villa liegt nur drei Kilometer von der Altstadt Salzburgs entfernt und einen Parkplatz zu finden, soll sich als relativ schwierig erweisen, also befolgte ich den Ratschlag von Barbaras Sohn und ging zu Fuß in die Innenstadt.

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Mein Domizil

Salzburg

Die Vorfreude war so groß, dass ich zwischenzeitlich sogar die unaufhaltsam scheinende Sonne unbeachtet ließ, die mich auf meinen Reisen durch das Salzburger Land unglücklicherweise permanent begleiten sollte. Endlich erreichte ich den sagenumwobenen Kern dieser bezaubernden Stadt. Ich hielt an jeder Ecke an und schoss Aufnahmen, was das Zeug hält. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und vergaß die Zeit vollkommen. Aus sämtlichen Blickwinkeln nahm ich auf, was ich konnte. Es vergingen Stunden. Inmitten dieser famosen Architektur ragte die majestätisch über allen stehende Festung Hohensalzburg empor und zog meine Aufmerksamkeit unentwegt auf sich. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, dort einmal selbst zu stehen. Ich kaufte mir ein Seilbahnticket und war in wenigen Augenblicken oben angelangt. Diese Aussicht von dort oben ist einmalig. Auf der hinteren Seite hat man einen Blick in unendliche Weiten, die sich kaum beschreiben lassen. Das Titelbild dieses Artikels zeigt, was ich meine. Noch völlig fasziniert von diesem Ausblick, den man offensichtlich nicht mehr toppen kann, erreichte ich die andere Seite der Festung. Welch bezauberndes Panorama mich jedoch dann auf die Innenstadt Salzburgs erwarten sollte, konnte ich nicht ahnen. Man sah die Stadt in Gänze und in all ihrer Pracht. Wieviele Fotos ich allein hier machte, kann man sich denken.

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Ausklang

Ich verbrachte eine gefühlte Ewigkeit auf der Festung und genoss diese unbeschreibliche Weite. Für einen Arbeitskollegen kaufte ich noch eine Münze, die er sich wünschte und fuhr wieder hinunter. Noch völlig beeindruckt von den Eindrücken, suchte ich mir ein Restaurant, in dem ich ein echtes Wiener Schnitzel bestellte. Ich entschied mich für das „Sarastro“.  Eine vortreffliche Wahl. Vom freundlichen Kellner, dessen Ursprung in Uruguay liegt, wurde mir ein wundervolles Mahl präsentiert. Hier wurde ich das erste Mal mit der österreichischen Küche konfrontiert, denn hier isst man das Schnitzel mit Preiselbeeren. Seit dem dies meinen Gaumen vorgesetzt worden ist, will er nichts Anderes mehr. Es ist unbeschreiblich lecker. Dazu gab es ein köstliches einheimisches „Gösser“, welches meinen Abend perfekt abrundete.

Hallstatt

Mein nächstes Reiseziel im schönen Salzburger Land, sollte Hallstatt sein, ein märchenhafter Ort, so sagt man, der südöstlich von Salzburg liegt. Hallstatt ist eine Marktgemeinde mit fast 800 Einwohnern im Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich und liegt am Hallstätter See. Zusammen mit dem Dachstein und dem Inneren Salzkammergut gehört es zur UNESCO-Welterbestätte. Am Abend vorher traf ich nämlich noch Husein Omeradzic, einen Bosnier, der schon viele Jahre in Österreich als Unternehmer tätig war und mir allerlei Reisetipps für die Gegend gab. Relativ zeitig setzte ich mich ins Auto und fuhr los. Während der Fahrt fiel mir das erste Mal auf, dass es in Österreich gefühlt in jedem noch so kleinen Ort irgendwo eine Lagerhalle gibt oder ein Unternehmen zu stehen scheint. Überall wird gearbeitet. Menschenleere und verlassene Orte, wie ich sie oft hier in Deutschland erlebe, scheint es hier nicht zu geben. Der Verkehr läuft auch flüssiger, denn man kann permanent 80 km/h fahren, selbst in den Gegenden, in denen ich dachte, ich befinde mich bereits in einer Ortschaft. Einzig die Fußgängerüberwege sind etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie blinken die ganze Zeit. Schließlich erreichte ich Hallstatt. Ein traumhafter Ort. Nicht ohne Grund haben die Chinesen den ganzen Ort kopiert und nachgebaut. Ich flanierte entspannt durch dieses beliebte Urlaubsziel und genoss den Ausblick. Man könnte annehmen, man sei in Indonesien, wenn man die Felsformationen über den See sieht. Es ist wirklich wunderschön hier.

