Von der Hoffnung

Der innere Drang

Die Sonne schien an diesem denkwürdigen Morgen des 21. April 2021. Der Himmel war wunderbar blau, und eine frische Brise wehte mir entgegen. In mir regte sich Aufbruchstimmung. Die Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes, welche die Bundesregierung mit einschneidenden Befugnissen ausstattet, sollte heute verabschiedet werden. Eine große Demo wurde erwartet. Ich fühlte, dass es wichtiger denn je war, diese sicherlich historischen Augenblicke des Protests festzuhalten. Also schnappte ich mir meine Kamera und fuhr wieder einmal in unsere Hauptstadt.

Während ich unterwegs war, aus dem Fenster schaute und die Weite genoss, kreisten mir viele Gedanken durch den Kopf: Macht das überhaupt noch Sinn, bei all den Erfahrungen, die du mittlerweile gesammelt hast? Ist es clever, dagegen aufzubegehren, wenn so eine gewaltige Medienmacht, die Ereignisse sowieso wieder in ein negatives Licht rücken wird? Die Schlagzeilen sind doch vorprogrammiert. Die meisten Menschen finden es zusätzlich sogar unverantwortlich, dort hinzugehen. „Wandere doch aus!“, sagen sie. Auch ist es deprimierend, zu realisieren, wie weit es bereits gekommen ist und wie tief die neue Normalität in den Köpfen der Menschen verwurzelt ist. Also wozu das alles? Warum gehst du da hin? Ich kann diese Fragen nicht einmal beantworten. Vielleicht ist es der Funken Hoffnung. Ähnlich wie es Martin Luther angeblich einmal sagte: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Erste Eindrücke

Nach zweistündiger Fahrt erreichte ich gegen 9.30 Uhr die Straße des 17. Juni. Ein freundlicher Polizist erlaubte mir sogar direkt hinter der Absperrung zu parken, da ich ihm mittteilte, dass ich die Demonstration fotografisch dokumentieren wolle. Noch einen Griff zur Wasserflasche und dann ging´s geradewegs Richtung Brandenburger Tor. Ich war nicht der Einzige. Die ersten Blogger und Youtuber waren zu sehen, die das Ganze per Livestream übertrugen und begannen, Interviews zu führen. Ein freundlicher Fahrradfahrer radelte grüßend an mir vorbei. Die Worte, die aus seinen befestigten Lautsprechern tönten, waren unmissverständlich und verleiteten mich zu einem süffisanten Grinsen.

Schließlich erreichte ich die erste Menschentraube. So an die tausend dürften es gewesen sein. Es herrschte eine fröhliche Atmosphäre. Die Sonne lachte immer noch und trug sicherlich ihren Teil zur tollen Stimmung bei. Ich drückte das erste Mal den Auslöser und fragte hier und da, ob ich ein Foto machen dürfe. Manchmal kam man ins Gespräch und ich merkte deutlich, dass die Empfindungen identisch waren. Sie alle teilten die selben Sorgen wie ich, über die ich auch schon in vergangenen Artikeln zahlreich berichtete. Es ist nicht nötig, diese Dinge wieder und wieder vorzutragen. Ich nahm lieber die Eindrücke mit und fotografierte die Menschen samt ihrer Anliegen, die sie auf die selbstgebastelten Plakate und Fahnen geschrieben hatten.

Friedlicher Protest

Die Straße füllte sich. Es wurden stetig mehr. Menschen jeglicher Couleur waren zugegen. Ein bisschen fühlte es sich an, wie im vergangenen Jahr, als Millionen gegen das drohende Unheilssystem protestierten an diesem Ort und alles dafür taten, dass eben genau das, was wir inzwischen vorfinden, nicht eintritt. Wer sich diesen Protest noch einmal zu Gemüte führen möchte, kann das hier tun. Mittlerweile kamen so viele Menschen, dass die Polizei den Bereich erweitern musste. Bis sie das jedoch tat, stellte sie sich quer. Währenddessen schaute ich in das ein oder andere Auge jener Beamten und versuchte den Menschen hinter seiner schwarzen Uniform zu sehen.

Nach einiger Zeit sah sich die Einsatzleitung dazu gezwungen, den Bereich weiter auszubauen und ließ die Menschen bis kurz vor der Siegessäule gewähren. Die anschließenden Freudenschreie der Demonstranten kann man sich vorstellen. Danach wurden die Menschen durch die Polizei in den Tiergarten geleitet. Die Trommler, die eine wunderbare Stimmung erzeugten, schritten voran und die mittlerweile ca. zwanzigtausend Menschen liefen hinterher. Immer wieder riefen sie Passanten, die oft Beifall klatschten, zu, dass sie sich anschließen sollen, was einige auch taten.

Schließlich erreichten wir eine riesige Wiese. Die Demonstranten trafen nach und nach dort ein. Was ich dann erleben musste, war wirklich schockierend. Der junge Trommler, den ich die ganze Zeit begleitete und der zehn Meter neben mir stand, wurde auf das Heftigste von der Polizei attackiert und zu Boden geworfen. Ich habe diese rohe Gewalt gar nicht einordnen können, weil ich es nicht verstand. Es sah aus, wie ein Exempel, das statuiert werden sollte und was so gar nicht zu den bisherigen Erfahrungen mit den Beamten passte. Plötzlich nahm ich wahr, dass immer mehr Menschen willkürlich von Beamten in Kampfmontur herausgepickt und in Gewahrsam genommen worden sind. Wie kleine Stoßtruppen gingen sie vor und das mit teilweise äußerster Gewalt, ich habe es selbst gesehen. Die Menge war empört. Die Pfiffe wurden lauter und die Parolen entsprechend rauer. Zu Recht, das Geschehen war vollkommen unverständlich.

Eskalation

Nun wollte die Masse zum Brandenburger Tor. In der Zwischenzeit dürften noch mehr Menschen dazugekommen sein, der ganze Park war voll. Eigenartig war, dass nun die Straße des 17. Juni abgesperrt wurde, als ob man die Menschen im Tiergarten lassen und einkesseln wollte. Es herrschte eine bedrohliche Atmosphäre. Ich ging ganz nach vorne, lehnte mich an die Mauer, die zwischen dem Tiergarten und dem Brandenburger Tor steht und sah eine Unmenge an Polizisten. Kläffende Schäferhunde, Einsatztrupps, die bereit waren voranzustürmen und die Masse an friedlich protestierenden Menschen, waren schon ein ziemlich beeindruckendes Bild.

Dann kam es so, wie viele es schon ahnten, die Polizei rückte vor und schnappte sich erneut systematisch Menschen, die sie brutal übermannte. Den Demonstranten schien es nun wirklich zu reichen, denn die Situation drohte zu eskalieren. Die Rufe wurden so laut und die Energie so heftig, dass sich die Beamten eingekesselt sahen, sich zusammenrotteten und sich unter Einsatz von Pfefferspray den Rückzugsweg frei kämpften. Sogar Baumstämme flogen durch die Luft, so groß war der Unmut. Solche Szenen will niemand und Gewalt ist auch nicht der richtige Weg, da dies nur Bilder liefert, auf die die Presse doch nur wartet. Vielleicht waren es Provokateure, vielleicht nicht. Ich kann es nicht sagen. Auf jeden Fall war es eine einschneidende Situation, die nachhallt.

Résumé

Es kam in der Folge immer wieder zu solchen Situationen, doch mit der Zeit beruhigte sich die Lage. Die Menschen liefen langsam zurück. Viele mussten das eben Erlebte erst einmal verdauen. Ich verschnaufte. Mittlerweile war es ungefähr drei Uhr und an die tausend Bilder waren im Kasten. Später erfuhr ich dann, dass das Gesetz trotzdem verabschiedet worden sei. Uns allen war klar gewesen, dass wir das nicht verhindern würden, und doch waren wir da.

Ich jedenfalls habe das für mich Richtige getan. Ich bin froh, dort gewesen zu sein und diesen Tag verewigt zu haben. Vielleicht erreichen die Aufnahmen ja doch den einen oder anderen, schließlich stirbt die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt.

~ Ulli

Von tapferen Herzen

Start in einen ereignisreichen Tag

Unter dem Motto „1 Jahr Lockdown Politik – Es reicht!“ sollten am 13.03.2021 in den Hauptstädten sämtlicher Bundesländer Demonstrationen gegen die bestehende Politik stattfinden. Da Magdeburg meine Landeshauptstadt ist, entschied ich mich, meine Eindrücke dort einzufangen. Es war ein grauer Samstagvormittag, der mich an einen ungemütlichen Herbstmorgen erinnerte. Natürlich schreckt mich solch ein Wetter nicht ab, ganz im Gegenteil, wenn man die Passion der Fotografie in sich trägt, ist die Düsternis ein treuer Begleiter. Vor mir lagen ungefähr zwei Stunden Autofahrt und natürlich hielt ich des Öfteren an, genoss die Stille und nahm verlassene Straßen und mystische Waldpfade auf.

Ankommen in der Landeshauptstadt

Ungefähr eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung erreichte ich mein Ziel. Nachdem ich einen Parkplatz gefunden hatte, widmete ich mich noch ein wenig der Umgebung und hielt ein paar Eindrücke fest. Der Dom zu Magdeburg ist wahrlich beeindruckend. Es scheint fast surreal, sich vorzustellen, wie Menschen dieses Bauwerk vor so vielen Jahrhunderten errichtet haben konnten. Mein Weitwinkelobjektiv gelangte klar an seine Grenzen.

Erste Eindrücke

Schließlich war es soweit. Die Menschen fanden sich allmählich am Treffpunkt ein. Als ich den Markplatz betrat, traf ich Jens, einen mir seit Kurzem bekannten Restaurantbesitzer aus meiner Gegend, der mir fassungslos von einer ganz besonderen Begegnung mit dem heimischen Ordnungsamt berichtete: Ein vermummter Mann, der von sich behauptete, er sei Mitarbeiter jenes Amtes, sprang wie aus dem Nichts aus dem Gebüsch und schrie ihn unflätig an, er soll seine Maske tragen. Eine ganz besondere Note bekommt dieses Ereignis, wenn man berücksichtigt, dass er seinen Sohn gerade zur Schule gebracht und das menschenleere Gelände verlassen hatte. Es wurde also bewusst auf „Frevler“ wie Jens gewartet.

Solche individuellen Geschichten und Erfahrungen sind es, die die Menschen an diese Orte zieht, die sie dazu veranlassen, stundenlange Fahrten in Kauf zu nehmen, um sich einen Moment verstanden zu fühlen, um sich mit Brüdern und Schwestern im Geiste zu umgeben und um Kraft zu tanken in dieser paradoxen Zeit.

Der gesamte Marktplatz füllte sich, was sicher keine Selbstverständlichkeit war, denn das zeitweise stürmische Wetter stellte die Menschen auf eine recht harte Probe. Ich lief umher und nahm auf, was mir vor die Linse kam. Die Sorgen waren deutlich zu spüren.

Inspiration

Die Sprecher am Pult waren teilweise sehr emotional, verständlich aus meiner Sicht. Ex-Kriminalhauptkommissar Michael Fritsch appellierte an seine alten Kollegen, die am Rand der Kundgebung standen, sich vor Augen zu führen, welches Narrativ sie da gerade verteidigen. Mich persönlich hat einer der letzten Redner beeindruckt, er inspirierte mich zum Titel dieses Artikels. Seine Rede erinnerte mich an meine Jugend, als ich mit großer Faszination den Film „Braveheart“ verschlang. Er zitierte eine der tiefgründigsten Szenen des Streifens und zwar den, als William Wallace seine Mitstreiter zur letzten Schlacht aufruft:

„Und wenn Ihr dann in vielen Jahren sterbend in eurem Bett liegt, wärt Ihr dann nicht bereit, jede Stunde einzutauschen von heute bis auf jenen Tag, um ein Mal nur, ein einziges Mal nur, wieder hier stehen zu dürfen und unseren Feinden zuzurufen: Ja, sie mögen uns das Leben nehmen, aber niemals nehmen sie uns unsere Freiheit!“

William Wallace

Ja, vielleicht ist das viel zu pathetisch, aber in diesem Moment hat es mich gepackt. Ich sah mich um und spürte, dass sich jeder Einzelne hier auf diesem Marktplatz als Verteidiger der Freiheit verstand. Für mich waren wir tapfere Herzen. Uns alle verbindet, dass wir das Gefühl nicht los werden, etwas läuft hier gerade in eine völlig falsche Richtung. Was will man tun, wenn einen dieses Gefühl beschleicht? Es einfach geschehen lassen? Muss ich tatsächlich akzeptieren, dass meine Freiheit endet, wo die Angst des Anderen beginnt?

Persönliche Thesen

In einer Demokratie sollte Jeder seinen Gedanken freien Lauf lassen dürfen, egal wie abwegig sie für den Anderen klingen mag. Man darf seine Meinung auch kundtun, doch mit welchen Konsequenzen? Die Ächtungsrufe werden stetig mehr, das Unverständnis schlägt einem immer stärker entgegen, und öffentliche Denunzierungen sowie unsachliche Vergleiche werden salonfähig.

Der Widerstand schwindet bei Einigen, denn das täglich steigende Level der Ohnmacht scheint immer unerträglicher. Bei Vielen macht sich Verzweiflung breit. Demonstrationen werden nicht mehr als sinnvoll erachtet, da sie eine große Angriffsfläche bieten und bei jeder Gelegenheit in ein negatives Licht gerückt werden. Es fand und findet kein Argumentationsaustausch auf Augenhöhe statt.

Die Demokratie scheint ein Auslaufmodell zu werden. Vielleicht ist sie nicht mehr erwünscht. Sie war gut gemeint, ein Versuch, doch nun scheint die Zeit für etwas Neues zu kommen. Ob es unbedingt schlechter sein wird, kann ich nicht einmal sagen, aber unfreier, nehme ich an. Länder, Grenzen, Völker, Religionen, Freiheit, Demokratie und der freie Geist scheinen nur Störfaktoren zu sein, wenn es um die Verwirklichung weitaus größerer Ziele geht.

Doch steht für mich Resignation nicht zur Debatte, denn meine Phantasie reicht dazu aus, mir eine ebenso positive Zukunft vorzustellen. Auch das ist eine Form von Mut.

Also lasst uns im Gespräch bleiben und niemals die Hoffnung aufgeben.

~ Ulli

Leipzig im Herbst

Demonstration in Leipzig

Erneut luden die Initiatoren der Querdenkenbewegung zu einem friedlichen Protest ein. Unter dem Titel „Freiheit durch Einheit – die zweite friedliche Revolution“, sollte am 7.11.2020 in Leipzig ein deutliches Zeichen gegen die Maßnahmen der Regierung gesetzt werden, die ich fotografisch begleitete. Ich schätze, dass es an die vierzigtausend Menschen waren, die dem Aufruf des friedlichen Protests folgten.

Die bekanntesten Sprecher waren der Kabarettist Uwe Steimle, Ex-Fußballnationalspieler Thomas Berthold und der Chefredakteur der Zeitschrift „Demokratischer Widerstand“ Anselm Lenz. Menschen jeglicher Couleur und allen Alters waren zugegen. Sie alle lauschten friedlich den Reden, bis die Stadt gegen 15 Uhr die Demonstration offiziell beendete, da der Mindestabstand nicht immer eingehalten und gegen die Mund-Nasenschutzverordnung verstoßen wurde, gegen die die Teilnehmer vorrangig protestieren.

Die Masse der Demonstranten entschied sich jedoch, durch die Stadt zu ziehen und trotz allem ein Zeichen zu setzen. Die Polizei setzte dem friedlichen Marsch erfreulicherweise nichts entgegen und ließ die Menschen ziehen. Es gab vereinzelte Ausschreitungen, von denen jedoch nicht mit Gewissheit gesagt werden kann, ob sie von den Teilnehmern oder Provokateuren ausgingen. Die Medien suggerierten im Nachhinein, dass es zu schlimmen Ausschreitungen kam, ohne dabei zu erwähnen, dass ein Großteil dieser Szenen in einem ganz anderen Stadtteil stattfanden und auch nicht von den Teilnehmern der Querdenkendemonstration ausgingen.

Die genauen Vorfälle kann ich aber nicht belegen. Ich persönlich habe nur friedliche Menschen gesehen. In meinen Bildern versuche ich die Stimmung widerzugeben, die vorherrschte. Unterstrichen habe ich es mit einem Bildstil, der an die achtziger Jahre erinnern soll.

Persönliche Gedanken

Immer öfter erhält man erstaunte Reaktionen und wird mit der Frage konfrontiert, weshalb man zu Demonstrationen dieser unverantwortlichen und unsolidarischen Menschen geht. Neulich wurde ich gefragt, wo denn meine Freiheit eingeschränkt worden sei. Ich antwortete recht ausführlich und versuchte die Komplexität dieses Themas dennoch kurz und knapp zu beschreiben.

Ich erwähnte unter Anderem, dass es merkwürdig sei, dass die WHO die Standards zur Ausrufung einer Pandemie vor Kurzem gesenkt hatte und folglich nun in der Lage sei, in der Zukunft jede Krankheit als Pandemie auszurufen. Ich empfahl eine arte Reportage, mit dem Titel „Profiteure der Angst“, in der vor Jahren schon die gleichen Protagonisten Panik verbreiteten und Experten wie Dr. Wodarg Beachtung geschenkt worden ist, was heute nicht mehr der Fall ist.

Des Weiteren verwies ich darauf, dass noch am Anfang des Jahres die Personen, die nun in jeder Hinsicht Panik verbreiten, selbst öffentlich postulierten, dass es keine Evidenz dafür gäbe, dass eine Maske gegen Viren helfen würde. Auch wurde erklärt, dass man nicht unermesslich testen solle, da es durch die Fehlertoleranz des Tests, zu erhöhten Falsch-Positiven Ergebnissen führen würde. Lange Zeit wurde auch nicht unterschieden, ob man an oder mit der Krankheit gestorben ist, bzw. welche Vorerkrankungen und welches Alter vorlag. Auch wurde explizit darauf hingewiesen, die Verstorbenen nicht zu obduzieren.

Eine Menge ungeklärter Fragen also, die nicht ausreichend in der Öffentlichkeit debattiert worden sind. Viele Menschen hätten sich eine wissenschaftliche Diskussion mit Befürwortern und Gegnern von Anfang an gewünscht, gerade in Hinsicht auf solch ein einschneidendes Ereignis. Hätte es sie gegeben, wäre mit Sicherheit kein Riss in der Art durch die Bevölkerungen gegangen. Dies ist auch der entscheidende Punkt. Denn ohne die wissenschaftliche Opposition auch nur anzuhören, wurde sie diskreditiert, zensiert, ausgeschlossen und eine Pandemie nationaler Tragweite ausgerufen.

Man fragt sich unweigerlich, wozu das Alles? Warum die weltweite Wirtschaft drosseln, die Menschen zum Tragen von Masken zwingen und sie dazu nötigen, die unterschiedlichsten und und zum Teil unverständlichsten Verordnungen umzusetzen, wenn all diese Fragen nicht ausführlich beantwortet wurden? Diese Diskrepanz ist es, die die Menschen auf die Straße treibt und den Unmut Vieler schürt. Für sie ist es ein schreiendes Unrecht, was auf dieser Welt geschieht, denn ihre Fragen werden nicht berücksichtigt, schlimmer noch, sie werden dafür gesellschaftlich geächtet.

Der große Wandel

Berücksichtigt man parallel dazu noch die Bestrebungen einiger einflussreicher Kreise, die sich dafür einsetzen, eine Art Neustart des weltweiten Systems voranzutreiben, kommt man schon ins Grübeln. Keine Frage, so wie wir in den letzten Jahrzehnten gelebt haben, wie die Natur und die Menschen ausgebeutet worden sind, kann es nicht weitergehen.

Doch was für Leute sind das, die einfach mit einem Fingerschnips entscheiden, wie dieser Wandel von statten gehen soll? Sind sie es nicht bisher gewesen, die die Welt ins Unglück stürzten, in dem sie die Bevölkerungen gegeneinander aufhetzten, mit ihrer Profitgier unermessliches Unheil anrichteten und die Welt genau dahin gebracht haben, wo sie jetzt ist? Wie können so viele Menschen nur glauben, dass genau diese Kreise uns nun wohlmeinend gegenüberstehen und uns retten wollen? Sollten diese Personen es tatsächlich gut meinen mit uns?

Ich habe da meine Zweifel. Also lasst uns aufhören über die Symptome zu sprechen und diskutieren wir über den offensichtlichen Kern des Ganzen. Es geht nicht um rechts oder links, schwarz oder weiß, Veganismus oder Fleischfresser, Mann oder Frau, alt oder jung, Religion oder Atheismus oder dick gegen dünn, es geht um alle Menschen dieses Planeten. Sie alle vereint eine einzige Sache und zwar, dass sie es nicht zulassen sollten, dass einige Wenige die Welt als ihren Spielball sehen und Gott spielen wollen.

Die Welt als Schachbrett

Aus diesen Gründen setze ich mich persönlich für eine offene Debatte ein und gehe auf Demonstrationen wie diese, um dieser Unglaublichkeit etwas entgegen zu setzen. Ich möchte nicht in dieser „schönen neuen Welt“ leben, in die wir nur noch als transhumanistische Zombies ohne freien Willen angesehen werden, in der alles vernetzt und transparent für Dritte ist, in der es keine unbeobachtete Transaktion mehr gibt und sämtliche Opposition final im Keim erstickt wird. Was soll das für ein Leben sein?

Ich kann verstehen, dass es viele Menschen gibt, die sich das nicht vorstellen können und einwerfen, dass ich das viel zu schwarz sehe, doch was, wenn nicht? Wann, wenn nicht jetzt gibt es die ideale Möglichkeit, all das, was den Globalisten im Weg steht, endlich über Bord zu werfen? Wann wenn nicht jetzt, kann man das Bargeld abschaffen, die Freiheiten global beschneiden und Techniken einführen, die wir uns noch nicht einmal vorstellen können? Die Welt ist ein Schachbrett für diese Menschen und wir nur ihre Figuren.

Hören wir auf, nach ihren Regeln zu spielen. Hören wir auf, uns weiter zu spalten und einander anzufeinden. Ignorieren wir diese Medien, die uns permanent in Angst und Schrecken halten. Hören wir den Lakaien dieser Konglomerate nicht mehr zu, sondern lasst uns als Spezies vereinen und gemeinsam nach oben sehen.

Meine Intension

Ich will nicht spalten. Im Gegenteil, ich versuche einen Teil dazu beizutragen, dass wir uns wieder zuhören, dass wir offen aussprechen, was uns bewegt und möchte dazu anregen, die Dinge aus der Vogelperspektive zu betrachten. Auch mir gelingt das nicht immer, auch ich verliere das eine oder andere Mal die Contenance, was mir im Nachhinein oft leid tut. Alles was ich möchte, ist, dass wir Menschen im Frieden miteinander leben. Deswegen reiche ich jedem Andersdenkenden die Hand und hoffe, dass ich ein paar versöhnlichere Bilder liefern kann, als die meisten der Qualitätsmedien.

~ Ulli

Schweigemarsch

Stiller Protest

„Wir müssen reden“, lautete das Motto eines Schweigemarsches in Berlin am 10. Oktober 2020. Die Organisatoren luden dazu ein, um auf diesem Wege gegen die momentan herrschenden Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Natürlich ließ ich mich nicht lange bitten und notierte mir dieses Ereignis sofort in meinem Terminkalender. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, keinerlei Flaggen, Schilder oder Banner mitzuführen. Des Weiteren war das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes Voraussetzung für eine Teilnahme.

Mein persönlicher Ansatz

Früh morgens machte ich mich zusammen mit einem Mitstreiter auf den Weg in die Hauptstadt. Der Marsch sollte 11.59 Uhr auf dem Kurfürstendamm starten und an der Siegessäule enden. Da ich durch mein Aussehen bewusst überspitzen wollte, entschied ich mich schon Tage zuvor, mich elitär zu kleiden. Schwarz von oben bis unten, Stiefel, Sonnenbrille, Handschuhe und Mundschutz, sollten darauf hinweisen, wie die Zukunft aussehen könnte, wenn wir eine Zeit erreichen sollten, in der es zu immer mehr Zwängen und Kontrollen kommt. In einigen Ländern dieser Erde ist es bereits Realität, dass Menschen durch ihre Regierungen belehrt, sanktioniert oder abgeführt werden, wenn sie die bestehenden Coronaregeln anzweifeln oder nicht befolgen. Um dies zu verhindern und ein Zeichen zu setzen, hielt ich es für unabdingbar, vor Ort zu sein und dieses Ereignis erneut festzuhalten, wie bereits am 29. August 2020

Der Marsch beginnt

Wir kamen mit dem Auto sehr gut durch und fanden auch direkt einen Parkplatz. Wir schätzten, dass wir vielleicht zwei- bis dreitausend Menschen vorfinden würden, denn extrem viel Werbung für den Schweigemarsch hatte ich vorher nicht wahrgenommen. Wir erreichten den Kurfürstendamm gegen 11.45 Uhr und reihten uns in die Menge ein. Sofort kam ich ins Gespräch und tauschte mich über Themen aus, die alle Teilnehmer gleichermaßen bewegen. Ein angenehmes Gefühl, sich verstanden und aufgehoben zu fühlen. Aus allen Teilen Deutschlands waren die Menschen angereist. Ich zückte das erste Mal meine Kamera und hielt ein paar Augenblicke fest. Wir standen zu viert in einer Reihe, denn der Abstand war eine Vorgabe, die zwingend eingehalten werden musste, um keine Auflösung des Marsches zu riskieren. Mir fielen wirklich kreative Mundschutzvarianten auf, einige davon versuchte ich mit der Kamera zu verewigen. Wie beeindruckend wäre es, dachte ich mir, wenn sie jetzt alle so gekleidet wären wie ich und dadurch eine bedrohliche Atmosphäre entstünde. Ich stellte mir vor, wie imposant es doch wäre, wenn am Ende des Marsches eine riesige Bühne stünde, auf der niemand spräche, sondern nur eine düstere Melodie zu hören und unter Nebelschwaden begleitet, ein riesiges Banner mit einer Maske zu erkennen wäre. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies eine immense Wirkung erzielen würde.

Der Weg zur Siegessäule

Mit etwas Verzögerung setzten sich die Menschen in Bewegung. Ordner wiesen die Teilnehmer immer wieder darauf hin, sich an die Abstandsregeln zu halten und liefen stets beobachtend nebenher. Ich scherte des Öfteren aus, um die Menge aus verschiedenen Blickwinkeln festzuhalten. Es schien alles glatt zu laufen, soweit ich es mitbekam. Ich erkannte einige Persönlichkeiten während des Marsches, unter Anderem die Rechtsanwälte Markus Haintz und Ralf Ludwig. Immer wieder hielten vorbeilaufende Passanten an und suchten das Gespräch, mal friedlich, mal lautstark protestierend. Auch ich wurde zweimal in ein Gespräch verwickelt, das durchaus fruchtbar verlief. Andere wiederum blieben stehen und ließen den Marsch auf sich wirken. Genau das sollte auch das Ziel sein, dass Passanten zum Nachdenken angeregt werden.

Am Ziel angekommen

Wir liefen ungefähr zwei Stunden, bis wir die Siegessäule erreichten. Erst hier konnte ich mir ein Bild davon machen, wie viele Menschen teilgenommen hatten. Ich kann es sehr schlecht schätzen, doch denke ich schon, dass die angemeldete Teilnehmeranzahl von 20.000 Menschen erreicht wurde. Wir blieben noch einige Zeit vor Ort, bis die Veranstaltung aufgelöst wurde und wir zurück zum Auto liefen. Es war ein wichtiger Tag für uns beide und sicher ebenfalls für alle anderen Teilnehmer. Auch ich bin der Ansicht, dass wir alle miteinander reden müssen, wenn sich die Fronten nicht weiter verhärten sollen. Wer weiß, was am Ende aus all dem folgt. Vielleicht sehen wir die Zukunft auch zu dystopisch, doch halte ich es für essenziell, sich auch über die möglichen Verwerfungen dieser globalen Situation auszutauschen. Meine Haltung zu diesem Thema beruht aus Ereignissen der Vergangenheit, in der des Öfteren bewiesen wurde, dass die Regierungen dieser Welt die Bevölkerungen getäuscht haben. Ich möchte gern glauben, dass es diesmal anders ist, doch sprechen aus meiner Sicht die Tatsachen eine deutliche Sprache. Also lasst uns reden und zusammen eine Lösung finden. Versuchen wir, dem Gegenüber zuzuhören und nicht sofort das Gespräch abzuwürgen, nur weil der Gesprächspartner die aktuelle Situation anders sieht. Nur muss man für diesen Austausch offen sein, das ist alles. Letztlich sitzen wir alle auf diesem Globus im selben Boot und wir sollten uns vor Augen halten, wer es steuert.

~ Ulli

Ein historischer Tag

Motivation

Dieses Mal zog es mich in unsere Hauptstadt Berlin. Es war mir ein wichtiges Anliegen, an diesem Tag persönlich vor Ort zu sein, um mir ein eigenes Bild der Menschen zu machen, die sich gegen die derzeitigen Maßnahmen der Politik aussprechen. Auch ich stehe der ganzen Entwicklung äußerst skeptisch gegenüber und war deswegen zusätzlich motiviert, diese Augenblicke für die Ewigkeit festzuhalten. Ich wollte Zeitzeuge sein und vielleicht würden am Ende sogar ein paar brauchbare Aufnahmen entstehen.

Auf nach Berlin

Am späten Morgen ging es los. Mein Kumpel Michael holte mich ab und wir düsten mit rasender Geschwindigkeit gen Norden, ohne zu wissen, was genau uns erwarten würde. Gegen halb zwölf erreichten wir unser Ziel und fanden sogar relativ nahe der Siegessäule einen Parkplatz, was sicher nicht selbstverständlich war. Das Parkticket bezahlt, stiefelten wir der Siegessäule entgegen, an der wir einen ersten Eindruck erhielten. Wir dachten uns, naja, die Veranstaltung fängt ja noch nicht an, es dauert wohl noch etwas, bis sich etwas tut. Doch dann blickten wir nach rechts zur Straße des 17. Juni und stellten fest, dass dort wohl mehr los sein müsste. Wir liefen um die Siegessäule herum und fanden uns direkt in einer Menschenmenge wieder, die unendlich in die Ferne ragte. Überrascht, von dieser riesigen Anzahl an Zweibeinern, zückte ich das erste Mal meine Kamera und versuchte das Ganze einzufangen. Wir gingen geradewegs dem Brandenburger Tor entgegen.

Erste Eindrücke

Es war schlichtweg atemberaubend. Es waren so viele Menschen dort, dass ich mich vor Eindrücken kaum retten konnte. Ich entschloss mich dazu, die Leute einfach anzuhalten und nachzufragen, ob ich denn ein Bild von Ihnen machen könne. „Ich bin nur Hobbyfotograf und möchte die Menschen darstellen, die ich hier so treffe.“, sagte ich oft. Sie alle waren offen dafür und posierten bereitwillig für einen kurzen Augenblick vor meiner Linse.

Ankunft am Brandenburger Tor

Schließlich erreichten wir das Brandenburger Tor und gingen fest davon aus, wir hätten das Ende des Ganzen so langsam erreicht, doch weit gefehlt. Als wir es passierten, kam uns erneut eine riesige Menge Menschen entgegen. Ich hob meine Kamera empor und hoffte, dass ich es schaffen würde, die Dimension dessen einzufangen. Wir liefen entspannt bis zur Friedrichstraße, die einige Hundert Meter vom Pariser Platz entfernt ist. Hier nahmen wir nun definitiv an, dass dies das Ende der Fahnenstange sei, doch wir irrten uns schon wieder. Als wir in die Friedrichstraße abbogen, erblickten wir erneut eine schier unendliche Anzahl an Menschen. Sie trommelten, tanzten, schwangen Fahnen und hielten Plakate in die Höhe. Es waren Menschen unterschiedlichster Couleur. Ein beeindruckendes Bild.

Friedrichstraße

Wir liefen fast die gesamte Strecke ab. Wir dachten, dass zumindest an der Brücke über der Spree endgültig Schluss sei, aber noch immer sahen wir unendlich viele Menschen in der Ferne. Spätestens hier war uns klar, dass wir im sechs- oder siebenstelligen Bereich sein müssen, was die Anzahl der Leute angeht.

Der Weg zurück zur Siegessäule

Noch sichtlich beeindruckt von diesen Bildern, entschieden wir, wieder zurück zu laufen, um zur Hauptveranstaltung an der Siegessäule, die gegen 15.30 Uhr beginnen sollte, rechtzeitig da zu sein. Erneut realisierten wir die Dimensionen, was hier eigentlich los war. Des Öfteren hielt ich an, hörte hier mal zu und fing da mal einen Augenblick ein. Die positive Stimmung packte einen unweigerlich. Es verging Einiges an Zeit, bis wir wieder in der Nähe unseres Ausgangspunkts waren. Ordnungsteams des Veranstalters lotsten die Mengen in den Tiergarten, um die Verordnungen einhalten zu können und keine vorzeitige Auflösung zu riskieren. Alles war perfekt organisiert, selbst die Akustik war nirgends beeinträchtigt. Michael und ich setzten uns in die Natur und lauschten den Rednern auf der Hauptbühne. Allen voran sprach Robert F. Kennedy, der Neffe des berühmten John F. Kennedy, der die Menge zum Jubeln brachte. Beeindruckende Momente, die den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Es gab noch viele weitere Redner, doch entschlossen wir uns, gegen 18 Uhr wieder gen Heimat zu fahren. Ich hatte genug im Kasten und die Eindrücke waren so gewaltig, dass es für ein ganzes Buch reichen würde.

Fazit

Mir persönlich gab der Tag sehr viel Hoffnung. Menschen, die in normalen Zeiten wohl nie ein Bier miteinander trinken würden, schienen ihre Bedenken für ein größeres Ziel beiseite zu schieben. Es schien für einen Augenblick, als sei die Ära der gesellschaftlichen Spaltung vorbei. Anselm Lenz, einer der Ersten, die sich öffentlich entgegenstellten, formulierte es ziemlich treffend mit den Worten: „Wir können uns gern wieder demokratisch streiten, aber momentan haben wir alle das selbe Ziel.“ Der Initiator der „Querdenken“ Bewegung, Michael Ballweg, möchte genau das, einen Diskurs mit allen Menschen, denn nur so funktioniert eine demokratische Gesellschaft. Hier müssen auch Menschen angehört werden, deren Sicht auf die Welt man nicht teilt. Die oberste Priorität dieser Bewegung ist auch gar nicht Corona an sich, sondern das Fehlen einer öffentlich wissenschaftlichen Debatte ohne tendenziöse Beeinflussung in die eine oder andere Richtung. Es gibt zu diesem Thema mindestens zwei wissenschaftliche Ansichten und es ist nicht demokratisch, wenn man nur der einen Seite vertraut und gesellschaftlich einschneidende Verordnungen verabschiedet, ohne der anderen zugehört zu haben. Die Folgen, Bedenken und möglichen Zukunftsvisionen dieser ganzen Entwicklung sind durchaus ernst zu nehmen und öffentlich zu diskutieren, denn sie betreffen uns alle auf dieser Welt. Ich wünsche mir mehr Empathie und Verständnis für die Menschen, die sich aus freien Stücken in solch eine Situation begeben, wohl wissend, dass viele Menschen sie nicht verstehen können. Ich kann sie verstehen und hoffe, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte, diesen wunderbaren Tag gelebter Demokratie in Ehren zu halten.

~ Ulli