Zu Gast in Gera

Schon seit geraumer Zeit plante ich, meinen alten Schulfreund Randy in seiner neuen Heimat Gera zu besuchen, doch hat es oft aus den unterschiedlichsten Gründen nicht geklappt. Nun aber war ein fester Termin vereinbart, an dem keine Ausrede mehr gelten sollte. Er wohnt schon viele Jahre im östlichen Teil Thüringens samt seiner Familie und scheint sich inzwischen auch sehr heimisch zu fühlen. Meine Kamera im Gepäck, fuhr ich los. Zwar ging ich davon aus, dass eh nicht sehr viel Zeit für einen Rundgang durch die Stadt zur Verfügung stehen würde, denn es kündigten sich noch mehr alte Freunde an, aber es konnte ja sein, dass sich ein wenig Zeit dafür findet.

Von Wittenberg fuhr ich etwas über zwei Stunden auf der Landstraße. Vorbei am schönen Leipzig, erreichte ich schließlich die Hochschulstadt Gera. Ähnlich wie Jena, liegt sie in einem Tal und beherbergt knapp 95.000 Menschen. Sehr gut ausgebaute Straßen führten mich in die relativ zentral gelegene Behausung meines alten Klassenkameraden. Es war schön, sich nach so langer Zeit einmal wiederzusehen. Wir gingen etwas essen auf dem Ferberturm in Gera. Hier gab es eine hervorragende Küche und einen phänomenalen Ausblick. Nach zwei Stunden, die wie im Flug vorbeizogen und bis zur Ankunft der anderen, ging Randy auf mein Hobby ein und schlug vor, etwas durch die Stadt zu ziehen. Natürlich freute es mich und ich nutzte die Gelegenheit, ein paar Eindrücke von Gera zu erhalten. Wir parkten nahe der Innenstadt und liefen bis zum Marktplatz. Was mir auffiel, waren die teilweise wunderschönen Fassaden, die in hohem Maße anzutreffen waren. Zwei der imposantesten Gebäude waren das Rathaus und das Theater Geras. Ersteres erinnerte mich sehr stark an den Baustil des Torgauer Schlosses sowie den, des Residenzschlosses in Dessau. Offensichtlich sind dies Baustile derselben Epoche.

IMG_5832
das Rathaus in Gera

Abschließend ging es noch nach „Untermhaus“, einen Stadtteil Geras, der sich direkt an der weißen Elster befindet. Das war wirklich das Highlight der Führung, eine wundervolle Aussicht und tolle Architektur begeisterten mein Fotoherz. Das Titelbild dieses Artikels zeigt beispielsweise besagten Stadtteil. Ich wäre gern noch länger geblieben, aber inzwischen traf der Rest unserer Gang ein und wir fuhren wieder zu Randys Wohnung. Nun kam es natürlich zu keinen Bildern mehr, denn es gab viel zu viel zu erzählen.

IMG_5829
Blick in die Innenstadt

Am nächsten Morgen frühstückten wir alle gemeinsam und traten dann den Heimweg an. Randy gab mir noch einen Tipp und zwar sollte ich über Ronneburg fahren, dort steht ein altes Schloss, was sicher ein gutes Motiv für mich wäre. Gesagt getan, machte ich mich auf und hielt im beschaulichen Ronneburg an. Nach kurzem Schlendern durch das Örtchen und Smalltalk mit Einheimischen, erreichte ich schließlich das alte Schloss, welches majestätisch empor ragte. Gepaart mit dem düsteren Wetter, ergab es ein Motiv, ganz nach meinem Geschmack. Ich schoss ein paar Bilder und machte mich dann auf den Heimweg. Einen kurzen Stopp legte ich noch in Zeitz ein und versuchte die düstere Atmosphäre festzuhalten. Grauer Himmel, viel Regen und alte Gebäude sind einfach eine grandiose Mischung.

IMG_5982
Schloss Ronneburg

Es war ein wirklich tolles Wochenende. Dass ich sogar noch genug Bilder für einen kleinen Artikel zusammenbekommen habe, freut mich obendrein. Falls du eines Tages in der Nähe sein solltest, halt doch mal an und überzeuge dich selbst vom schönen Gera.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Wundervolles Dresden

Auf, ins Herz Sachsens

Es war Feiertag, mitten in der Woche, der obendrein auch noch verheißungsvolles Wetter versprach: wolkig und sonnenlos. Ich beschloss diese perfekten Voraussetzungen zu nutzen und mit meinem Lieblingslied in Dauerschleife in die Landeshauptstadt Sachsens zu fahren. Vom schönen Wittenberg sind es nur etwas über zwei Stunden Landstraße bis nach Dresden. Ich behaupte, es ist eine der schönsten Strecken, die man mit dem Auto fahren kann. Parallel der Elbe entlang kommt man an bezaubernde Örtchen und Städte, wie Torgau, Riesa oder Meißen vorbei. Das Naturschauspiel, welches man unterwegs erleben darf, trägt zusätzlich dazu bei, dass man die Zeit nebenher einfach vergisst. Oft hielt ich an und versuchte die sagenhafte Weite, die unberührte Natur und die einsamen Straßen festzuhalten, die sich mir in Hülle und Fülle boten. Die Wolken gaben ein spektakuläres Bild ab und der Wind peitschte mir um die Ohren, so dass ich teilweise Mühe hatte still zustehen, um meine gewünschte Aufnahme machen zu können. Doch es hat sich gelohnt, ich habe Einiges im Kasten gehabt.

IMG_5248

Ankommen in Dresden

Nach entspannter Autofahrt, erreichte ich schließlich mein Ziel und war sofort fasziniert. Ich war schon ein- zweimal in Dresden, besaß damals allerdings noch nicht meine Kamera und sah die Stadt mit völlig anderen Augen. Schon, als ich die ersten Kilometer dieser wahnsinnig großen Stadt hinter mich ließ und mir die erste Kirche in der Ferne entgegen trat, musste ich an den unmöglichsten Stellen anhalten und mich auf die Straße stellen, um das Bild zu machen, welches ich haben wollte. Dieser Prozess fand relativ häufig statt, allerdings hätte er noch deutlich öfter vorkommen sollen, wenn ich nur die Zeit und die Möglichkeiten dazu gehabt hätte. Denn eins ist Fakt, es ist unmöglich, diese facettenreiche Stadt in all ihrer Gänze an einem Tag auch nur ansatzweise festzuhalten und würdigen zu können. Doch ich nahm mit, was ich konnte und versuchte meine Bestes.

IMG_5367

Das Palais

Vorab hatte ich mir kleine Eckdaten notiert, die vielleicht für mich interessant wären, so auch das „Palais im Garten“, welches recht nah am Zentrum Dresdens liegt. Ich kam an und war sofort geplättet. Mir bot sich ein perfekter Blick auf das kleine Schlösschen, welches von einem riesigen grünen Park umgeben war. Ich umrundete den gesamten Komplex und nahm aus jedem Winkel Bilder auf. Allein hier drückte ich ungefähr sechzig mal auf den Auslöser. Zwei, drei Aufnahmen haben es dann letztendlich in diesen Artikel geschafft.

IMG_5382

Pillnitz

Vom Großen Palais aus, fuhr ich ungefähr dreizehn Kilometer weit raus, um das sagenumwobene Schloss Pillnitz einmal mit eigenen Augen zu sehen. Die Geschichte dieses prunkvollen Ortes reicht weit ins siebzehnte Jahrhundert zurück. Später, im achtzehnten Jahrhundert, ließ der Kurfürst August der Starke, es zu einem Schloss mit chinesischen Akzenten umbauen, was in der Barockzeit der letzte Schrei gewesen sein muss. Einen kleinen Eintrittspreis bezahlt, streifte ich das gesamte Areal entlang und fotografierte erneut aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Zusätzlich zum prächtigen Innenhof des Schlosses, konnte man auch in den Genuss des umwerfenden Elbpanoramas außerhalb der Mauern von Pillnitz kommen. Eine wahrhaftige Idylle, die zum längerfristigen Flanieren und Genießen einlädt.

IMG_5563

Die Innenstadt Dresdens

Nach diesen imposanten Eindrücken fuhr ich zum Abschluss in die Innenstadt. Mir wurde geraten, einmal auf die Kreuzkirche zu steigen, von dort oben soll man einen herrlichen Blick auf die ganze Stadt haben. Gesagt getan, sollte dies mein Ziel sein. Dank des Feiertags, war nicht ganz soviel los auf den Straßen und ich erhielt sogar direkt vor der Kirche einen Parkplatz. Vier Euro bezahlt, stieg ich viele Treppen empor und wurde tatsächlich mit einem tollen Ausblick auf die Dächer Dresdens belohnt. Leider prägten immens viele Kräne und Baustellen das Stadtbild, so dass es nicht möglich war, eine perfekte Aufnahme machen zu können, aber dennoch war es ein Erlebnis. Anschließend lief ich noch ein wenig durch die Innenstadt Dresdens und trat dann den Heimweg an. Diese geschichtsträchtige Stadt hat mich wirklich in ihren Bann gezogen, wundervolle Architektur, unfassbar viel Natur und die perfekte Elblage, machen es zu einem absoluten Reisetipp. Sicher werde ich eines Tages wieder kommen und mich all den anderen Stadtteilen Dresdens widmen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Im Reich der Kantone

Vorfreude auf die Schweiz

Auch in diesem Jahr nutzte ich wieder einen Teil meines Urlaubs dazu, meinen besten Freund Danny in der Schweiz zu besuchen. Erste Eindrücke dieses wundervollen Landes verfasste ich bereits vergangenes Jahr in diesem Artikel. Diesmal nahm ich mir vor, neben den Landschaftsaufnahmen, auch die Menschen des Landes besser kennen zu lernen. Noch bevor ich den Urlaub antrat, verriet mir Danny, dass er Freunde auf einer echten Alm hat. Etwas Besseres konnte mir gar nicht passieren. Eher beiläufig erwähnte er, dass es nur ein kleiner Fußmarsch sei, der hinauf zum Häuschen führt. Es wird schon nicht so schlimm werden, dachte ich mir und packte meinen Koffer. Voller Spannung stieg ich ins Auto und fuhr zehn Stunden Richtung Züricher See in der Ostschweiz.

Wanderung durch die Alpen

Mittlerweile ist Danny nach Uznach gezogen, einer idyllischen Kleinstadt im Kanton Sankt Gallen. Nach meiner Ankunft genossen wir bei einem „Bierli“ die herrliche Aussicht auf die Berge und planten die kommenden Tage. Gleich am nächsten Morgen sollte es auf die Alm im Diesbachtal gehen, welches im nahe gelegenen Kanton Glarus liegt. Enthusiastisch und voller Elan, freute ich mich darauf, die Menschen auf der Berghütte zu treffen. Wir fuhren mit dem Auto in Richtung Fuß des Tals und überquerten die ersten Höhenmeter mit einer Seilbahn.

IMG_3204
Blick ins Tal

Als wir oben waren, erwartete mich ein herrlicher Blick in das Tal und meine Kamera trat das erste Mal in Aktion. Nun ging es weiter bergauf. Ich nahm an, dass die Hütte ganz in der Nähe lag, doch weit gefehlt, wir wanderten ungefähr drei Stunden Berge und Täler entlang, bis wir das ersehnte Ziel erreichten. Es war ein harter Weg für mich, der mir Einiges abverlangte. Für einen geübten Wanderer wie Danny offensichtlich kein Problem, brachte es mich zeitweise an den Rand des Wahnsinns, damit hatte ich nun nicht gerechnet und unterschätzte diesen für mich unendlich weiten Wanderweg kolossal. Ich dachte nicht, dass wir ankommen würden, ich war wirklich platt. Doch irgendwie schafften wir es. Das Ziel war erreicht. Tausende Meter über dem Meeresspiegel ragte eine kleine Berghütte malerisch auf dem Gipfel hervor. Francisca kam uns entgegen und begleitete uns locker und flockig, ganz so, als ob gar nichts dabei wäre, diesen „kleinen“ Berg zu erklimmen. Oben angekommen, brach die Erzählung über meine Erfahrung mit diesem Wanderweg sofort das Eis. Ich lernte wunderbare Menschen kennen, die so herzlich und freundlich waren, dass ich gar nicht mehr weg wollte. Francisca und ihre Eltern, Ursula und Peter, bleiben den ganzen Sommer über auf der Alm und produzieren Käse, der weltweit verkauft wird. Neben der unbezahlbaren Aussicht, die sich mir bot, lernte ich Einiges in der kurzen Zeit, zum Beispiel, wie die frische Kuhmilch mit Hilfe einer Zentrifuge verarbeitet wird oder dass es bei den Schweizer Bauern ein ernsthaftes Interesse an der Haltung von Lamas an Stelle von Hütehunden gibt.

IMG_3371
Alm
Abstieg ins Tal

Ich nahm viele Momente auf. Nicht nur die geselligen Augenblicke mit Freunden der Familie, die noch zu Besuch kamen, sondern auch Francisca mit den Kühen, ihre Hunde sowie die äußerst wohlschmeckende Bewirtung. Ich wollte die Lebensweise festhalten und des urige Gefühl transportieren, welches hier zu spüren ist und ich hoffe, dass es mir gelungen ist. Inzwischen waren einige Stunden vergangen und wir mussten leider wieder Abschied nehmen. Die letzte Seilbahn des Tages konnten wir zeitlich nicht mehr erreichen, weswegen wir uns dazu entschlossen haben, einen zweistündigen Abstieg in das Tal zu absolvieren. Natürlich war das deutlich erfreulicher, als der unsägliche Aufstieg, aber gegen Ende ist auch dies nicht zu unterschätzen.

Walenstadt

Der nächste Tag brach an. Diesmal wollten wir zum sogenannten „Paxmal“, eine Art Tempel in den Bergen. Wir dachten erst, es sei uralt und von den Römern erbaut worden, doch weit gefehlt, erst im Jahre 1924 begannen die Bauarbeiten. Ein Schweizer Maler und Bildhauer erschuf einen Ort der Ruhe, wie uns freundliche Wanderer auf dem Weg nach oben mitteilten. Ja, auch an diesem Tag wurde gewandert. Wir fuhren in den südlichsten Zipfel des Kantons Sankt Gallen, nach Walenstadt und liefen dann ca. drei Kilometer bergauf. Noch gezeichnet vom Vortag, konnte mich nun nichts mehr so leicht erschüttern. Wir benötigten ungefähr eine Stunde, bis wir den stillen Tempel erreichten. Kein Mensch war dort, es herrschte wahrlich Stille. Ein beeindruckendes Werk, was damals erschaffen wurde. Ich schoss ein paar Aufnahmen, genoss den unfassbar schönen Ausblick ins Tal und entschied mit Danny, anschließend noch in eine „Beiz“ zu gehen, also eine kleine Berggaststätte, die zufälligerweise auch ganz in der Nähe lag.

IMG_3680
Paxmal

Uns bot sich ein sagenhaft idyllisches Bild als wir die Beiz erreichten. Leben, wo Andere Urlaub machen, das beschreibt diesen Ort wohl am Besten. Wir setzten uns auf eine urige Bank und wurden von der Hausherrin Edith begrüßt, die sich auch zu uns setzte und unsere neugierigen Fragen gern beantwortete. So fand ich heraus, dass auch hier Käse produziert und den ganzen Sommer über ganze vier Tonnen davon in die ganze Welt vertrieben werden. Außerdem lernte ich einen neuen Begriff für Halbhartkäse: „Mutschli“. Wir wurden auch hier köstlich bewirtet, es gab sehr leckeres Bier aus dem Appenzeller Land: „Quöllfrisch“, dazu tischte uns Edith ein tolles Mahl aus Käse und Wurst auf. Ich nahm noch ein paar Bilder auf von der wundervollen Alp Schrina und dann ging es wieder Richtung Uznach.

IMG_3734
Alp Schrina
Abstecher nach Italien

Am folgenden Tag war es sehr regnerisch und wir nutzten dies, um einen Abstecher nach Italien zu machen. Unser Ziel hieß Verona. Italien ist noch einmal eine ganz andere Welt, der ich in der Zukunft noch einen eigenen Artikel widmen werde.

Letzter Tag in der Schweiz

So langsam ging es dem Ende entgegen, doch einen Tag konnten wir noch nutzen, um ein Schweizer Highlight zu besuchen. Die Wahl fiel auf die berühmte Bergbeiz „Äscher-Waldkirchli“, welches im Kanton Appenzell liegt, nahe des Bodensees. Ich habe schon viele tolle Bilder von diesem Ort gesehen, es war Zeit, ihn selbst einmal zu Gesicht zu bekommen. Uns begleitete strahlender Sonnenschein auf dem Weg dorthin. Erneut ging es mit einer Seilbahn ungefähr 1.600 Meter auf die Spitze der vorderen Alpen. Nun hieß es wieder wandern, diesmal bergab. Vorbei an einer Tropfsteinhöhle, der Kirche bis hin zur ersehnten Beiz. Es war ein herrlicher Anblick. Wir verweilten eine Weile und genossen diese phänomenale Aussicht, bevor wir wieder den Heimweg antraten.

IMG_4090
Berggasthaus Aescher
Au revoir Swiss!

Wiedereinmal zog mich dieses wundervolle Land in seinen Bann. Erneut lernte ich viele neue Orte und Gepflogenheiten kennen. Auch kam ich mit den Menschen viel häufiger in Kontakt und konnte somit noch mehr eintauchen in das Alltagsleben unserer Nachbarn. Die Offenheit, das Selbstbewusstsein und die Liebenswürdigkeit der Schweizer lässt mich nur schweren Herzens wieder ziehen, doch die Zeit war um, denn die Woche darauf sollte es nach Tschechien gehen.

Anbei ein paar Eindrücke meiner Reise in die Schweiz.

~ Ulli

 

 

 

 

Berliner Westen und das Havelland

Vorgeschichte

Neulich dachte ich, dass ich mir irgendwann einmal unsere Hauptstadt vornehmen müsste. Berlin bietet doch soviel und besitzt unerschöpfliches Potential für einen Menschen, der das Fotografieren liebt. Natürlich ist es völlig unmöglich, diese Megacity an nur einem Tag würdig widerspiegeln zu können, es bräuchte Wochen, um einen einigermaßen handfesten Artikel samt Bildern verfassen zu können. Also entschloss ich mich dazu, etappenweise Besuche abzustatten und immer mal wieder einige Aufnahmen mitzunehmen, vielleicht gibt es irgendwann einmal genügend Material, für einen eigenen Beitrag.

Auf nach Berlin

Also schaute ich auf die Karte und entschied mich für den Westen Berlins. Hier findet man das sagenumwobene Schloss Charlottenburg. Seit Anbeginn meiner Leidenschaft, wollte ich es vor meine Kamera bringen, denn die perfekte Symmetrie dieses historischen Gebäudes würde ganz sicher dazu führen, dass am Ende ein tolles Bild dabei raus kommt. Gesagt, getan. Bei Zeiten ging es los. Ungefähr zwei Stunden musste ich für die Fahrt einplanen, denn der Verkehr eilt seinem Ruf voraus in dieser Gegend.

Ankommen

Nach relativ guter Fahrt kam ich schlussendlich an, parkte meinen Wagen zu überteuerten Gebühren und lief meinem Traumziel hoffnungsvoll entgegen. Und in der Tat, es war imposant. Als ich davor stand musste ich es kurz auf mich wirken lassen, so sehr beeindruckte es mich. Ich ging zu Boden und fotografierte es auf meine übliche Art und Weise. Anschließend erkundete ich noch die Umgebung des Schlosses. Ich durchstreifte die Orangerie und lief ein wenig durch den Park des prunkvollen Anwesens. Gegenüber von Schloss Charlottenburg fiel mir noch ein wunderbares Denkmal von Prinz Albrecht von Preußen auf, welches ich aus jedem Winkel fotografierte.

IMG_0712
Denkmal Prinz Albrecht von Preußen
Ein neuer Plan

Mittlerweile waren fast zwei Stunden vergangen, aber der Tag hatte doch erst begonnen, also weshalb nicht noch mehr Eindrücke irgendwo sammeln? Direkt ins Herz Berlins fahren? Nein, diesem Stress wollte ich mich nicht aussetzen, also kam mir die Idee, einfach weiter in Richtung Westen zu fahren, in das Havelland. Vor einiger Zeit durchquerte ich es bereits und empfand es als recht idyllisch. Da ich nun bereits in der Nähe war, entschied ich mich kurzerhand ein neues Ziel in das Navi einzugeben: Brandenburg an der Havel.

Auf nach Brandenburg

Schon als ich die äußeren Grenzen Berlins verließ und in die beruhigend flache Landschaft samt strahlendem Sonnenschein eintauchte, machte sich ein wohlig entspannendes Gefühl in mir breit. Es war wie in diesen amerikanischen Roadmovies, in denen die Protagonisten in einem Ford Mustang dem endlosen Highway mitten im Nirgendwo der untergehenden Sonne entgegen fuhren. Auch ich fühlte mich gezwungen, die Scheiben herunterzulassen, die Sonnenbrille aufzusetzen und den angewinkelten Arm auf die Fahrertür gemütlich abzulegen, während aus dem Radio Tom Petty mit seinem Song „free falling“ lief.

IMG_1093
Weiten des Havellands
Quer durch das Havelland

Bereits der Weg nach Brandenburg war durchzogen von kleinen Örtchen, deren Architektur teilweise an vergangene Zeiten erinnerten. An jeder Ecke sah ich wunderschöne Häuschen, Vorgärten und versteckte Gutshäuser, die schon fast wie kleine Schlösschen aussahen. Oft hielt ich an, lief noch ein paar Meter und war fasziniert, was dort für kleine Kostbarkeiten zu entdecken waren, die außerhalb der Orte anscheinend kaum Bekanntheit erlangten.

img_0827.jpg
Gutshaus Roskow
Ankommen in Brandenburg an der Havel

Schließlich erreichte ich mein Ziel und war begeistert vom Flair dieser tollen Stadt. Bildschöne Fassaden, Brücken, Türme, Parks, Wasser, einfach alles, was das Herz begehrt, findet man in diesem Kleinod. Man kann wunderbar flanieren durch die sehr gut erhaltene Innenstadt, an der Havel oder den liebevoll hergerichteten Altbauwohnungen. Eine herrlicher Ort, die man unbedingt einmal besuchen sollte.

IMG_0926
Fassaden in Brandenburg
Weiter nach Werder

Mittlerweile gingen schon einige Stunden ins Land und ich beschloss so langsam aber sicher in Richtung Heimat zu fahren. Auf dem Rückweg könnte ich den Weg über Werder an der Havel und Potsdam nehmen, nicht die kürzeste Route, aber immerhin wäre dies wieder ein Ort mehr, den ich von meiner Liste streichen könne. Erneut durchstreifte ich unbekanntes Land und war fasziniert von der unendlichen Weite, die sich mir erschloss. Oft machte ich eine kleine Rast und genoss den Ausblick in die wunderschöne Natur. Plötzlich begegnete mir ein braunes Schild, auf dem stand „Götzer Berge“. Hier? Mitten im grünen Flachland, Berge? Ich konnte nicht anders, ich musste abbiegen und mir die Sache ansehen. Ich fuhr und fuhr, es wurde leicht hügelig, aber riesige Berge? Ich kam schließlich in einem kleinen Ort Götz an. Nun musste ich anhalten und einem verlassenen Pfad folgen, der mich zu einem Aussichtsturm führen sollte. Es verging fast eine halbe Stunde, doch der Weg hatte sich gelohnt. Als ich auf den Turm stieg bot sich mir eine herrliche Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen auf weite Teile des Havellands.

IMG_1000
Götzer Berg

Fasziniert von dieser Erfahrung trat ich nun den Weg Richtung Werder an der Havel an. Auch hier erwarteten mich tolle Eindrücke, kleine Gässchen, durch die es sich gemütlich flanieren lässt,  wunderbar erhaltene Häuschen und sogar eine Windmühle, die einsam und allein auf einem kleinen Hügel steht und sich prächtig in das Panorama der Stadt eingliedert. Ein hervorragender Abschluss einer tollen Fototour. Das Havelland hat mir wirklich sehr gefallen. Gern komme ich wieder.

Zu Guter Letzt noch ein paar Impressionen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

 

Frühlingsfahrt in den Spreewald

Auf in den Spreewald

Eines schönen Morgens stand ich erneut vor der Frage, welches Gebiet denn diesmal erobert werden könnte. Ich blickte auf die Karte und entschied mich dazu, in Richtung Osten zu fahren, da diese Gegend meinerseits bisher kaum erschlossen wurde. Alles was hinter Jessen liegt, war bisher ein blinder Fleck für mich, ein Grund mehr, einen Tagestrip zu machen. Zwar schien die Sonne, was natürlich weniger schön war um zu fotografieren, aber man muss eben immer das Beste draus machen.

IMG_0249
Blick ins Flachland
Zwischenstopp in Schönewalde & Dahme

Von meiner Heimatstadt Wittenberg sind es nur ein paar Kilometer, bis man das Bundesland Brandenburg erreicht. Der erste Halt meiner kleinen Reise fand im beschaulichen Schönewalde statt. Ein Örtchen mit sehr schönen Häuserfassaden und einer kleinen Kirche, die man relativ gut von der Straße aus fotografieren und ins rechte Licht setzen kann. Ich stieg aus dem Auto und lief etwas durch das kleine Örtchen um ein paar Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Eindrücke festhalten konnte, fuhr ich weiter Richtung Dahme/Mark, einen Ort, den ich bisher nie wahrgenommen habe, dessen Architektur aber durchaus beeindruckte.

Als ich in Dahme eintraf und Richtung historischer Altstadt fuhr, ragte ein wundervolles Gebäude in den Himmel empor von dem ich stark annahm, dass es das Rathaus der Stadt war. Natürlich musste ich mir sofort einen Parkplatz suchen und aus jeder nur möglichen Perspektive Fotos schießen. Ich blockierte die Straße, um einen optimalen Blick zu ergattern, glücklicherweise schienen die Menschen aber Verständnis für mein einnehmendes Wesen zu haben. Anschließend schlenderte ich noch ungefähr eine Stunde durch die Gassen und verewigte hier und da noch einige schöne Gebäude, bevor ich weiter zog in die Tiefen des Spreewalds.

IMG_0273
Rathaus von Dahme
Auf nach Lübbenau

Ich durchquerte noch einige kleine Örtchen, beispielsweise Luckau, welches einen äußerst gemütlichen Eindruck hinterließ. Schließlich erreichte ich das idyllische Lübbenau, was ganz klar ein touristischer Knotenpunkt zu sein scheint. Viele Kennzeichen aus allen Teilen der Bundesrepublik waren zu sehen. Hier gibt es alles, was das Erholungsherz begehrt: idyllische Wanderwege, entspannte Paddeltouren auf den schmalen Kanälen, die sich durch die Region ziehen, eine tolle Landschaft und das perfekte Maß an Besuchern aus meiner Sicht, denn es war relativ lebhaft aber nicht überlaufen. Wer sich also etwas Ruhe und Entschleunigung gönnen mag, ohne das Gefühl der völligen Abgeschiedenheit zu haben, würde sich hier sicher sehr wohl fühlen.

IMG_0386
Häuschen in Lübbenau

Ich verweilte fast zwei Stunden in Lübbenau und wäre auch noch gern geblieben, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich musste wieder den Heimweg antreten. Diese Region besitzt übrigens das KFZ Kennzeichen LDS für Landkreis Dahme Spreewald, von dem ich bisher immer aus unerfindlichen Gründen annahm, es sei Landshut, wenn ich es auf der Autobahn gesehen habe. Ab jetzt jedenfalls werde ich es mir ganz sicher merken. Reisen bildet eben.

Es war eine schöne Tour in den Spreewald und ich kann Allen nur empfehlen, dieses Fleckchen Erde einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli