Eine Frage der Ehre

Ein Turnier in Wittenberg

Es ist Samstag. Acht Uhr. Die Sonne brennt bereits früh am Morgen und taucht die Stadt in goldenes Licht. Es wird ein sehr heißer Tag. Ein Turnier steht an – ein Volleyballturnier. Ein Verein aus dem kleinen nahegelegenen Örtchen Pratau tritt heute an, um seinen Titel zu verteidigen. Seit einigen Monaten bin ich Teil dieses Teams. Doch spielen werde ich nicht. Ich begleite lieber das Spektakel mit meiner Kamera.

Zu Gast beim „WSV“

Das Turnier findet an einem Ort statt, der einiges an Geschichte in sich trägt. Das alte Pumpenhaus, einst das Herz des nahegelegenen Schwimmbads und Nachbar des ortsansässigen Fußballvereins, ist es inzwischen ein Sportlerheim und dient heutzutage als Arena der Freundschaft, des Wettkampfs und der Gemeinschaft. Der Pokal, den es beim diesjährigen Beachvolleyballturnier zu gewinnen gibt, hat deswegen die Form einer Pumpe – ein Symbol der Vergangenheit, das in den Händen des Siegers eine neue Bedeutung bekommt.

Der Siegerpokal

Fünf befreundete Mannschaften sind es, die heute gegeneinander antreten: Der „WSV – Wittenberg“, der „VSG Fläming Nudersdorf“, „Weddin 92“, „MTV Senioren“ und wir, „Blau-Rot Pratau“. Der WSV, der auch dieses Jahr wieder als Organisator des Turniers fungiert, hat keine Mühen gescheut, um den Teilnehmern einen unvergesslichen Tag zu bereiten. Bereits beim Betreten des Geländes spürte man die liebevolle Vorbereitung: Für Musik und Nahrung wurde gesorgt, Sonnenschirme spendeten Schatten, und das Sportlerheim des Gastgebers, eine wahre Oase an diesem Tag, ludt zum Verweilen ein. Große Bäume säumen das Gelände, ihre mächtigen Kronen bieten Schutz vor der brennenden Sonne, und eine sanfte Brise bringt immer wieder erfrischende Abkühlung.

Rund 50 Menschen haben sich versammelt. Es ist kein riesiges Turnier, aber gerade das macht seinen Reiz aus. Die Atmosphäre ist familiär. Die meisten kennen sich, und doch gibt es immer wieder neue Gesichter, die sich im Laufe des Tages näher kennenlernen. Es sind nicht nur die Spieler, die diesen Tag besonders machen, sondern auch ihre Familien, Freunde und Bekannte, die sie begleiten. Es wird gelacht, geredet, und vor allem: es wird gespielt. Auf dem Feld befinden sich 6 Spieler. Bis 21 wird gezählt, dann ist einer von zwei Sätzen vorbei. Eine Zeit lang sah es so aus, dass „Wedding 92“ das Ding heute nach Hause fahren wird, doch wie sich später herausstellen sollte, war dies ein Trugschluss.

Carsten beobachtet das Spielgeschehen

Es waren klasse Leute, allesamt. Doch natürlich schlug mein Herz für die Pratauer Gang. Ein starkes Team mit tollen Menschen. Menschen wie Micha beispielsweise, der mich überhaupt erst zu diesem Verein gebracht hat. (Wie es dazu kam, dass sich unsere Wege kreuzten, kann man hier nachlesen.) Carsten, der das Spiel mit einer solchen Leidenschaft und Hingabe betreibt, dass man meinen könnte, es sei seine Lebensaufgabe. Oder Stefan, der studierte Kommunikationsdesigner, von dem ich selbst noch Einiges in puncto Gestaltung lernen kann. Und dann gibt es noch Marina, Gerd, Matze und viele andere, die ich in den vergangenen Monaten kennenlernen durfte. Sie alle bringen ihre eigenen Geschichten und Perspektiven mit, und doch eint uns alle die Liebe zu diesem Sport.

Volleyball, ein Sport der verbindet

Natürlich geht es auch um die Ehre. In jedem Spiel will man gewinnen, sonst brauch man nicht antreten, aber Volleyball ist mehr als das. Es ist ein eigener Kosmos. Hier herrscht echter Gemeinschaftssinn. Selbst nach einer Niederlage wird abgeklatscht, es gibt keine bösen Worte, nur den festen Willen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und selbst wenn, ist das nach der Partie vergessen.

Eindrücke festhalten

Der Tag vergeht wie im Flug. Ich bin so in meiner Rolle vertieft, dass ich glatt vergesse, selbst etwas zu essen. Dabei gibt es reichlich – Steaks, Salate und sogar Kuchen hatte der WSV organisiert. Für mich aber waren die Aufnahmen das Wichtigste. Bilder, die nicht nur den sportlichen Wettkampf einfangen sollten, sondern auch die vielen kleinen Momente abseits des Spielfelds. Die strahlenden Gesichter der Kinder, die sich im Schatten der Bäume austoben, die stolzen Blicke der Partner und Freunde oder die jubelnden Rufe nach einem gelungenen Spielzug. Meine Kamera hält all das fest, und mit jedem Klick versuche ich, die Magie dieses Tages einzufangen.

Guntram, Jahrgang 1953 und seit drei Jahren Präsident des WSV, ist selbst aktiver Volleyballer. Mit seiner ruhigen, aber bestimmten Art sorgt er dafür, dass alles reibungslos abläuft. Am Ende des Tages ist es auch er, der die Siegerehrung durchführt. Und man mag es kaum glauben, aber Pratau hat es tatsächlich geschafft und den Titel nach vier spannenden Partien verteidigt. Natürlich hielt ich auch diesen Moment fest, bevor wir uns alle noch auf ein Bier zusammen setzten.

Siegerehrung
Ein wunderbarer Tag geht zu Ende

Mittlerweile ist es halb sechs und ich verabschiede mich. Während ich meine Kamera einpacke und mich auf den Heimweg mache, denke ich über den Tag nach. Fast wehmütig blicke ich zurück und stelle fest, dass es mehr als nur Teamkollegen sind, es sind Menschen, von denen sich jeder wünscht, sie um sich zu haben. Herzlich, humorvoll und bodenständig. Ich bin dankbar, ein Teil dieses wundervollen Vereins zu sein, und ich freue mich auf viele weitere Jahre, in denen wir gemeinsam lachen, spielen und Erinnerungen schaffen werden.

Der 4. Pumpenhaustag war mehr als nur ein Turnier. Er war ein Fest der Gemeinschaft – und ich bin stolz, dass ich ihn mit meiner Kamera einfangen durfte.

Marsch des Friedens

In Berlin versammelten sich viele Menschen aus ganz Deutschland um ein eindeutiges Zeichen für Dialog und Frieden zu setzen.

Entscheidung

Es ist Samstag, der 3.8.2024. Der Begründer der Querdenkenbewegung, Michael Ballweg, initiierte erneut eine Großdemonstration in Berlin, um damit ein Zeichen für Frieden zu setzen und der unsäglichen Kriegsrhetorik zu widersprechen. Noch am Abend zuvor war ich unentschlossen. Sollte ich wirklich in die Hauptstadt reisen und mir eine weitere Demonstration antun, von der ich doch insgeheim eh denke, dass sie nichts bewirken wird? Die Politik, so scheint es, ist unerschütterlich in ihren Bahnen gefangen und geht sie auch unbeirrt weiter, unbeeinflusst von den Stimmen der Straße. Ich habe schon lange die Hoffnung aufgegeben, dass Ereignisse wie diese, in diesem großen Spiel Gehör finden könnten. Uns allen ist bewusst, was los ist, doch viele wollen nicht aufgeben, was ich gut verstehen kann. Nun denn, trotzdem meine Teilnahme nicht von Optimismus geprägt war, entschied ich mich spontan für einen Besuch.
Der Umzug zur Siegessäule sollte um 12 Uhr vom Ernst-Reuter-Platz starten, also machte ich mich zwei Stunden vorher auf den Weg.

Der Weg in die Hauptstadt

Die Fahrt nach Berlin verlief überraschend reibungslos. Der Verkehr war moderat, und mein Auto glitt fast mühelos über die Autobahn. Je näher ich kam, desto mehr wuchs die Spannung in mir. Währenddessen schweiften meine Gedanken zurück zur ersten großen Demonstration, über die ich vor vier Jahren berichtete. Damals hatte ich das erste Mal den Entschluss gefasst, meine Kamera mitzunehmen und das Geschehen festzuhalten. Es war der Beginn meiner Reise als Beobachter gesellschaftlicher Bewegungen. Die Erinnerungen an diesen Tag sind noch lebendig, ein Mosaik aus Stimmen, Gesichtern und unvergesslichen Momenten. Heute fühlte es sich an, als ob ich an diesen Ursprungspunkt zurückkehren würde, allerdings weniger hoffnungsvoll. (Link zum Artikel)

Erste Eindrücke

Als ich ankam, überkam mich leichte Ernüchterung. Es waren kaum Leute zu sehen. Ich begann, an der Größe und Bedeutung der Veranstaltung zu zweifeln. Wie sich später herausstellen sollte, täuschte ich mich. Mit genügend Getränken im Rucksack und meiner Kamera bewaffnet, führte mich mein Weg zum Treffpunkt. Inzwischen strömten immer mehr Menschen zum Sammelpunkt. Sie kamen aus allen Straßen und Gassen.
Die Sonne brannte sich schon jetzt in meine Haut. Die Luft war erfüllt von Vorfreude und Spannung. Es war, als ob die Stadt selbst den Atem anhielt und auf das wartete, was kommen würde. Die Trommler heizten die Stimmung an. Dann ging es los. Die Masse setzte sich in Bewegung.

