Frühlingsfahrt in den Spreewald

Auf in den Spreewald

Eines schönen Morgens stand ich erneut vor der Frage, welches Gebiet denn diesmal erobert werden könnte. Ich blickte auf die Karte und entschied mich dazu, in Richtung Osten zu fahren, da diese Gegend meinerseits bisher kaum erschlossen wurde. Alles was hinter Jessen liegt, war bisher ein blinder Fleck für mich, ein Grund mehr, einen Tagestrip zu machen. Zwar schien die Sonne, was natürlich weniger schön war um zu fotografieren, aber man muss eben immer das Beste draus machen.

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Blick ins Flachland
Zwischenstopp in Schönewalde & Dahme

Von meiner Heimatstadt Wittenberg sind es nur ein paar Kilometer, bis man das Bundesland Brandenburg erreicht. Der erste Halt meiner kleinen Reise fand im beschaulichen Schönewalde statt. Ein Örtchen mit sehr schönen Häuserfassaden und einer kleinen Kirche, die man relativ gut von der Straße aus fotografieren und ins rechte Licht setzen kann. Ich stieg aus dem Auto und lief etwas durch das kleine Örtchen um ein paar Aufnahmen zu machen. Nachdem ich einige Eindrücke festhalten konnte, fuhr ich weiter Richtung Dahme/Mark, einen Ort, den ich bisher nie wahrgenommen habe, dessen Architektur aber durchaus beeindruckte.

Als ich in Dahme eintraf und Richtung historischer Altstadt fuhr, ragte ein wundervolles Gebäude in den Himmel empor von dem ich stark annahm, dass es das Rathaus der Stadt war. Natürlich musste ich mir sofort einen Parkplatz suchen und aus jeder nur möglichen Perspektive Fotos schießen. Ich blockierte die Straße, um einen optimalen Blick zu ergattern, glücklicherweise schienen die Menschen aber Verständnis für mein einnehmendes Wesen zu haben. Anschließend schlenderte ich noch ungefähr eine Stunde durch die Gassen und verewigte hier und da noch einige schöne Gebäude, bevor ich weiter zog in die Tiefen des Spreewalds.

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Rathaus von Dahme
Auf nach Lübbenau

Ich durchquerte noch einige kleine Örtchen, beispielsweise Luckau, welches einen äußerst gemütlichen Eindruck hinterließ. Schließlich erreichte ich das idyllische Lübbenau, was ganz klar ein touristischer Knotenpunkt zu sein scheint. Viele Kennzeichen aus allen Teilen der Bundesrepublik waren zu sehen. Hier gibt es alles, was das Erholungsherz begehrt: idyllische Wanderwege, entspannte Paddeltouren auf den schmalen Kanälen, die sich durch die Region ziehen, eine tolle Landschaft und das perfekte Maß an Besuchern aus meiner Sicht, denn es war relativ lebhaft aber nicht überlaufen. Wer sich also etwas Ruhe und Entschleunigung gönnen mag, ohne das Gefühl der völligen Abgeschiedenheit zu haben, würde sich hier sicher sehr wohl fühlen.

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Häuschen in Lübbenau

Ich verweilte fast zwei Stunden in Lübbenau und wäre auch noch gern geblieben, aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und ich musste wieder den Heimweg antreten. Diese Region besitzt übrigens das KFZ Kennzeichen LDS für Landkreis Dahme Spreewald, von dem ich bisher immer aus unerfindlichen Gründen annahm, es sei Landshut, wenn ich es auf der Autobahn gesehen habe. Ab jetzt jedenfalls werde ich es mir ganz sicher merken. Reisen bildet eben.

Es war eine schöne Tour in den Spreewald und ich kann Allen nur empfehlen, dieses Fleckchen Erde einmal zu besuchen.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Tagestour in den nördlichen Harz

Der Plan

Eines frühen Samstagmorgens überlegte ich mir, welches Ziel ich ansteuern könnte um meine Kamera zu füttern. Ich blickte auf die Karte und sah mir an, was so alles an einem Tag zu erreichen ist. Mir stach Goslar ins Auge. Ich hörte schon einige Male von dieser Stadt, aber nur beiläufig. Noch nie hatte ich mich mit ihr beschäftigt. Ich konnte nicht einmal einordnen, in welchem Bundesland sie liegt. Glücklicherweise bringt mich die Fotografie dazu, diese Zustände zu ändern. Das Ziel, äußere niedersächsische Grenze, war also gesetzt. Etwas über zwei Stunden Fahrt musste ich einplanen, aber natürlich blieb es nicht dabei, denn es lagen verlockende Ortschaften auf dem Weg, allen voran Wernigerode, in der ich bisher ebenfalls noch nicht zugegen war. Doch die größte Vorfreude hatte ich, als ich sah, dass auch die Burg Falkenstein auf dem Weg lag. Ich düste also noch in der Dunkelheit los um mein Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen.

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Weil gerade die Winterzeit ansteht und ich nur ein relativ kurzes Zeitfenster habe, in der es nicht dunkel ist, sah ich mich gezwungen, die ungeliebte Autobahn zu nehmen. Als ich eine Stunde unterwegs und kurz vor Aschersleben war, bemerkte ich, dass es ein wirklich sehr diesiger Tag werden würde. Ich liebe ja schaurig düsteres Wetter, da man dadurch ganz besonders kontrastreiche Bilder machen kann, aber Nebel? Ich konnte kaum zwanzig Meter weit in die Ferne blicken, meine Hoffnung, ein Bild der im nördlichen Harz liegenden Burg Falkenstein machen zu können, schwanden, je näher ich dem gleichnamigen Ort kam.

Ankommen auf Burg Falkenstein

Um überhaupt erst einmal in den Genuss der Burg zu kommen, fährt man serpentinenartig auf die Spitze eines Berges, auf dem die Burg im zwölften Jahrhundert errichtet worden ist. Oben angekommen, ist man jedoch gezwungen sein Auto abzustellen und noch zwei Kilometer zu Fuß durch den Wald zu marschieren. Ich blickte auf die Uhr und haderte, ob ich das zeitlich alles noch hinbekomme oder nicht, ich entschloss mich dazu, denn schließlich bin ich nicht jeden Tag in der Gegend.

Mittlerweile war es ungefähr zehn Uhr morgens. Niemand war da, was auch dem Wetter geschuldet sein kann, denn es war extrem düster, grau und der Schnee hatte sich mittlerweile auch ausgebreitet so weit oben. Aber umso besser. So ein schöner Spaziergang ganz allein mitten im Nirgendwo hatte auch seinen Charme. Ich wanderte den Berg hinauf und folgte den wilden Pfaden in der Hoffnung, der Weg sei der Richtige. Fast schon gespenstisch aber auch märchenhaft kam mir die Stimmung an diesem verlassenen Ort vor.

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Endlich war ich da, der Koloss stieg vor mir im Nebel empor und blickte mit machtvoller Aura zu mir herab. Es war sagenhaft und mit Worten kaum zu beschreiben. In diesem Moment fand ich es gar nicht so schlecht, dass es sehr nebelig war, unterstreichte das Ganze doch die Bedrohlichkeit.

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Weiter nach Wernigerode

Beeindruckt von diesen Impressionen düste ich wieder Richtung Autobahn bis nach Wernigerode. Schon oft habe ich tolle Bilder von Fotografen gesehen, die die bezaubernde Stadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern und dem bekannten Rathaus aufgenommen hatten, ich wollte das endlich auch einmal tun. Es klarte etwas auf und ich konnte Wernigerode in vollen Zügen genießen. Es war das perfekte Wetter für mich: keinerlei Sonne, sondern ein bedeckter Himmel, ideal um schattenfreie Aufnahmen zu machen. Ich schlenderte quer durch die Stadt und versuchte aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln meine Bilder zu machen. Ich glaube, dass viele Passanten mich oft schräg anschauen bei meinen Posen. Es ist wirklich ein märchenhaftes Städtchen und ich kann jedem Menschen einen Besuch wärmstens empfehlen.

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Auf nach Goslar

Nun war es an der Zeit weiterzuziehen um noch rechtzeitig an mein eigentliches Ziel zu gelangen. Ich verließ also Sachsen-Anhalt und überquerte die Grenze nach Niedersachsen. Ich orientierte mich einfach in Richtung Stadtmitte und fand glücklicherweise einen Parkplatz, was nebenbei bemerkt, in Wernigerode ein ziemlicher Krampf war. Auch hier lag etwas Schnee und der Himmel war trüb. Perfekt! Ich fragte mich ein wenig durch und entdeckte eine wunderschöne Stadt, die ebenfalls voller liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser war. Ich habe viele freundliche Leute getroffen, die mir Einiges über diese Stadt erzählten. Nach diesen ganzen Eindrücken hatte ich eine Rast wirklich verdient und kehrte ins örtliche Brauhaus ein. Eine echte Empfehlung, denn das Essen war wirklich ein wahnsinnig leckerer Gaumenschmaus. Das selbstgebraute Bier, die freundliche Bedienung und das schöne rustikale Ambiente rundeten das Ganze perfekt ab. Gesättigt und zufrieden zog ich noch ein wenig durch die Innenstadt Goslars, schoss ein paar Aufnahmen und machte mich wieder auf den Heimweg.

Anbei ein paar Eindrücke dieser wirklich schönen Tour durch den Nordharz.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

 

Meine Heimat Wittenberg

Seit etwas über einem Jahr gehe ich nun schon meiner Leidenschaft nach und bereise so oft es nur geht die unterschiedlichsten Gegenden: von der Ostsee, über das schöne Sachsen, nach Hessen, Hamburg, Brandenburg, Thüringen, die Schweiz oder Polen und komme doch immer wieder gern nach Hause in meine Heimatstadt Wittenberg in Sachsen Anhalt. Die meisten meiner Freunde sind weggezogen und verstreut in aller Herren Länder, ich bin einer der Wenigen, die geblieben sind und muss sagen, dass ich es nicht bereue. Seit nunmehr 37 Jahren wohne ich in einer der wunderschönsten Kleinstädte Deutschlands und habe im Laufe der Zeit natürlich auch einige Aufnahmen machen können, die ich gern mit euch teilen möchte.

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Der Marktplatz von Wittenberg

Von Wittenberg gelangt man an ganz viele wundervolle Reiseziele. Es sind nur ca. 80 Kilometer bis Leipzig und 100 bis Berlin. Man erreicht schnell Nachbarländer wie Polen oder die Tschechei und in knapp drei Stunden ist man schon an der Ostsee. Für einen Menschen wie mich, der die Fotografie liebt, also perfekt!

Wittenberg liegt direkt am Bundesland Brandenburg und bis zum Freistaat Sachsen sind es auch nur relativ wenige Fahrminuten. Hier liegt das Herz der Reformation, denn Martin Luther, der Begründer der evangelischen Glaubensrichtung hat hier seine Thesen 1517 an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und revolutionierte damit die Welt. Eine geschichtsträchtige Stadt, die von vielen Reisenden besucht wird. Doch Wittenberg hat noch viel mehr zu bieten: eine bezaubernde Innenstadt mit wundervoller Architektur, das mittelalterliche Lutherfest, dass jedes Jahr zehntausende Besucher anlockt und zu der bekannte Bands dieses gigantische Spektakel begleiten, die wunderschöne Elbe und die zauberhafte Landschaft, die Wittenberg umgibt. Auch namhafte Künstler, wie Hundertwasser oder Herakut haben hier ihre Spuren hinterlassen.

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Schlosskirche

Ich kann Jedem nur empfehlen, einmal Wittenberg in seine kommenden Reiseziele mit einzubeziehen um sich selbst davon zu überzeugen. Anbei ein paar Eindrücke aus meiner Heimat Wittenberg.

Lass es dir gut gehen!

~ Ulli

Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende, Zeit, um ein erstes Resümee zu ziehen und auf das zu blicken, was war und was vor mir liegt. Seit einem Jahr befasse ich mich nun mit der Fotografie und habe damit die beste Entscheidung meines Lebens getroffen. In dieser Zeit entstand diese Website, es wurden Aufnahmen in Zeitungen abgebildet, ich kam in Ausstellungen und Büchern vor, gestaltete Fotobücher & Kalender und man findet mich inzwischen auf Facebook, Pinterest, Instagram und sogar auf Youtube. All das hätte ich vor einem Jahr noch nicht für möglich gehalten.

Die Fotografie ist eine Leidenschaft, die schon immer in mir zu schlummern schien und nun erwacht ist. Mich fasziniert schier alles, egal ob es die unendlichen Weiten einer kargen Landschaft sind, es sich um ein epochales Bauwerk handelt oder ein völlig normaler Moment im Alltag eines Menschen ist, den ich versuche festzuhalten: ich hoffe darauf, dass am Schluss ein bewegendes Bild herauskommt. Ich kann es immer kaum erwarten zu Hause anzukommen, den Rechner hochzufahren um mir meine Beute anzusehen und auszuwählen, welches Bild es wert ist, sich der finalen digitalen Bearbeitung zu unterziehen. Ich bin immer extrem motiviert, wenn ich an so einer Bearbeitung sitze. Vor meinem geistigen Auge habe ich meistens eine grobe Vorstellung, welche Stimmung zu dem jeweiligen Bild passen würde. Zusätzliche Inspiration verleihen mir manchmal die Stile anderer Fotografen, Filme und Musik. Ich bin oft Feuer und Flamme, während ich meine Maus an den Reglern hin- und her schiebe. Ist es geschafft und es bewegt mich in irgendeiner Form, gebe ich es einen passenden Namen, implementiere mein Logo dezent und lade es in diversen Plattformen hoch, in der Hoffnung, dem Einen oder Anderen gefällt was er sieht oder noch besser, es berührt.

Ich denke oft darüber nach, wie es wäre, wenn man mit dieser Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten würde, doch wäre es dann noch dasselbe? Könnte man immer noch mit dieser Entspanntheit arbeiten, wenn einem ständig der Druck im Nacken sitzt?  Was, wenn die Leistung am Ende nicht gefällt? Es gibt erfahrene Fotografen, die raten davon ab, andere wiederum wirken motivierend oder sind sogar sehr erfolgreich. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch keine Entscheidung getroffen und freue mich einfach auf die unbekannte Zukunft. Momentan möchte ich einfach machen, was ich liebe und das aus vollem Herzen. Es freut mich sehr, dass ich mittlerweile einige Menschen auf unterschiedlichsten Wegen getroffen habe, denen meine Bilder etwas bedeuten.

Zu guter Letzt präsentiere ich noch einige meiner Lieblingsbilder aus diesem Jahr.

Lass es Dir gut gehen!

~ Ulli