Sterbehilfe

Zwischen Leben und selbstbestimmtem Tod

Es gibt Tage, die sich unwirklich anfühlen. Tage, die man wahrscheinlich nie wieder vergisst. Dieser Samstag war so ein Tag. Ich begleitete meinen Vater ins Erzgebirge, wo mein Opa freiwillig aus dem Leben gehen wollte – begleitet von einem Arzt, vollkommen legal und aus eigener Entscheidung heraus.

Was ich dort erlebt habe, war schockierend, surreal, traurig, aber gleichzeitig auch friedlich und nachvollziehbar. Dieser Artikel soll weder provozieren noch überzeugen. Er soll einfach zeigen, wie so etwas tatsächlich abläuft und was es mit den Menschen macht, die dabei sind.

Ein weiterer Abschied

Es ist Mai. Der vorletzte Tag des Monats. Samstag. Ein einzigartiger Tag stand dem kleinen Rest meiner Familie bevor. An diesem Tag würde der Vater meines Vaters freiwillig einschlafen.

Schon einmal ereilte einen Teil meiner Familie dieses selbst gewählte Schicksal: meine Mutter im vergangenen Jahr. Es war ihr ausdrücklicher Wunsch gewesen, dass ich vorher nichts davon erfahre. Nach langem Ringen gewährte mein Vater ihr schweren Herzens den Wunsch, die Bühne des Lebens freiwillig zu verlassen. Die Schmerzen waren unerträglich geworden, Hilfe unmöglich. Erst im Nachhinein erfuhr ich davon. Es war das erste Mal, dass mich etwas wirklich komplett aus der Bahn geworfen hat. Und trotzdem verstand ich es. Vor allem konnte ich es nachvollziehen.

Nun war ein Jahr vergangen und auch mein Opa wollte nicht mehr. Anders als meine Mutter hatte er ein hohes Alter erreicht. 89 Jahre verweilte er nun auf dieser Erde und spürte, dass seine Zeit einfach gekommen war. Chronische Schmerzen, schwindendes Augenlicht, regelmäßige Stürze und das Gefühl, anderen nur noch zur Last zu fallen, hatten ihn zu dieser Entscheidung bewogen.

Kurz nach dem Tod meiner Mutter nahm er Kontakt zu jenem Arzt auf, der sie damals begleitet hatte. Er wollte wissen, wie so etwas abläuft. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Ob das überhaupt erlaubt ist. Fragen, die sich vermutlich jeder stellt, der sich das erste Mal mit diesem sensiblen Thema beschäftigt.

Dabei wird in Deutschland kaum offen darüber gesprochen. Das Urteil aus Karlsruhe aus dem Jahr 2020 schuf dafür eine neue rechtliche Grundlage, doch vielen Menschen ist das bis heute kaum bekannt. Selbst Pflegeheime, Polizei oder Bestattungsunternehmen reagieren oft überrascht.

Der Gang nach Canossa

Nun war es also soweit. Erst wollte ich gar nicht mitfahren. Einen Toten hatte ich zuvor nur im Fernsehen gesehen und außerdem hatte mir das Ganze rund um meine Mutter eigentlich schon gereicht. Doch kurz vorher überlegte ich es mir anders. Ich wollte meinen Vater damit nicht alleine lassen. Vielleicht, dachte ich, hilft es mir auch selbst dabei, das alles besser zu verstehen.

Neun Uhr sollte Dr. Burkard kommen, um meinem Opa die gewünschte Hilfe zu leisten. Mein Opa Rolf lebte zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren in einem Pflegeheim in Aue – dort, wo laut Franz Beckenbauer das schönste Fußballstadion Deutschlands stehen soll. Heimat meines Vaters. Ein wunderschöner Landstrich mit freundlichen Menschen und einem ganz eigenen Dialekt, der oft belächelt wird.

Um sechs Uhr morgens holte mich mein Vater in Wittenberg ab. Zwei bis drei Stunden Fahrt lagen vor uns. Er sagte, er sei froh, das nicht alleine durchstehen zu müssen. Ich wusste selbst noch gar nicht, was mich erwarten würde.

Es war ein wunderschöner Tag. Nicht zu heiß, nicht zu kalt. Die Straßen waren nahezu leer und wir kamen viel schneller voran als gedacht. Natürlich waren wir viel zu früh dran. Also beschlossen wir, vorher noch nach Bad Schlema zu fahren – dorthin, wo seit vergangenem Jahr die Mutter meines Vaters begraben liegt.