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Idylle in Hallstatt

Zell am See

Noch am selben Tag entschied ich mich, an den nächsten bekannten Ort zu fahren, nämlich Zell am See. Dieses Fleckchen Erde liegt ungefähr zwei Stunden von Hallstatt entfernt. Auch hier entdeckte ich ein bezauberndes Städtchen mit atemberaubenden Ausblick. Wohnen, wo Andere Urlaub machen, dachte ich mir und drückte unentwegt auf den Auslöser. Ich verweilte ungefähr drei Stunden, bevor ich den Heimweg antrat. Ich entschloss mich diesmal einen kleinen Abstecher über den südlichsten Zipfel Bayerns zu nehmen. Als ich in Bad Reichenhall ankam überkam mich jedoch die Müdigkeit, denn mittlerweile war ich zwölf Stunden unterwegs. Ich sah nur noch mein Bett vor Augen. Ohne Aufnahmen fuhr ich geradewegs heim um dann sofort für ein paar Stunden zu schlafen. Es war erst gegen 17 Uhr, also stellte ich meinen Wecker, um dann wenigstens noch ein wenig Abendstimmung von Salzburg einzufangen. Gegen 21 Uhr fuhr ich erneut in die Stadt und machte noch ein paar Aufnahmen in der Abendsonne um abschließend in ein Restaurant nahe meines Domizils noch etwas Essen zu gehen. Ich bin wirklich sehr froh darüber, dort eingekehrt zu sein, denn es war das wundervollste Ambiente, was man sich vorstellen kann. Eine herrliche Bierstube mit hervorragendem Essen und einer Bedienung, die seinesgleichen sucht. Noch nie wurde ich so herzlich bewirtet wie hier. Wirklich jeder der Damen und Herren, die einen bedienten, waren ausnahmslos freundlich und zuvorkommend. Kellnerin Natasha ist eine Frohnatur und mit Leib und Seele dabei. Wenn ihr in Salzburg seid, kommt auf jeden Fall vorbei bei Bierheuriger.

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Salzburg am Abend

Auf Wiedersehen Österreich

Der Artikel ist diesmal wirklich sehr lang geworden. Um alle Details zu erwähnen, müsste ich noch unendlich ausholen. Ich fuhr noch an den Attersee, den Mondsee, nach Fuschl am See, nach Gmunden, nach Werfen mit einem sagenumwobenen Schloss und sogar noch an den Obersalzberg sowie Berchtesgarden. Soviele Eindrücke in so kurzer Zeit sind gar nicht zu vermitteln, ohne dass man die Lust am Lesen verliert. Es war jedenfalls unbeschreiblich schön und ich bin überglücklich darüber, dieses tolle Land mit all diesen freundlichen Menschen kennengelernt zu haben. Ich kann jedem nur ans Herz legen, einmal im Leben einen Abstecher hierher zu machen. Vielen Dank liebes Österreich!

~ Ulli

Meine Eltern

Ein besonderer Tag

Juli 2020, mein Vater schrieb mir, ob ich an seinem vierzigsten Hochzeitstag ein paar Bilder schießen könne von ihm und meiner Mutter. Völlig überrascht und nichtsahnend, dass es gerade so ein besonderer Tag ist, willigte ich natürlich sofort ein. Ich packte meine Kamera ein und stieg ins Auto. Meine Eltern wohnen nur ein paar Kilometer von mir entfernt. Während ich auf dem Weg zu ihnen war, dachte ich an Vieles. Ich sah meine Kindheit vor Augen, all die wundervolle Zeit und die guten Ratschläge, die sie mir für das Leben gaben, die Liebe, die sie mir stetig entgegenbrachten und wie sie in jeder Situation hinter mir standen. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit und wie sie immer nur das Beste für mich wollten und das auch in die Tat umsetzten. Trotzdem ich ein Einzelkind bin, haben Sie mich immer zur Offenheit, zur Hilfsbereitschaft und zur Freundlichkeit erzogen. Es begleitete mich ein Hauch Sentimentalität und musste auch zugeben, dass ich nicht immer der beste Sohn für sie gewesen sein muss, denn Flausen hatte auch ich damals im Kopf. Aber dieses Schicksal teile ich ganz sicher mit allen Kindern dieser Welt. Ich war jedenfalls immer sehr dankbar für solch liebevolle Eltern.

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Ankommen

Noch in Gedanken versunken, erreichte ich mein altes Zuhause, mit dem ich soviel Schönes verband. Die Tür zugeklappt, den Rucksack in der Hand, wurde ich wie immer herzlich empfangen. Selbstverständlich wurde mir alles Mögliche angeboten, Saft, Bier, Sekt und Nahrung in jeglicher Form. Ich war noch nicht hungrig und entschied mich für ein kühles tschechisches Bier, mit dem ich auf der Veranda mit meinem Vater Rainer und meiner Mutter Andrea anstieß auf ihren besonderen Tag. Ganze vierzig Jahre verheiratet, Mensch, dachte ich mir, das ist eine verdammt lange Zeit. Wundervoll, dass sie bis heute ein tolles Team sind, für mich das Beste überhaupt. Meine Mutter ist seit einigen Jahren gesundheitlich schwer eingeschränkt und dennoch macht sie immer das Beste daraus und gibt sich niemals auf. Diese Kraft die sie aufbringt und diese liebevolle Selbstlosigkeit, die sie wirklich Jedem erweist, ist für mich einmalig. Ich bewundere Sie sehr dafür und wünsche mir, dass Sie noch viele viele Jahre diese Energie in sich trägt. Mein Vater ist immer an ihrer Seite gewesen, selbst in schwersten Zeiten, kämpfte er wie ein Löwe gegen alle Widrigkeiten an, die ihnen entgegengestellt wurden. Bis heute spürt man die tiefe Zuneigung füreinander. Was gibt es Schöneres? Eine Ehre für mich, die Beiden in so einem Moment festhalten zu dürfen.

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Momentaufnahmen

Wir gingen in ihren wundervollen grünbewachsenen Garten und versuchten ein paar Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Eine ziemliche Bürde, die ich mit mir rumtrug, denn gestellte Bilder sind ja nun nicht unbedingt mein Ding, aber ich versuchte den Spagat zwischen gestellten Aufnahmen und situativen Momenten. Ab und zu dirigierte ich sie mal an diese und an jene Stelle, in der Hoffnung, zum Schluss würden ein paar gute Eindrücke entstehen. Insgesamt drückte ich 320 Mal den Auslöser. Am Ende hat es sich gelohnt. Ich bin sehr glücklich, meine Eltern an ihrem Ehrentag festgehalten zu haben.

~ Ulli

Ein Junitag

Momentaufnahmen

Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich nicht einmal Zeit hätte, ein paar Momentaufnahmen ihrer Kinder zu machen, denn Sie findet Gefallen an der Art, wie ich Situationen festhalte. Klar, sagte ich, lass mich einfach vorbeikommen und sehen, was dabei entsteht. Ich plane nie etwas wenn es mit der Fotografie zu tun hat. Ich versuche den Augenblick einzufangen und weiß selbst nicht, ob am Ende etwas Besonderes dabei herauskommt.

Auftakt

Samstag Vormittag stieg ich ins Auto und fuhr los. Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien und das Thermometer zeigte unbarmherzige 32 Grad an. Als ich ankam, wurde ich sehr herzlich begrüßt. Fahima und ihre beiden Kinder empfingen mich in ihrem wunderschönen Domizil. Ihr Mann war leider nicht zugegen, denn er war geschäftlich unterwegs, doch hofften wir alle gemeinsam, dass er sich über die Aufnahmen freut, wenn er sie demnächst zu Gesicht bekommen wird. Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn es ist doch eine gewisse Herausforderung diese Art Bilder, wie ich sie mir grob vorstellte, entstehen zu lassen.

