Im Reich der Kantone

Vorfreude auf die Schweiz

Auch in diesem Jahr nutzte ich wieder einen Teil meines Urlaubs dazu, meinen besten Freund Danny in der Schweiz zu besuchen. Erste Eindrücke dieses wundervollen Landes verfasste ich bereits vergangenes Jahr in diesem Artikel. Diesmal nahm ich mir vor, neben den Landschaftsaufnahmen, auch die Menschen des Landes besser kennen zu lernen. Noch bevor ich den Urlaub antrat, verriet mir Danny, dass er Freunde auf einer echten Alm hat. Etwas Besseres konnte mir gar nicht passieren. Eher beiläufig erwähnte er, dass es nur ein kleiner Fußmarsch sei, der hinauf zum Häuschen führt. Es wird schon nicht so schlimm werden, dachte ich mir und packte meinen Koffer. Voller Spannung stieg ich ins Auto und fuhr zehn Stunden Richtung Züricher See in der Ostschweiz.

Wanderung durch die Alpen

Mittlerweile ist Danny nach Uznach gezogen, einer idyllischen Kleinstadt im Kanton Sankt Gallen. Nach meiner Ankunft genossen wir bei einem „Bierli“ die herrliche Aussicht auf die Berge und planten die kommenden Tage. Gleich am nächsten Morgen sollte es auf die Alm im Diesbachtal gehen, welches im nahe gelegenen Kanton Glarus liegt. Enthusiastisch und voller Elan, freute ich mich darauf, die Menschen auf der Berghütte zu treffen. Wir fuhren mit dem Auto in Richtung Fuß des Tals und überquerten die ersten Höhenmeter mit einer Seilbahn.

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Blick ins Tal

Als wir oben waren, erwartete mich ein herrlicher Blick in das Tal und meine Kamera trat das erste Mal in Aktion. Nun ging es weiter bergauf. Ich nahm an, dass die Hütte ganz in der Nähe lag, doch weit gefehlt, wir wanderten ungefähr drei Stunden Berge und Täler entlang, bis wir das ersehnte Ziel erreichten. Es war ein harter Weg für mich, der mir Einiges abverlangte. Für einen geübten Wanderer wie Danny offensichtlich kein Problem, brachte es mich zeitweise an den Rand des Wahnsinns, damit hatte ich nun nicht gerechnet und unterschätzte diesen für mich unendlich weiten Wanderweg kolossal. Ich dachte nicht, dass wir ankommen würden, ich war wirklich platt. Doch irgendwie schafften wir es. Das Ziel war erreicht. Tausende Meter über dem Meeresspiegel ragte eine kleine Berghütte malerisch auf dem Gipfel hervor. Francisca kam uns entgegen und begleitete uns locker und flockig, ganz so, als ob gar nichts dabei wäre, diesen „kleinen“ Berg zu erklimmen. Oben angekommen, brach die Erzählung über meine Erfahrung mit diesem Wanderweg sofort das Eis. Ich lernte wunderbare Menschen kennen, die so herzlich und freundlich waren, dass ich gar nicht mehr weg wollte. Francisca und ihre Eltern, Ursula und Peter, bleiben den ganzen Sommer über auf der Alm und produzieren Käse, der weltweit verkauft wird. Neben der unbezahlbaren Aussicht, die sich mir bot, lernte ich Einiges in der kurzen Zeit, zum Beispiel, wie die frische Kuhmilch mit Hilfe einer Zentrifuge verarbeitet wird oder dass es bei den Schweizer Bauern ein ernsthaftes Interesse an der Haltung von Lamas an Stelle von Hütehunden gibt.

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Alm
Abstieg ins Tal

Ich nahm viele Momente auf. Nicht nur die geselligen Augenblicke mit Freunden der Familie, die noch zu Besuch kamen, sondern auch Francisca mit den Kühen, ihre Hunde sowie die äußerst wohlschmeckende Bewirtung. Ich wollte die Lebensweise festhalten und des urige Gefühl transportieren, welches hier zu spüren ist und ich hoffe, dass es mir gelungen ist. Inzwischen waren einige Stunden vergangen und wir mussten leider wieder Abschied nehmen. Die letzte Seilbahn des Tages konnten wir zeitlich nicht mehr erreichen, weswegen wir uns dazu entschlossen haben, einen zweistündigen Abstieg in das Tal zu absolvieren. Natürlich war das deutlich erfreulicher, als der unsägliche Aufstieg, aber gegen Ende ist auch dies nicht zu unterschätzen.