Der Friedhof dort ist wirklich wunderschön. Liebevoll bepflanzt, gepflegt und umgeben von einer besonderen Architektur. Ein stiller Ort mit erstaunlich friedlicher Atmosphäre.

Irgendwann wurde es Zeit weiterzufahren..

Ankunft im Pflegeheim

Gegen halb neun erreichten wir das Pflegeheim. Die Sonne schien bereits warm auf den Innenhof. Einige Bewohner saßen draußen, rauchten oder genossen einfach die frische Morgenluft. Manche unterhielten sich, andere blickten einfach still vor sich hin.

Mein Vater lief zielstrebig zum Fahrstuhl. Ich hinterher. Erst als sich die Türen schlossen, merkte man, wie angespannt er eigentlich war. Die ganze Fahrt über hatte er versucht, sich nichts anmerken zu lassen. Doch jetzt wurde es plötzlich still zwischen uns. Es wirkte tatsächlich wie sein persönlicher Gang nach Canossa.

Dritte Etage. Die Fahrstuhltüren öffneten sich langsam. Im Vorbeigehen grüßten wir freundlich das Pflegepersonal. Aus der Küche roch es nach Kaffee. Einige Bewohner saßen dort bereits zusammen und frühstückten. Ganz hinten am Ende des Flures lag das Zimmer meines Opas. Mein Vater klopfte kurz und ging hinein. Mein Opa saß im Sessel. Als er meinen Vater sah, freute er sich sofort. Doch als er bemerkte, dass ich ebenfalls mitgekommen war, wurde seine Freude noch größer.

„Na du bist ja auch da!“ Er wirkte richtig glücklich. Mein Vater setzte sich aufs Bett, ich mich auf einen Stuhl daneben. Das Zimmer war klein, aber gemütlich eingerichtet. Alles wirkte ordentlich und sauber. An den Wänden hingen Bilder aus besseren Zeiten: Familienfotos, Aufnahmen meiner Eltern, seine verstorbene Frau, seine Freundin Bärbel. Zunächst wurde noch gescherzt. Für einen kurzen Moment fühlte sich alles fast wie ein normaler Besuch an. Doch irgendwann wurde das Gespräch ernster. Mein Vater fragte ihn noch einmal, ob er sich wirklich sicher sei. „Ja“, sagte er ruhig. „Ich bin durch. Es reicht.“

Danach sprach er viel über die Welt, über Nachrichten, über Kriege und gesellschaftliche Entwicklungen. Aber vor allem sagte er immer wieder, dass er froh sei, seine Zeit erlebt zu haben und uns nicht beneide. Früher habe man vielleicht weniger gehabt, aber vieles sei einfacher und unbeschwerter gewesen.

Das Aufeinandertreffen

Kurz nach neun klopfte es erneut. Dr. Burkard und seine Assistentin Frau Müller betraten den Raum. Die Begrüßung wirkte herzlich und vertraut. Schließlich war er es auch gewesen, der meine Mutter damals begleitet hatte. Zum ersten Mal lernte ich die beiden persönlich kennen. Freundlich, offen und erstaunlich ruhig. Man merkte sofort, dass Dr. Burkard genau wusste, was er tat. Keine Hektik. Keine Unsicherheit. Eher die Ausstrahlung eines Menschen, der diese Situationen schon oft erlebt hatte. Mein Opa lächelte, als er ihn sah. Fast erleichtert.

Während Frau Müller die Unterlagen vorbereitete, ging Dr. Burkard ins Bad, um die Infusion herzurichten. Alles wirkte routiniert und gleichzeitig erstaunlich ruhig. Es handelte sich um ein überdosiertes Narkosemittel, das zu einem friedlichen Einschlafen führen sollte.

Der letzte Akt

Als alles vorbereitet war, setzte sich der Arzt neben meinen Opa. Wir verabschiedeten uns. Ich drückte ihn noch einmal. „Bleibt stark. Alles Gute für euch“, sagte er. Er trank noch einen Schluck Wasser und aß ein Stück Schokolade. Ein Moment, der mir im Kopf bleiben wird, weil er gleichzeitig so alltäglich und so endgültig wirkte.

Danach legte Dr. Burkard die Kanüle an. Zunächst wurde Kochsalzlösung verabreicht, um sicherzugehen, dass die Infusion richtig lag. „Da wache ich morgen nicht mehr auf, hoffe ich?“, fragte mein Opa mit einem kleinen Lächeln. „Nein, keine Sorge“, antwortete der Arzt ruhig.

Noch einmal fragte er ihn, ob er sich wirklich sicher sei. Er hätte jederzeit Nein sagen können. Doch mein Opa blieb bei seiner Entscheidung. Dann bekam er die Infusion in die Hand. Er musste den Vorgang selbst auslösen – bei vollem Bewusstsein und aus freiem Willen. Der Arzt hob die Infusion leicht an. Das Mittel begann langsam zu laufen. „Sie schlafen gleich ein“, sagte er leise. „Gute Reise“, ergänzte Frau Müller.

Wenige Augenblicke später schlief mein Opa ein. Eben hatten wir noch miteinander gesprochen und plötzlich war einfach Ruhe. Kurz darauf hörte sein Herz auf zu schlagen.

„Jetzt ist er erlöst“, sagte Dr. Burkard.

Was ich empfand

Es war surreal. Noch wenige Minuten zuvor hatten wir geredet und gelacht. Nun lag er regungslos vor uns. Und trotzdem war ich erstaunlich gefasst. Vielleicht auch deshalb, weil ich spürte, wie überzeugt er selbst von seiner Entscheidung gewesen war. Er wollte nicht mehr leiden. Nicht abhängig werden. Nicht nur noch existieren. Vor allem wirkte alles friedlich. Kein Kampf. Keine Panik. Keine Qualen. Jeder hatte Zeit, sich zu verabschieden. Dinge zu regeln. Noch einmal miteinander zu reden. Und vor allem wirkte der Mensch, der ging, vollkommen ruhig.

Danach

Anschließend informierte Dr. Burkard die Kriminalpolizei. Der Beamte am Telefon kannte solche Fälle offenbar bereits und kündigte an, einen Kollegen vorbeizuschicken.

Frau Müller und ich gingen derweil etwas spazieren – gemeinsam mit ihren beiden Rauhaardackeln, die sie auf solchen Fahrten immer begleiten und währenddessen im Auto gewartet hatten. Wir unterhielten uns über ihre Heimat, ihre Tochter und darüber, wie sie überhaupt zu diesem Thema gekommen war. Ihr eigener Vater sei unter großen Qualen gestorben. Das habe ihre Sicht auf das Thema Sterbehilfe grundlegend verändert. Sie erzählte mir auch, dass viele Menschen an solchen Tagen regelrecht aufblühen. Manche ziehen ihre beste Kleidung an, andere veranstalten kleine Abschiedsfeiern oder verabschieden sich gemeinsam mit ihren Partnern.

Doch es gebe auch Fälle, in denen Menschen ihre Entscheidung kurzfristig zurückziehen oder Angehörige plötzlich Einspruch erheben. In solchen Situationen werde der Vorgang sofort abgebrochen. Später fragte ich Dr. Burkard, ob er keine Angst vor rechtlichen Konsequenzen habe. „Nein“, sagte er ruhig. „Es ist absolut legal. Aber viele Einrichtungen wollen mit dem Thema nichts zu tun haben.“

Polizei, Bestatter und letzter Abschied

Wenig später traf die Kriminalpolizei ein. Ein junger, sehr freundlicher Beamter nahm die Unterlagen entgegen und dokumentierte den Fall. Auch das Pflegepersonal wirkte überrascht. Besonders einer jungen Pflegerin merkte man an, wie nah ihr die Situation ging. Für viele dort war das offenbar Neuland.

Etwa eine Stunde später erschien schließlich das ortsansässige Bestattungsunternehmen Mühlig. Nachdem mein Opa vorbereitet worden war, durften wir noch einmal hinein. Sie hatten ihn wirklich würdevoll hergerichtet. Frische Kleidung, gefaltete Hände, Blumen zwischen den Fingern. Dann verabschiedeten wir uns ein letztes Mal. Der Sarg wurde geschlossen.

Heimreise und letzte Gedanken

Gegen Mittag war alles vorbei. Wir verabschiedeten uns von der Pflegeleitung, dem äußerst einfühlsamen Bestattungsunternehmen sowie dem Polizisten und fuhren wieder Richtung Heimat. Ein wirklich ereignisreicher Tag, der einiges hinterlässt. Mein Vater bedankte sich noch einmal bei mir, dass ich mitgekommen war. Ich hätte das Ganze etwas aufgelockert, sagte er, was gut gewesen sei.

Unterwegs gingen wir noch etwas essen. Biergarten. Schnitzel. Zwei Staropramen.

Wir stießen an. „Vielleicht schaut er uns schon zu“, sagte mein Vater leise. „Auf dein Wohl, Vater.“

Heute ist der Tag danach und die Zeilen fließen nur so aus mir heraus. Vielleicht auch, weil mir dieses Thema inzwischen wirklich wichtig geworden ist.

Ich weiß, dass viele Menschen damit Probleme haben werden. Andere werden es vielleicht nachvollziehen können. Doch unabhängig davon finde ich, dass in Deutschland viel offener darüber gesprochen werden sollte.

Dieser Artikel soll vor allem zeigen, wie so ein Tag tatsächlich aussehen kann. Ohne große Dramatisierung. Ohne politische Agenda. Einfach als persönliche Erfahrung.

Und vielleicht ist er auch ein kleines Denkmal für meine Familie.

Gern hätte ich schon damals über meine Mutter geschrieben. Doch erstens traf mich das damals viel zu sehr und zweitens war ich selbst nicht dabei. Ich konnte mir nur schemenhaft vorstellen, wie alles abgelaufen sein musste.

Deshalb möchte ich wenigstens noch ein paar Bilder meiner Mutter in diesem Zusammenhang verlinken, um ihr damit wenigstens ein kleines Stück gerecht zu werden. Es handelt sich um einen Artikel, den ich 2020 zum Hochzeitstag meiner Eltern veröffentlicht habe – aus einer Zeit, in der es ihr noch etwas besser ging, bevor ihre Krankheit immer schlimmer wurde:

>>Link

Meine Mutter und mein Opa in unbeschwerten Zeiten

Wer mehr Informationen über Dr. Burkard, den Ablauf oder rechtliche Fragen erhalten möchte, dem empfehle ich die Website des Doktors:

https://freitodbegleiter.info

Gute Reise, Opa!

Ein Jahr neigt sich dem Ende

Kurz vor Ausklingen des Jahres, möchte ich eine kleine Auswahl meiner persönlichen Lieblingsbilder präsentieren. Im Laufe der Zeit, habe ich gemerkt, dass ich neben der Landschafts- und Reisefotografie auch Momentaufnahmen mit Menschen liebe. Mir kam es noch nie auf gestellte Posen an, sondern auf das Einfangen eines besonderen Moments, einer, der nicht gestellt sondern situativ ist. Meines Erachtens erzeugt dies eine viel größere Spannung in den Bildern. Dabei muss es auch gar nicht perfekt aufgenommen sein, auch spielt die Belichtungszeit oder der ISO gar keine so große Rolle, sogar mit Rauschen im Bild, kann es eine faszinierende Wirkung erzielen meiner Meinung nach.

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Rauschen im Bild kann dennoch Wirkung erzielen

Ich war viel unterwegs. Gleich am Anfang des Jahres zog es mich nach Polen, genauer gesagt, nach Stettin. Eine wirklich wundervolle Stadt, die ich von meiner Heimat Wittenberg aus, in ungefähr drei Stunden erreicht habe. Ich versuchte so viele schöne Eindrücke festzuhalten, wie es nur ging und war froh, dass es mir gelungen ist.  In den folgenden Monaten führte mich mein Drang nach tollen Aufnahmen in viele Regionen unseres Landes: In den Spreewald, in den nördlichen Harz, ins Havelland, sowie nach Dresden und nach Gera.  Doch eins meiner beeindruckendsten Reisen, war zweifelsfrei der Besuch bei meinem besten Freund Danny in der Schweiz. So wie fast jedes Jahr, besuchte ich ihn für ein paar Tage und genoss die wundervolle Zeit bei ihm und hielt fest, was ich nur konnte. Ich hoffe, ich komme noch viele Male in den Genuss, unser Nachbarland mit neuen Augen zu entdecken und mit Euch zu teilen.

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Wundervolle Schweiz

Unter Anderem hatte ich sogar das Glück, dieses Jahr einen Preis einzuheimsen bei einem kleinen lokalen Wettbewerb, den ich doch tatsächlich gewann. Ich entschied mich dazu, eins meiner Lieblingsbilder meiner Heimatstadt ins Rennen zu schicken und war glücklich, dass die Juroren meine Sicht auf die Dinge anerkannten. Ich hatte mich riesig gefreut und spornt mich natürlich weiter an, meine Leidenschaft fortzusetzen.

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Erster Platz beim Fotowettbewerb

Ein weiteres Highlight dieses Jahr war zweifelsfrei die Bildbesprechung bei den Fotoprofis Krolop & Gerst. Ich reichte zwei meiner Bilder ein. In der Hoffnung, sie würden in der Livesendung erscheinen, traute ich meinen Augen kaum, als dieser Traum wahrhaftig in Erfüllung ging. Meine Bilder auf Youtube, ich war wirklich total baff. Wer sich den Teil der Sendung einmal anschauen möchte, kann sich auf diesem Link, ab Minute 25.41 selbst ein Bild davon machen.

Insgesamt war es ein recht turbulentes, aber auch schönes Jahr und ich bin in freudiger Erwartung, was die Zukunft für mich bereit hält. Ich bin jedenfalls offen dafür und immer noch voller Leidenschaft. Ich danke den vielen Menschen, die mich unterstützt haben und mir immer wieder Mut machen. Ich wünsche Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Wundervolles Dresden

Auf, ins Herz Sachsens

Es war Feiertag, mitten in der Woche, der obendrein auch noch verheißungsvolles Wetter versprach: wolkig und sonnenlos. Ich beschloss diese perfekten Voraussetzungen zu nutzen und mit meinem Lieblingslied in Dauerschleife in die Landeshauptstadt Sachsens zu fahren. Vom schönen Wittenberg sind es nur etwas über zwei Stunden Landstraße bis nach Dresden. Ich behaupte, es ist eine der schönsten Strecken, die man mit dem Auto fahren kann. Parallel der Elbe entlang kommt man an bezaubernde Örtchen und Städte, wie Torgau, Riesa oder Meißen vorbei. Das Naturschauspiel, welches man unterwegs erleben darf, trägt zusätzlich dazu bei, dass man die Zeit nebenher einfach vergisst. Oft hielt ich an und versuchte die sagenhafte Weite, die unberührte Natur und die einsamen Straßen festzuhalten, die sich mir in Hülle und Fülle boten. Die Wolken gaben ein spektakuläres Bild ab und der Wind peitschte mir um die Ohren, so dass ich teilweise Mühe hatte still zustehen, um meine gewünschte Aufnahme machen zu können. Doch es hat sich gelohnt, ich habe Einiges im Kasten gehabt.

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Ankommen in Dresden

Nach entspannter Autofahrt, erreichte ich schließlich mein Ziel und war sofort fasziniert. Ich war schon ein- zweimal in Dresden, besaß damals allerdings noch nicht meine Kamera und sah die Stadt mit völlig anderen Augen. Schon, als ich die ersten Kilometer dieser wahnsinnig großen Stadt hinter mich ließ und mir die erste Kirche in der Ferne entgegen trat, musste ich an den unmöglichsten Stellen anhalten und mich auf die Straße stellen, um das Bild zu machen, welches ich haben wollte. Dieser Prozess fand relativ häufig statt, allerdings hätte er noch deutlich öfter vorkommen sollen, wenn ich nur die Zeit und die Möglichkeiten dazu gehabt hätte. Denn eins ist Fakt, es ist unmöglich, diese facettenreiche Stadt in all ihrer Gänze an einem Tag auch nur ansatzweise festzuhalten und würdigen zu können. Doch ich nahm mit, was ich konnte und versuchte meine Bestes.

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Das Palais

Vorab hatte ich mir kleine Eckdaten notiert, die vielleicht für mich interessant wären, so auch das „Palais im Garten“, welches recht nah am Zentrum Dresdens liegt. Ich kam an und war sofort geplättet. Mir bot sich ein perfekter Blick auf das kleine Schlösschen, welches von einem riesigen grünen Park umgeben war. Ich umrundete den gesamten Komplex und nahm aus jedem Winkel Bilder auf. Allein hier drückte ich ungefähr sechzig mal auf den Auslöser. Zwei, drei Aufnahmen haben es dann letztendlich in diesen Artikel geschafft.

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Pillnitz

Vom Großen Palais aus, fuhr ich ungefähr dreizehn Kilometer weit raus, um das sagenumwobene Schloss Pillnitz einmal mit eigenen Augen zu sehen. Die Geschichte dieses prunkvollen Ortes reicht weit ins siebzehnte Jahrhundert zurück. Später, im achtzehnten Jahrhundert, ließ der Kurfürst August der Starke, es zu einem Schloss mit chinesischen Akzenten umbauen, was in der Barockzeit der letzte Schrei gewesen sein muss. Einen kleinen Eintrittspreis bezahlt, streifte ich das gesamte Areal entlang und fotografierte erneut aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Zusätzlich zum prächtigen Innenhof des Schlosses, konnte man auch in den Genuss des umwerfenden Elbpanoramas außerhalb der Mauern von Pillnitz kommen. Eine wahrhaftige Idylle, die zum längerfristigen Flanieren und Genießen einlädt.

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Die Innenstadt Dresdens

Nach diesen imposanten Eindrücken fuhr ich zum Abschluss in die Innenstadt. Mir wurde geraten, einmal auf die Kreuzkirche zu steigen, von dort oben soll man einen herrlichen Blick auf die ganze Stadt haben. Gesagt getan, sollte dies mein Ziel sein. Dank des Feiertags, war nicht ganz soviel los auf den Straßen und ich erhielt sogar direkt vor der Kirche einen Parkplatz. Vier Euro bezahlt, stieg ich viele Treppen empor und wurde tatsächlich mit einem tollen Ausblick auf die Dächer Dresdens belohnt. Leider prägten immens viele Kräne und Baustellen das Stadtbild, so dass es nicht möglich war, eine perfekte Aufnahme machen zu können, aber dennoch war es ein Erlebnis. Anschließend lief ich noch ein wenig durch die Innenstadt Dresdens und trat dann den Heimweg an. Diese geschichtsträchtige Stadt hat mich wirklich in ihren Bann gezogen, wundervolle Architektur, unfassbar viel Natur und die perfekte Elblage, machen es zu einem absoluten Reisetipp. Sicher werde ich eines Tages wieder kommen und mich all den anderen Stadtteilen Dresdens widmen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Schlösser und Burgen

Schlösser und Burgen in Deutschland

Deutschland besitzt eine schier unendliche Zahl an Burgen und Schlössern. Eigentlich lebt jeder Mensch in der Nähe einer architektonischen Kostbarkeit aus längst vergessener Zeit. An jeder Autobahn befinden sich zahlreiche Schilder, die auf historische Bauten oder bedeutende Orte verweisen.

Stadtschloss Fulda

Auf der Suche nach den perfekten Motiven

In meiner unbändigen Gier nach Motiven, liegen natürlich solche epochalen Bauwerke ebenfalls auf meiner Wunschliste. Bin ich gerade in der Nähe, kann mich nichts aufhalten, ich muss dahin und es auf mich wirken lassen. Bis ich den richtigen Winkel gefunden und die perfekte Position ausgewählt habe, kann sehr viel Zeit vergehen. Viele Aufnahmen entsprechen meist nicht dem, was ich mir vorstelle doch eins ist meistens dabei. Das Licht der Mittagssonne, ein großer Zulauf an Menschen oder der fehlende spannende Blickwinkel sind meine größten Widersacher. Doch ich lasse mir diesen Moment nicht entgehen. Ich bin quasi ständiger Untertan meiner Leidenschaft und somit immer im Dienst.

Albrechtsburg

Wecke den Entdecker in dir

Ich habe selbst in meinem eigenen Ort in dem ich lebe, ein mir bis dato völlig unbekanntes Kirchengebäude aus alten Zeiten entdeckt, von dem niemand den ich bisher danach fragte, etwas wusste. Die Fotografie bildet also, sie weckt den Entdecker in mir und befördert mich an Orte, von denen ich noch nie gehört habe und die mich am Ende staunen lassen.

Was hast du für Schätze in deiner Umgebung? Welche Gegenden architektonischer Schönheiten gilt es unbedingt einmal besucht und aufgenommen zu haben? Ich würde mich über neue Inspirationen sehr freuen.

Anbei ein paar Eindrücke meiner bisherigen Ausbeute.

Lass es dir gut gehen!