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Reportagestil

Nach einigem Smalltalk zückte ich mein Werkzeug und machte die Kleinen erst einmal damit vertraut. Fahima sagte mir, dass die Beiden der Kamera immer etwas schüchtern entgegentreten, also dachte ich mir, zeig sie ihnen erst einmal, vielleicht nimmt ihnen das etwas die Angst. Wir erzählten, die Kinder wuselten um ihre liebende Mutter und ich drückte immer mal wieder auf den Auslöser. Der Anfang spielte sich hauptsächlich in der Küche ab, denn Fahima bereitete ein köstliches Mahl vor. Den Kleinsten im Arm, versuchte ich währenddessen aus den unterschiedlichsten Perspektiven die Augenblicke festzuhalten. Oft kniete ich auf dem Boden, um den Beiden auf Augenhöhe zu begegnen. Das ist übrigens einer der besten Tipps, den ich geben kann, bei Aufnahmen mit kleineren Wesen, wie Kindern oder Tieren, immer auf Augenhöhe gehen, denn das bringt sie am Allerbesten zur Geltung. Relativ schnell entschied ich meine erste Idee zu realisieren und das Ganze in einer Art Reportage zu präsentieren, also alle Personen ohne gestellte Posen aufnehmen, ganz so, wie sie sich in dem jeweiligen Moment eben geben. Natürlich wurde auch das ein oder andere Bild arrangiert, aber es sollte nicht so rüberkommen. Wichtig war mir, dass es interessante Aufnahmen werden, solche, die auch Menschen berühren können, die keinen Bezug zu Fahima und Ihren Kleinen haben.

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Im Freien

Zwischenzeitlich spazierten wir im Garten entlang und hielten hier und da an, um ein paar Bilder zu machen. Es war mittags, eine Zeit, die für die Fotografie äußerst ungeeignet ist, denn die harten Schatten, bedingt durch die pralle Sonneneinstrahlung, wirken sehr oft negativ auf das Endergebnis. Ich versuchte also so oft es geht, mit dem Rücken zur Sonne zu stehen, damit ein einigermaßen brauchbares Ergebnis herauskommt. In meinem Kopf schwirrte schon der Bearbeitungsstil herum: eine Art amerikanischer Stil, der sehr oft gekörnt und eben nicht auf Perfektion ausgerichtet ist. Er unterstreicht meines Erachtens die Situation perfekt. Es gibt Aufnahmen, die technisch gesehen, nicht die Besten sind, doch ist das gar nicht nötig, denn ein Rauschen im Bild kann sich sogar vorteilhaft auf die Stimmung auswirken.

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Die Bilder waren im Kasten

Es vergingen einige Stunden. Man vergisst die Zeit regelrecht bei so einem Vorhaben. Doch ich spürte, dass ein Teil der Aufnahmen etwas werden könnten. Ich drückte Sage und Schreibe 518 mal auf den Auslöser. Natürlich ist am Ende nur ein klitzekleiner Teil für eine Bildpräsentation geeignet gewesen, doch ich war letztendlich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

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Dann ging es wieder nach Hause

Ich hatte das Gefühl, dass alle recht glücklich waren mit meinem Besuch. Es war ein rundum gelungener Tag. Nach der köstlichen Bewirtung und einigen letzten Aufnahmen, schlug ich wieder den Heimweg an und startete noch am selben Abend mit der Bearbeitung dieser Masse an Bildern. Einen Teil davon darf ich hier präsentieren. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und vielleicht bewegen sie den Einen oder Anderen da draußen ja auch.

~ Ulli

 

 

Lausitzer Land

Der Plan

Eins der Reiseziele, die ich mir für das neue Jahr vorgenommen hatte, war ein Besuch im östlichsten Teil Sachsens, da dies für mich bisher noch ein weißer Fleck war. Ich recherchierte vorab ein wenig und fragte Kollegen und Freunde, ob sie mir ein paar Tipps verraten würden. So ergab es sich, dass meine Reiseroute in Bautzen beginnen sollte. Ich plante diesmal eine zweitägige Fototour ein, denn das Pensum war nicht an einem Tag zu schaffen. Ich schaute mich im Netz nach einer Übernachtungsmöglichkeit um und wurde schließlich bei airbnb fündig. Meine Wahl fiel auf ein abgelegenes und modern eingerichtetes Haus in einem ganz kleinen Dörfchen nahe Bautzen.

Die Reise geht los

Früh morgens ging es los. Mein Weg führte mich durch Orte, die mir wohl für immer im Gedächtnis bleiben werden. München ist beispielsweise so ein Örtchen. Als ich das las, musste ich anhalten und ein Foto machen, sonst würde mir das niemand glauben. Den ersten längeren Stopp legte ich in Elsterwerda, einer Kleinstadt im Süden Brandenburgs ein. Die Architektur und das Elsterschloss musste ich einfach festhalten. Zwischendurch hielt ich noch das Eine oder Andere mal an und machte ein paar Landschaftsaufnahmen, bevor ich in meinem eigenen kleinen Haus in Neschwitz ankam, welches ich gebucht hatte. Der freundliche Besitzer Wolfgang empfang mich und gab mir noch einige Tipps auf dem Weg, was ich in der Umgebung noch erkunden kann. Gleich nebenan gab es ein kleines Schlösschen und eine alte Windmühle. Da ich gegen Mittag bereits ankam, konnte ich noch losziehen, um die Lausitz zu erkunden.

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Historische Bockwindmühle

Erste Eindrücke der Lausitz

Nachdem ich das Schloss und die Windmühle erkundete, fuhr ich weiter Richtung Bautzen. Schon immer wollte ich mir diese Stadt anschauen, von der ich schon Einiges gehört hatte. Angekommen, zog sie mich sofort in Ihren Bann. Mich erwartete eine charmante Altstadt mit wundervoller Architektur. Vor allem die kleinen Gässchen hatten es mir angetan. Ich verblieb ungefähr zwei Stunden im sorbischen Bautzen, bis ich weiter in Richtung Zittau fuhr. Vorher wollte ich aber einige Tipps ansteuern, die ich mir notiert hatte. Beispielsweise Das Schloss Hainewalde oder der kleine Kurort Oybin. Ich hielt ziemlich oft an und verweilte etwas um die bezaubernde Umgebung zu genießen. Leider saß mir die Zeit im Nacken, denn die Sonne geht im Januar eben doch recht zeitig unter. So konnte ich Zittau nicht mehr im Hellen sehen und ging zum Abschluss wenigstens noch in ein örtliches Pub. Ein echter Geheimtipp, hier wird noch alles selbst gemacht und der Geschmack ist einfach einzigartig. Ich war schwer beeindruckt. Nach ein wenig Smalltalk mit der Cheffin fuhr ich anschließend wieder zurück in mein Domizil.

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Schloss Hainewalde

Der nächste Tag

Am nächsten Morgen stand ich früh auf um den zweiten Teil meiner Reise durch die Lausitz zu starten. Ich überlegte kurz, ob ich nochmal zurück nach Zittau fahren sollte, doch war mir das am Ende dann doch zu weit. Also entschied ich mich nach Görlitz aufzubrechen. Auf dem Weg dahin ließ ich es mir aber nicht nehmen, noch einen kleinen Abstecher ins Nachbarland Tschechien zu machen, um Schloss Frýdlant vor die Linse zu bekommen. Dieser kurze Besuch hat sich wirklich gelohnt, eine wahrlich tolle Szene, wie sie hoch oben auf dem Berg majestätisch in den Himmel hinaufragt.

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Schloss Frýdlant

Letzte Reiseziele

Zum Abschluss ließ ich es mir nicht nehmen, noch nach Görlitz zu fahren. Die östlichste Stadt Deutschlands soll eine tolle Stadt sein und in der Tat, ist es ein wunderschöner Ort, der mich des Öfteren an Prag erinnerte. Auch hier erwartete mich eine prächtige Innenstadt mit herausragender Fassadenarchitektur. Natürlich konnte ich lange nicht alles festhalten, doch der erste Eindruck war bereits phänomenal. Jeder sollte sich selbst ein Bild davon machen, wenn er mal in der Gegend sein sollte. Ich schlenderte einige Zeit umher bevor ich mich zu meiner letzten Station, Bad Muskau machte. Dieses herrliche Schloss ist in der Tat nur als Märchenschloss zu bezeichnen. Von allen Seiten nahm ich es auf, um die perfekte Aufnahme machen zu können. Zum Abschluss wollte ich mir noch die berühmte Rakotzbrücke ansehen, die nicht sehr weit weg von Bad Muskau liegt, doch leider wird diese gerade restauriert, somit stand sie nicht als Motiv zur Verfügung. Wahrscheinlich soll dies ein Anstoß sein, dass ich nocheinmal in die Gegend reise. Es war ein wirklich toller Trip und bin sehr froh darüber, diesen Landstrich endlich einmal erkundet zu haben. Eine Reise lohnt sich und ist absolut empfehlenswert.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

Besuch in Tschechien

Unser schönes Nachbarland

Schon lange liebäugelte ich damit, Karlsbad einen Besuch abzustatten. Es liegt noch in meinem Einzugsgebiet, welches ich an einem Tag absolvieren kann. Etwas über 300 km trennen mich von Karlsbad, was sich im Nordwesten Tschechiens befindet.  Bereits zum zweiten Mal reiste ich dieses Jahr zu unseren Nachbarn. Damals ging es nach Prag, allerdings reichten die Aufnahmen leider nicht aus um einen Artikel darüber zu schreiben, so kann ich nur einige wenige der Aufnahmen präsentieren.

Die Reise beginnt

Früh morgens um sieben fuhr ich los. Vorbei an Leipzig, Chemnitz und Oberwiesenthal, kam ich nach über drei Stunden Autofahrt an mein langersehntes Ziel. Karlsbad befindet sich nur wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze. Die im Tal liegende Stadt verzaubert vom ersten Moment an. Nachdem einige Zeit ins Land ging, um endlich eine Parkmöglichkeit zu finden, stieß ich mich ins Getümmel. Angenehm aufgefallen ist mir, dass die Stadt zwar touristisch, aber nicht überlaufen war. Die Temperatur war mild und der Himmel bedeckt, perfekt für meine Ansprüche. Ohne zu wissen, wohin genau es mich verschlägt, stapfte ich los und ließ mich vom Charme dieser schönen Stadt inspirieren.

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Die Karlsbader Innenstadt

Ich war wirklich beeindruckt, denn die Architektur ist wahrhaft atemberaubend, ich erblickte wundervolle Fassaden und Villen in Hülle und Fülle. Von all den tragischen Vorkommnissen in der Vergangenheit war nichts zu sehen. Karlsbad stand schon mehrfach in Brand und wurde von vielen Überschwemmungen heimgesucht. Ganz offensichtlich wurde hier sehr viel Geld in den Wiederaufbau gesteckt.

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Wundervolle Eindrücke

In der relativ kurzen Zeitspanne, die mir blieb, bevor der Abend hereinbrach, versuchte ich so viel wie möglich vor die Linse zu bekommen. Oft kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und die vielen prunkvollen Eindrücke ließen mich kaum vorankommen. Ständig musste ich anhalten und aus den verschiedensten Blickwinkeln den Auslöser drücken. Neben all den tollen Villen rund um den Kern und der bezaubernden Innenstadt, begeisterte auch eine Russisch-Orthodoxe Kirche, von der man meinen könnte, ein russischer Zar persönlich war hier und hat sie aufgebaut.

Karlsbad ist ebenso die Heimat des Becherovkas, ein bekannter Schnaps, den man auch in unseren Gefilden erwerben kann. Dieser Schnaps war einer der Ersten, die ich in jungen Jahren probiert habe. Allerdings erinnere ich mich, dass er meinen Geschmack nicht getroffen hat. Sogar eine Statue von Karl Marx traf ich auf dem Weg, der offensichtlich ebenfalls diese Stadt geliebt haben muss.

Ahoj, Karlsbad!

Insgesamt verweilte ich ganze fünf Stunden in Karlsbad und trat dann meinen Heimweg an. Hoch oben am Rand des Tals schoss ich meine letzten Aufnahmen, um noch einen Gesamteindruck festzuhalten. Ich fand es wirklich überwältigend. Eine grandiose Stadt, für die es sich gelohnt hat, den Weg auf sich zu nehmen. Ich empfehle jedem, dieses Kleinod einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Zu Gast in Gera

Schon seit geraumer Zeit plante ich, meinen alten Schulfreund Randy in seiner neuen Heimat Gera zu besuchen, doch hat es oft aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geklappt. Nun aber war ein fester Termin vereinbart, an dem keine Ausrede mehr gelten sollte. Er wohnt schon viele Jahre im östlichen Teil Thüringens samt seiner Familie und scheint sich inzwischen auch sehr heimisch zu fühlen. Meine Kamera im Gepäck, fuhr ich los. Zwar ging ich davon aus, dass eh nicht sehr viel Zeit für einen Rundgang durch die Stadt zur Verfügung stehen würde, denn es kündigten sich noch mehr alte Freunde an, aber es konnte ja sein, dass sich ein wenig Zeit dafür findet.

Von Wittenberg fuhr ich etwas über zwei Stunden auf der Landstraße. Vorbei am schönen Leipzig, erreichte ich schließlich die Hochschulstadt Gera. Ähnlich wie Jena, liegt sie in einem Tal und beherbergt knapp 95.000 Menschen. Sehr gut ausgebaute Straßen führten mich in die relativ zentral gelegene Behausung meines alten Klassenkameraden. Es war schön, sich nach so langer Zeit einmal wiederzusehen. Wir gingen etwas essen auf dem Ferberturm in Gera. Hier gab es eine hervorragende Küche und einen phänomenalen Ausblick. Nach zwei Stunden, die wie im Flug vorbeizogen und bis zur Ankunft der anderen, ging Randy auf mein Hobby ein und schlug vor, etwas durch die Stadt zu ziehen. Natürlich freute es mich und ich nutzte die Gelegenheit, ein paar Eindrücke von Gera zu erhalten. Wir parkten nahe der Innenstadt und liefen bis zum Marktplatz. Was mir auffiel, waren die teilweise wunderschönen Fassaden, die in hohem Maße anzutreffen waren. Zwei der imposantesten Gebäude waren das Rathaus und das Theater Geras. Ersteres erinnerte mich sehr stark an den Baustil des Torgauer Schlosses sowie den, des Residenzschlosses in Dessau. Offensichtlich sind dies Baustile derselben Epoche.

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das Rathaus in Gera

Abschließend ging es noch nach „Untermhaus“, einen Stadtteil Geras, der sich direkt an der weißen Elster befindet. Das war wirklich das Highlight der Führung, eine wundervolle Aussicht und tolle Architektur begeisterten mein Fotoherz. Das Titelbild dieses Artikels zeigt beispielsweise besagten Stadtteil. Ich wäre gern noch länger geblieben, aber inzwischen traf der Rest unserer Gang ein und wir fuhren wieder zu Randys Wohnung. Nun kam es natürlich zu keinen Bildern mehr, denn es gab viel zu viel zu erzählen.

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Blick in die Innenstadt

Am nächsten Morgen frühstückten wir alle gemeinsam und traten dann den Heimweg an. Randy gab mir noch einen Tipp und zwar sollte ich über Ronneburg fahren, dort steht ein altes Schloss, was sicher ein gutes Motiv für mich wäre. Gesagt getan, machte ich mich auf und hielt im beschaulichen Ronneburg an. Nach kurzem Schlendern durch das Örtchen und Smalltalk mit Einheimischen, erreichte ich schließlich das alte Schloss, welches majestätisch empor ragte. Gepaart mit dem düsteren Wetter, ergab es ein Motiv, ganz nach meinem Geschmack. Ich schoss ein paar Bilder und machte mich dann auf den Heimweg. Einen kurzen Stopp legte ich noch in Zeitz ein und versuchte die düstere Atmosphäre festzuhalten. Grauer Himmel, viel Regen und alte Gebäude sind einfach eine grandiose Mischung.

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Schloss Ronneburg

Es war ein wirklich tolles Wochenende. Dass ich sogar noch genug Bilder für einen kleinen Artikel zusammenbekommen habe, freut mich obendrein. Falls du eines Tages in der Nähe sein solltest, halt doch mal an und überzeuge dich selbst vom schönen Gera.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli