Von der Hoffnung

Der innere Drang

Die Sonne schien an diesem denkwürdigen Morgen des 21. April 2021. Der Himmel war wunderbar blau, und eine frische Brise wehte mir entgegen. In mir regte sich Aufbruchstimmung. Die Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes, welche die Bundesregierung mit einschneidenden Befugnissen ausstattet, sollte heute verabschiedet werden. Eine große Demo wurde erwartet. Ich fühlte, dass es wichtiger denn je war, diese sicherlich historischen Augenblicke des Protests festzuhalten. Also schnappte ich mir meine Kamera und fuhr wieder einmal in unsere Hauptstadt.

Während ich unterwegs war, aus dem Fenster schaute und die Weite genoss, kreisten mir viele Gedanken durch den Kopf: Macht das überhaupt noch Sinn, bei all den Erfahrungen, die du mittlerweile gesammelt hast? Ist es clever, dagegen aufzubegehren, wenn so eine gewaltige Medienmacht, die Ereignisse sowieso wieder in ein negatives Licht rücken wird? Die Schlagzeilen sind doch vorprogrammiert. Die meisten Menschen finden es zusätzlich sogar unverantwortlich, dort hinzugehen. „Wandere doch aus!“, sagen sie. Auch ist es deprimierend, zu realisieren, wie weit es bereits gekommen ist und wie tief die neue Normalität in den Köpfen der Menschen verwurzelt ist. Also wozu das alles? Warum gehst du da hin? Ich kann diese Fragen nicht einmal beantworten. Vielleicht ist es der Funken Hoffnung. Ähnlich wie es Martin Luther angeblich einmal sagte: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Erste Eindrücke

Nach zweistündiger Fahrt erreichte ich gegen 9.30 Uhr die Straße des 17. Juni. Ein freundlicher Polizist erlaubte mir sogar direkt hinter der Absperrung zu parken, da ich ihm mittteilte, dass ich die Demonstration fotografisch dokumentieren wolle. Noch einen Griff zur Wasserflasche und dann ging´s geradewegs Richtung Brandenburger Tor. Ich war nicht der Einzige. Die ersten Blogger und Youtuber waren zu sehen, die das Ganze per Livestream übertrugen und begannen, Interviews zu führen. Ein freundlicher Fahrradfahrer radelte grüßend an mir vorbei. Die Worte, die aus seinen befestigten Lautsprechern tönten, waren unmissverständlich und verleiteten mich zu einem süffisanten Grinsen.

Schließlich erreichte ich die erste Menschentraube. So an die tausend dürften es gewesen sein. Es herrschte eine fröhliche Atmosphäre. Die Sonne lachte immer noch und trug sicherlich ihren Teil zur tollen Stimmung bei. Ich drückte das erste Mal den Auslöser und fragte hier und da, ob ich ein Foto machen dürfe. Manchmal kam man ins Gespräch und ich merkte deutlich, dass die Empfindungen identisch waren. Sie alle teilten die selben Sorgen wie ich, über die ich auch schon in vergangenen Artikeln zahlreich berichtete. Es ist nicht nötig, diese Dinge wieder und wieder vorzutragen. Ich nahm lieber die Eindrücke mit und fotografierte die Menschen samt ihrer Anliegen, die sie auf die selbstgebastelten Plakate und Fahnen geschrieben hatten.

Friedlicher Protest

Die Straße füllte sich. Es wurden stetig mehr. Menschen jeglicher Couleur waren zugegen. Ein bisschen fühlte es sich an, wie im vergangenen Jahr, als Millionen gegen das drohende Unheilssystem protestierten an diesem Ort und alles dafür taten, dass eben genau das, was wir inzwischen vorfinden, nicht eintritt. Wer sich diesen Protest noch einmal zu Gemüte führen möchte, kann das hier tun. Mittlerweile kamen so viele Menschen, dass die Polizei den Bereich erweitern musste. Bis sie das jedoch tat, stellte sie sich quer. Währenddessen schaute ich in das ein oder andere Auge jener Beamten und versuchte den Menschen hinter seiner schwarzen Uniform zu sehen.

Nach einiger Zeit sah sich die Einsatzleitung dazu gezwungen, den Bereich weiter auszubauen und ließ die Menschen bis kurz vor der Siegessäule gewähren. Die anschließenden Freudenschreie der Demonstranten kann man sich vorstellen. Danach wurden die Menschen durch die Polizei in den Tiergarten geleitet. Die Trommler, die eine wunderbare Stimmung erzeugten, schritten voran und die mittlerweile ca. zwanzigtausend Menschen liefen hinterher. Immer wieder riefen sie Passanten, die oft Beifall klatschten, zu, dass sie sich anschließen sollen, was einige auch taten.

Schließlich erreichten wir eine riesige Wiese. Die Demonstranten trafen nach und nach dort ein. Was ich dann erleben musste, war wirklich schockierend. Der junge Trommler, den ich die ganze Zeit begleitete und der zehn Meter neben mir stand, wurde auf das Heftigste von der Polizei attackiert und zu Boden geworfen. Ich habe diese rohe Gewalt gar nicht einordnen können, weil ich es nicht verstand. Es sah aus, wie ein Exempel, das statuiert werden sollte und was so gar nicht zu den bisherigen Erfahrungen mit den Beamten passte. Plötzlich nahm ich wahr, dass immer mehr Menschen willkürlich von Beamten in Kampfmontur herausgepickt und in Gewahrsam genommen worden sind. Wie kleine Stoßtruppen gingen sie vor und das mit teilweise äußerster Gewalt, ich habe es selbst gesehen. Die Menge war empört. Die Pfiffe wurden lauter und die Parolen entsprechend rauer. Zu Recht, das Geschehen war vollkommen unverständlich.

Eskalation

Nun wollte die Masse zum Brandenburger Tor. In der Zwischenzeit dürften noch mehr Menschen dazugekommen sein, der ganze Park war voll. Eigenartig war, dass nun die Straße des 17. Juni abgesperrt wurde, als ob man die Menschen im Tiergarten lassen und einkesseln wollte. Es herrschte eine bedrohliche Atmosphäre. Ich ging ganz nach vorne, lehnte mich an die Mauer, die zwischen dem Tiergarten und dem Brandenburger Tor steht und sah eine Unmenge an Polizisten. Kläffende Schäferhunde, Einsatztrupps, die bereit waren voranzustürmen und die Masse an friedlich protestierenden Menschen, waren schon ein ziemlich beeindruckendes Bild.

Dann kam es so, wie viele es schon ahnten, die Polizei rückte vor und schnappte sich erneut systematisch Menschen, die sie brutal übermannte. Den Demonstranten schien es nun wirklich zu reichen, denn die Situation drohte zu eskalieren. Die Rufe wurden so laut und die Energie so heftig, dass sich die Beamten eingekesselt sahen, sich zusammenrotteten und sich unter Einsatz von Pfefferspray den Rückzugsweg frei kämpften. Sogar Baumstämme flogen durch die Luft, so groß war der Unmut. Solche Szenen will niemand und Gewalt ist auch nicht der richtige Weg, da dies nur Bilder liefert, auf die die Presse doch nur wartet. Vielleicht waren es Provokateure, vielleicht nicht. Ich kann es nicht sagen. Auf jeden Fall war es eine einschneidende Situation, die nachhallt.

Résumé

Es kam in der Folge immer wieder zu solchen Situationen, doch mit der Zeit beruhigte sich die Lage. Die Menschen liefen langsam zurück. Viele mussten das eben Erlebte erst einmal verdauen. Ich verschnaufte. Mittlerweile war es ungefähr drei Uhr und an die tausend Bilder waren im Kasten. Später erfuhr ich dann, dass das Gesetz trotzdem verabschiedet worden sei. Uns allen war klar gewesen, dass wir das nicht verhindern würden, und doch waren wir da.

Ich jedenfalls habe das für mich Richtige getan. Ich bin froh, dort gewesen zu sein und diesen Tag verewigt zu haben. Vielleicht erreichen die Aufnahmen ja doch den einen oder anderen, schließlich stirbt die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt.

~ Ulli

Retrospektive

Ein ereignisreiches Jahr

Auch diesmal möchte ich ein paar meiner Lieblingsaufnahmen verewigen und mit euch teilen. Ich brauche niemanden zu erzählen, dass es ein ganz besonderes Jahr war. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht und geht unterschiedlich damit um. Meine Position habe ich hinlänglich postuliert und ist in vergangenen Artikeln nachzulesen. Nur ein Wort, ich wünsche mir, dass wir in der Zukunft wieder näher zueinander finden.

Abstecher in die Lausitz

Gleich zu Beginn des Jahres entschloss ich mich, in die Lausitz zu fahren, einen Landstrich in Sachsen und im Süden Brandenburgs, der an den Grenzen unserer Nachbarländer Polen und Tschechien liegt. Da ich ein großes Pensum vor mir hatte, suchte ich mir diesmal eine Übernachtungsmöglichkeit, um möglichst viele Eindrücke einfangen zu können. Meinen ausführlichen Beitrag dazu findest du hier.

Die Poesie des Himmels

Im Frühjahr diesen Jahres gab es für einen kurzen Zeitraum keine Möglichkeit in die Ferne zu reisen, also suchte ich mir Naheliegendes. Ich entschied, mich ein paar Tage durch meine unmittelbare Umgebung inspirieren zu lassen und fokussierte mich auf die Natur. So entstanden einige Momente dieses Naturschauspiels, was ich in meinem zweiten Artikel dieses Jahr veröffentlichte. Hier findest du meine Impressionen davon.

Abstecher in die Börde

Im Juni besuchte ich endlich einmal die Börde, einen Landstrich in meinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt. Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, mich einmal näher dieser Gegend zu widmen. Ich entdeckte eine Fülle an wunderschönen Bauten und Schlössern, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie ganz in der Nähe meines Wohnortes zu finden sind. Wer Näheres sehen möchte, findet das hier in diesem Artikel.

Ein Junitag

Schließlich machte ich ein Versprechen wahr und besuchte Fahima samt ihrer Familie, um ein paar situative Aufnahmen zu machen. Sie fragte mich schon lange danach und im Juni hat es dann endlich geklappt. Am Ende sind ein paar wirklich schöne Aufnahmen entstanden, die ich schließlich auch in einem Fotobuch verewigte. Hinzu wurde mir die Ehre zu Teil, dass ich in der Photosphäre veröffentlicht wurde. Die Photosphäre ist ein relativ bekanntes Medium, in dem viele kleine Künstler eine Plattform finden. Umso schöner, dass ich gleich als erster in dem Empfehlungsartikel stehe. Eindrücke dieses schönen Tages findest du hier.

Hochzeitstag meiner Eltern

Ein ganz besonderer Tag stand im Juli diesen Jahres an und zwar der Hochzeitstag meiner Eltern. Bewegende Augenblicke, die ich versucht habe, würdevoll festzuhalten. Ich finde, dass es mir gelungen ist, jedenfalls fanden Sie auch Gefallen daran und das ist das Wichtigste. Den Artikel dazu findest du hier.

Zu Besuch in Salzburg

Ein Höhepunkt des Jahres war die Reise in unser wunderschönes Nachbarland Österreich. Als kleiner Bengel war ich schonmal dort, aber erinnern konnte ich mich nicht mehr daran. Mein Ziel sollte Salzburg sein, die Heimat Mozarts. Spektakuläre Eindrücke erwarteten mich dort. Meinen ausführlichen Artikel dazu findest du hier.

Besuch auf mehreren Kundgebungen

So wie viele Menschen, mache ich mir Sorgen über die Entwicklungen auf diesem Planeten. Die einschneidenden Ereignisse weltweit bewogen mich dazu, diese Veranstaltungen zu besuchen. Ich wollte auch etwas Gutes dazu beitragen, in dem ich die Demonstrationen fotografisch begleitete. Wer mehr darüber lesen möchte, dem kann ich meine drei Artikel empfehlen. Die Demonstration in Berlin, der Schweigemarsch und die Kundgebung in Leipzig. Mir wurde des Weiteren die Ehre zu Teil, diese drei Artikel auch im Nachrichtenportal Rubikon zu veröffentlichen.

Was wird sie bringen, die Zukunft?

Noch immer fotografiere ich leidenschaftlich gern, doch ist es mir im Moment leider nicht möglich, in der Hinsicht viel zu erleben. Deswegen nehme ich mir auch ab und an ein paar ältere Aufnahmen vor und bearbeite sie nach Lust und Laune. Vielleicht widme ich mich demnächst etwas mehr der Natur, fotografiere die Leere oder Menschen. Wer weiß, was mir begegnet oder was sich findet. Meine Kamera und ich freuen sich auf alles Spannende. Ich kann nicht einschätzen, was die Zukunft bringen wird, es bleibt uns allen nichts anderes übrig, als das Beste draus zu machen. Ich bleibe zuversichtlich und werde so lange ich kann, meine Vorstellungen visualisieren und mich über jeden Einzelnen freuen, der in einem meiner Bilder etwas sieht und für einen kurzen Moment inne hält. Die Fotografie ist etwas Bleibendes, sie kann auch Menschen in weiter Zukunft bewegen, bilde ich mir ein. Ein Bild kann mehr sagen, als tausend Worte und mehr berühren, als jedes Video. Deswegen liebe ich die Fotografie. Sie gibt mir einen echten Sinn im Leben. Ich bin dankbar, diese Leidenschaft für mich entdeckt zu haben und freue mich auf viele neue Motive in der Zukunft.

~ Ulli

Schweigemarsch

Stiller Protest

„Wir müssen reden“, lautete das Motto eines Schweigemarsches in Berlin am 10. Oktober 2020. Die Organisatoren luden dazu ein, um auf diesem Wege gegen die momentan herrschenden Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Natürlich ließ ich mich nicht lange bitten und notierte mir dieses Ereignis sofort in meinem Terminkalender. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, keinerlei Flaggen, Schilder oder Banner mitzuführen. Des Weiteren war das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes Voraussetzung für eine Teilnahme.

Mein persönlicher Ansatz

Früh morgens machte ich mich zusammen mit einem Mitstreiter auf den Weg in die Hauptstadt. Der Marsch sollte 11.59 Uhr auf dem Kurfürstendamm starten und an der Siegessäule enden. Da ich durch mein Aussehen bewusst überspitzen wollte, entschied ich mich schon Tage zuvor, mich elitär zu kleiden. Schwarz von oben bis unten, Stiefel, Sonnenbrille, Handschuhe und Mundschutz, sollten darauf hinweisen, wie die Zukunft aussehen könnte, wenn wir eine Zeit erreichen sollten, in der es zu immer mehr Zwängen und Kontrollen kommt. In einigen Ländern dieser Erde ist es bereits Realität, dass Menschen durch ihre Regierungen belehrt, sanktioniert oder abgeführt werden, wenn sie die bestehenden Coronaregeln anzweifeln oder nicht befolgen. Um dies zu verhindern und ein Zeichen zu setzen, hielt ich es für unabdingbar, vor Ort zu sein und dieses Ereignis erneut festzuhalten, wie bereits am 29. August 2020

Der Marsch beginnt

Wir kamen mit dem Auto sehr gut durch und fanden auch direkt einen Parkplatz. Wir schätzten, dass wir vielleicht zwei- bis dreitausend Menschen vorfinden würden, denn extrem viel Werbung für den Schweigemarsch hatte ich vorher nicht wahrgenommen. Wir erreichten den Kurfürstendamm gegen 11.45 Uhr und reihten uns in die Menge ein. Sofort kam ich ins Gespräch und tauschte mich über Themen aus, die alle Teilnehmer gleichermaßen bewegen. Ein angenehmes Gefühl, sich verstanden und aufgehoben zu fühlen. Aus allen Teilen Deutschlands waren die Menschen angereist. Ich zückte das erste Mal meine Kamera und hielt ein paar Augenblicke fest. Wir standen zu viert in einer Reihe, denn der Abstand war eine Vorgabe, die zwingend eingehalten werden musste, um keine Auflösung des Marsches zu riskieren. Mir fielen wirklich kreative Mundschutzvarianten auf, einige davon versuchte ich mit der Kamera zu verewigen. Wie beeindruckend wäre es, dachte ich mir, wenn sie jetzt alle so gekleidet wären wie ich und dadurch eine bedrohliche Atmosphäre entstünde. Ich stellte mir vor, wie imposant es doch wäre, wenn am Ende des Marsches eine riesige Bühne stünde, auf der niemand spräche, sondern nur eine düstere Melodie zu hören und unter Nebelschwaden begleitet, ein riesiges Banner mit einer Maske zu erkennen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies eine immense Wirkung erzielen würde.

Der Weg zur Siegessäule

Mit etwas Verzögerung setzten sich die Menschen in Bewegung. Ordner wiesen die Teilnehmer immer wieder darauf hin, sich an die Abstandsregeln zu halten und liefen stets beobachtend nebenher. Ich scherte des Öfteren aus, um die Menge aus verschiedenen Blickwinkeln festzuhalten. Es schien alles glatt zu laufen, soweit ich es mitbekam. Ich erkannte einige Persönlichkeiten während des Marsches, unter Anderem die Rechtsanwälte Markus Haintz und Ralf Ludwig. Immer wieder hielten vorbeilaufende Passanten an und suchten das Gespräch, mal friedlich, mal lautstark protestierend. Auch ich wurde zweimal in ein Gespräch verwickelt, das durchaus fruchtbar verlief. Andere wiederum blieben stehen und ließen den Marsch auf sich wirken. Genau das sollte auch das Ziel sein, dass Passanten zum Nachdenken angeregt werden.

Am Ziel angekommen

Wir liefen ungefähr zwei Stunden, bis wir die Siegessäule erreichten. Erst hier konnte ich mir ein Bild davon machen, wie viele Menschen teilgenommen hatten. Ich kann es sehr schlecht schätzen, doch denke ich schon, dass die angemeldete Teilnehmeranzahl von 20.000 Menschen erreicht wurde. Wir blieben noch einige Zeit vor Ort, bis die Veranstaltung aufgelöst wurde und wir zurück zum Auto liefen. Es war ein wichtiger Tag für uns beide und sicher ebenfalls für alle anderen Teilnehmer. Auch ich bin der Ansicht, dass wir alle miteinander reden müssen, wenn sich die Fronten nicht weiter verhärten sollen. Wer weiß, was am Ende aus all dem folgt. Vielleicht sehen wir die Zukunft auch zu dystopisch, doch halte ich es für essenziell, sich auch über die möglichen Verwerfungen dieser globalen Situation auszutauschen. Meine Haltung zu diesem Thema beruht aus Ereignissen der Vergangenheit, in der des Öfteren bewiesen wurde, dass die Regierungen dieser Welt die Bevölkerungen getäuscht haben. Ich möchte gern glauben, dass es diesmal anders ist, doch sprechen aus meiner Sicht die Tatsachen eine deutliche Sprache. Also lasst uns reden und zusammen eine Lösung finden. Versuchen wir, dem Gegenüber zuzuhören und nicht sofort das Gespräch abzuwürgen, nur weil der Gesprächspartner die aktuelle Situation anders sieht. Nur muss man für diesen Austausch offen sein, das ist alles. Letztlich sitzen wir alle auf diesem Globus im selben Boot und wir sollten uns vor Augen halten, wer es steuert.

~ Ulli

Meine Eltern

Ein besonderer Tag

Juli 2020, mein Vater schrieb mir, ob ich an seinem vierzigsten Hochzeitstag ein paar Bilder schießen könne von ihm und meiner Mutter. Völlig überrascht und nichtsahnend, dass es gerade so ein besonderer Tag ist, willigte ich natürlich sofort ein. Ich packte meine Kamera ein und stieg ins Auto. Meine Eltern wohnen nur ein paar Kilometer von mir entfernt. Während ich auf dem Weg zu ihnen war, dachte ich an Vieles. Ich sah meine Kindheit vor Augen, all die wundervolle Zeit und die guten Ratschläge, die sie mir für das Leben gaben, die Liebe, die sie mir stetig entgegenbrachten und wie sie in jeder Situation hinter mir standen. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit und wie sie immer nur das Beste für mich wollten und das auch in die Tat umsetzten. Trotzdem ich ein Einzelkind bin, haben Sie mich immer zur Offenheit, zur Hilfsbereitschaft und zur Freundlichkeit erzogen. Es begleitete mich ein Hauch Sentimentalität und musste auch zugeben, dass ich nicht immer der beste Sohn für sie gewesen sein muss, denn Flausen hatte auch ich damals im Kopf. Aber dieses Schicksal teile ich ganz sicher mit allen Kindern dieser Welt. Ich war jedenfalls immer sehr dankbar für solch liebevolle Eltern.

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Ankommen

Noch in Gedanken versunken, erreichte ich mein altes Zuhause, mit dem ich soviel Schönes verband. Die Tür zugeklappt, den Rucksack in der Hand, wurde ich wie immer herzlich empfangen. Selbstverständlich wurde mir alles Mögliche angeboten, Saft, Bier, Sekt und Nahrung in jeglicher Form. Ich war noch nicht hungrig und entschied mich für ein kühles tschechisches Bier, mit dem ich auf der Veranda mit meinem Vater Rainer und meiner Mutter Andrea anstieß auf ihren besonderen Tag. Ganze vierzig Jahre verheiratet, Mensch, dachte ich mir, das ist eine verdammt lange Zeit. Wundervoll, dass sie bis heute ein tolles Team sind, für mich das Beste überhaupt. Meine Mutter ist seit einigen Jahren gesundheitlich schwer eingeschränkt und dennoch macht sie immer das Beste daraus und gibt sich niemals auf. Diese Kraft die sie aufbringt und diese liebevolle Selbstlosigkeit, die sie wirklich Jedem erweist, ist für mich einmalig. Ich bewundere Sie sehr dafür und wünsche mir, dass Sie noch viele viele Jahre diese Energie in sich trägt. Mein Vater ist immer an ihrer Seite gewesen, selbst in schwersten Zeiten, kämpfte er wie ein Löwe gegen alle Widrigkeiten an, die ihnen entgegengestellt wurden. Bis heute spürt man die tiefe Zuneigung füreinander. Was gibt es Schöneres? Eine Ehre für mich, die Beiden in so einem Moment festhalten zu dürfen.

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Momentaufnahmen

Wir gingen in ihren wundervollen grünbewachsenen Garten und versuchten ein paar Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Eine ziemliche Bürde, die ich mit mir rumtrug, denn gestellte Bilder sind ja nun nicht unbedingt mein Ding, aber ich versuchte den Spagat zwischen gestellten Aufnahmen und situativen Momenten. Ab und zu dirigierte ich sie mal an diese und an jene Stelle, in der Hoffnung, zum Schluss würden ein paar gute Eindrücke entstehen. Insgesamt drückte ich 320 Mal den Auslöser. Am Ende hat es sich gelohnt. Ich bin sehr glücklich, meine Eltern an ihrem Ehrentag festgehalten zu haben.

~ Ulli

Ein Jahr neigt sich dem Ende

Kurz vor Ausklingen des Jahres, möchte ich eine kleine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsbilder präsentieren. Im Laufe der Zeit, habe ich gemerkt, dass ich neben der Landschafts- und Reisefotografie auch Momentaufnahmen mit Menschen liebe. Mir kam es noch nie auf gestellte Posen an, sondern auf das Einfangen eines besonderen Moments, einer, der nicht gestellt sondern situativ ist. Meines Erachtens erzeugt dies eine viel größere Spannung in den Bildern. Dabei muss es auch gar nicht perfekt aufgenommen sein, auch spielt die Belichtungszeit oder der ISO gar keine so große Rolle, sogar mit Rauschen im Bild, kann es eine faszinierende Wirkung erzielen meiner Meinung nach.

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Rauschen im Bild kann dennoch Wirkung erzielen

Ich war viel unterwegs. Gleich am Anfang des Jahres zog es mich nach Polen, genauer gesagt, nach Stettin. Eine wirklich wundervolle Stadt, die ich von meiner Heimat Wittenberg aus, in ungefähr drei Stunden erreicht habe. Ich versuchte so viele schöne Eindrücke festzuhalten, wie es nur ging und war froh, dass es mir gelungen ist.  In den folgenden Monaten führte mich mein Drang nach tollen Aufnahmen in viele Regionen unseres Landes: In den Spreewald, in den nördlichen Harz, ins Havelland, sowie nach Dresden und nach Gera.  Doch eins meiner beeindruckendsten Reisen, war zweifelsfrei der Besuch bei meinem besten Freund Danny in der Schweiz. So wie fast jedes Jahr, besuchte ich ihn für ein paar Tage und genoss die wundervolle Zeit bei ihm und hielt fest, was ich nur konnte. Ich hoffe, ich komme noch viele Male in den Genuss, unser Nachbarland mit neuen Augen zu entdecken und mit Euch zu teilen.

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Wundervolle Schweiz

Unter Anderem hatte ich sogar das Glück, dieses Jahr einen Preis einzuheimsen bei einem kleinen lokalen Wettbewerb, den ich doch tatsächlich gewann. Ich entschied mich dazu, eins meiner Lieblingsbilder meiner Heimatstadt ins Rennen zu schicken und war glücklich, dass die Juroren meine Sicht auf die Dinge anerkannten. Ich hatte mich riesig gefreut und spornt mich natürlich weiter an, meine Leidenschaft fortzusetzen.

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Erster Platz beim Fotowettbewerb

Ein weiteres Highlight dieses Jahr war zweifelsfrei die Bildbesprechung bei den Fotoprofis Krolop & Gerst. Ich reichte zwei meiner Bilder ein. In der Hoffnung, sie würden in der Livesendung erscheinen, traute ich meinen Augen kaum, als dieser Traum wahrhaftig in Erfüllung ging. Meine Bilder auf Youtube, ich war wirklich total baff. Wer sich den Teil der Sendung einmal anschauen möchte, kann sich auf diesem Link, ab Minute 25.41 selbst ein Bild davon machen.

Insgesamt war es ein recht turbulentes, aber auch schönes Jahr und ich bin in freudiger Erwartung, was die Zukunft für mich bereit hält. Ich bin jedenfalls offen dafür und immer noch voller Leidenschaft. Ich danke den vielen Menschen, die mich unterstützt haben und mir immer wieder Mut machen. Ich wünsche Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Ein Tag am Meer

Auf in den hohen Norden

Was tut man, wenn eine gute Freundin mal dem Alltag entfliehen will? Man bucht kurzer Hand eine Ferienwohnung an der Ostsee für sie und ihre Tochter. Es dauerte nicht sehr lange, bis ich etwas Passendes gefunden hatte. Meine Wahl fiel auf ein kleines Häuschen in Born am Darß. Zwei Nächte und eine etwa dreistündige Fahrt kamen nun also auf uns zu. Die Begeisterung war groß, auch wenn das Wetter keine guten Bedingungen für zwei Drittel der kleinen Fahrgemeinschaft bereithalten sollte, nämlich Regen, Wolken und Wind. Natürlich bedauerte ich das selbst ganz und gar nicht, denn dies sind grandiose Voraussetzungen für mich und meine Kamera.

Ankommen in Born

Nach gemütlicher und staufreier Fahrt, vorbei an ganz kleinen wohlklingenden Ortsnamen, wie Klein Kussewitz, Ahrenshoop oder Häschendorf, erreichten wir unser Ziel in Born und waren sofort begeistert. Die Erwartungen wurden wirklich übertroffen. Wir erblickten eine wundervolle Inneneinrichtung, mit Liebe zum Detail eingerichtet, die sogar mit Fußbodenheizung und einem Raumteiler in Form eines Bootes aufwartete. Wir fühlten uns sofort heimisch. Für mich eine klare Empfehlung. Wer ebenfalls mal in den Genuss dieser tollen Ferienwohnungen kommen möchte, kann sich hier auf dieser Website selbst ein Bild davon machen.

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Raumteiler in der Ferienwohnung

Die Umgebung erkunden

Lange vor dem Erwachen meiner beiden Mitbewohnerinnen stand ich schon auf den Beinen um mir ein Bild von unserer neuen Heimat zu machen. Ich stieg ins Auto und fuhr durch die Gegend. Ab und an wurde man in den grauen Morgenstunden von fahrradfahrenden Einwohnern, die mit frischen Bäckerbrötchen beladen waren, mit einem freundlichen „Moin!“ begrüßt. Die Sonne versuchte sich vergeblich durch die graue Nebeldecke zu kämpfen und somit konnte ich die wunderbar bedrohliche Atmosphäre einfangen. Schon jetzt wusste ich, wie ich meine Bilder bearbeiten werde und welches Lied in Dauerschleife dabei laufen wird.

Nachdem ich einige Aufnahmen im Kasten hatte, fuhr ich wieder in unser Kleinod um gemütlich zu frühstücken. Dann ging es auf Tour. Wir entschlossen uns für einen Besuch in Prerow. Angekommen, führte uns der Weg quer durch den Ort bis wir schließlich ein Schild entdeckten, auf dem „Seebrücke“ zu lesen war. Natürlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen und wanderten direkt drauf zu. Vorbei an wunderschönen Häusern und einem märchenhaften Wald, erblickten wir die Brücke, die direkt ins Meer führte. Uns bot sich ein atemberaubendes Panorama. Die unendliche Weite, gepaart mit dem düsteren Wetter war wie geschaffen für mich. Ich machte unzählige Aufnahmen, während der strenge Wind umherpeitschte. Ein Ort zum Davonschweben. Nachdem ich genug Eindrücke festgehalten hatte und wir noch etwas am Strand entlang liefen, gingen wir wieder zurück, hielten noch in einem Brauhaus an und aßen entspannt. Der Tag war noch nicht vorbei und somit entschieden wir, Warnemünde noch einen Besuch abzustatten.

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Seebrücke Prerow

Besuch in Warnemünde

Warnemünde liegt gleich neben Rostock und ist etwa eine Autostunde entfernt von Prerow. Glücklicherweise fand ich recht schnell einen Parkplatz direkt an der Promenade. Mittlerweile ragte auch ein wenig die Sonne heraus, die jedoch so schwach schien, dass sie meine Bilder nicht beeinträchtigen sollte. Warnemünde besitzt einen tollen Leuchtturm, den ich von Weitem aufnehmen konnte. Eine sehr schöne Stadt, die auch für den alten Strom bekannt ist, eine alte Schiffszufahrt, die heutzutage zum Flanieren einlädt. Viele Schiffe liegen hier vor Anker, die frische Fischbrötchen verkaufen. Die Möwen hier sind so sehr an den Menschen gewöhnt, dass sie keine Scheu haben, sich direkt über den frisch zubereiteten Gaumenschmaus herzumachen, man sollte also stets Acht geben. Selbst das Posieren vor der Kamera scheinen sie mittlerweile perfektioniert zu haben.

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posierende Möwe

Heimreise über Rostock

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen. Wir packten unsere Sachen und machten uns auf den Heimweg. Zum Anschluss hielten wir aber noch in der Hansestadt an um noch ein paar letzte Eindrücke festzuhalten. Insgesamt war es ein wunderbarer Kurztrip in den hohen Norden. Es lohnt sich zu jeder Jahreszeit diesem schönen Teil Deutschlands einen Besuch abzustatten. Sicher werde ich wiederkommen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Zu Gast in Gera

Schon seit geraumer Zeit plante ich, meinen alten Schulfreund Randy in seiner neuen Heimat Gera zu besuchen, doch hat es oft aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geklappt. Nun aber war ein fester Termin vereinbart, an dem keine Ausrede mehr gelten sollte. Er wohnt schon viele Jahre im östlichen Teil Thüringens samt seiner Familie und scheint sich inzwischen auch sehr heimisch zu fühlen. Meine Kamera im Gepäck, fuhr ich los. Zwar ging ich davon aus, dass eh nicht sehr viel Zeit für einen Rundgang durch die Stadt zur Verfügung stehen würde, denn es kündigten sich noch mehr alte Freunde an, aber es konnte ja sein, dass sich ein wenig Zeit dafür findet.

Von Wittenberg fuhr ich etwas über zwei Stunden auf der Landstraße. Vorbei am schönen Leipzig, erreichte ich schließlich die Hochschulstadt Gera. Ähnlich wie Jena, liegt sie in einem Tal und beherbergt knapp 95.000 Menschen. Sehr gut ausgebaute Straßen führten mich in die relativ zentral gelegene Behausung meines alten Klassenkameraden. Es war schön, sich nach so langer Zeit einmal wiederzusehen. Wir gingen etwas essen auf dem Ferberturm in Gera. Hier gab es eine hervorragende Küche und einen phänomenalen Ausblick. Nach zwei Stunden, die wie im Flug vorbeizogen und bis zur Ankunft der anderen, ging Randy auf mein Hobby ein und schlug vor, etwas durch die Stadt zu ziehen. Natürlich freute es mich und ich nutzte die Gelegenheit, ein paar Eindrücke von Gera zu erhalten. Wir parkten nahe der Innenstadt und liefen bis zum Marktplatz. Was mir auffiel, waren die teilweise wunderschönen Fassaden, die in hohem Maße anzutreffen waren. Zwei der imposantesten Gebäude waren das Rathaus und das Theater Geras. Ersteres erinnerte mich sehr stark an den Baustil des Torgauer Schlosses sowie den, des Residenzschlosses in Dessau. Offensichtlich sind dies Baustile derselben Epoche.

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das Rathaus in Gera

Abschließend ging es noch nach „Untermhaus“, einen Stadtteil Geras, der sich direkt an der weißen Elster befindet. Das war wirklich das Highlight der Führung, eine wundervolle Aussicht und tolle Architektur begeisterten mein Fotoherz. Das Titelbild dieses Artikels zeigt beispielsweise besagten Stadtteil. Ich wäre gern noch länger geblieben, aber inzwischen traf der Rest unserer Gang ein und wir fuhren wieder zu Randys Wohnung. Nun kam es natürlich zu keinen Bildern mehr, denn es gab viel zu viel zu erzählen.