Ich lief von links nach rechts, von vorne, nach hinten und drückte permanent den Auslöser. Die Stimmung war gigantisch. Sie war ansteckend und die Botschaften eindeutig.

Während ich durch die Menge ging, fiel mir auf, dass die Teilnehmer überwiegend älter waren. Die Jugend fehlte, ebenso wie Menschen mit Migrationshintergrund – ein bedauerliches Bild in Anbetracht der Themen, die uns alle betreffen. Dennoch waren Präsenz und Entschlossenheit der Anwesenden überwältigend. Die Demonstration war nicht nur ein Marsch, sondern eine eindrucksvolle Marketingkampagne für Frieden und Freiheit. Die lauten Trommelschläge und eindrucksvollen Transparente zogen die Blicke der Passanten auf sich, die am Straßenrand stehen blieben und das Ereignis mit Neugier verfolgten.

Ein Klima der Einschränkung

Die Veranstaltung war nicht frei von staatlichen Einschränkungen. An diesem heißen Tag war es den Teilnehmern untersagt, kostenlos Wasser zu erhalten – ein Zeichen der subtilen Barrieren, die überwunden werden mussten. Auch das Verbot, Symbole des undemokratisch untersagten Magazins Compact zu zeigen, war eine ständige Erinnerung an die Bedrohung der Meinungsfreiheit.

Treffpunkt Siegessäule

Der Marsch ging wirklich lang. Ich dachte an mein Parkticket, welches ich unbedingt erneuern musste. Bei den Preisen und der Möglichkeit, abgeschleppt zu werden, eine durchaus reale Gefahr. Also lief ich den Weg zurück, währenddessen die Demonstranten weiter durch die Stadt zogen, um gegen halb vier an der Siegessäule zu sein. Hier erschloss sich mir das erste Mal das ganze Ausmaß der Demo. Mein Rückweg dauerte etwa eine halbe Stunde und permanent strömten mir die Massen entgegen. Es war unglaublich.

Schließlich erreichte ich meinen Wagen und fuhr an die Siegessäule. Ich hatte Glück und fand unmittelbar einen Parkplatz.

Kundgebung an der Siegessäule

Die Masse an Menschen dort haute mich um. Ich kann nicht einschätzen, wie viele es waren, aber sicher nicht nur um die 9.000, wie es die Medien kolportieren.

Es waren viele Redner zugegen, die auf die Dringlichkeiten unserer Zeit hinwiesen. Dr. Schubert beispielsweise, sprach mit eindringlicher Klarheit über die Gefahren des Materialismus, der unsere Gesellschaft durchdringt. „Es ist eine Scheinrealität“, erklärte er, „die keinen Platz für Moral lässt.“ Seine Vision eines neuen Menschenbildes – das Seele, Geist, Kultur und Religion in den Mittelpunkt stellt – war eine Aufforderung zum Umdenken. „Frieden beginnt im Inneren“, betonte er, während die Menge aufmerksam lauschte.

Gabrielle Gysi erinnerte mit Kraft an die Schrecken des Krieges. Sie sprach von den vielen Menschen, die im Treptower Park ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges verloren hatten, und stellte die Machtstrukturen infrage, die immer neue Feinde schaffen, um ihren eigenen Machterhalt zu sichern. Ihre Worte hallten in der Menge wider, als sie forderte: „Die Waffen nieder, überall!“ Ein Applaus brach los, der die Straßen Berlins erzittern ließ.

Michael Ballweg stellte die Bedeutung der digitalen Freiheit in den Fokus. Er sprach über die Notwendigkeit, unabhängige Strukturen zu schaffen und sich von den Fesseln der digitalen Überwachung zu befreien. „Echter Wandel“, sagte er, „kann nur durch gewaltfreies Handeln erreicht werden.“ Seine Worte waren ein Weckruf an alle, die bereit sind, den Status quo herauszufordern.

Mir persönlich gefiel die Rede von Robert Stein am besten, der ich leider nicht mehr persönlich beiwohnte, aber gerne hier verlinke: (Rede)

Die musikalischen Beiträge von Morgaine und Äon boten eine emotionale Flucht aus der Realität. Morgaine, mit einer Stimme, die Gänsehaut verursachte, sprach sich gegen die Parteienlandschaft aus. „Wir brauchen sie nicht“, rief sie. „Wir sind in der Lage, selbst Veränderungen zu schaffen.“ Die Zuschauer waren bewegt von der Authentizität und der Überzeugung, die in jedem ihrer Lieder lagen.

Die Macht der Bewegung

Diese Demonstration war wie eine eindrucksvolle Werbekampagne für den Frieden – laut, unübersehbar und unvergesslich. Man kann niemanden zu etwas überreden, aber man kann eine Idee präsentieren und hoffen, dass sie auf fruchtbaren Boden fällt. Sicher wird dieser Tag keinen unmittelbaren politischen Wandel bewirken, aber er hatte die Macht, einen einzelnen Menschen zu berühren und einen Keim des Nachdenkens zu säen, der später in seinem eigenen Umfeld gedeihen könnte.

Am Ende des Tages, nach acht intensiven Stunden, fühlte ich mich verändert. Ich hatte Momente eingefangen, die ich nie vergessen werde. Diese Demonstration war eine eindringliche Erinnerung daran, dass der Kampf für Frieden und Freiheit kein Ende kennt. Es liegt in unserer Verantwortung, die Flamme des Widerstands am Brennen zu halten und weiterhin für eine gerechtere Zukunft für alle zu kämpfen. Möge der Geist dieses Tages uns anspornen, unermüdlich für das einzutreten, woran wir glauben.

Das Ende einer Ära

Nach 200 Jahren schließt eine traditionsreiche Druckerei ihre Türen. Ein bewegender Abschied, den ich in Wort und Schrift festhalten möchte.

Abschied von der Elbe Druckerei Wittenberg

Nach 17 Jahren endet ein bedeutendes Kapitel in meinem Leben. Die Druckerei, in der ich so lange als Produktioner gearbeitet habe, schloss im Mai 2024 für immer ihre Türen. Es gab keinen Nachfolger, und die Geschäftsführer haben sich nach vielen Jahren des Engagements entschieden, in den Ruhestand zu gehen. Natürlich verdient. Neben vielen Interessenten, wurden auch einige der Mitarbeiter gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, die Firma zu übernehmen, doch nach reichlicher Überlegung, überwogen die Nachteile. Investitionen in Millionenhöhe wären von Nöten.

Der Monteuer baut unsere Druckmaschine auseinander
Der Monteuer baut unsere Druckmaschine auseinander
Eine Branche im Wandel

Die Druckindustrie hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Wandel durchlebt. Was einst eine unverzichtbare Säule der Medienlandschaft war, ist heute eine Branche, die mit enormen Herausforderungen konfrontiert ist. Der rasante Aufstieg der Digitalisierung hat die Art und Weise, wie wir Informationen konsumieren, grundlegend verändert. Immer mehr Menschen greifen auf digitale Medien zurück, und Printprodukte verlieren zunehmend an Bedeutung. Dies hat dazu geführt, dass viele Druckereien ihre Türen schließen mussten oder gezwungen waren, sich neu zu erfinden.

Unsere Druckerei war einst ein florierendes Geschäft. Wir produzierten Bücher, Zeitschriften, Werbematerialien und vieles mehr. Doch im Laufe der Jahre wurden die Aufträge immer weniger. Viele unserer langjährigen Kunden wandten sich digitalen Alternativen zu oder ließen ihre Druckaufträge ins Ausland verlagern, wo die Produktionskosten deutlich niedriger sind. Die Globalisierung hat es ermöglicht, dass Druckaufträge schneller und günstiger an Orten erledigt werden können, die weit entfernt von unserem Standort in Deutschland liegen.

Die Offsetdruckmaschine, die über viele Jahre hinweg das Herzstück unserer Produktion war, ist ein Symbol für diese Veränderungen. Während sie bei uns nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann, wird sie nun an den Bosporus verfrachtet, wo sie vermutlich noch viele Jahre im Einsatz sein wird. Dies verdeutlicht, wie die geografischen Verschiebungen in der Produktionslandschaft ablaufen.

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Herausforderungen hat der technologische Fortschritt auch die Anforderungen an die Druckereien verändert. Die Einführung von Digitaldrucktechnologien und der Bedarf an umweltfreundlicheren Druckverfahren haben die Branche weiter unter Druck gesetzt. Druckereien müssen heute in teure, moderne Maschinen investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für viele kleinere Betriebe, wie unsere, sind diese Investitionen jedoch kaum zu stemmen.

Die Digitalisierung hat zudem neue Geschäftsfelder eröffnet, die traditionelle Druckereien nicht ohne Weiteres bedienen können. Online-Druckportale und spezialisierte Anbieter haben den Markt erobert und bieten eine Vielzahl von Dienstleistungen an, die weit über den klassischen Druck hinausgehen. Von personalisierten Fotobüchern bis hin zu kleinsten Auflagen in hoher Qualität – die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Doch diese Entwicklung hat auch dazu geführt, dass viele traditionelle Druckereien den Anschluss verloren haben.