Walenstadt

Der nächste Tag brach an. Diesmal wollten wir zum sogenannten „Paxmal“, eine Art Tempel in den Bergen. Wir dachten erst, es sei uralt und von den Römern erbaut worden, doch weit gefehlt, erst im Jahre 1924 begannen die Bauarbeiten. Ein Schweizer Maler und Bildhauer erschuf einen Ort der Ruhe, wie uns freundliche Wanderer auf dem Weg nach oben mitteilten. Ja, auch an diesem Tag wurde gewandert. Wir fuhren in den südlichsten Zipfel des Kantons Sankt Gallen, nach Walenstadt und liefen dann ca. drei Kilometer bergauf. Noch gezeichnet vom Vortag, konnte mich nun nichts mehr so leicht erschüttern. Wir benötigten ungefähr eine Stunde, bis wir den stillen Tempel erreichten. Kein Mensch war dort, es herrschte wahrlich Stille. Ein beeindruckendes Werk, was damals erschaffen wurde. Ich schoss ein paar Aufnahmen, genoss den unfassbar schönen Ausblick ins Tal und entschied mit Danny, anschließend noch in eine „Beiz“ zu gehen, also eine kleine Berggaststätte, die zufälligerweise auch ganz in der Nähe lag.

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Paxmal

Uns bot sich ein sagenhaft idyllisches Bild als wir die Beiz erreichten. Leben, wo Andere Urlaub machen, das beschreibt diesen Ort wohl am Besten. Wir setzten uns auf eine urige Bank und wurden von der Hausherrin Edith begrüßt, die sich auch zu uns setzte und unsere neugierigen Fragen gern beantwortete. So fand ich heraus, dass auch hier Käse produziert und den ganzen Sommer über ganze vier Tonnen davon in die ganze Welt vertrieben werden. Außerdem lernte ich einen neuen Begriff für Halbhartkäse: „Mutschli“. Wir wurden auch hier köstlich bewirtet, es gab sehr leckeres Bier aus dem Appenzeller Land: „Quöllfrisch“, dazu tischte uns Edith ein tolles Mahl aus Käse und Wurst auf. Ich nahm noch ein paar Bilder auf von der wundervollen Alp Schrina und dann ging es wieder Richtung Uznach.

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Alp Schrina
Abstecher nach Italien

Am folgenden Tag war es sehr regnerisch und wir nutzten dies, um einen Abstecher nach Italien zu machen. Unser Ziel hieß Verona. Italien ist noch einmal eine ganz andere Welt, der ich in der Zukunft noch einen eigenen Artikel widmen werde.

Letzter Tag in der Schweiz

So langsam ging es dem Ende entgegen, doch einen Tag konnten wir noch nutzen, um ein Schweizer Highlight zu besuchen. Die Wahl fiel auf die berühmte Bergbeiz „Äscher-Waldkirchli“, welches im Kanton Appenzell liegt, nahe des Bodensees. Ich habe schon viele tolle Bilder von diesem Ort gesehen, es war Zeit, ihn selbst einmal zu Gesicht zu bekommen. Uns begleitete strahlender Sonnenschein auf dem Weg dorthin. Erneut ging es mit einer Seilbahn ungefähr 1.600 Meter auf die Spitze der vorderen Alpen. Nun hieß es wieder wandern, diesmal bergab. Vorbei an einer Tropfsteinhöhle, der Kirche bis hin zur ersehnten Beiz. Es war ein herrlicher Anblick. Wir verweilten eine Weile und genossen diese phänomenale Aussicht, bevor wir wieder den Heimweg antraten.

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Berggasthaus Aescher
Au revoir Swiss!

Wiedereinmal zog mich dieses wundervolle Land in seinen Bann. Erneut lernte ich viele neue Orte und Gepflogenheiten kennen. Auch kam ich mit den Menschen viel häufiger in Kontakt und konnte somit noch mehr eintauchen in das Alltagsleben unserer Nachbarn. Die Offenheit, das Selbstbewusstsein und die Liebenswürdigkeit der Schweizer lässt mich nur schweren Herzens wieder ziehen, doch die Zeit war um, denn die Woche darauf sollte es nach Tschechien gehen.

Anbei ein paar Eindrücke meiner Reise in die Schweiz.

~ Ulli

 

 

 

 

Berliner Westen und das Havelland

Vorgeschichte

Neulich dachte ich, dass ich mir irgendwann einmal unsere Hauptstadt vornehmen müsste. Berlin bietet doch soviel und besitzt unerschöpfliches Potential für einen Menschen, der das Fotografieren liebt. Natürlich ist es völlig unmöglich, diese Megacity an nur einem Tag würdig widerspiegeln zu können, es bräuchte Wochen, um einen einigermaßen handfesten Artikel samt Bildern verfassen zu können. Also entschloss ich mich dazu, etappenweise Besuche abzustatten und immer mal wieder einige Aufnahmen mitzunehmen, vielleicht gibt es irgendwann einmal genügend Material, für einen eigenen Beitrag.

Auf nach Berlin

Also schaute ich auf die Karte und entschied mich für den Westen Berlins. Hier findet man das sagenumwobene Schloss Charlottenburg. Seit Anbeginn meiner Leidenschaft, wollte ich es vor meine Kamera bringen, denn die perfekte Symmetrie dieses historischen Gebäudes würde ganz sicher dazu führen, dass am Ende ein tolles Bild dabei raus kommt. Gesagt, getan. Bei Zeiten ging es los. Ungefähr zwei Stunden musste ich für die Fahrt einplanen, denn der Verkehr eilt seinem Ruf voraus in dieser Gegend.

Ankommen

Nach relativ guter Fahrt kam ich schlussendlich an, parkte meinen Wagen zu überteuerten Gebühren und lief meinem Traumziel hoffnungsvoll entgegen. Und in der Tat, es war imposant. Als ich davor stand musste ich es kurz auf mich wirken lassen, so sehr beeindruckte es mich. Ich ging zu Boden und fotografierte es auf meine übliche Art und Weise. Anschließend erkundete ich noch die Umgebung des Schlosses. Ich durchstreifte die Orangerie und lief ein wenig durch den Park des prunkvollen Anwesens. Gegenüber von Schloss Charlottenburg fiel mir noch ein wunderbares Denkmal von Prinz Albrecht von Preußen auf, welches ich aus jedem Winkel fotografierte.

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Denkmal Prinz Albrecht von Preußen
Ein neuer Plan

Mittlerweile waren fast zwei Stunden vergangen, aber der Tag hatte doch erst begonnen, also weshalb nicht noch mehr Eindrücke irgendwo sammeln? Direkt ins Herz Berlins fahren? Nein, diesem Stress wollte ich mich nicht aussetzen, also kam mir die Idee, einfach weiter in Richtung Westen zu fahren, in das Havelland. Vor einiger Zeit durchquerte ich es bereits und empfand es als recht idyllisch. Da ich nun bereits in der Nähe war, entschied ich mich kurzerhand ein neues Ziel in das Navi einzugeben: Brandenburg an der Havel.

Auf nach Brandenburg

Schon als ich die äußeren Grenzen Berlins verließ und in die beruhigend flache Landschaft samt strahlendem Sonnenschein eintauchte, machte sich ein wohlig entspannendes Gefühl in mir breit. Es war wie in diesen amerikanischen Roadmovies, in denen die Protagonisten in einem Ford Mustang dem endlosen Highway mitten im Nirgendwo der untergehenden Sonne entgegen fuhren. Auch ich fühlte mich gezwungen, die Scheiben herunterzulassen, die Sonnenbrille aufzusetzen und den angewinkelten Arm auf die Fahrertür gemütlich abzulegen, während aus dem Radio Tom Petty mit seinem Song „free falling“ lief.

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Weiten des Havellands
Quer durch das Havelland

Bereits der Weg nach Brandenburg war durchzogen von kleinen Örtchen, deren Architektur teilweise an vergangene Zeiten erinnerten. An jeder Ecke sah ich wunderschöne Häuschen, Vorgärten und versteckte Gutshäuser, die schon fast wie kleine Schlösschen aussahen. Oft hielt ich an, lief noch ein paar Meter und war fasziniert, was dort für kleine Kostbarkeiten zu entdecken waren, die außerhalb der Orte anscheinend kaum Bekanntheit erlangten.

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Gutshaus Roskow
Ankommen in Brandenburg an der Havel

Schließlich erreichte ich mein Ziel und war begeistert vom Flair dieser tollen Stadt. Bildschöne Fassaden, Brücken, Türme, Parks, Wasser, einfach alles, was das Herz begehrt, findet man in diesem Kleinod. Man kann wunderbar flanieren durch die sehr gut erhaltene Innenstadt, an der Havel oder den liebevoll hergerichteten Altbauwohnungen. Eine herrlicher Ort, die man unbedingt einmal besuchen sollte.

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Fassaden in Brandenburg
Weiter nach Werder

Mittlerweile gingen schon einige Stunden ins Land und ich beschloss so langsam aber sicher in Richtung Heimat zu fahren. Auf dem Rückweg könnte ich den Weg über Werder an der Havel und Potsdam nehmen, nicht die kürzeste Route, aber immerhin wäre dies wieder ein Ort mehr, den ich von meiner Liste streichen könne. Erneut durchstreifte ich unbekanntes Land und war fasziniert von der unendlichen Weite, die sich mir erschloss. Oft machte ich eine kleine Rast und genoss den Ausblick in die wunderschöne Natur. Plötzlich begegnete mir ein braunes Schild, auf dem stand „Götzer Berge“. Hier? Mitten im grünen Flachland, Berge? Ich konnte nicht anders, ich musste abbiegen und mir die Sache ansehen. Ich fuhr und fuhr, es wurde leicht hügelig, aber riesige Berge? Ich kam schließlich in einem kleinen Ort Götz an. Nun musste ich anhalten und einem verlassenen Pfad folgen, der mich zu einem Aussichtsturm führen sollte. Es verging fast eine halbe Stunde, doch der Weg hatte sich gelohnt. Als ich auf den Turm stieg bot sich mir eine herrliche Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen auf weite Teile des Havellands.

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Götzer Berg

Fasziniert von dieser Erfahrung trat ich nun den Weg Richtung Werder an der Havel an. Auch hier erwarteten mich tolle Eindrücke, kleine Gässchen, durch die es sich gemütlich flanieren lässt,  wunderbar erhaltene Häuschen und sogar eine Windmühle, die einsam und allein auf einem kleinen Hügel steht und sich prächtig in das Panorama der Stadt eingliedert. Ein hervorragender Abschluss einer tollen Fototour. Das Havelland hat mir wirklich sehr gefallen. Gern komme ich wieder.

Zu Guter Letzt noch ein paar Impressionen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

 

Frühlingsfahrt in den Spreewald

Auf in den Spreewald

Eines schönen Morgens stand ich erneut vor der Frage, welches Gebiet denn diesmal erobert werden könnte. Ich blickte auf die Karte und entschied mich dazu, in Richtung Osten zu fahren, da diese Gegend meinerseits bisher kaum erschlossen wurde. Alles was hinter Jessen liegt, war bisher ein blinder Fleck für mich, ein Grund mehr, einen Tagestrip zu machen. Zwar schien die Sonne, was natürlich weniger schön war um zu fotografieren, aber man muss eben immer das Beste draus machen.

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Blick ins Flachland
Zwischenstopp in Schönewalde & Dahme

Von meiner Heimatstadt Wittenberg sind es nur ein paar Kilometer, bis man das Bundesland Brandenburg erreicht. Der erste Halt meiner kleinen Reise fand im beschaulichen Schönewalde statt. Ein Örtchen mit sehr schönen Häuserfassaden und einer kleinen Kirche, die man relativ gut von der Straße aus fotografieren und ins rechte Licht setzen kann. Ich stieg aus dem Auto und lief etwas durch das kleine Örtchen um ein paar Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Eindrücke festhalten konnte, fuhr ich weiter Richtung Dahme/Mark, einen Ort, den ich bisher nie wahrgenommen habe, dessen Architektur aber durchaus beeindruckte.

Als ich in Dahme eintraf und Richtung historischer Altstadt fuhr, ragte ein wundervolles Gebäude in den Himmel empor von dem ich stark annahm, dass es das Rathaus der Stadt war. Natürlich musste ich mir sofort einen Parkplatz suchen und aus jeder nur möglichen Perspektive Fotos schießen. Ich blockierte die Straße, um einen optimalen Blick zu ergattern, glücklicherweise schienen die Menschen aber Verständnis für mein einnehmendes Wesen zu haben. Anschließend schlenderte ich noch ungefähr eine Stunde durch die Gassen und verewigte hier und da noch einige schöne Gebäude, bevor ich weiter zog in die Tiefen des Spreewalds.

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Rathaus von Dahme
Auf nach Lübbenau

Ich durchquerte noch einige kleine Örtchen, beispielsweise Luckau, welches einen äußerst gemütlichen Eindruck hinterließ. Schließlich erreichte ich das idyllische Lübbenau, was ganz klar ein touristischer Knotenpunkt zu sein scheint. Viele Kennzeichen aus allen Teilen der Bundesrepublik waren zu sehen. Hier gibt es alles, was das Erholungsherz begehrt: idyllische Wanderwege, entspannte Paddeltouren auf den schmalen Kanälen, die sich durch die Region ziehen, eine tolle Landschaft und das perfekte Maß an Besuchern aus meiner Sicht, denn es war relativ lebhaft aber nicht überlaufen. Wer sich also etwas Ruhe und Entschleunigung gönnen mag, ohne das Gefühl der völligen Abgeschiedenheit zu haben, würde sich hier sicher sehr wohl fühlen.

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Häuschen in Lübbenau

Ich verweilte fast zwei Stunden in Lübbenau und wäre auch noch gern geblieben, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich musste wieder den Heimweg antreten. Diese Region besitzt übrigens das KFZ Kennzeichen LDS für Landkreis Dahme Spreewald, von dem ich bisher immer aus unerfindlichen Gründen annahm, es sei Landshut, wenn ich es auf der Autobahn gesehen habe. Ab jetzt jedenfalls werde ich es mir ganz sicher merken. Reisen bildet eben.

Es war eine schöne Tour in den Spreewald und ich kann Allen nur empfehlen, dieses Fleckchen Erde einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Tagestour in den nördlichen Harz

Der Plan

Eines frühen Samstagmorgens überlegte ich mir, welches Ziel ich ansteuern könnte um meine Kamera zu füttern. Ich blickte auf die Karte und sah mir an, was so alles an einem Tag zu erreichen ist. Mir stach Goslar ins Auge. Ich hörte schon einige Male von dieser Stadt, aber nur beiläufig. Noch nie hatte ich mich mit ihr beschäftigt. Ich konnte nicht einmal einordnen, in welchem Bundesland sie liegt. Glücklicherweise bringt mich die Fotografie dazu, diese Zustände zu ändern. Das Ziel, äußere niedersächsische Grenze, war also gesetzt. Etwas über zwei Stunden Fahrt musste ich einplanen, aber natürlich blieb es nicht dabei, denn es lagen verlockende Ortschaften auf dem Weg, allen voran Wernigerode, in der ich bisher ebenfalls noch nicht zugegen war. Doch die größte Vorfreude hatte ich, als ich sah, dass auch die Burg Falkenstein auf dem Weg lag. Ich düste also noch in der Dunkelheit los um mein Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.

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Weil gerade die Winterzeit ansteht und ich nur ein relativ kurzes Zeitfenster habe, in der es nicht dunkel ist, sah ich mich gezwungen, die ungeliebte Autobahn zu nehmen. Als ich eine Stunde unterwegs und kurz vor Aschersleben war, bemerkte ich, dass es ein wirklich sehr diesiger Tag werden würde. Ich liebe ja schaurig düsteres Wetter, da man dadurch ganz besonders kontrastreiche Bilder machen kann, aber Nebel? Ich konnte kaum zwanzig Meter weit in die Ferne blicken, meine Hoffnung, ein Bild der im nördlichen Harz liegenden Burg Falkenstein machen zu können, schwanden, je näher ich dem gleichnamigen Ort kam.

Ankommen auf Burg Falkenstein

Um überhaupt erst einmal in den Genuss der Burg zu kommen, fährt man serpentinenartig auf die Spitze eines Berges, auf dem die Burg im zwölften Jahrhundert errichtet worden ist. Oben angekommen, ist man jedoch gezwungen sein Auto abzustellen und noch zwei Kilometer zu Fuß durch den Wald zu marschieren. Ich blickte auf die Uhr und haderte, ob ich das zeitlich alles noch hinbekomme oder nicht, ich entschloss mich dazu, denn schließlich bin ich nicht jeden Tag in der Gegend.

Mittlerweile war es ungefähr zehn Uhr morgens. Niemand war da, was auch dem Wetter geschuldet sein kann, denn es war extrem düster, grau und der Schnee hatte sich mittlerweile auch ausgebreitet so weit oben. Aber umso besser. So ein schöner Spaziergang ganz allein mitten im Nirgendwo hatte auch seinen Charme. Ich wanderte den Berg hinauf und folgte den wilden Pfaden in der Hoffnung, der Weg sei der Richtige. Fast schon gespenstisch aber auch märchenhaft kam mir die Stimmung an diesem verlassenen Ort vor.

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Endlich war ich da, der Koloss stieg vor mir im Nebel empor und blickte mit machtvoller Aura zu mir herab. Es war sagenhaft und mit Worten kaum zu beschreiben. In diesem Moment fand ich es gar nicht so schlecht, dass es sehr nebelig war, unterstreichte das Ganze doch die Bedrohlichkeit.

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Weiter nach Wernigerode

Beeindruckt von diesen Impressionen düste ich wieder Richtung Autobahn bis nach Wernigerode. Schon oft habe ich tolle Bilder von Fotografen gesehen, die die bezaubernde Stadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern und dem bekannten Rathaus aufgenommen hatten, ich wollte das endlich auch einmal tun. Es klarte etwas auf und ich konnte Wernigerode in vollen Zügen genießen. Es war das perfekte Wetter für mich: keinerlei Sonne, sondern ein bedeckter Himmel, ideal um schattenfreie Aufnahmen zu machen. Ich schlenderte quer durch die Stadt und versuchte aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln meine Bilder zu machen. Ich glaube, dass viele Passanten mich oft schräg anschauen bei meinen Posen. Es ist wirklich ein märchenhaftes Städtchen und ich kann jedem Menschen einen Besuch wärmstens empfehlen.

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Auf nach Goslar

Nun war es an der Zeit weiterzuziehen um noch rechtzeitig an mein eigentliches Ziel zu gelangen. Ich verließ also Sachsen-Anhalt und überquerte die Grenze nach Niedersachsen. Ich orientierte mich einfach in Richtung Stadtmitte und fand glücklicherweise einen Parkplatz, was nebenbei bemerkt, in Wernigerode ein ziemlicher Krampf war. Auch hier lag etwas Schnee und der Himmel war trüb. Perfekt! Ich fragte mich ein wenig durch und entdeckte eine wunderschöne Stadt, die ebenfalls voller liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser war. Ich habe viele freundliche Leute getroffen, die mir Einiges über diese Stadt erzählten. Nach diesen ganzen Eindrücken hatte ich eine Rast wirklich verdient und kehrte ins örtliche Brauhaus ein. Eine echte Empfehlung, denn das Essen war wirklich ein wahnsinnig leckerer Gaumenschmaus. Das selbstgebraute Bier, die freundliche Bedienung und das schöne rustikale Ambiente rundeten das Ganze perfekt ab. Gesättigt und zufrieden zog ich noch ein wenig durch die Innenstadt Goslars, schoss ein paar Aufnahmen und machte mich wieder auf den Heimweg.

Anbei ein paar Eindrücke dieser wirklich schönen Tour durch den Nordharz.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende, Zeit, um ein erstes Resümee zu ziehen und auf das zu blicken, was war und was vor mir liegt. Seit einem Jahr befasse ich mich nun mit der Fotografie und habe damit die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. In dieser Zeit entstand diese Website, es wurden Aufnahmen in Zeitungen abgebildet, ich kam in Ausstellungen und Büchern vor, gestaltete Fotobücher & Kalender und man findet mich inzwischen auf Facebook, Pinterest, Instagram und sogar auf Youtube. All das hätte ich vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten.

Die Fotografie ist eine Leidenschaft, die schon immer in mir zu schlummern schien und nun erwacht ist. Mich fasziniert schier alles, egal ob es die unendlichen Weiten einer kargen Landschaft sind, es sich um ein epochales Bauwerk handelt oder ein völlig normaler Moment im Alltag eines Menschen ist, den ich versuche festzuhalten: ich hoffe darauf, dass am Schluss ein bewegendes Bild herauskommt. Ich kann es immer kaum erwarten zu Hause anzukommen, den Rechner hochzufahren um mir meine Beute anzusehen und auszuwählen, welches Bild es wert ist, sich der finalen digitalen Bearbeitung zu unterziehen. Ich bin immer extrem motiviert, wenn ich an so einer Bearbeitung sitze. Vor meinem geistigen Auge habe ich meistens eine grobe Vorstellung, welche Stimmung zu dem jeweiligen Bild passen würde. Zusätzliche Inspiration verleihen mir manchmal die Stile anderer Fotografen, Filme und Musik. Ich bin oft Feuer und Flamme, während ich meine Maus an den Reglern hin- und her schiebe. Ist es geschafft und es bewegt mich in irgendeiner Form, gebe ich es einen passenden Namen, implementiere mein Logo dezent und lade es in diversen Plattformen hoch, in der Hoffnung, dem Einen oder Anderen gefällt was er sieht oder noch besser, es berührt.

Ich denke oft darüber nach, wie es wäre, wenn man mit dieser Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten würde, doch wäre es dann noch dasselbe? Könnte man immer noch mit dieser Entspanntheit arbeiten, wenn einem ständig der Druck im Nacken sitzt?  Was, wenn die Leistung am Ende nicht gefällt? Es gibt erfahrene Fotografen, die raten davon ab, andere wiederum wirken motivierend oder sind sogar sehr erfolgreich. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Entscheidung getroffen und freue mich einfach auf die unbekannte Zukunft. Momentan möchte ich einfach machen, was ich liebe und das aus vollem Herzen. Es freut mich sehr, dass ich mittlerweile einige Menschen auf unterschiedlichsten Wegen getroffen habe, denen meine Bilder etwas bedeuten.

Zu guter Letzt präsentiere ich noch einige meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr.

Lass es Dir gut gehen!

~ Ulli

 

Das schöne Land

Ehrlich gesagt, fällt es mir gerade nicht leicht, einen Anfang zu finden. Die immense Fülle an wundervollen Eindrücken, die ich in den vergangenen Tagen sammeln konnte, ist dafür verantwortlich, dass ich nicht weiß, womit ich beginnen soll. Noch immer muss ich die überwältigenden Gefühle verarbeiten, die in mir aufkamen, während ich durch diese einzigartige Gegend streifte. Diese Mannigfaltigkeit an Natur, diese verwunschene Architektur der Dörfer und Gemeinden, die versteckten und gänzlich unbekannten Areale längst vergangener Zeiten und die Ausblicke, die mich zum Davonschweben animierten, können nicht in Worte gefasst oder anderweitig wiedergegeben werden. Man muss es erleben, man muss es fühlen und sich darauf einlassen. An Hängen stehend und der unendlichen Weite entgegen blickend, hat man das Gefühl, die Zeit bleibt für einen Augenblick stehen. Während der Wind seicht um die Stirn weht und der Blick in die Ferne schweift, fühlt es sich an, als möchte man diesen Ort niemals mehr verlassen.

I can feel you

Ich schreibe aus dem Herzen Deutschlands. Einen Landstrich, den ich wahrhaft lieben gelernt habe; den nördlichen Teil Hessens. Ich hatte das Glück, einige Tage dort verweilen zu können und wusste nicht, wie viele wundervolle Impressionen ich mitnehmen werde. Ich kann nur versuchen, einigermaßen die Gefühle zu übermitteln, die ich empfand, als ich die Gegend durchstreifte, zu Fuß, mit dem Auto und per Zweirad.

das schöne Land

Vom beschaulichen Wolfhagen aus, startete die erste Tour, mit dem Ziel Warburg, im südlichsten Zipfel Nordrhein Westfalens. Vorbei an Orten, deren Namen schon so verträumt klingen, als seien sie aus einem Märchen längst vergessener Zeit. Zierenberg, Volkmarsen, Germete, Welda oder Hofgeismar, um nur einige zu nennen. Eine geschichtlich bedeutende Region. Burgen, Jahrmillionen alte Steinbrüche, uralte Gräber, Naturschutzgebiete und Landstriche, die an entfernte Gefilde Südamerikas oder die mongolische Steppe erinnern.

could be Panama

Ich möchte versuchen, an Hand meiner Bilder die Gefühle wiederzugeben. Ich möchte meine Erfahrungen teilen und sie für die Ewigkeit festhalten. Es würde mich glücklich machen, wenn ich es schaffen würde, einige dieser Emotionen zu verewigen und transportieren zu können. Vielleicht fühlst auch du etwas dabei und die Aufnahmen veranlassen dich dazu, einen kurzen Moment inne zu halten und in ferne Lande zu schweben.

Lass es dir gut gehen.

~ Ulli

Wunderbare Vielfalt

Fotografie ist Leidenschaft. Sie hält einen Moment fest, der so niemals wieder existieren wird. Sie transportiert Gefühle, weckt Emotionen, erinnert an Vergangenes oder transportiert uns an entlegene Orte. Sie bewegt unterschiedlich. Durch weitere gestalterische Elemente, lässt sich die Empfindung sogar verstärken. Mit Typografie beispielsweise. Einen Menschen berührt das, den anderen lässt es kalt. Jemand fühlt etwas und ein Anderer versteht nicht, was man darin erkennen kann. Geschmäcker sind auch hier sehr unterschiedlich.

explore the world

Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass ich mich auch Stilen geöffnet habe, die ich vorher immer mit Skepsis betrachtete, beispielsweise abstrakte und extrem verfremdete Bildbearbeitung und Editorialdesigns. Der Bauhaus-Stil ist vergleichbar. Große meist serifenlose Überschriften, gepaart mit Bildern aus der Vergangenheit und farbintensiven Ornamenten, die oftmals, so scheint es, ohne tieferen Sinn im Layout umher schwirren, waren für mich damals ein echtes Mysterium. Mittlerweile aber finde ich es ganz gut und vielleicht versuche ich mich irgendwann einmal daran. Vielen wird diese Form der Kunst auf ewig verschlossen bleiben und sie werden keinen Zugang finden. Es ist sehr speziell, sehr experimentell und man kann es niemanden vorwerfen, dies in der Kategorie „befremdlich“ einzuordnen.

river to nowhere

Jeder Mensch verändert sich im Laufe seiner Schaffenszeit. Anfangs schoss man vielleicht nur Portraits oder nahm Blumen und Insekten auf. Später entdeckte man die Schönheit der Weite und es entstand ein immer größer werdender Hunger nach Landschaftsaufnahmen. Tiere, Architektur, Schwarz-Weiß, Eventfotografie, es gibt soviel unterschiedliche wundervolle und interessante Richtungen, dass es schwer fällt, sich für eine einzige zu entscheiden. In jedem Stil gibt es Bilder und Designs, die mich bewegen. Ich kann mich nicht für eine einzige Präferenz entscheiden. Ich möchte sie kombinieren, sie alle darstellen, eine Message senden, aber auf meine Art und Weise. Wohin mich der Weg in der Zukunft noch führen wird, ist mir gänzlich unbekannt, aber sie birgt viele Möglichkeiten. Anbei einige Aufnahmen und Bearbeitungen die ich im Laufe der Zeit gemacht habe.

Was sagst du zum Thema Stile? Welchen hast du und planst du einen neuen Weg? Würdest du gern andere Wege gehen aber du kannst nicht, weil du dir schon einen Namen gemacht hast in einem bestimmten Metier? Erzähl mir davon.

Lass es Dir gut gehen!