Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende, Zeit, um ein erstes Resümee zu ziehen und auf das zu blicken, was war und was vor mir liegt. Seit einem Jahr befasse ich mich nun mit der Fotografie und habe damit die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. In dieser Zeit entstand diese Website, es wurden Aufnahmen in Zeitungen abgebildet, ich kam in Ausstellungen und Büchern vor, gestaltete Fotobücher & Kalender und man findet mich inzwischen auf Facebook, Pinterest, Instagram und sogar auf Youtube. All das hätte ich vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten.

Die Fotografie ist eine Leidenschaft, die schon immer in mir zu schlummern schien und nun erwacht ist. Mich fasziniert schier alles, egal ob es die unendlichen Weiten einer kargen Landschaft sind, es sich um ein epochales Bauwerk handelt oder ein völlig normaler Moment im Alltag eines Menschen ist, den ich versuche festzuhalten: ich hoffe darauf, dass am Schluss ein bewegendes Bild herauskommt. Ich kann es immer kaum erwarten zu Hause anzukommen, den Rechner hochzufahren um mir meine Beute anzusehen und auszuwählen, welches Bild es wert ist, sich der finalen digitalen Bearbeitung zu unterziehen. Ich bin immer extrem motiviert, wenn ich an so einer Bearbeitung sitze. Vor meinem geistigen Auge habe ich meistens eine grobe Vorstellung, welche Stimmung zu dem jeweiligen Bild passen würde. Zusätzliche Inspiration verleihen mir manchmal die Stile anderer Fotografen, Filme und Musik. Ich bin oft Feuer und Flamme, während ich meine Maus an den Reglern hin- und her schiebe. Ist es geschafft und es bewegt mich in irgendeiner Form, gebe ich es einen passenden Namen, implementiere mein Logo dezent und lade es in diversen Plattformen hoch, in der Hoffnung, dem Einen oder Anderen gefällt was er sieht oder noch besser, es berührt.

Ich denke oft darüber nach, wie es wäre, wenn man mit dieser Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten würde, doch wäre es dann noch dasselbe? Könnte man immer noch mit dieser Entspanntheit arbeiten, wenn einem ständig der Druck im Nacken sitzt?  Was, wenn die Leistung am Ende nicht gefällt? Es gibt erfahrene Fotografen, die raten davon ab, andere wiederum wirken motivierend oder sind sogar sehr erfolgreich. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Entscheidung getroffen und freue mich einfach auf die unbekannte Zukunft. Momentan möchte ich einfach machen, was ich liebe und das aus vollem Herzen. Es freut mich sehr, dass ich mittlerweile einige Menschen auf unterschiedlichsten Wegen getroffen habe, denen meine Bilder etwas bedeuten.

Zu guter Letzt präsentiere ich noch einige meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr.

Lass es Dir gut gehen!

~ Ulli

 

Wunderbare Vielfalt

Fotografie ist Leidenschaft. Sie hält einen Moment fest, der so niemals wieder existieren wird. Sie transportiert Gefühle, weckt Emotionen, erinnert an Vergangenes oder transportiert uns an entlegene Orte. Sie bewegt unterschiedlich. Durch weitere gestalterische Elemente, lässt sich die Empfindung sogar verstärken. Mit Typografie beispielsweise. Einen Menschen berührt das, den anderen lässt es kalt. Jemand fühlt etwas und ein Anderer versteht nicht, was man darin erkennen kann. Geschmäcker sind auch hier sehr unterschiedlich.

explore the world

Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass ich mich auch Stilen geöffnet habe, die ich vorher immer mit Skepsis betrachtete, beispielsweise abstrakte und extrem verfremdete Bildbearbeitung und Editorialdesigns. Der Bauhaus-Stil ist vergleichbar. Große meist serifenlose Überschriften, gepaart mit Bildern aus der Vergangenheit und farbintensiven Ornamenten, die oftmals, so scheint es, ohne tieferen Sinn im Layout umher schwirren, waren für mich damals ein echtes Mysterium. Mittlerweile aber finde ich es ganz gut und vielleicht versuche ich mich irgendwann einmal daran. Vielen wird diese Form der Kunst auf ewig verschlossen bleiben und sie werden keinen Zugang finden. Es ist sehr speziell, sehr experimentell und man kann es niemanden vorwerfen, dies in der Kategorie „befremdlich“ einzuordnen.

river to nowhere

Jeder Mensch verändert sich im Laufe seiner Schaffenszeit. Anfangs schoss man vielleicht nur Portraits oder nahm Blumen und Insekten auf. Später entdeckte man die Schönheit der Weite und es entstand ein immer größer werdender Hunger nach Landschaftsaufnahmen. Tiere, Architektur, Schwarz-Weiß, Eventfotografie, es gibt soviel unterschiedliche wundervolle und interessante Richtungen, dass es schwer fällt, sich für eine einzige zu entscheiden. In jedem Stil gibt es Bilder und Designs, die mich bewegen. Ich kann mich nicht für eine einzige Präferenz entscheiden. Ich möchte sie kombinieren, sie alle darstellen, eine Message senden, aber auf meine Art und Weise. Wohin mich der Weg in der Zukunft noch führen wird, ist mir gänzlich unbekannt, aber sie birgt viele Möglichkeiten. Anbei einige Aufnahmen und Bearbeitungen die ich im Laufe der Zeit gemacht habe.

Was sagst du zum Thema Stile? Welchen hast du und planst du einen neuen Weg? Würdest du gern andere Wege gehen aber du kannst nicht, weil du dir schon einen Namen gemacht hast in einem bestimmten Metier? Erzähl mir davon.

Lass es Dir gut gehen!

Glitch Effekt

Nachdem ein Foto geschossen und für gut befunden wurde, geht es in die Bearbeitung in Lightroom und Photoshop. Manchmal bin ich mir noch gar nicht im Klaren, in welche Richtung es gehen soll, was zu dem Bild passt oder was mich bewegt. Ich fange einfach an und dann kommt ein Schritt zum Nächsten. Manchmal düster, manchmal klare und frische Farben, schwarz-weiß, abstrakt oder etwas Typographie. Es gibt viele Facetten und Möglichkeiten, die ich für kombinierbar halte.

be prepared

Ein richtig spannendes Resultat erzielt man mit dem Glitch Effekt. Zu Deutsch: Panne. Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht jedermanns Sache ist, aber ich bin absoluter Fan! Es gibt massig Spielarten und man kann unendlich viel herumexperimentieren. Ich verbinde eine Menge an Gefühlen, wenn ich solche Bilder sehe, die an den Anfang des Films „Sieben“ erinnern. Ich denke unerklärlicherweise an die Vergangenheit, an eine Retrospektive, an abstrakte Kunst an etwas unperfekt Faszinierendes. Mich fesselt es einfach. Gepaart mit etwas Typographie, kann etwas einzigartig Tolles entstehen. Zeitlos und modern, faszinierend und extravagant, so würde ich es als Gestaltungsmittel beschreiben.

you know I am right

Beatclub

Es ist nicht schwer diesen Glitch Effekt zu erschaffen. Einfach die gewünschte Datei in Photoshop öffnen, auf Kanäle gehen und irgendeinen davon auswählen, zB. rot. Dann Filter / Verzerrungsfilter / Schwingungen und etwas mit den Reglern rumspielen. Anschließend, wenn alles getan ist und man das Resultat akzeptabel oder möglicherweise umwerfend findet, dann wieder auf den Kanalreiter gehen und den RGB Kanal anklicken, fertig ist der Glitch Effekt. Man kann die Sachen auch noch animieren, wie im Beitrags- und dem letzten Bild dieses Artikels zu sehen. Dafür ist ein Videotutorial jedoch besser geeignet um es zu erklären.

Versuch es selbst! Ich bin gespannt auf deine Ergebnisse.

Lass es dir gut gehen!