Ein Tag an der Spree

Einladung

Neulich fragte mich mein Kumpel Christian, ob ich denn nicht Lust hätte, mit ihm und seiner frischen Liebe Varvara (aus dem Herzen Russlands) nach Berlin zu fahren um einige ihrer Freunde zu treffen, die über die halbe Bundesrepublik verstreut sind. Vor ein paar Jahren haben sie sich beim Sprachunterricht kennengelernt und halten seit dem den Kontakt miteinander. Warum nicht, dachte ich mir und entschied mit der Kamera im Gepäck, den Trip mitzumachen. Wir starteten am späten Morgen und fuhren in Richtung Hauptstadt. Ich packte nur meinen Allrounder ein, mein 24-70 mm Objektiv. Ich ließ mich auch dieses Mal überraschen und ließ alles auf mich zukommen. Ich schoss ein paar Bilder während der Fahrt und genoss den lauen Sommertag.

Ankommen in Berlin

Nach etwas über einer Stunde erreichten wir unser Ziel im Herzen Berlins und gingen in unser Hotel. Nach und nach trafen die Freunde Varvaras ein. Die Freude war groß und man unterhielt sich erst einmal auf russisch, von dem ich natürlich kein Wort verstand, aber Emotionen benötigen keinen Dolmetscher. Die Freude über das Wiedersehen konnten Christian und ich klar sehen. Nun stand die Frage im Raum, was tun? Wir wollten ins Museum gehen, aber leider war es geschlossen, also einigten wir uns auf eine Schiffsfahrt auf der Spree. Gesagt getan, liefen wir los. Unterwegs schoss ich unentwegt Bilder und versuchte die Augenblicke festzuhalten. In meinem Kopf stellte ich mir bereits vor, wie ich sie bearbeiten werde. Während ich die Momente festhielt und sie mich gar nicht bemerkten, fühlte ich, wie sehr ich das liebe, was ich tue. Die Fotografie gibt mir einen echten Sinn im Leben. Sie macht es wertvoll, denn ich erschaffe etwas, was es so nie wieder geben wird und eventuell auch die Nachwelt für einen kurzen Moment zum Inne halten bewegen kann. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich die Klänge von Oleg Byonic mit dem Lied „The Sting“, die meine Empfindungen noch unterstreicht. Schön, etwas zu tun, was man mit Leidenschaft macht.

Auf der Spree

Angekommen an der Spree, die Unkosten bezahlt, setzten wir uns in das Schiff und genossen die Brisen, die uns während der Fahrt entgegen kamen. Am majestätisch empor ragenden Berliner Dom startete unser einstündiger Trip. Vorbei am Bode Museum, dem Bundestag, dem Haus der Kulturen, endete die Hinfahrt schließlich in der Nähe der Siegessäule. Ich bedauerte, dass ich nicht mein Weitwinkelobjektiv mitnahm, denn das hätte ich jetzt wirklich gebrauchen können. Dennoch versuchte ich etwas rauszuholen.

Abschied

Es war ein wirklich schöner Ausflug. Nicht einmal der Regen, der später auf uns niederprasselte, konnte uns dies vermasseln. Wir gingen anschließend an der Promenade etwas Essen, lauschten der famosen Livemusik und ließen den Abend ausklingen, bevor es ins Hotel ging um an nächsten Morgen wieder heim zu fahren. Es war ein wirklich toller Tagestrip und habe mich gefreut, die Freunde Varvaras kennengelernt zu haben.

до свидания

Der schönste Tag im Leben

Was gibt es Schöneres, als die Liebe des Lebens zu finden und dies offiziell durch den Bund der Ehe zu besiegeln. Diesen Sommer luden Freunde zu diesem Gelübde in Kassel ein. Außer meiner Freundin und dem Brautpaar kannte ich niemanden.

Wohl wissend, dass Fotografen engagiert worden waren, nahm ich natürlich trotzdem meine Kamera mit, um vielleicht den einen oder anderen Augenblick einfangen zu können. Ich ließ mich den ganzen Abend treiben und genoss die gute Stimmung. Ich kam mit vielen tollen Menschen ins Gespräch und vergaß zwischenzeitlich sogar meine Leidenschaft. Dennoch konnte ich einige Momente festhalten, die den wundervollen Abend begleiteten.

Ein unvergesslicher Tag

Vergangenes Wochenende stand die Hochzeit einer guten Freundin an, die mich darum bat, ein paar Erinnerungen festzuhalten. Diesen Wunsch konnte ich ihr natürlich nicht abschlagen und so nahm ich meine Kamera samt drei Objektiven mit zur Veranstaltung, die im „Rockabilly-Stil“ stattfand.

forgetting time

Ich plane nichts, bei mir entstehen Bilder und Kompositionen immer spontan. Ich nehme meine Kamera, lasse die Stimmung auf mich wirken und fotografiere, so gut es geht, unbeobachtet. Dabei versuche ich, die Menschen so realitätsnah aufzunehmen, wie es geht. Natürlich gelingt nicht jedes Bild, dennoch entstehen so viele starke Charakteraufnahmen, von denen ich einige hier präsentieren möchte.

Mein Anspruch ist nicht die Hochglanzfotografie. Perfekt retuschierte Gesichter und akkurat ausgeleuchtete Aufnahmen entsprechen nicht dem, was ich mache. Ich möchte die Tatsachen widerspiegeln und diese in der Nachbearbeitung unterstreichen. Somit entstanden verschiedene Stile, die ich in der Nachbearbeitung für eine Hochzeit im 50er- Jahre Stil als passend empfand. Mal rauschig, mal dunkel, mal scharf gezeichnet und Schwarz- Weiß.

all together

Da ich grundsätzlich mit Available-Light arbeite, also natürlichen Lichtverhältnissen ohne Blitz, kommt es auch zu gekörnten Motiven, die ich persönlich sehr spannend finde. Ich möchte die Menschen und die Umwelt so darstellen, wie ich sie sehe.

Vielleicht sieht es der ein oder andere Leser ähnlich oder gar genauso. Auch wenn nicht, würde ich mich über ein persönliches Empfinden darüber von euch freuen.

Lass es Dir gut gehen!

~ Ulli