Unsere Geschichte ist nur ein Beispiel für den umfassenden Wandel, den die Druckbranche durchlebt. Es ist eine Geschichte von Anpassung und Widerstand, von Verlust und Neuanfang. Trotz der schwierigen Umstände haben wir immer unser Bestes gegeben und qualitativ hochwertige Arbeit geliefert. Doch am Ende mussten wir erkennen, dass der Wandel unausweichlich ist und dass es manchmal besser ist, Abschied zu nehmen und Platz für Neues zu schaffen.

In der Elbe Druckerei gab es Spaß und Zusammenhalt

Jedes Jahr gab es Abteilungs-, Betriebs- und Weihnachtsfeiern. Selbst ein „Gautschfest“ wurde organisiert. Das Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdrucker­brauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Zeremonie, ähnlich dem Neptunfest, in einem Wasserbottich untergetaucht und auf einen nassen Schwamm gesetzt wird.

Susi wird 2011 in der Elbe Druckerei gegautscht

An Geburtstagen wurde zusammengelegt und morgens gab man sich die Hand. Es kam sogar vor, dass wir außerhalb der Arbeitszeit gemeinsam feierten. Den Männertag beispielsweise, zelebrierten wir oft bei Günther, dem Drucker, der ein echtes musikalisches Talent besaß. Ein Zusammenhalt, den man nicht oft erlebt in Unternehmen.
Tränen wurden vergossen, Geschichten erzählt und ein letztes Mal die Maschinen bewundert, die uns über die Jahre hinweg begleitet hatten. Den Drucksaal so zu sehen, machte nachdenklich.

Günther und seine Freunde spielen live am Männertag
Die letzten Augenblicke

Mit meiner Kamera bewaffnet, habe ich die letzten Tage und Stunden in der Druckerei festgehalten. Die Chefs gaben eine Abschlussfeier. Jede Ecke, jeder Raum und jeder Arbeitsplatz ist auf den Fotos verewigt. Auch die Momente mit den Kollegen. Ich wollte diese Erinnerungen nicht nur für mich selbst, sondern auch für sie und die Geschäftsführer bewahren, die dieses Unternehmen aufgebaut haben. Die Emotionen waren greifbar, als wir realisierten, dass dies unser letzter Tag hier sei. Wermutstropfen war einzig und allein, dass ich mich lange Zeit in Gespräche vertiefte und erst mit den Aufnahmen begann, als Einige der Kollegen schon wieder weg waren.

Dankbarkeit und Abschied

Ich blicke mit Dankbarkeit auf die Zeit zurück, die ich in der Druckerei verbracht habe. Es war mehr als nur ein Arbeitsplatz – es war ein Ort der Gemeinschaft, des Lernens und des Wachstums. Die Geschäftsführer, Kollegen und ich haben gemeinsam viele Herausforderungen gemeistert und Erfolge gefeiert. Der Abschied fiel uns allen schwer, aber wir wissen, dass es Zeit für einen neuen Anfang ist. Die gemeinsamen Erfahrungen und die dabei entstandenen Freundschaften werden immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Die Fotos, die ich an diesem letzten Tag gemacht habe, sind mehr als nur Bilder – sie sind Zeugnisse einer Zeit, die ich nie vergessen werde. Sie erinnern mich an die Menschen, die ich kennengelernt habe, die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, und die Lektionen, die ich gelernt habe. Auch deswegen habe ich mich dazu entschieden, einige ältere Aufnahmen in diesem Artikel mit aufzunehmen, um diese besondere Zeit zu würdigen und auf ewig festzuhalten.

Schlusswort

Der Abschied von der Druckerei markiert das Ende einer Ära. Mit Wehmut und Dankbarkeit blicke ich zurück, doch mit Zuversicht und Neugier nach vorne. Die Zukunft mag ungewiss sein, aber sie ist voller Möglichkeiten. Die Elbe Druckerei mag ihre Tore für immer geschlossen haben, aber die Erinnerungen an diese tolle Zeit werde ich immer in meinem Herzen tragen.

Ein Tag in Freiheit

Die Einladung

Einladungen zu spontanen Ausflügen können Überraschungen bereithalten. So auch vor einigen Tagen, als mich Jochen, der Vermieter meiner besten Freundin, zum Männertag mit seinen Kumpels einlud. „Die sind echt okay“, meinte er, und ich würde gut zu ihnen passen. „Na klar, warum nicht?“, erwiderte ich. „Außer guter Laune und deinem Fahrrad brauchst du nichts weiter mitzubringen.“

Der Start

Der besagte Tag war gekommen. Es war ein herrlicher Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Königswetter. Kurz bevor ich das Haus verließ, entschied ich mich, die Kamera einzupacken – schaden konnte es ja nicht. Auf ging’s ins Nachbardorf. Nach etwa zwanzig Minuten auf dem Rad traf ich pünktlich bei Jochen ein, und wir fuhren gemeinsam zum vereinbarten Treffpunkt. Dort warteten bereits einige Leute. Jochen stellte mich seinem Kumpel Micha und seinem Schwager Thomas vor. Ich fand sie locker, und sie mich offenbar auch.

Frühstück und Bekanntschaften

Micha lud uns in den Gemeinschaftsraum ein, wo bereits gezapftes Bier und ein gedeckter Tisch auf uns warteten. Er hatte Brötchen besorgt, und Thomas kümmerte sich um Gehacktes und Wurst von einem regionalen Fleischer. Micha war ein Zugezogener aus Halle und früher leidenschaftlicher Basketballspieler. Jetzt spielt er einmal die Woche Volleyball. „Komm doch mal vorbei“, sagte er einladend.

So begannen wir den Tag mit einem kühlen Blonden und einem phänomenalen Frühstück. Nach einer Weile stießen noch zwei weitere Freunde von Jochen dazu: Bully, ein Anlagenfahrer, und Hendrik, ein Versicherungsmakler, der sein Marketing erfolgreich über Social Media betreibt, wie ich später erfahren sollte.

Erste Etappe: Bergwitz

Nach etwa einer Stunde schwangen wir uns auf die Räder und machten uns auf den Weg zu unserer ersten Etappe: Bergwitz. Vor uns lagen etwa zehn Kilometer Strecke durch wundervolle Landschaften, durch die ich noch nie zuvor gefahren bin. Wir durchquerten herrliche Natur und grüßten andere Radler, die ebenfalls den Männertag feierten. Nach etwa einer dreiviertel Stunde erreichten wir den See von Bergwitz. Dort bestellten wir die erste Runde Bier. Drei Euro neunzig für 0,4 Liter Bier. Heftig, aber heute sollte Geld keine Rolle spielen. Ein weiterer Kumpel, Gerald, ein Schornsteinsanierer, stieß zu uns. Er war schon viel um die Welt gereist und hatte spannende Geschichten zu erzählen.

Von links nach rechts: Hendrick, Thomas, Gerald, Jochen, Micha und Bully
Zweite Etappe: Rotta

Nach etwa einer Stunde und drei Bierbestellungen ging es weiter. In der Nähe gab es eine Gaststätte, wo wir unseren Durst weiter stillten. Hendrik hatte die originelle Idee, die anstoßenden Biere von unten zu fotografieren, was ich später selbst ausprobieren wollte. Da es dort sehr voll war, zogen wir bald weiter nach Rotta, etwa sechs Kilometer entfernt. Dort erwarteten uns eine Mühle und Livemusik. Die Sonne schien kräftig, aber das störte uns nicht, denn die Stimmung war großartig.

Angekommen in der Gassmühle in Rotta, war ich beeindruckt von dem schönen Ambiente. Massen von Menschen, ein zauberhafter Park, der an das Auenland erinnerte, und tolle Livemusik machten den Ort besonders. Hier fühlte ich mich, als würde ich die Jungs schon ewig kennen. Wir erhoben immer wieder die Gläser und genossen den Tag. Schließlich machten wir uns auf den Weg zur letzten Station: die Heidegaststätte am Königsee.

Dritte Etappe: Königsee

Wieder fuhren wir durch herrliche Landschaften, die es locker mit den schönsten Regionen Deutschlands aufnehmen können, nur eben ohne Berge. Ich war echt geplättet. Konnte dieser Tag noch gesteigert werden? Ja. Angekommen in der von Wald umgebenen Heidegaststätte, setzten wir uns an einen Tisch und genossen erst einmal das wunderbare Ambiente. An die hundert Gäste würde ich sagen, waren hier und feierten. Sofort wurde die erste Runde bestellt. Wir stießen an und lauschten dem DJ, der sogar Wünsche erfüllte. Ich ging zu ihm und ließ mir Zettel und Stift geben, so dass jeder an unserem Tisch einen Wunsch draufschreiben solle. Tatsächlich erfüllte der DJ einige jener und hielt somit Jochen und Thomas nicht mehr auf ihren Plätzen. Die Tanzbodenkönige sprangen auf und ließen ihren Gefühlen freien Lauf. Wir sprachen die Kellnerin an, ob sie ein Gruppenfoto von uns machen könne. Freundlich willigte sie ein.

Einige von uns bestellten Eisbein. Der Hunger hatte sie übermannt. Es schmeckte lecker. Ich reichte den Zettel des DJs herum und sagte, „Schreibt auf, wie ihr diesen Abend beschreiben würdet, wenn es einen Artikel darüber gäbe.“ Unwidersprochen nahm sich jeder den Kuli und schrieb seine Gedanken auf. Ich war überrascht. Sie hätten es ja auch kindisch finden können. Eigentlich alle verwendeten Worte, wie Freiheit oder Freundschaft. Und ich merkte es auch, dass sie alle eine langjährige und tiefe Freundschaft verbindet, auch wenn sie sich vielleicht nur einmal im Jahr begegnen. Einige der Freundschaften reichen bis in die Schulzeit zurück, andere entstanden später, waren aber immer füreinander da. Auch ich hege solche Freundschaften, aber es ist schön, so ein tief verwurzeltes Band auch bei anderen zu sehen.

Der Abschluss

Gegen 18.00 Uhr schloss das Gasthaus und wir machten uns wieder auf den Heimweg. Nicht alle waren dabei, denn Jochen brach früher auf und zwei nahmen den Zug, aber wir waren rundum zufrieden. Das ist das Leben und ich bin dankbar, diesen Tag miterlebt und festgehalten zu haben. Diese Augenblicke möchte ich ehren und hiermit unvergessen machen.

Danke Jungs!

Von der Armut

Zwischen Wohlstand und Leere: Das stille Leiden der Unsichtbaren in Deutschland

Ein Vorhaben in die Tat umsetzen

Meinen Arbeitsplatz gibt es nicht mehr. Die Firma, in der ich siebzehn Jahre arbeitete, stellt den Betrieb ein. Es waren keine wirtschaftlichen Gründe, es fand sich nur kein Nachfolger. Deswegen habe ich Zeit. Zeit zum Nachdenken und zum Schaffen. Schon lange wollte ich mich einem Thema widmen, der Armut in Deutschland. Ich wollte die Menschen hinter den Statistiken kennenlernen, ihre Geschichten hören und ihre Realität erfahren. Wo könnte ich das besser als direkt an der Quelle?

Berlin Pankow. Einer der grünsten Bezirke unserer Hauptstadt, der auch Schauplatz einiger bekannter Filme war, beispielsweise „Lola rennt“ oder „Sonnenallee“. Den Prenzlauer Berg hat sicher jeder schon einmal gehört. Hier befindet sich die Suppenküche des Ordens der Franziskaner. Vor einigen Tagen schrieb ich ihnen eine Mail und fragte, ob ich vorbeikommen könne. Der Leiter, Herr Backhaus war ziemlich angetan von der Idee und lud mich zu sich ein.

Ankommen in Pankow

Ich war nicht allein an diesem Tag. Meine beste Freundin Rebecca begleitete mich, nachdem sie am Vortag anrief und fragte, ob sie mitkommen könne. Ihre Mutter hatte früher auch in einer Suppenküche gearbeitet und verstand, was echte Armut bedeutete. Rebecca selbst entkam nur knapp diesem Schicksal, weil sie ein starkes Umfeld hatte. Natürlich freute ich mich, das Ganze gemeinsam anzugehen. Ich fand es sogar praktisch, denn so konnte ich wahrscheinlich bessere Aufnahmen machen, während sie mit dem einen oder anderen ins Gespräch kommt. Außerdem kann sie die zweite Kamera bedienen.

Es war früh am Morgen, als wir uns auf den Weg machten. Die Sonne strahlte über den leeren Straßen, und der Himmel war klar. Zumindest waren sie das bis zu den Toren Berlins. Eine Stunde Stau war inklusive. Schließlich kamen wir irgendwann vormittags in Pankow an und wurden herzlich empfangen. Der Leiter, Herr Backhaus, begrüßte uns freundlich in seinem kleinen Büro, das mit allerlei Details dekoriert war. Wir stellten uns vor und sprachen über das, was wir uns von dem Tag erhofften. Backhaus war bereit, uns einige Fragen zu beantworten und uns anschließend durch das Gebäude zu führen. Er wollte uns Mitarbeiter und Gäste vorstellen, in der Hoffnung, dass einige von ihnen damit einverstanden waren, wenn wir sie fotografierten oder ihre Geschichten aufschrieben.

Er leitet die Einrichtung seit zehn Jahren und ist einer der wenigen, die für ihre Arbeit bezahlt werden, dank Spenden. Alle anderen Mitarbeiter sind entweder ehrenamtlich tätig, im Bundesfreiwilligendienst, in Praktika oder Teil von Maßnahmen. Die Suppenküche wurde 1991 von Schwester Monika ins Leben gerufen. Sie gründete die Suppenküche des Franziskanerklosters Pankow mit dem Ziel, Bedürftigen in der Region zu helfen. Heute ist die Einrichtung eine Anlaufstelle für viele Menschen, die auf der Suche nach Nahrung und Wärme sind.

Schwester Monika gründete 1991 die Suppenküche des Franziskanerklosters Pankow

Backhaus führt uns durch das Gebäude und erklärt, wie die Suppenküche arbeitet, um täglich bis zu 220 Menschen zu versorgen. Er ist ein gefragter Mann. Fast jede Minute klingelt das Telefon, nimmt Spenden entgegen oder gibt Rat. Seine Tür steht offen, für jedermann. Er empfiehlt uns ein Buch: „Obdachlosigkeit, warum sie mit uns allen zu tun hat“. Gerade kommt Christine herein, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, die uns eine Ausstellung empfiehlt.

Ein ganz normaler Tag im Franziskanerkloster

Schon früh am Morgen kommen die ersten Gäste an und genießen den Sonnenschein. Die Suppenküche öffnet vormittags, damit die Menschen sich aufwärmen können. Übernachtungen bietet das Kloster jedoch nicht an; diese Aufgabe übernehmen andere Einrichtungen in der Stadt.

In der Küche werden verschiedene Gerichte zubereitet, um den Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden. Der Duft von frischer Suppe und Gebäck erfüllt den Raum, während die Mitarbeiter emsig arbeiten, um alles vorzubereiten. Backhaus führte uns herum. Vorbei an der Küche, hin zum Pausenraum. An den Wänden hängen Gemälde eines Künstlers, der einige der Gäste porträtiert hat. Manchmal kommt er selber her. Es ist mittlerweile 12.45 Uhr. Zeit, die Pforten zu öffnen.

Vorn an der Straße läutet die Glocke. Das Schlagen ist lang und laut, sodass es jeder von Weitem hören kann. Eine Schlange entsteht vor dem Gebäude. Von überall her strömen Menschen ins Kloster. Backhaus begrüßt jeden Einzelnen. Vielen ist ihre Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben. Eine Spanierin kann ihre kaum in Worte fassen und ringt um Fassung. Backhaus spricht ein Gebet. Dann geht es los. Er erhält eine Spende. Einen Beutel Schuhe, während sich der Treck langsam in Bewegung setzt. Das Essen schmeckt gut, sagen sie, auch wenn der ein oder andere den alten Koch vermisst.

Geschichten

Backhaus erzählte uns von vielen Geschichten und Schicksalen seiner bisherigen Zeit hier. Er erwähnt, dass sich alle Betroffenen selbst die Schuld für Ihre Lage geben. Natürlich ist die Armut gestiegen, insbesondere die im Alter, trotzdem die Anzahl an Gästen in den letzten Jahren rückläufig war im Franziskanerkloster. Aber das hat nichts zu sagen. Niemand kennt die Dunkelziffern und sicher ist es die Scham, die viele gar nicht erst herkommen lässt. Die Überwindung ist die größte Hürde.

Wie können Sie die Not um sich herum nur aushalten, fragte ich ihn. Nun, er erklärte es mir anhand des Unterschieds zweier Begriffe: Mitgefühl und Empathie. Er konzentriert sich auf Ersteres. Denn emotionale empathische Fähigkeit bedeutet, „Ich fühle, was du fühlst.“ Mitgefühl dagegen heißt, „Ich weiß, was du fühlst.“ Mit dieser Strategie fährt er sehr gut und nimmt dadurch die zum Teil schweren Probleme nicht mit nach Hause zu seiner Familie.

Für einige seiner Gäste hat das Leben auf der Straße jedoch tatsächlich etwas für sich, nämlich echte Unabhängigkeit und Freiheit. Es ist ihre bewusste Entscheidung, sich nicht erfassen zu lassen und vom Staat abhängig zu sein. Das ist übrigens auch der Grund für Backhaus, ausschließlich von privaten Spenden zu leben. Er könnte auch Fördermittel vom Staat beantragen, aber das möchte er nicht. Auch das Kloster will sämtlichen Abhängigkeiten von Behörden entgehen. Ansonsten müssten Einkommensnachweise vorgelegt werden von den Gästen, die beweisen müssten, dass sie sich das Essen nicht mehr leisten können. Diese Peinlichkeiten möchten die Franziskaner vermeiden. Die Gäste müssen auch keinen Obolus entrichten für die Nahrung, so wie es in manch anderen Einrichtungen der Fall ist. Hier ist alles vollkommen kostenfrei.

Leiter der Suppenküche, Bernd Backhaus

Fallen Überschüsse an Spenden jeglicher Art an, so werden diese weiterverteilt an andere Institutionen und Organisationen. Beispiel Kleidung. Pro Woche fallen ein bis drei Tonnen überschüssige Wäsche an. Diese wird an die Deutsche Kleiderstiftung weitergegeben. Man hilft sich also untereinander. Rebecca und ich spürten, dass dies ein wahrlich herzlicher Ort ist. Ebenso wie die Menschen, die hierherkommen. Sie fühlen die Güte und schätzen Backhaus und seine Kollegen sehr.

Auch heute waren es viele. Zu viele. Und jeder hat seine eigene Geschichte. Da ist zum Beispiel Alex. Kurze weiße Haare, Axel Shirt und mit viel Redebedarf, ist seit den Neunzigern arbeitslos. Er hat abgeschlossen mit der Gesellschaft. Nachdem er jahrelang als Transport- und Staplerfahrer gearbeitet hat, wurde er anschließend entlassen. Es folgte ein Jahr Arbeitslosigkeit. Danach war er noch ein paar Jahre in einer Leihfirma angestellt, bevor er irgendwann die Schnauze voll hatte und sich dazu entschieden hat, sich aus diesem kapitalistischen Gefängnis zu befreien. Er nahm sein ganzes Gespartes und haute es auf den Kopf. Nun lebt er seit zwanzig Jahren von Sozialhilfe und hat sich damit abgefunden. Der Politik schenkt er kein Vertrauen. Seit der Wende hat sich alles nur noch zum Negativen entwickelt, sagt er. Zu DDR Zeiten gab es keine Suppenküchen. Es ist eine Schande, sagt er mit zitternder Stimme und schaut verloren in den Himmel.

Dietmund. Über siebzig. Ein Unfall fesselte ihn an den Rollator. Keiner seiner Verwandten kümmert sich um ihn oder fragt nach, wie es ihm geht. Mit seiner Tochter hat er schon Jahre keinen Kontakt mehr. Aber Hilfe will er nicht annehmen. Er hat eine Pflegestufe beantragt, sagt er, aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Ihm kommen die Tränen. Rebecca versucht ihm gut zuzureden, sodass er die Hilfe, die ihm zusteht, auch annimmt, denn auf Nachfrage bei der Sozialarbeiterin im Kloster hieß es, dass er die Hilfe bisher nicht anzunehmen scheint. Ich weiß nicht, ob es auch mit Scham oder Stolz zusammen hängt.

Rebecca hört Dietmund aufmerksam zu

Thilo kam mir eher wie eine Frohnatur vor, mit seinem feschen Basecap und dem Levis-Shirt. Er ist seit 1994 arbeitslos und lebt mit seiner Freundin in einer kleinen Wohnung. Auch er bestätigt, dass die Armut gestiegen ist im Laufe der Zeit. Als ich ihn fragte, was er von der Politik und der Gesellschaft hält, winkte er nur ab. Das stille Elend will niemand sehen in dieser Leistungsgesellschaft, sagt er.

Mittlerweile war es gegen drei. Die Stunden vergingen wie im Flug. Wir wurden nachdenklich, als wir in all diese Augen sahen, aber waren froh, hier hergekommen zu sein und den Unsichtbaren ein Gesicht gegeben zu haben. Ihre Stimmen möchte ich mit diesem Artikel verewigen und all den helfenden Seelen danken, die sich ihrer freiwillig annehmen.

Fazit

Jeder von uns kann in diese Situation kommen. Ich glaube, vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, wie schnell. Oft reicht eine Verkettung an Problemen. Der Partner verlässt einen, der Job ist weg oder man gerät in eine finanzielle Schieflage. Es gibt tausende Gründe. Man sollte also die Ärmsten dieser Gesellschaft nicht so schnell verurteilen. Niemand ist davor geschützt.

Ich kann ihr Leid nicht lindern, doch ich kann dazu beitragen, sie für einen Moment sichtbar zu machen und an jeden zu appellieren, ihnen beim nächsten Mal nicht aus dem Weg zu gehen, sondern ein herzliches Lächeln zu schenken. Dies ist oft viel mehr wert, als alles Geld der Welt.

Liebe Freunde, Familie und Unterstützer,

Als Fotograf ist es meine Leidenschaft, Geschichten zu erzählen, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch zum Nachdenken anregen und einen Beitrag zu gesellschaftlichem Wandel leisten sollen. Meine Fotoreportagen decken eine Vielzahl von Themen ab, von sozialen Ungerechtigkeiten bis hin zu politischen Herausforderungen, und zielen darauf ab, die Welt um uns herum in all ihrer Vielfalt und Komplexität einzufangen.

Mit deiner großzügigen Spende kannst du dazu beitragen, dass ich weiterhin diese wichtigen Themen beleuchten und die Geschichten von Menschen, die oft übersehen werden, ans Licht bringen kann. Deine Unterstützung ermöglicht es mir, in benachteiligte Gemeinschaften zu reisen, mich in langfristige Projekte zu vertiefen und die Stimmen derer zu verstärken, die gehört werden müssen.

Jeder Beitrag, sei er groß oder klein, ist von unschätzbarem Wert und wird direkt in meine fotografische Arbeit für den sozialen Wandel investiert. Als Dankeschön werde ich regelmäßig Updates über meine Projekte und Fortschritte teilen und exklusive Einblicke in die Geschichten hinter den Fotos geben.

Vielen Dank im Voraus für deine Unterstützung und dafür, dass du mich dabei unterstützt, die Welt durch meine Linse ein Stück weit zu verändern.

Herzliche Grüße,

Ulli Frühhaber aka EARLYHAVER

Vom Band der Freundschaft

Die Freundschaft ist der Fels in der Brandung, ein sicherer Hafen inmitten stürmischer Zeiten.

Ein unvergesslicher Abend

Der Grill glüht, der Himmel färbt sich in sanfte Orange- und Violetttöne, und eine warme Brise streift über den Garten. Es ist ein perfekter Abend, der einen Funken Magie in sich trägt. Ein einfacher Grillabend – so könnte es auf den ersten Blick scheinen. Doch für uns ist es mehr als das. Wir, das sind Rebecca, Claudia, Tobias, deren Kinder und ich. Uns alle verbindet eine tiefe Freundschaft, die sich über die Jahre entwickelt und gefestigt hat. Glücklicherweise nahm ich an diesem Abend meine Kamera mit. Dank dieses spontanen Einfalls konnte ich die Augenblicke dieses Abends verewigen.

Der Blick durch die Linse verdeutlichte es noch mehr. Die Freundschaft ist der Fels in der Brandung, ein sicherer Hafen inmitten stürmischer Zeiten. Gemeinsam sind wir durch Höhen und Tiefen gegangen, haben uns gegenseitig in den dunkelsten Momenten gestützt und ermutigt. Rebecca hat eine besonders schwere Prüfung durchlebt, doch ihre Stärke und Entschlossenheit trotz ihrer privaten und gesundheitlichen Herausforderungen beeindruckt uns alle und zeigt, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein. Es ist die bedingungslose Loyalität, die unsere Freundschaft so besonders macht. Wir stehen einander bei, verteidigen uns und bieten einander Trost und Zuversicht. In diesen Momenten der Verbundenheit gibt es keine Vorwände oder Missverständnisse – wir verstehen uns, manchmal ohne Worte. Das Zusammensein fühlt sich leicht und natürlich an. Wir teilen Erinnerungen, die uns lachen lassen, und Gedanken, die uns zum Nachdenken bringen. Doch niemals wird es langweilig, denn die gemeinsame Zeit ist erfüllt von Bedeutung und Tiefe.

Vom Glück der Freundschaft

Freundschaft ist eine der wertvollsten Beziehungen, die wir im Leben haben können. Sie ist etwas Kostbares, und manchmal nur ein zeitlich begrenztes Geschenk. Das Thema Freundschaft begleitet uns ein Leben lang. Vom ersten Moment an, in dem wir im anderen jemanden erkennen der uns selbst sympathisch ist, entsteht eine besondere Verbindung. Manchmal entsteht Liebe, selten entsteht echte Freundschaft.

Wir haben viele Ausdrücke dafür. Wir sprechen von „der besten Freundin“, kennen „Freundschaftsbeweise“, machen „Freundschaftsbesuche“ und fühlen uns geehrt, in einen „Freundeskreis“ aufgenommen zu werden. Zeitschriften widmen der „Pflege von Freundschaften“ ganze Seiten, und wir schätzen den, der „in der Not auf einen Freund zählen kann“. Doch Freundschaften können auch enden, und der „Freundschaftsbruch“ kann schmerzlich sein.

Jeder sucht „Freunde fürs Leben“, denn in Zeiten des Umbruchs oder des Leids zählen Wohlstand oder Erfolg wenig. Es sind Freunde, denen wir unsere größten Sorgen anvertrauen können und die uns beistehen, wenn wir Angst haben. Doch es ist oft einfacher, Mitleid zu erhalten als Mitfreude zu teilen. Im Mitleid leiden wir mit dem anderen, sind aber nicht wirklich bei ihm oder ihr. Menschen wie Rebecca, die viel durchgemacht haben, meiden Menschen, die ihre Zeit stehlen und fühlen instinktiv, ob es jemand ernst meint oder nicht. Daraus resultiert eine oft unbarmherzige Offenheit, die Viele abschrecken kann, aber somit die Spreu vom Weizen trennt.

Im Laufe des Lebens zeigt sich, dass Freundschaft eine der belastbarsten Beziehungen ist. In herausfordernden Momenten ermutigt uns ein Freund, unser Bestes zu geben. Wenn es gilt, schwierige Entscheidungen zu treffen, finden wir in Freunden die Menschen, die uns zuhören und uns erlauben, laut zu denken und zu fühlen. Sie bieten den Raum, in dem wir uns selbst ohne Vorurteile ausprobieren können. Eine gute Freundin konfrontiert uns auch mit unangenehmen Wahrheiten, ohne uns zu schonen. Ihr Blick ist kritisch und wohlwollend zugleich.

Oft zeigt sich der wahre Gehalt der Freundschaft erst in Zeiten der Bewährung. Denn wahre Freundschaft ist bedingungslos. Wer bleibt an unserer Seite, wenn wir gesellschaftlich geächtet werden oder wenn Krankheit uns niederschlägt? Hier zeigt sich, wer uns wirklich als Freund erhalten bleibt.

Rebecca und ich haben sie gefunden, die wahre Freundschaft und stehen uns immer bei. Etwas Schöneres kann einem Menschen kaum passieren. Dieser Tatsache möchte ich hiermit ein kleines Denkmal widmen und Danke sagen.

Von Zufällen und Hexenhäusern

Ein unvergessliches Treffen in Wittenberg

Erinnerung an vergangene Zeiten

Letzte Woche erhielt ich eine Nachricht von Eva, jener Eva, über die ich vor einigen Jahren einen Artikel geschrieben hatte. Damals übernachtete ich eine Nacht in ihrer Unterkunft im Chiemgau, um nicht in einem Ritt ins Urlaubsziel Kroatien fahren zu müssen.

Sie teilte mir mit, dass sie nach Rügen müsse und einige Zwischenstopps einplane. Einer davon sollte Wittenberg sein. Natürlich willigte ich ein.

Wiedersehen

Der Tag der Ankunft brach an. Nachdem Eva mir ihre Adresse mitgeteilt hatte, machte ich mich am späten Abend auf den Weg, um sie abzuholen und ihr die Stadt zu zeigen. Als ich ankam, wurde ich herzlich empfangen und in ihr unglaublich schönes Zuhause eingeladen, welches sie für die nächsten zwei Nächte bewohnen würde. Ich war sprachlos. Die „Alte Schule“, wie sie es nannte, war ein wahres Juwel. Rustikal, aber zugleich elegant und einladend eingerichtet – ein perfekter Mix aus Luxus und Gemütlichkeit. Die kleinen Produkte aus einheimischer Produktion und Bilder früherer Schulklassen aus diesem Gebäude, runden all die Schönheit perfekt ab. Es ärgerte mich, dass ich meine Kamera nicht dabei hatte. Das musste ich unbedingt nachholen, beschloss ich.

Während ich weiterhin die Räume bewunderte, räusperte sich Eva laut und eine Tür öffnete sich. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als plötzlich Julia, eine alte Freundin, vor mir stand, die ich seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hatte. Früher feierten wir oft zusammen und genossen die düsteren Klänge der „Schwarzen Szene“. Ich war wirklich überrascht und erfreut, sie wiederzusehen. Wir standen lachend da und waren überwältigt von diesem Wiedersehen. Verblüfft fragte ich, wie es zu dieser unerwarteten Zusammenkunft gekommen sei. Eva erwähnte während ihres Treffens mit ihrer Vermieterin Julia nur zufällig meinen Namen, was sie aufhorchen ließ und meinte, „Neeeeeiiin, das gibt´s doch nicht! Was für ein Zufall!“ Es war ein wahrhaft magischer Moment.

Julia war so euphorisch, dass sie uns kurzerhand in ihr „Hexenhaus“ einlud. „Morgen Abend bei mir, okay?“ Spontan willigten wir ein. Anschließend fuhr ich mit Eva in die Stadt und wir gingen im hiesigen Brauhaus etwas Essen. Sie war sehr erstaunt, wie schön Wittenberg ist und welch Geschichte es hat. Ganz neu war ihr, dass sogar Napoleon hier gelebt hatte und es eine Hundertwasserschule gibt.

Im Hexenhaus

Am nächsten Tag holte ich die Chiemgauerin pünktlich ab um Julias Einladung zu folgen. Diesmal hatte ich jedoch meine Kamera dabei und konnte somit vorher noch ein paar Eindrücke der alten Schule samt Umgebung festhalten. Anschließend ging es los.

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Der Weg führte in einen abgelegenen Wald am Rande der Stadt. Schon von Weiten sahen wir ihre Finnhütte, die sie kichernd als ihr kleines „Hexenhäuschen“ bezeichnet. Geparkt, zückte ich sofort meine Kamera und machte ein paar Aufnahmen von ihrem bezaubernden Domizil. Auch Eva kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn man sah, wieviel Liebe und Schweiß sie auch hier investiert hatte, um sich ein solch schönes Zuhause zu schaffen. Freudestrahlend begrüßte Julia ihre Mieterin und mich und erzählte ein wenig darüber, wie es dazu gekommen war, sich hier niederzulassen. Zusammen mit ihrem Mann erschufen sie all diese kleinen Wunder, die ihresgleichen suchen. Sie zeigte uns Bilder der früheren „Alten Schule“. Unglaublich, was sie daraus gemacht haben. Ganze sechs Jahre investierten sie, aber am Ende hat es sich gelohnt. Die fortlaufenden Buchungsanfragen und Bewertungen sprechen eine eindeutige Sprache.

Schließlich betraten wir das Hexenhaus. Natürlich war auch hier alles geschmackvoll eingerichtet. Empfangen wurden wir mit einem Baden-Württembergischen Wein der etwas trockeneren Sorte, sowie einem hervorragenden Mahl, dessen Rezept ich nicht wiedergeben kann. Es waren auf jeden Fall viele Tomaten enthalten. Sie konnte also nicht nur gut kochen, sondern auch zaubern. Gibt es eigentlich etwas, was sie nicht kann? Kaum zu glauben, was dieses Energiebündel schon alles erreicht hat. Ich freute mich sehr für sie und ihre Familie, die sich während unserer Zusammenkunft noch im fernen Bayern aufhielt. Dort leben sie schon eine ganze Weile. Allein das war natürlich schon immens viel Gesprächsstoff für Eva und Julia. Während die beiden von ihren Leben erzählten, versuchte ich hier und da ein paar Momente einzufangen.

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Und so verging der Abend wie im Flug. Schade eigentlich, aber er war so ungezwungen und schön, dass ich ihn hiermit verewigen möchte.

Abschied

Morgen geht es für Eva weiter nach Potsdam, ihren zweiten Zwischenstopp. Sicher wird es dort auch wundervolle Augenblicke geben, aber die Messlatte haben die Wittenberger ganz schön hoch gehängt.

Danke an die beiden Skorpione, Eva und Julia.

PS: Wer sich für eine Unterkunft in Wittenberg interessiert, den kann ich die „Alte Schule“ wirklich ans Herz legen. Hier geht´s zur Website: Link

Zwischen Dystopie und Hoffnung

Ein Flüstern in der Ferne

Während ich am Fenster verweile und den exquisiten Rotweinlikör „Teranino“ von meiner unvergesslichen Reise nach Kroatien genieße, blicken meine Augen in den aufkeimenden Nachthimmel. Dort entdecke ich winzige Gedankenfetzen, die wie Glühwürmchen durch meinen Kopf schwirren. Die Herausforderung, das Unfassbare in Worte zu kleiden und es adäquat zu beschreiben, wird durch diese flüchtigen Eindrücke noch komplexer.

Inmitten dieser stillen Reflexion entfaltet sich vor meinem inneren Auge ein fiktives Szenario. Zwei Fremde begegnen sich auf einem abgeschiedenen Berg, ihre Blicke verlieren sich in der Unendlichkeit. In der Stille der Nacht tauschen sie sich über das Unbegreifliche aus, ihre Worte werden zu einem leisen Echo in der Bergnacht. Ein solches Gespräch, so zart und nachdenklich, spiegelt vielleicht am besten die Gefühlslage derer wider, die versuchen, die Komplexität der vergangenen Zeit zu verstehen.

Das ungewöhnliche Zusammentreffen

Tatjana und Simon, Fremde in einer entfremdeten Welt, teilen sich hoch oben einen Augenblick des Schicksals auf einer verwitterten Bank. Ihr Blick richtet sich synchron zum bedrohlichen Himmel, der Zeuge ihrer nachdenklichen Begegnung wird, während die Resignation wie ein Schatten über ihren Worten liegt.

Ihre Stimme, von Enttäuschung durchtränkt, eröffnet das Gespräch, während Simon in ihre Gedanken eintaucht. Ihre Augen gen Himmel gerichtet, erzählt sie von ihrer verzweifelten Flucht in die Ignoranz. Sie ist sich der politischen Tragödie bewusst und gesteht sich unverblümt ihre Resignation ein. Dabei stellt sie fest, dass eben jene möglicherweise ein Mittel ist, um die ständige Frustration zu überwinden, denn auch Sie hat ein Leben. Dennoch, ihre Frage bleibt bestehen: Ist das Wegschieben wirklich die bessere Alternative oder nur eine Flucht vor der harten Realität? Ist es nicht an der Zeit, aufzustehen und die Lügen zu entlarven?

Simon konfrontiert sie mit der beunruhigenden Wahrheit. Es stimmt, unsere individuellen Bemühungen sind oft nicht mehr als ein Tropfen im Ozean der Apathie. Aber es wird höchste Zeit, aufzuwachen und die Illusionen des politischen Engagements zu durchschauen. In einer Welt, die von beklemmender Resignation durchzogen ist, malt man sich ein düsteres Bild von einer Gesellschaft, die sich am Rande des Abgrunds befindet. Doch selbst in der Dunkelheit der dystopischsten Realität, findet man einen Funken Hoffnung. Trotz der Gewissheit, dass individuelle Bemühungen möglicherweise nicht immer sofortige Ergebnisse erzielen, ist das politische Engagement ein dynamischer Prozess, der die Bedeutung von kleinen Fortschritten betont, auch wenn diese nicht immer sofort erkennbar sind. Die Herausforderung besteht darin, sich als Teil eines größeren Ganzen zu erkennen, ohne die genaue Wirkung objektiv feststellen zu können. Dieser Prozess unterstreicht die Möglichkeit, in der Dunkelheit eine Bewegung zu entfachen, welche die vermeintlich unaufhaltsame Spirale des Niedergangs durchbrechen könnte. Wir müssen uns der Realität stellen! Wir können nicht fliehen. Wir leben jetzt! In einhundert Jahren, sind wir alle tot.

Der Himmel scheint ihre Geschichten zu verschlingen, während Tatjana von ihrer Suche nach persönlichem Glück in einer Welt erzählt, die im Verfall begriffen ist. Er wird zum Hintergrund einer dystopischen Prophezeiung. Politischer Niedergang und gesellschaftliche Bewusstlosigkeit verschmelzen zu einem Schauspiel des Untergangs.

Trotz der Trostlosigkeit suchen sie nach einem Funken Hoffnung. Sie erkennen die Macht der Veränderung, die in der Dunkelheit verborgen liegt. Das Bewusstsein, dass eine Bewegung die Spirale des Niedergangs durchbrechen könnte, beginnt wie ein zartes Licht durch die Dunkelheit zu schimmern. Die Idee von lokalen Gemeinschaften, von einem bewussteren Umgang mit der Umwelt, durchzieht die Luft. Es ist, als ob der Himmel selbst auf ihre Hoffnung herabblickt und Zustimmung signalisiert.

Wir müssen aufhören, uns selbst zu belügen. Tatjana und Simon geben einen Einblick in ihre Strategien – sei es in Routinen oder bewusster Ignoranz – und fordern dazu auf, ehrlich zu sich selbst zu sein. Statt uns in der Resignation zu verlieren, sollten wir unsere eigene Revolution der Selbstpflege starten. Wir dürfen nicht aufgeben, auch, wenn es sinnlos erscheint. Jeder auf seine Art, jeder mit dem, was er kann. Ganz egal, ob es am Ende so scheint, als brächte es nichts. Wir müssen weiter machen!

Auch wenn das emotionale Pendel hin und her schwingt und jeder Tag anders beseelt ist, liegt die Möglichkeit der Veränderung nur in unseren Händen.

Also lasst uns nicht verzagen, auch wenn Zeiten nachvollziehbarer Resignation uns heimsuchen.

Uns allen, viel Kraft!

Schiffbruch

Kein Tag wie jeder andere

Deutschland. Wir schreiben den 08. Januar 2024. Wieder so ein denkwürdiger Tag, an dem ein Teil des Volkes auf die Straße geht, um seinen Unmut über die vorherrschende Situation in diesem Lande zum Ausdruck zu bringen. Erneut ist es nur ein kleiner Teil. Abermals ist es nicht die Masse, die nötig wäre, um endlich wirklich etwas bewirken zu können. Zuviele sind es, die dem Zauber der verderbten Kultisten noch immer glauben schenken und diejenigen auf das Übelste diffamieren, die auf das drohende Unheil lautstark hinweisen. Ihre unermüdliche Gutmütigkeit ist es, die weiterhin auf das Perfideste ausgenutzt wird und dafür sorgt, dass das Imperium unbehelligt existieren darf.

Hoffnung und Realität

Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer, denn diesmal ist es nicht nur das „gemeine“ Volk, das protestiert, sondern Menschen, die dieses buchstäblich ernährt, es versorgt und am Leben hält. Es ist der Teil der Gesellschaft, der dafür sorgt, dass sie überhaupt existieren kann. Ohne diesen existentiellen Part der Gemeinschaft würde alles in sich zusammenbrechen. Angst, Verzweiflung und Not wären wieder eine ganz reale Bedrohung. Denn Hunger – und das ist ein altes Sprichwort – macht böse.

Aber vielleicht ist es das, was gewünscht ist? Bekanntermaßen lässt sich aus Chaos und Hoffnungslosigkeit ein vorzüglicher Cocktail mixen. Einer, der die düstersten Visionen einiger Weniger zur infernalen Realität werden lassen kann. Wie kann man sich sonst erklären, dass jegliche politische Entscheidung gegen das eigene Volk gerichtet ist? Ich entschuldige mich für die drastische Wortwahl, aber wie soll man es sonst interpretieren? Wie soll man es deuten, dass der ganzen Welt Hilfe angeboten wird aber die eigene Bevölkerung stetig geschröpft und mit Unsinnigkeit konfrontiert wird? Nur ein Beispiel: Die Bundesregierung nimmt jedes Jahr mehr Steuern ein als im Jahr davor. Allein seit 2009 haben sich die Steuereinnahmen um fast die Hälfte erhöht. (Quelle). Während ich diesen Artikel verfasse, lese ich, dass die Regierung trotz der Bauernproteste ihre Sparpläne fortsetzt. (Quelle). Wenn mir das jemand logisch erklären kann, bin ich offen für ein Gespräch.

Aber eines gibt mir Zuversicht. Und zwar, dass jeder, der für sich entschieden hat, hinter die Kulissen zu schauen, nie wieder zurück kann. Wer einmal erkannt hat, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt, der wird nie wieder an ihn glauben. Ganz egal was man ihm sagt.

Wittenberg 2024

Doch will ich zum heutigen Tag kommen, denn auch in meiner Heimatstadt Wittenberg wurde zum Protest aufgerufen. 9 Uhr. Die Sonne schien. Es herrschten minus acht Grad. Für hiesige Gefilde, durchaus kalt. Es dauerte zehn Minuten, bis ich den Kampf gegen meine vereiste Windschutzscheibe gewann. Ein paar Brote, eine Flasche Wasser und die Kamera verstaut, fuhr ich los, um die Augenblicke dieses durchaus historischen Tages festzuhalten. Ich parkte in einer Seitenstraße, lief auf die Menge zu und war überrascht, dass ich an einem Wochentag doch soviele Menschen zu Gesicht bekam. Ein paar Hände geschüttelt, legte ich sofort los, um mit meinen Aufnahmen zu beginnen und somit der Nachwelt einen Nachweis zu bieten, dass nicht alle tatenlos zusehen, bei der mutwilligen Zerstörung dieses Landes. Unzählige Menschen waren zugegen. Und nicht nur Bauern.

Reminiszenz

Ich dachte ein wenig an die Demonstration im Jahre 2020, als wir zu Millionen voller Hoffnung gegen das System aufbegehrten und doch enttäuscht wurden.

Es waren allesamt freundliche Leute. Ich führte mir vor Augen, was erst passieren muss, dass solch ein herzliches Gemüt aufbegehrt und sich an einem Montagmorgen aufmacht, die Saat liegen zu lassen. Ich sah es in ihren Augen, dass es ihnen sogar egal war, was die Presse über sie schreibt. Jene, die sich darüber im Dauerfeuer auslässt, dass sie „Rechte“ seien, Handlanger des Bösen, dass sie Grenzen überschreiten und sowieso nur ein kleiner Bestandteil der Gesellschaft sind. Ich für meinen Teil, fühlte mich wohl in ihrer Gegenwart, denn mir ist diese typische Vorgehensweise nicht unbekannt.

Herz und Wille

Es war eine wunderbare Atmosphäre und ein perfekt organisierter Tag. Sogar fürs Essen wurde gesorgt, dank „Olli´s Gulaschkanone“. Schick sahen sie aus. Energisch und voller Elan jubelten sie den Aussagen der Redner zu. Aus dem ganzen Umland waren sie gekommen. Ich kannte kaum einen von ihnen. Ich wusste nichts über ihre Lebensgeschichten, ihre Ängste, Bedürfnisse oder individuellen Schicksale und doch fühlte ich mich ihnen allen verbunden. Jeder Einzelne von ihnen trägt seine eigene Bürde – durchlebt sein eigenes Schicksal. Und doch freute ich mich aus einem unerfindlichen Grund, sie alle zu sehen.

Schiffbrüchige

Dann kam dieser einschneidende Moment, in dem ich in den sonnigen Himmel blickte. Ich nahm meine Mütze ab und blinzelte zaghaft nach oben. Schlagartig wurde mir bewusst, dass wir alle im selben Boot sitzen, ganz gleich welchen Berufsstand wir haben, welche Beziehungen wir pflegen oder welches Leid wir ertragen müssen. Es fühlte sich so an, als wären wir alle Schiffbrüchige. Es war, als würde ich einem Wildfremden einen Rettungsring zuwerfen, um ihn vor dem Ertrinken zu retten. Nicht, dass ich ihn retten könnte, aber ich warf ihn. Es war mehr ein instinktiver Akt. Genauso ging es mir bei der Wahl des Titels diesefür diesen Artikel. Es war eine spontane Entscheidung. Er passte besser als „Bauernaufstand“.

Hinzu kommt das Lied, welches ich permanent im Hintergrund gehört habe und das „zufällig“ den selben Titel trägt. Hört mal rein. Es lohnt sich: Link

Alles, was ich sagen möchte, ist, dass ich froh bin, heute dabei gewesen zu sein und dass ich durch diese Augenblicke fühle, etwas Sinnvolles getan zu haben. Was bleibt uns sonst?

Danke an alle Brüder und Schwestern im Geiste!

Steiners Zuckertüten

Es ist Mitte August. Einschulung, und ich mittendrin. Kinder habe ich nicht, soweit ich weiß, also wie konnte es dazu kommen? Estelle heißt der Grund. Die Tochter meiner guten Freundin Fahima und ihrem Mann Thomas. Vor einigen Jahren begleitete ich die junge Familie einen Tag lang und verfasste einen kleinen Artikel darüber. Der kleinen Estelle blieb der Tag so sehr in Erinnerung, dass sie mir eine Einladung schickte und mich zu ihrer Einschulung einlud. Welch Ehre. Na klar komme ich vorbei.

Ein neuer Lebensabschnitt

Eine Stunde Autofahrt musste ich einplanen. Die Kamera eingepackt, düste ich also los und traf gerade noch rechtzeitig ein. Die Freude war groß. Fahima, Thomas und das kleine Brüderchen von Estelle hielten mir einen Platz frei. Somit hatte ich eine perfekte Sicht auf die Zeremonie.

Inmitten der prallen Sonne, dieser Tag muss der heißeste des Sommers gewesen sein, wollte ich gerade meine Kamera herausholen und ein paar Aufnahmen machen, da hörte ich in der Eröffnungsrede, dass ein professioneller Fotograf engagiert wurde, um Blitzlichtgewitter zu vermeiden. Okay, dachte ich mir. Dann mache ich nur heimlich ein oder zwei Bilder, verschmitzt wie ich bin. Natürlich war die kleine Estelle aufgeregt. Doch nicht nur sie, auch alle anderen zwanzig Sprösslinge, umringt von ihren glückseligen Eltern, platzten vor Spannung und Vorfreude. Man merkte deutlich, wie viel Energie alle Beteiligten investierten, um diesen einzigartigen Tag zu etwas Besonderem zu machen. Es gab Reden, Gesangseinlagen und sogar ein Theaterstück. Vom gigantischen Buffet, welches viele Eltern organisierten, will ich gar nicht erst anfangen. Ulrike, die Klassenleiterin konnte alle Namen der kleinen ABC Schützen auswendig und bat jeden einzelnen von ihnen nach vorn, um ihn auf das Herzlichste zu begrüßen. Anschließend wurden sie in ihr Klassenzimmer geführt, um sich einander beschnuppern zu können und erste Eindrücke zu erhaschen. Die Angehörigen und Besucher machten sich währenddessen über das köstliche Bankett her. Leider hatte ich keinen großen Hunger, sodass es nur bei ein paar Gläsern Orangensaft blieb.

Nach etwa einer Stunde endete die ganze Veranstaltung. Die Schüler kamen aus Ihrer ersten Stunde und posierten zum Abschluss noch einmal für den Fotografen. Nachdem auch ich noch ein paar Aufnahmen im Kasten hatte, gingen wir zusammen mit einem befreundeten Elternpaar in den nahegelegenen Park, um endlich die heißersehnten Zuckertüten zu öffnen, worauf sich die Kleinen natürlich am allermeisten freuten. Ich lief noch ein wenig durch den Park und machte hier und da ein paar Bilder, bevor wir zum Mittagsmahl in ein nahegelegenes Restaurant fuhren. Dort trafen wir dann auch Fahimas Schwester und ihre Angehörigen. Ab diesem Zeitpunkt packte ich meine Kamera ein und genoss den restlichen Tag, der erst am späten Abend enden sollte.

Eine einzigartige Erfahrung

Warum berichte ich eigentlich über eine Einschulung? Was ist daran jetzt so spannend? Nun, abgesehen von diesem besonderen Ereignis, was ich hiermit für Fahima und ihre Familie fotografisch festhalten möchte, dachte ich mir, es ist vielleicht gar nicht so uninteressant, ein paar Worte darüber zu verlieren, um was für eine Schule es sich handelt, die Estelle nun die kommenden Jahre besuchen wird. Es ist nämlich eine Waldorfschule.

Die Schule wurde 2019 von vier engagierten Müttern gegründet, die dieses Mammutprojekt in den ersten drei Jahren aus eigener Kraft stemmten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, durch welches bürokratische Minengebiet sie da laufen mussten. Aber ganz offensichtlich war die Überzeugung so groß, dass auch diese Hürden erfolgreich überwunden worden sind. Jetzt, da ihr Traum Realität ist, können Sie sich dem schrittweisen Ausbau ihres Projekts widmen und für dieses außergewöhnliche Konzept versuchen, neue Interessenten zu gewinnen.

Wie fast jeder andere Normalsterbliche besaß auch ich die typischen Vorurteile und dachte sofort an tanzende Namen. Ich realisierte jedoch sehr schnell im Laufe des Tages, dass sich eindeutig mehr dahinter verbirgt.

Der Schulalltag

Wie sieht denn jetzt so ein Alltag in einer Waldorfschule aus? Nun, ich habe nur Bruchteile dieses fremden Universums in Erfahrung bringen können, aber die, die ich habe, möchte ich gerne teilen.

Hier scheint es keine Hierarchien zu geben. Die Lehrer hier nennen sich Schulbegleiter und stehen den Schülern viele Jahre lang zur Seite. Doch sind sie nicht die Einzigen, die ihnen dabei helfen, das nötige Rüstzeug für ihr zukünftiges Leben zu erwerben. Neben Architekten und Landwirten, die ihr Wissen zur Verfügung stellen, gibt es auch Paten. Also Kinder einer höheren Jahrgangsstufe, die sich mit den Erstklässlern zusammentun und voneinander lernen.

Schier alles scheint sich von einer Regelschule zu unterscheiden. Angefangen bei der Einrichtung des Klassenraums, den „Lehrfächern“, bis hin zur Benotung. Es gibt sie nicht. Bis zur achten Klasse. Doch betrifft das nicht nur die Noten, es gibt auch keine Lehrbücher. Die Neuankömmlinge erhalten ein leeres Buch, was sie im Laufe der Jahre selbst ausfüllen. Jegliches erworbenes Wissen wird hier hineingeschrieben. Pauken ist ein Fremdwort. Hausaufgaben sind selten. Einen Stundenplan sucht man hier ebenfalls vergebens. Es gibt einen thematischen Überbau, den sogenannten „Epochenunterricht“, der sich über Monate hinweg ausdehnt. Beispiele wären das „Römische Reich“ oder der „Mittelalterliche Ackerbau“. Gelernt wird durch aktive Betätigung. Die Schüler graben den Garten um, bauen einen Ofen aus Ton, sammeln Kräuter oder backen ihren eigenen Kuchen. Alles erlernte soll auch erlebt werden.

Der Medienkonsum wird so weit wie möglich vermieden, gegendert wird nicht und Englisch gibt es von Klasse eins an. Auf künstlerisch-handwerkliche Fächer wird besonders großen Wert gelegt. Lernen ohne Druck, heißt die Devise. Die Priorität liegt in der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit und der Weiterentwicklung von Körper und Geist. Inwieweit sich das Ganze in der Praxis realisieren lässt, werde ich sicher bald erfahren.

Zurück zum Ursprung

Doch wo liegt der Ursprung dieses schulischen Sonderwegs? Wer begründete dieses durchaus spannende Konzept? Es ist niemand anderer, wie Rudolf Steiner. Der gebürtige Kroate war auf so vielen Gebieten ein Genie, dass einem fast schon unheimlich werden kann. Er war Philosoph, Pädagoge, Reformator, Schriftsteller, Künstler und Theosoph. Er begründete die Eurythmie, Anthroposophie und die soziale Dreigliederung. Für jeden Aspekt bedürfte es eigene Artikel, um sie angemessen beschreiben zu können. Heruntergebrochen ging es ihm darum, den Menschen in seiner Gänze zu verstehen, und zwar über die rein körperliche Existenz hinaus.

Einer seiner größten Fans war offensichtlich Emil Molt, der damalige Chef einer Zigarettenfabrik, mit der er 1919 die erste Waldorfschule gründete und die fortan unter dem Namen „Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik“ existierte. Es war eine Art Betriebsschule für die Kinder der Mitarbeiter des Unternehmens. Sie waren die ersten Waldorfschüler und somit „Ahnen“ der kleinen Estelle.

Rudolf Steiner war und ist immer noch umstritten, natürlich, aber er hat etwas gewagt und seine Visionen umgesetzt. Allein dafür muss man ihm Respekt zollen. Ohne ihn wäre Fahimas Tochter heute nicht in dieser Schule und meinen Artikel würde es niemals geben.

Nach dem bisschen, was ich seither über ihn gelesen habe, verstehe ich Rudolf Steiner als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Welten. Der realen und der geistigen Welt. Denjenigen, die seine Ansichten teilen und denen, die es nicht tun. Und hier schließt sich der Kreis, denn ebenso wie er, verstehe auch ich mich als Brückenbauer zwischen den Welten, zwischen den Meinungen und Ansichten. Auch mir gelingt das nicht immer, aber ich versuche es. Vielleicht schaffe ich es hiermit, die Skepsis gegenüber Waldorfschulen etwas zu mildern. Mich hat der erste Eindruck jedenfalls neugierig gemacht.

Alles Gute für die Zukunft, Estelle!