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Blick in die Innenstadt

Am nächsten Morgen frühstückten wir alle gemeinsam und traten dann den Heimweg an. Randy gab mir noch einen Tipp und zwar sollte ich über Ronneburg fahren, dort steht ein altes Schloss, was sicher ein gutes Motiv für mich wäre. Gesagt getan, machte ich mich auf und hielt im beschaulichen Ronneburg an. Nach kurzem Schlendern durch das Örtchen und Smalltalk mit Einheimischen, erreichte ich schließlich das alte Schloss, welches majestätisch empor ragte. Gepaart mit dem düsteren Wetter, ergab es ein Motiv, ganz nach meinem Geschmack. Ich schoss ein paar Bilder und machte mich dann auf den Heimweg. Einen kurzen Stopp legte ich noch in Zeitz ein und versuchte die düstere Atmosphäre festzuhalten. Grauer Himmel, viel Regen und alte Gebäude sind einfach eine grandiose Mischung.

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Schloss Ronneburg

Es war ein wirklich tolles Wochenende. Dass ich sogar noch genug Bilder für einen kleinen Artikel zusammenbekommen habe, freut mich obendrein. Falls du eines Tages in der Nähe sein solltest, halt doch mal an und überzeuge dich selbst vom schönen Gera.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Frühlingsfahrt in den Spreewald

Auf in den Spreewald

Eines schönen Morgens stand ich erneut vor der Frage, welches Gebiet denn diesmal erobert werden könnte. Ich blickte auf die Karte und entschied mich dazu, in Richtung Osten zu fahren, da diese Gegend meinerseits bisher kaum erschlossen wurde. Alles was hinter Jessen liegt, war bisher ein blinder Fleck für mich, ein Grund mehr, einen Tagestrip zu machen. Zwar schien die Sonne, was natürlich weniger schön war um zu fotografieren, aber man muss eben immer das Beste draus machen.

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Blick ins Flachland

Zwischenstopp in Schönewalde & Dahme

Von meiner Heimatstadt Wittenberg sind es nur ein paar Kilometer, bis man das Bundesland Brandenburg erreicht. Der erste Halt meiner kleinen Reise fand im beschaulichen Schönewalde statt. Ein Örtchen mit sehr schönen Häuserfassaden und einer kleinen Kirche, die man relativ gut von der Straße aus fotografieren und ins rechte Licht setzen kann. Ich stieg aus dem Auto und lief etwas durch das kleine Örtchen um ein paar Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Eindrücke festhalten konnte, fuhr ich weiter Richtung Dahme/Mark, einen Ort, den ich bisher nie wahrgenommen habe, dessen Architektur aber durchaus beeindruckte.

Als ich in Dahme eintraf und Richtung historischer Altstadt fuhr, ragte ein wundervolles Gebäude in den Himmel empor von dem ich stark annahm, dass es das Rathaus der Stadt war. Natürlich musste ich mir sofort einen Parkplatz suchen und aus jeder nur möglichen Perspektive Fotos schießen. Ich blockierte die Straße, um einen optimalen Blick zu ergattern, glücklicherweise schienen die Menschen aber Verständnis für mein einnehmendes Wesen zu haben. Anschließend schlenderte ich noch ungefähr eine Stunde durch die Gassen und verewigte hier und da noch einige schöne Gebäude, bevor ich weiter zog in die Tiefen des Spreewalds.

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Rathaus von Dahme

Auf nach Lübbenau

Ich durchquerte noch einige kleine Örtchen, beispielsweise Luckau, welches einen äußerst gemütlichen Eindruck hinterließ. Schließlich erreichte ich das idyllische Lübbenau, was ganz klar ein touristischer Knotenpunkt zu sein scheint. Viele Kennzeichen aus allen Teilen der Bundesrepublik waren zu sehen. Hier gibt es alles, was das Erholungsherz begehrt: idyllische Wanderwege, entspannte Paddeltouren auf den schmalen Kanälen, die sich durch die Region ziehen, eine tolle Landschaft und das perfekte Maß an Besuchern aus meiner Sicht, denn es war relativ lebhaft aber nicht überlaufen. Wer sich also etwas Ruhe und Entschleunigung gönnen mag, ohne das Gefühl der völligen Abgeschiedenheit zu haben, würde sich hier sicher sehr wohl fühlen.

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Häuschen in Lübbenau

Ich verweilte fast zwei Stunden in Lübbenau und wäre auch noch gern geblieben, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich musste wieder den Heimweg antreten. Diese Region besitzt übrigens das KFZ Kennzeichen LDS für Landkreis Dahme Spreewald, von dem ich bisher immer aus unerfindlichen Gründen annahm, es sei Landshut, wenn ich es auf der Autobahn gesehen habe. Ab jetzt jedenfalls werde ich es mir ganz sicher merken. Reisen bildet eben.

Es war eine schöne Tour in den Spreewald und ich kann Allen nur empfehlen, dieses Fleckchen Erde einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli