Momente

Gedanken

Während ich diesen Artikel schreibe, den ich eigentlich ganz anders verfassen wollte, lausche ich den melancholischen Klängen einer wundervollen Pianoversion des allseits bekannten Titels „Sonne“ von Rammstein.

Ich denke an meine Kindheit, an die unbeschwerte Zeit, die ich erlebte, an Momente, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin, an meine liebevollen Eltern, an die unvergesslichen Freundschaften, an die Liebe, die ich genießen und die unfassbar schönen Augenblicke, die ich in meinem kurzen Leben hier auf diesem Erdball erfahren durfte. Ich halte mir just in diesem Atemzug vor Augen, wie gut ich es doch hatte. Ich vermag es kaum in Worte zu kleiden, wie sehr ich dieses Momentum genieße, während ich diese Zeilen verfasse. Ich mache mir bewusst, welch unbeschreibliches Glück ich hatte, während ich betrübt realisiere, was gerade um uns herum passiert.

Ich schaue aus dem Fenster, lasse die Klänge auf mich wirken und verspüre ein unbeschreibliches Gefühl der Weite. Ich schließe die Augen und schwebe davon. Ich stelle mir vor, wie friedlich die Menschheit miteinander leben, wie sehr das Glück sie umgeben und welch Harmonie zwischen all den Völkern dieser Erde existieren könnte. Ein kurzes illusorisches Gefühl der Zufriedenheit kommt in mir hoch, was ich dennoch vollends genieße.

Das junge Leben

Wenn ich mir die Aufnahmen anschaue, die ich vergangene Woche gemacht habe, schwanke ich zwischen Bedauern und Glückseligkeit. Glückseligkeit, mit ansehen zu dürfen, wie unbeschwert ein Kinderherz diese groteske Welt wahrnimmt und dem Bedauern, zu realisieren, dass diese kleinen Seelen wohl niemals mehr diese Sorglosigkeit erleben werden, wie ich sie einst erfahren durfte. Der Gedanke bestürzt. Er beflügelt mich andererseits in meinem Handeln. Er motiviert mich dazu, das zu tun, was ich tue, mit meinen bescheidenen Mitteln ein kleines Leuchtfeuer zu entfachen, einen Versuch zu wagen, einen Beitrag dafür zu leisten, dass diese Dystopie nicht eintritt, die ich befürchte. Die glühenden Augen dieser kleinen Wesen ermutigen mich dazu, weiter zu machen, egal wie es ausgehen mag. Ihre Unbekümmertheit, ihre Unschuld ist es, die mich dazu bewegt, Zeilen wie diese zu schreiben, ehrlich zu sein und zu verewigen, wie Menschen wie ich die Welt gerade wahrnehmen.

Das ganze Leben noch vor sich, sind sie bereits jetzt mit einer Situation konfrontiert, die sie noch nicht einmal rational einschätzen können. Sie starren in vermummte Gesichter, in denen sie nur noch die gezeichneten Blicke erkennen. Was tun wir ihnen an? Es macht mich nachdenklich, wenn ich mir vor Augen führe, dass sie wohl niemals diese Freiheit erleben werden wie wir. Wie damit umgehen? Wie diesen wundervollen Wesen übermitteln, was momentan geschieht? Ich für meinen Teil möchte mich bei ihnen entschuldigen, mich in tiefster Demut niederknien und ihnen mitteilen, dass es Menschen gab, die sich gegen diese Unglaublichkeit zur Wehr gesetzt haben. Dass wir an sie dachten, sie nicht allein ließen und in ihrem Interesse handelten. Trotz aller Widrigkeiten und dem stürmischen Wind, der jedem entgegen weht, der sich für die Freiheit einsetzt, werden wir nicht aufgeben, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zuversicht

Ich hatte die Ehre eine kleine Familie in ihrem liebevollen Domizil aufnehmen zu dürfen und erkannte erst bei der Nachbearbeitung der Bilder, welche Intensität diese Stunden besaßen. Während ich mir die Aufnahmen noch einmal zu Gemüte führe, in diese unschuldigen Augen sehe und ihre hingebungsvollen Eltern betrachte, wird mein Herz schwer und doch geben sie mir Zuversicht. Sie bestärken mich in dem, was ich tue. Sie geben mir Kraft, weiter zu machen und niemals aufzugeben. Ich bin sehr froh darüber, diese Erfahrung gemacht zu haben. Danke, dass ich diese wundervollen Momente verewigen durfte.

~ Ulli

Zeiten wie diese

Ein historischer Ort

Ich lebe in einem der historischsten Orte dieser Welt, einer kleinen Stadt, die vor circa 500 Jahren Weltgeschichte schrieb: Wittenberg. Hier fand eins der schicksalsvollsten Ereignisse statt, die die Menschheit je erlebte. Durch den Willen, die Überzeugung und die Leidenschaft eines einzigen Mannes, wurde Geschichte neu geschrieben, denn Martin Luther schlug hier seine Thesen an die Kirchentür und läutete somit ein neues Zeitalter ein. Immer wieder muss ich mir vor Augen führen, welch revolutionäre Tat dies war und wie viel ein Mensch bewirken kann, um den Lauf der Geschichte zu beeinflussen.

Ambivalenz

Häufig frage ich mich: In wie weit haben wir als Individuen tatsächlich die Macht, etwas zu bewirken oder zu verändern? Fühlen wir uns nicht oft machtlos, den Tatsachen ausgesetzt und nehmen Ereignisse stillschweigend hin, obwohl wir dabei ein inneres Unbehagen fühlen, ohne es detailliert beschreiben oder einordnen zu können? Wir können ja doch nichts tun, meinen wir und versinken in Lethargie.

Mir geht es nicht anders. Auch ich bin ein ambivalenter Mensch. Auch ich bin nicht immer mutig, obwohl ich es sein müsste, reagiere zeitweise unangemessen oder gehe negativen Aspekten in mir nach. Mittlerweile habe ich mich mit meinen Widersprüchen arrangiert, ich nehme sie an und versuche, mein Verhalten zu reflektieren. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass wohl jeder Mensch solche inneren Zerwürfnisse in sich trägt und häufig nicht weiß, wie er damit umgehen soll. Meine Erkenntnis ist, nicht dagegen anzukämpfen, sondern sie nüchtern zu betrachten und anzunehmen. Wir sind Menschen, wir sind nicht perfekt.

Teile und Herrsche

Schon immer gab es Kreise, die sich dessen bewusst waren und sich diese Ambivalenzen zu Nutze machten, um Visionen zu realisieren, die wir uns nicht im Entferntesten vorstellen können. Auch jetzt wird wieder bewusst und in ganz großem Stil Zwietracht gesät. Egal aus welcher Perspektive man es betrachtet, die Menschen werden in Angst und Panik versetzt und verharren in der Starre. Die einen sehen derzeit keine Gefahr und vertrauen im guten Glauben der Obrigkeit, die anderen lassen alle Einschränkungen widerspruchslos über sich ergehen und wieder andere möchten aktiv dagegen vorgehen, ohne genau zu wissen, was sie gegen diese Ohnmacht die sie beschleicht, tun sollen. Doch genau diese Zustände werden bewusst herbeigeführt, wie so oft in der Geschichte.

Heutzutage glauben wir, frei entscheiden zu können, fernab jeglicher Beeinflussung, doch tun wir das wirklich? Diese geistig indoktrinierten Barrieren sind es, die ich überwinden möchte, dieses seit Ewigkeiten bestehende, wie ein über uns schwebendes Konstrukt, das uns Menschen übergestülpt wird und uns zu den unfassbarsten Dingen verleitet. So viele spielen das perfide Spiel mit, separieren sich, lassen sich mental vergiften, hassen und verachten einander, lassen sich gegeneinander aufhetzen, bis ins Mark spalten und sogar in Kriege schicken. Werfen wir einen Blick auf unsere Gesprächskultur: Wir vertreten unsere oft unreflektierten Meinungen, Ansichten und Weltbilder mit rigider Vehemenz und stehen am Ende erneut vor einem geschichtlichen Scherbenhaufen. Die Profiteure dieser sich wiederholenden Ereignisse sind sich dessen wohl bewusst. Die Geschichte wiederholt sich somit immer und immer wieder. Warum lassen wir das zu? Warum reagieren wir meistens genauso, wie es von uns erwartet wird, ohne dass wir das überhaupt zu realisieren scheinen?

Plädoyer

Mein Plädoyer gilt der Empathie, der Aufrichtigkeit, der Sicht aus der Vogelperspektive, des wahrhaft gegenseitigen Zuhörens und des Verständnisses, so dass wir alle irgendwann gemeinsam diejenigen erkennen und vor ein gigantisches Scherbengericht stellen, die uns Menschen all das schon so lange antun. Wir sollten aufhören, auf ihrer Klaviatur zu spielen, uns die Unglaublichkeiten bewusst machen und realisieren, dass wir uns schon unser ganzes Leben lang auf ihrer Bühne befinden. Erst wenn wir uns das vor Augen führen, sind wir meines Erachtens in der Lage, neue Kraft zu schöpfen und wirklich etwas zu verändern.

Mein Anspruch

Ich möchte diese festgefahrenen Weltbilder überwinden. Ein Weg, den ich gehen möchte, ist der Weg der Kunst, da ich durch sie ausdrücken, was ich nicht in Worte fassen kann. Sie ist ein Sprachrohr, ein Ausweg, die Kanalisierung einer Empfindung. Aus diesem Grunde machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt Wittenbergs und hielt die Leere fest, verzweifelte Hoffnungen, vereinzelten Widerstand und die unabdingbare Konformität. Ich versuchte, der ausgestorbenen Innenstadt eine Bühne zu bieten, sie einzufangen und damit zum Ausdruck zu bringen, welches Ausmaß dieser „Kult“ bereits angenommen hat.

Uns allen muss bewusst werden, dass nur wir es sind, die das Rad der Geschichte erneut drehen können und diesen Phantasten entgegentreten müssen, mit allem, was wir haben. Die Kunst ist ein wichtiges Element in meinen Augen und ich wäre glücklich, wenn ich einen Teil zur positiven Entwicklung beisteuern kann.

~ Ulli

Poesie des Himmels

In Zeiten wie diesen

Wir alle sind momentan eingeschränkt. Die historisch einmalige Situation, die uns global umgibt, hindert uns daran, ein freies und unbeschwertes Leben zu führen. Zwischenzeitlich schien die Welt gänzlich still zu stehen, nichts regte sich mehr. Leere Straßen kennzeichneten das Stadtbild. Es herrschte absolute Ruhe. Jeder geht unterschiedlich damit um, bewertet die Lage anders, zieht eigene Schlussfolgerungen aus all dem. Die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt, doch habe ich das Glück, einer Leidenschaft zu frönen, der ich auch in diesen schwierigen Zeiten nachgehen kann. Es ist Frühling, eine wundervolle Jahreszeit, um sich auf das Fahrrad zu setzen und sich der Natur zu widmen.

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Auf der Suche nach der Freiheit

Ich fragte mich schon immer, wie ich das Gefühl der Freiheit am besten beschreiben und einfangen kann. Bei meinen Touren durch das Umland fiel mir der stets wolkenbehangene Himmel auf. Oft hielt ich an und starrte minutenlang auf die schwebenden Giganten der Lüfte und genoss die warme Brise, die mich in unberührter Natur umgab. Diese Momente weckten eine innere Freiheit in mir, eine Art Sehnsucht nach der Ewigkeit. Ich befand mich an einem anderen Ort mit gänzlich veränderter Gemütslage. Niemals hätten jegliche Empfindungen beim Anblick dieser Naturschauspiele in stickigen Geschäftsräumen oder während des alltäglichen Verrichtens der Arbeit entstehen können. Doch hier stand die Zeit still. Das fortwährende Unbehagen der Gegenwart und die unendliche Anzahl an permanent einhämmernden Informationen waren in diesem Augenblick gänzlich verflogen. Ich sah nur noch die Momentaufnahmen einzigartiger Erscheinungen, die nie mehr die selben sein würden und kein Mensch je wieder zu Gesicht bekommt. Das war Freiheit. Ich nahm mir vor, das Geschehene für immer festzuhalten und dachte mir, dass vielleicht auch andere Menschen etwas beim Anblick dieses Naturschauspiels empfinden würden.

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Interpretationsversuche

Worte vermögen es kaum zu beschreiben, fast schon poetisch ist die Auseinandersetzung mit dem Wolkenspiel. Über alles erhaben, gleiten sie über uns hinweg. Komplex, formlos und chaotisch sind sie, die weißen Riesen. Mal bedrohlich düster, mal leicht und frohmütig blicken sie auf uns herab. Man kann alles und nichts in ihnen erkennen. Eine ferne Erinnerung, getragen vom Ozean der Lüfte. Kleine Seelenlandschaften, die ein warmes Gefühl des Innehaltens in mir erzeugen. Vielleicht bewegen sie auch etwas in dir.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Ein Jahr neigt sich dem Ende

Kurz vor Ausklingen des Jahres, möchte ich eine kleine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsbilder präsentieren. Im Laufe der Zeit, habe ich gemerkt, dass ich neben der Landschafts- und Reisefotografie auch Momentaufnahmen mit Menschen liebe. Mir kam es noch nie auf gestellte Posen an, sondern auf das Einfangen eines besonderen Moments, einer, der nicht gestellt sondern situativ ist. Meines Erachtens erzeugt dies eine viel größere Spannung in den Bildern. Dabei muss es auch gar nicht perfekt aufgenommen sein, auch spielt die Belichtungszeit oder der ISO gar keine so große Rolle, sogar mit Rauschen im Bild, kann es eine faszinierende Wirkung erzielen meiner Meinung nach.

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Rauschen im Bild kann dennoch Wirkung erzielen

Ich war viel unterwegs. Gleich am Anfang des Jahres zog es mich nach Polen, genauer gesagt, nach Stettin. Eine wirklich wundervolle Stadt, die ich von meiner Heimat Wittenberg aus, in ungefähr drei Stunden erreicht habe. Ich versuchte so viele schöne Eindrücke festzuhalten, wie es nur ging und war froh, dass es mir gelungen ist.  In den folgenden Monaten führte mich mein Drang nach tollen Aufnahmen in viele Regionen unseres Landes: In den Spreewald, in den nördlichen Harz, ins Havelland, sowie nach Dresden und nach Gera.  Doch eins meiner beeindruckendsten Reisen, war zweifelsfrei der Besuch bei meinem besten Freund Danny in der Schweiz. So wie fast jedes Jahr, besuchte ich ihn für ein paar Tage und genoss die wundervolle Zeit bei ihm und hielt fest, was ich nur konnte. Ich hoffe, ich komme noch viele Male in den Genuss, unser Nachbarland mit neuen Augen zu entdecken und mit Euch zu teilen.

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Wundervolle Schweiz

Unter Anderem hatte ich sogar das Glück, dieses Jahr einen Preis einzuheimsen bei einem kleinen lokalen Wettbewerb, den ich doch tatsächlich gewann. Ich entschied mich dazu, eins meiner Lieblingsbilder meiner Heimatstadt ins Rennen zu schicken und war glücklich, dass die Juroren meine Sicht auf die Dinge anerkannten. Ich hatte mich riesig gefreut und spornt mich natürlich weiter an, meine Leidenschaft fortzusetzen.

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Erster Platz beim Fotowettbewerb

Ein weiteres Highlight dieses Jahr war zweifelsfrei die Bildbesprechung bei den Fotoprofis Krolop & Gerst. Ich reichte zwei meiner Bilder ein. In der Hoffnung, sie würden in der Livesendung erscheinen, traute ich meinen Augen kaum, als dieser Traum wahrhaftig in Erfüllung ging. Meine Bilder auf Youtube, ich war wirklich total baff. Wer sich den Teil der Sendung einmal anschauen möchte, kann sich auf diesem Link, ab Minute 25.41 selbst ein Bild davon machen.

Insgesamt war es ein recht turbulentes, aber auch schönes Jahr und ich bin in freudiger Erwartung, was die Zukunft für mich bereit hält. Ich bin jedenfalls offen dafür und immer noch voller Leidenschaft. Ich danke den vielen Menschen, die mich unterstützt haben und mir immer wieder Mut machen. Ich wünsche Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Wundervolles Dresden

Auf, ins Herz Sachsens

Es war Feiertag, mitten in der Woche, der obendrein auch noch verheißungsvolles Wetter versprach: wolkig und sonnenlos. Ich beschloss diese perfekten Voraussetzungen zu nutzen und mit meinem Lieblingslied in Dauerschleife in die Landeshauptstadt Sachsens zu fahren. Vom schönen Wittenberg sind es nur etwas über zwei Stunden Landstraße bis nach Dresden. Ich behaupte, es ist eine der schönsten Strecken, die man mit dem Auto fahren kann. Parallel der Elbe entlang kommt man an bezaubernde Örtchen und Städte, wie Torgau, Riesa oder Meißen vorbei. Das Naturschauspiel, welches man unterwegs erleben darf, trägt zusätzlich dazu bei, dass man die Zeit nebenher einfach vergisst. Oft hielt ich an und versuchte die sagenhafte Weite, die unberührte Natur und die einsamen Straßen festzuhalten, die sich mir in Hülle und Fülle boten. Die Wolken gaben ein spektakuläres Bild ab und der Wind peitschte mir um die Ohren, so dass ich teilweise Mühe hatte still zustehen, um meine gewünschte Aufnahme machen zu können. Doch es hat sich gelohnt, ich habe Einiges im Kasten gehabt.

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Ankommen in Dresden

Nach entspannter Autofahrt, erreichte ich schließlich mein Ziel und war sofort fasziniert. Ich war schon ein- zweimal in Dresden, besaß damals allerdings noch nicht meine Kamera und sah die Stadt mit völlig anderen Augen. Schon, als ich die ersten Kilometer dieser wahnsinnig großen Stadt hinter mich ließ und mir die erste Kirche in der Ferne entgegen trat, musste ich an den unmöglichsten Stellen anhalten und mich auf die Straße stellen, um das Bild zu machen, welches ich haben wollte. Dieser Prozess fand relativ häufig statt, allerdings hätte er noch deutlich öfter vorkommen sollen, wenn ich nur die Zeit und die Möglichkeiten dazu gehabt hätte. Denn eins ist Fakt, es ist unmöglich, diese facettenreiche Stadt in all ihrer Gänze an einem Tag auch nur ansatzweise festzuhalten und würdigen zu können. Doch ich nahm mit, was ich konnte und versuchte meine Bestes.

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Das Palais

Vorab hatte ich mir kleine Eckdaten notiert, die vielleicht für mich interessant wären, so auch das „Palais im Garten“, welches recht nah am Zentrum Dresdens liegt. Ich kam an und war sofort geplättet. Mir bot sich ein perfekter Blick auf das kleine Schlösschen, welches von einem riesigen grünen Park umgeben war. Ich umrundete den gesamten Komplex und nahm aus jedem Winkel Bilder auf. Allein hier drückte ich ungefähr sechzig mal auf den Auslöser. Zwei, drei Aufnahmen haben es dann letztendlich in diesen Artikel geschafft.

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Pillnitz

Vom Großen Palais aus, fuhr ich ungefähr dreizehn Kilometer weit raus, um das sagenumwobene Schloss Pillnitz einmal mit eigenen Augen zu sehen. Die Geschichte dieses prunkvollen Ortes reicht weit ins siebzehnte Jahrhundert zurück. Später, im achtzehnten Jahrhundert, ließ der Kurfürst August der Starke, es zu einem Schloss mit chinesischen Akzenten umbauen, was in der Barockzeit der letzte Schrei gewesen sein muss. Einen kleinen Eintrittspreis bezahlt, streifte ich das gesamte Areal entlang und fotografierte erneut aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Zusätzlich zum prächtigen Innenhof des Schlosses, konnte man auch in den Genuss des umwerfenden Elbpanoramas außerhalb der Mauern von Pillnitz kommen. Eine wahrhaftige Idylle, die zum längerfristigen Flanieren und Genießen einlädt.

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Die Innenstadt Dresdens

Nach diesen imposanten Eindrücken fuhr ich zum Abschluss in die Innenstadt. Mir wurde geraten, einmal auf die Kreuzkirche zu steigen, von dort oben soll man einen herrlichen Blick auf die ganze Stadt haben. Gesagt getan, sollte dies mein Ziel sein. Dank des Feiertags, war nicht ganz soviel los auf den Straßen und ich erhielt sogar direkt vor der Kirche einen Parkplatz. Vier Euro bezahlt, stieg ich viele Treppen empor und wurde tatsächlich mit einem tollen Ausblick auf die Dächer Dresdens belohnt. Leider prägten immens viele Kräne und Baustellen das Stadtbild, so dass es nicht möglich war, eine perfekte Aufnahme machen zu können, aber dennoch war es ein Erlebnis. Anschließend lief ich noch ein wenig durch die Innenstadt Dresdens und trat dann den Heimweg an. Diese geschichtsträchtige Stadt hat mich wirklich in ihren Bann gezogen, wundervolle Architektur, unfassbar viel Natur und die perfekte Elblage, machen es zu einem absoluten Reisetipp. Sicher werde ich eines Tages wieder kommen und mich all den anderen Stadtteilen Dresdens widmen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Sommerhochzeit

Und wieder haben es Zwei gewagt, sind Freunde von mir den Bund fürs Leben eingegangen. Lena und Björn, zwei Menschen, die sich fanden und ohne jeden Zweifel füreinander bestimmt sind. Jeder, der sie kennenlernt, wird diese angenehme Wärme und Offenheit zwischen ihnen unweigerlich spüren. Dies war auch die besondere Herausforderung für mich, auf den Bildern die entsprechende Wirkung zu erzielen, denn ich wurde gefragt, ob ich während dieses besonderen Ereignisses ein paar Bilder machen würde. Begleitet von dem Gedanken, dass es schon nicht so wild werden würde, diesen Tag mit der Kamera bewaffnet ein paar Aufnahmen zu machen, willigte ich bedenkenlos ein. Allerdings teilte ich den Beiden vorab mit, dass wir wohl alle ziemlich gespannt sein können, was am Ende dabei herauskommen wird, aber dieses Risiko gingen Lena und Björn augenscheinlich bewusst ein.

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Natürlich plante ich auch hier nichts im Voraus. Wie immer wollte ich alles vor Ort auf mich wirken lassen und nahm mir vor, an Eindrücken mitzunehmen, was ich konnte. Mir war nur bekannt, dass sie während des jährlich stattfindenden Lutherfests heirateten und sich dementsprechend kleiden würden. Ich schaute mich ein wenig im Netz um und ließ mich von Profis in diesem Metier inspirieren, ohne auch nur im Entferntesten zu ahnen, welch enorme Anstrengung und Verantwortung es erfordern würde, einen solch wichtigen Tag fotografisch zu begleiten. Bisher habe ich nur wenig Erfahrung in Sachen Hochzeitsfotografie sammeln können, noch nie war ich mit meiner Kamera bei einer Vermählung oder den Vorbereitungen dabei. Die einzige Vorstellung, die ich bereits von vornherein hatte, war, dass ich eine Art Reportagestil machen möchte, sprich, am Ende sollen natürliche und möglichst viele ungestellte Bilder entstehen, die einen Retroflair besitzen. Neben klassischen schwarz-weiß Bildern wünschte ich mir warme, gekörnte Aufnahmen, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln sollen, er könne genau nachvollziehen, wie wundervoll dieser Tag gewesen sein muss.

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Nun war es endlich soweit, von früh bis abends parat stehen und nach besonderen Blickwinkeln Ausschau halten, ohne genau zu wissen, was mich erwarten würde und ob ein Teil der Aufnahmen am Ende gelingt. Egal, es ging los: Als erstes stand der Friseurtermin an. Schon häufig sah ich bei den Profis, dass sie zusätzlich die Vorbereitung aufnehmen, also dachte ich mir, es kann ja nicht falsch sein, wenn auch ich das mache. Gesagt getan. Mit der Kamera testete ich die verschiedensten Perspektiven aus. Viel Platz war nicht vorhanden und verdammt warm war es auch und das bereits um acht Uhr morgens! Aber ein paar Bilder waren im Kasten. Weiter ging es zu Lena nach Haus, wo neben dem Schminktermin erst mal ein Sektfrühstück mit Fast-Ehemann Björn, Freunden und Verwandten anstand. Ich genehmigte mir auch einen, es war ja so heiß! Zwischendurch fotografierte ich und versuchte so oft es nur ging, relativ unbemerkt den Auslöser zu betätigen, selbst der Hund und die Katze blieben nicht vor meiner Linse verschont. Einige gestellte Bilder müssen an so einem Tag bekanntermaßen auch sein, also kamen alle Gäste vor die Linse, die Lust hatten. Ich fand die Idee mit der Backsteinwand ganz gut, also positionierte ich meine Zielpersonen davor und nahm ununterbrochen auf.

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Nach circa zwei Stunden ging es in die Stadt, Trauungstermin war um elf Uhr. Zwischendurch planten wir durch den Park zu gehen, denn es war anzunehmen, dass dies eine gute Kulisse für ein nettes Bild werden würde. Und so war es meines Erachtens auch. Meine Lieblingsaufnahme zeigt Lena und Björn aus meiner oft genutzten Froschperspektive, während sie in den Park laufen.

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Nach einem Treffen mit weiteren Verwandten und Freunden in der Stadt, ging es mit der Stadtwache Wittenberg zum Rathaus, in dem die Vermählung vollzogen werden sollte. Sowohl vor, während und nach der Trauung habe ich unzählige Fotos gemacht. Ich versuchte so viele Momente festzuhalten, wie möglich. Allein hier stellte ich meine Kamera auf eine harte Probe, so oft wie ich den Auslöser hintereinander betätigte. Mir war bewusst, dass am Ende nur eine Handvoll ansprechender Bilder herauskommen würde. Auf alle Fälle war es ein bewegender Moment, als sich Lena und Björn das Jawort gaben. Es war wirklich wunderschön und das Hochzeitspaar locker und lustig wie eh und je, eine Freude für alle Beteiligten, selbst für den Bürgermeister der Stadt.

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Anschließend gab es eine dringend benötigte Pause, da es pure Knochenarbeit war, bei dieser unfassbar drückenden Wärme zu fotografieren. Meine Anspannung löste sich etwas, als ich endlich meine lang ersehnte Fassbrause die Kehle entlang herunterspülen konnte. Gegen Abend waren dann alle Gäste auf der Schlosswiese versammelt, auf der das Lutherfest seinen mittelalterlichen Knotenpunkt besaß. Wir tranken, aßen und feierten. Ein weiteres Highlight war zweifelsohne das Ständchen des örtlichen Fanfahrenzugs, was uns alle sehr beeindruckte.

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Abschließend kann ich sagen, dass es ein durch und durch gelungener Tag war und ich sehr glücklich darüber bin, dass mir die Ehre zu Teil wurde, die Hochzeitsbilder zu machen. Gerade an so einem besonderen Tag wie diesem, finde ich es wichtig, dass zeitlose Bilder entstehen und ich hoffe, ich bin dieser Aufgabe im Sinne von Lena und Björn gerecht geworden.

Meines Erachtens werden Bilder immer für die Ewigkeit sein, sie werden anhaltend bewegen, auch im Zeitalter des technologischen Fortschritts. Selbst weit in der Zukunft wird ein Bild die Menschen berühren. Deswegen ist es für mich die wundervollste Leidenschaft die es gibt und bin unendlich dankbar dafür, wenn ich es schaffe, mit meinen Aufnahmen den Einen oder Anderen zu berühren.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

Meine Heimat Wittenberg

Seit etwas über einem Jahr gehe ich nun schon meiner Leidenschaft nach und bereise so oft es nur geht die unterschiedlichsten Gegenden: von der Ostsee, über das schöne Sachsen, nach Hessen, Hamburg, Brandenburg, Thüringen, die Schweiz oder Polen und komme doch immer wieder gern nach Hause in meine Heimatstadt Wittenberg in Sachsen Anhalt. Die meisten meiner Freunde sind weggezogen und verstreut in aller Herren Länder, ich bin einer der Wenigen, die geblieben sind und muss sagen, dass ich es nicht bereue. Seit nunmehr 37 Jahren wohne ich in einer der wunderschönsten Kleinstädte Deutschlands und habe im Laufe der Zeit natürlich auch einige Aufnahmen machen können, die ich gern mit euch teilen möchte.

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Der Marktplatz von Wittenberg

Von Wittenberg gelangt man an ganz viele wundervolle Reiseziele. Es sind nur ca. 80 Kilometer bis Leipzig und 100 bis Berlin. Man erreicht schnell Nachbarländer wie Polen oder die Tschechei und in knapp drei Stunden ist man schon an der Ostsee. Für einen Menschen wie mich, der die Fotografie liebt, also perfekt!

Wittenberg liegt direkt am Bundesland Brandenburg und bis zum Freistaat Sachsen sind es auch nur relativ wenige Fahrminuten. Hier liegt das Herz der Reformation, denn Martin Luther, der Begründer der evangelischen Glaubensrichtung hat hier seine Thesen 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und revolutionierte damit die Welt. Eine geschichtsträchtige Stadt, die von vielen Reisenden besucht wird. Doch Wittenberg hat noch viel mehr zu bieten: eine bezaubernde Innenstadt mit wundervoller Architektur, das mittelalterliche Lutherfest, dass jedes Jahr zehntausende Besucher anlockt und zu der bekannte Bands dieses gigantische Spektakel begleiten, die wunderschöne Elbe und die zauberhafte Landschaft, die Wittenberg umgibt. Auch namhafte Künstler, wie Hundertwasser oder Herakut haben hier ihre Spuren hinterlassen.

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Schlosskirche

Ich kann Jedem nur empfehlen, einmal Wittenberg in seine kommenden Reiseziele mit einzubeziehen um sich selbst davon zu überzeugen. Anbei ein paar Eindrücke aus meiner Heimat Wittenberg.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli